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Zeitschrift für die christliche Familie

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Glaube in der Familie

© Choat, stock.adobe.com

Hebräer 11 beginnt damit, zwei große Auswirkungen des Glaubens vorzustellen. Einerseits holt der Glaube die Zukunft in die Gegenwart. Als „Verwirklichung dessen, was man hofft“ (V. 1) lässt er uns heute schon Freude an dem haben, was in der Zukunft auf uns wartet. Diese Auswirkung des Glaubens wird im Lauf des Kapitels besonders in den Versen 8 bis 22 illustriert, vor allem in Verbindung mit Abraham. Er „erwartete die Stadt, die Grundlagen hat“ und schaute im Glauben aus nach einem himmlischen Vaterland (s. Heb 11,10.14-16).

Andererseits öffnet der Glaube den Blick für Dinge, die für das natürliche Auge unsichtbar sind. Als „Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht“ (V. 1) lässt er uns auf Gott, seine Macht und seine Segnungen vertrauen. Das wird in den Versen 23 bis 31 illustriert, besonders am Beispiel von Mose. „Er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren“ (V. 27).
Diesen Auswirkungen des Glaubens gehen wir in diesem Artikel nicht weiter nach. Vielmehr greifen wir einzelne Punkte aus diesem Kapitel heraus, die für gelebten Glauben in unseren Familien lehrreich sind.

Glaube, der Entscheidungen trifft

Am Beispiel von Kain und Abel (s. V. 4) erkennen wir, dass die Zeit kommt, in der Kinder herangewachsen sind und eigene Entscheidungen treffen müssen. Kain und Abel hatten dieselben (gläubigen!) Eltern, sie sind in derselben Umgebung aufge­wachsen und sie hatten die gleiche Erziehung genossen. Und doch hatten sie eine ganz entgegengesetzte Entscheidung getroffen. Abel nahte Gott durch Glauben und brachte ein „vorzüglicheres Opfer“. Bei Kain fehlte der Glaube und er wurde schließlich zum Mörder seines Bruders.
Auch in unseren Familien kommt für die Kinder die Zeit der Entscheidungen. Darin stehen sie in Verantwortung vor Gott und niemand kann sie ihnen abnehmen.
So sehr es die Verantwortung der Eltern ist, ihre Kinder für den Herrn zu erziehen, so bleibt es doch die Verantwortung der Kinder, sich selbst zu entscheiden. Beten wir als Eltern dafür, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen, ohne in der uns übertragenen Verantwortung nachlässig zu sein.

Glaube, der Rettung findet

Bei Noah sehen wir, dass er die Rettung seines Hauses im Blick hatte (s. V. 7). Doch auf welchem Weg sorgte er dafür? Indem er Gott gehorsam war! Es entsprach weder der menschlichen Vernunft noch der menschlichen Erfahrung, ein Schiff zu bauen[1]. Trotzdem baute Noah mit Ausdauer die Arche. Sein Glaubensgehorsam ließ ihn Sicherheit finden und Gott bekannte sich dazu. Wenn auch niemand sonst in die Arche ging und Rettung fand, so doch die ganze Familie Noahs.
Durch sein Handeln im Gehorsam verurteilte Noah die ihn umgebende Welt. Auch bei uns wird es so sein, dass ein Weg im Gehorsam gegenüber Gott zur rechten Absonderung von der Welt und zum rechten Zeugnis für die Welt sein wird.

Glaube, der Verheißungen annimmt

Abraham wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung, in Zelten (s. V. 9). Der inspirierte Schreiber nennt nicht ihre Familienbeziehung als Großvater, Vater und Enkel als verbindendes Element, sondern die Verheißung Gottes.
Wie gut, wenn auch in unseren Familien vor allem die Zusagen Gottes, die geistlichen Segnungen und sein Wort das Wesentliche sind, das uns verbindet und zusammenhält. Dies wird sich auch in unserem Verhältnis zu den irdischen Dingen zeigen.

Glaube, der Ehepaare verbindet

Abraham und Sara waren beide schon alt, als Isaak geboren wurde. Es war nicht ihre eigene Kraft, in der der Sohn gezeugt und empfangen wurde. Doch sie sahen nicht auf ihre Möglichkeiten, auf ihren Zustand, sondern vertrauten im Glauben auf Gott. In diesem Glauben waren sie verbunden (s. Röm 4,19.20; Heb 11,11). Ihr Glaube war nicht immer gleich stark gewesen, aber schließlich hat er doch gesiegt.
In unseren Ehen dürfen wir einander eine Hilfe sein, wenn der Glaube schwach wird, damit wir im Glauben wieder erstarken und Gott durch Vertrauen ehren.

Glaube, der erprobt wird

Es gibt Situationen, in denen der Glaube erprobt wird. Eine besondere Situation dieser Art hat Abraham erlebt, als er seinen Sohn Isaak opfern sollte (s. V. 17). Diese Prüfung erreichte ihn, als er auf der Höhe des Glaubens war. Gerade hatte er den Namen des ewigen Gottes angerufen (s. 1. Mo 21,33), auf den er vertraute. Hatte er doch erlebt, dass Er in der Lage ist, Leben aus dem Tod hervorzubringen. Durch Glauben war er bereit, Isaak zu opfern und bewies damit, dass er Gott den ersten Platz gab.
Im Vertrauen auf das, was unser Gott ist, dürfen auch wir durch Glauben in Prüfungen bestehen und alles vermeiden, was Gott den Platz wegnehmen könnte, der Ihm zusteht. Auch unsere Kinder wollen wir nicht höherstellen als Gott und den Gehorsam Ihm gegenüber.

Glaube, der Gottes Gedanken kennt

Sowohl Isaak als auch Jakob segneten gegen Ende ihres Lebens ihre Söhne (s. V. 20.21). Durch Glauben kannten sie die Gedanken Gottes und konnten diese über ihre Nachkommen aussprechen. Es beeindruckt uns, wie besonders im Leben von Jakob, der oft nicht nach dem Willen Gottes gefragt hatte, ein Ende möglich war, bei dem er Gott ehrte und verherrlichte.
Gottes Gnade kam mit Jakob zum Ziel und diese Gnade ist auch für uns tätig. Wenn wir im Glauben die Gemeinschaft mit Gott suchen, wird Er uns seine Gedanken durch sein Wort deutlich erkennen lassen. Dann können auch wir zum Segen für unsere Familien reden und handeln.

Glaube, der Hoffnung weitergibt

Schließlich sehen wir den Glauben Josephs, der mit Autorität Befehl wegen seiner Gebeine gab (s. V. 22). Er war überzeugt davon, dass Gott sein Volk aus Ägypten herausführen und in das versprochene Land bringen würde. Deshalb konnte er in aller Klarheit seine Anweisungen geben und damit einer nachkommenden Generation die Gewissheit seiner Hoffnung weitergeben.
Vor uns liegt eine weit herrlichere Zukunft als ein wunderbares Land auf der Erde. Wir leben in der Gewissheit, dass der Herr Jesus bald kommt, um uns in das Haus seines Vaters zu bringen, wo wir für immer bei Ihm sein werden (s. Joh 14,3; 17,24). Diese herrliche Zukunft darf uns prägen, diese Hoffnung darf lebendig sein und wir wollen sie gerne weitergeben.

Christian Rosenthal


Fußnoten:

  1. Auch in der Erziehung der Kinder ist Gottes Wort der richtige Wegweiser. Menschliche Vernunft und Erfahrung mag sich anders anhören. Deshalb gilt es, bewusst diesem Wort entsprechend zu handeln.

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