BleibtInMir

...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Dies ist ein Test

Wir sind die Nullen – ER ist die Nummer Eins!

© desertsands, stock.adobe.com

Die heutige deutsche Bezeichnung Null stammt vom lateinischen Wort nullus (= keiner) bzw. altitalienisch nulla figura (= keine Ziffer, nichts). Die ursprüngliche Bedeutung von null im Deutschen steckt noch in der Wendung null und nichtig = ungültig (ohne Wert). Dies ist eine Doppelung, auch null bedeutet hier „nichtig“ (s. Wikipedia).

In unserem Alltag begegnet uns die Null in vielerlei Hinsicht, eben auch als Ausdruck der Geringschätzung: „Du bist eine Null.“ Dass wir uns einem Mitmenschen gegenüber niemals so äußern sollten, bedarf keiner Frage.
Und doch ist es so: In den Augen Gottes sind und bleiben wir alle Nullen. Jemand sagte: „Wir sind die Nullen. Der Herr Jesus ist die Eins davor. Fehlt die Eins, dann bleiben wir die Nullen.“[1]

Der alles verändernde Wert

Der Herr Jesus muss in allem den Vorrang haben (s. Kol 1,18). Er ist der „Pri­mus“ (lateinisch: „der Erste“). Nur durch Ihn erhalten die Nullen ihren Wert.
Wenn wir das nur recht begreifen würden! Wie sind wir doch durch un­seren Herrn Jesus unendlich reich gemacht, die wir vordem „tot waren in Vergehungen und Sünden“. Über uns, die wir lauter Nullen waren, hat sich Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, in unendlicher Güte erbarmt – „wegen seiner vielen Liebe, womit er uns geliebt hat“ (s. Eph 2,1.4). Ihm gehört das Lob und der Dank – nun sind wir Gottes Kinder!
Wie viel Arbeit hat unser göttlicher Lehrmeister mit uns, bis wir ein wenig begreifen, dass in uns, das ist in un­serem Fleisch, nichts Gutes wohnt (s. Röm 7,18).

Ein geduldiger Lehrer

Wie glücklich und brauchbar für Gott sind wir, wenn wir uns diese Belehrung zu Herzen nehmen! Aber wie viel Unterricht braucht es in dieser Hinsicht im Leben des einzelnen Gläubigen.
Doch unser Herr und Meister ist ein geduldiger Lehrer! In seiner Schule müssen zwar oft die Klassen wiederholt werden, weil das Lernziel nicht erreicht wurde – aber von der Schule verwiesen werden, das gibt es bei Ihm nicht!
Selbst eines Diotrephes – der gern unter den Gläubigen „der Erste“ sein wollte – wollte sich der Apostel Johannes bei seinem Kommen annehmen (s. 3. Joh V. 9). Ob dieser Mann noch erkannt hat, wie wertlos sein Tun war – ohne die Anerkennung und den Segen des Herrn? Denn wenn wir „meinen, etwas zu sein, da wir doch nichts sind, so betrügen wir uns selbst“ (s. Gal 6,3).

Ein warnendes Beispiel

Bei dem König Saul war die Entwick­lung so, dass er sich zunächst als ge­ring ansah, von einem der kleinsten Stämme Israels abstammend und in eine Familie hineingeboren, die die ge­ringste war unter allen Familien des Stammes Benjamin (s. 1. Sam 9,21).
Aber nachdem Saul zum Königtum erhoben worden war, machte er sich stolz zur „Nummer Eins“: Selbstvertrauen, Geltungsbedürfnis, törichtes Ver­hal­ten, Ungehorsam, Trägheit und vieles mehr kennzeichneten ihn (s. 1. Sam 13,2b.3b.13.14b; 14,2).
Trotz aller Macht und allem Glanz blieb Saul „eine Null“ und starb am Ende unrühmlich durch die Hand der Feinde Gottes.

Einige Mut machende Beispiele

Aus einer Vielzahl von Beispielen der Bibel wollen wir uns einige Männer Gottes in Erinnerung rufen, für die ihr Gott über allem in ihrem Leben stand. Wir werden die Langmut Gottes bewundern, die wir auch so sehr nötig haben.

Abraham

Abraham bekannte vor Gott: „Ich bin Staub und Asche“ (1. Mo 18,27). Aber wie gesegnet war dieser treue Gottesmann, dessen Gehorsam in der Bereitschaft zur Opferung seines Sohnes Isaak triumphierte. Gott war die „Nummer Eins“ in einem reich ge­segneten Leben als Vater der Glau­benden (s. 1. Mo 22,17; Röm 4,16).

Jakob

Sein Enkel Jakob musste viele Lek­tionen in der Schule Gottes lernen und wurde durch Gottes Gnade vom „Unruhstifter“ zum „Segensbringer“. Wie lange brauchte es, bis er zu der Erkenntnis kam: „Ich bin zu gering all der Gütigkeiten“ (1. Mo 32,11).
Doch dann verrenkte Gott sein Hüftgelenk (s. V. 26). Fortan klammerte Jakob sich an seinen Gott: „Ich lasse dich nicht los“ (1. Mo 32,27), und be­­endete sein langes, wechselvolles Leben als Anbeter über der Spitze seines Stabes (s. Heb 11,21).

Mose

Mose, der eine besondere Begeg­nung mit Gott am brennenden Dorn­busch hatte, bekannte nach 40-jähriger, demütigender Wüstenerfahrung als Hir­te der Herde sei­nes Schwiegervaters Jethro: „Wer bin ich?“ (2. Mo 3,11).
Dennoch (oder gerade deshalb?) be­rief Gott ihn zum Führer seines Volkes auf dem Weg aus Ägypten in das Land der Verheißung. Und der Herr verhieß ihm: „Mein Angesicht wird mitgehen, und ich werde dir Ruhe geben“ (2. Mo 33,14).

Gideon

„Das ärmste Tausend … der Jüngste“ (s. Ri 6,15) – Gideon wusste um seine eigene Unfähigkeit. Aber Gott sagte ihm: „Ich werde mit dir sein“ (Ri 6,16) und gab ihm dem Auftrag: „Geh hin in dieser deiner Kraft“ (Ri 6,14).
So sind auch wir in uns selbst kraftlos. Aber der Glaubende darf im Vertrauen auf den Herrn sagen: „Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt“ (Phil 4,13).

Hiob

Die vermeintliche, eigene Gerechtigkeit Hiobs, wie er sie mit vielen Wor­ten in Kapitel 29 zum Ausdruck brachte, machte ihn tatsäch­lich vor Gott zu „einer Null“.
Dennoch kam Gott mit ihm zu einem guten Ziel: Zutiefst beindruckt von der Schöpferherrlichkeit Gottes bekannte er: „Nun hat mein Auge dich gesehen. Darum verabscheue ich mich und bereue in Staub und Asche“ (Hiob 42,5.6). Als er Gott über alles stellte, blieb der Segen nicht aus (s. Hiob 42,12).

Jeremia

Der noch junge Jeremia bekannte: „Herr, siehe, ich weiß nicht zu reden“ (Jer 1,6). Aber der Herr stellte sich ihm als der vor, der ihn mit al­lem aus­rüsten würde, was er für die Ausführung seines Dienstes nötig hätte: „Wohin ich dich senden werde … was ich dir gebieten werde, sollst du re­den … ich bin mit dir … ich lege meine Worte in deinen Mund … ich be­stelle dich“ (Jer 1,7 ff.).
Leer von sich selbst, aber von Gott zum Propheten berufen, vollführte er seinen Dienst in aller Treue.

Paulus

Wir können unsere Überlegungen nicht beenden, ohne einen Mann be­sonders hervorzuheben, den die Gnade Gottes von einem Saulus zum Paulus gemacht hatte. Jemand, der meinte, „etwas zu sein“, und der auf die eigene Gerechtigkeit, die im Gesetz war, vertraute als ein übermäßiger Eiferer für die väterlichen Überlieferungen (s. Gal 1,14) und doch nichts vorzuweisen hatte, was für Gott einen Wert gehabt hätte.
Vor den Toren von Damaskus wurde ihm das in dem „Licht, das den Glanz der Sonne übertraf“ (Apg 26,13), zutiefst bewusst und er bekehrte sich zu dem wahren und lebendigen Gott, der nunmehr die alleinige Autorität in seinem Leben wurde.
Gott gefiel es, seinen Sohn in Paulus als einem auserwählten Gefäß zu of­fen­baren (s. Apg 9,15; Gal 1,16).
Und Paulus wollte auch ferner nichts mehr in sich selbst sein. Er bekannte: „Ich bin der erste der Sünder“ (s. 1. Tim 1,15); „Ich bin der geringste der Apos­tel“ (1. Kor 15,9); er nannte sich „den allergeringsten von allen Heiligen“ (s. Eph 3,8) und fügte hinzu: „… wenn ich auch nichts bin“ (2. Kor 12,11). Christus war sein einzi­ger Lebensinhalt und Mittelpunkt, wie er den Gläubigen in Philippi schrieb (s. Phil 1,21).

Eine lebenslang zu lernende Lektion …

Auch als wiedergeborene Christen soll­ten wir nie vergessen: Wir sind und bleiben Nullen – und müssen das in der Schule Gottes „lernen“! Der Unterricht hört erst auf, wenn wir beim Herrn sind.
Die Korinther brauchten in dieser Hin­sicht immer wieder „Nachhilfeunterricht“, denn sie waren stolz auf die Gaben in ihrer Mitte (s. 1. Kor 1,7). Eine wichtige Lektion für die Ko­rint­her lautete deshalb: „Aus ihm aber seid ihr in Christus Jesus, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung“, und: „Was aber hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber auch empfangen hast, was rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen?“ (1. Kor 1,30; 4,7).

… und ihre segensreichen Folgen für uns

Deshalb ist für uns alle die Auffor­derung des Titels dieses Heftes ei­ne beständige, nachdrückliche Ansprache: „Bleibt in mir – denn außer mir könnt ihr nichts tun“!
Aber: Wenn der Herr Jesus in un­serem Leben den Vorrang vor allem hat und wir in Ihm bleiben und Er in uns (s. Joh 15,5), dann ist die Folge: Frucht – mehr Frucht – viel Frucht – bleibende Frucht – zur Verherrlichung Gottes, des Vaters (s. Joh 15,2.8.16).

Friedhelm Müller

„Mein Gott kann multiplizieren, wo lauter Nullen sind.“
Ein Leitsatz des Evangelisten Albert Winterhoff (1875-1953)

Fußnoten:

  1. Diese Aussage steht nicht im Widerspruch dazu, dass wir als im „Bild Gottes“ erschaffen auf eine „erstaunliche, ausgezeichnete Weise“ gemacht sind (s.1.Mo 1,27; Ps 139,14).
    Wenn es auch wegen unseres Stolzes wichtig ist, zu lernen, dass wir „Nullen“ sind, so ist es auch wichtig, im Glauben festzuhalten, dass wir „geliebte Kinder“ Gottes sind, „begnadigt [o. angenehm gemacht] in dem Geliebten“ und „teuer, wertvoll in seinen Augen“ (s. Eph 5,1; 1,6; Jes 43,4).
    Unser Schöpfer hat uns mit unterschiedlichen natürlichen „Fähigkeiten“ ausgestattet. Und so, wie der Mensch, der außer Landes reiste, im „Gleichnis von den Talenten“ (s. Mt 25,14ff.) seinen Knechten Talente gab, „jedem nach seiner eigenen Fähigkeit“, so hat der verherrlichte Herr durchaus an die natürlichen und auch erworbenen Fähigkeiten seiner Knechte angeknüpft, als er in sie als „Gefäße“ eine „geistliche Gabe“ legte.

Aktuelle Artikel

Wie kann man den Willen Gottes erkennen?

Brisant und akut wird diese Frage immer dann, wenn eine große Entscheidung ansteht, sei es der Wohnort, der Beruf oder der Partner. Oft scheint es leider so zu sein, dass man die alltäglichen Dinge immer selbst entscheidet, während in den großen Fragen Gott etwas zeigen muss. Wer aber in den kleinen Dingen des Alltags nicht geübt ist, Gottes Willen zu erkennen, der wird es dann bei der Partnerwahl sicher schwer haben. Vielmehr sollte das Leben eines Christen ständig vom Herrn geleitet sein: „Denn so viele durch den Geist Got­tes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes“ (Röm 8,14). Es ist also eine Normalität im Leben eines Christen – ein Kennzeichen seiner Gottessohnschaft –, vom Geist geleitet zu werden. Nicht nur dann, wenn es auf etwas Wichtiges ankommt, sondern in jeder Phase des Lebens. Keine Mystik oder besonders geistliche Erlebnisse, sondern eine nüchterne Realität im Alltag. Kein „Modus“ mit An-/Ausschalter, sondern eine Natürlichkeit des neuen Lebens. Das bedeutet nicht, dass man vor jedem Einkauf beim Bäcker oder vor dem morgendlichen Gang an den Kleiderschrank lange beten muss, damit der Herr einem jetzt bitte seinen Willen kundtut.
Mehr lesen

Wenn die Tage schwer werden – seine Gnade genügt

Der bekannte Ausspruch: „Jeder will alt werden, aber niemand will alt sein“, zeigt, dass viele Menschen ein negatives Bild vom Alter haben. Sie verknüpfen diese Phase vor allem mit Krankheit, Vergesslichkeit und Schmerzen. Für den Glaubenden sollte das Alter auch eine Zeit reifer Erfahrung, innerer Gelassenheit und gewachsener Lebensweisheit sein.
Mehr lesen

Anbeter gesucht

Anbetung ist die höchste Form von Gottesdienst – das Wertvollste von allem, was wir vor Gott ausdrücken können. Wenn es um Anbetung geht, sind wir als Priester im Heiligtum tätig, also in der direkten Gegenwart Gottes, um dort mit Ihm Gemeinschaft zu haben. Der Vater sucht solche als seine Anbeter, wahrhaftige Anbeter, die Ihn in Geist und Wahrheit anbeten (s. Joh 4,23). Sind wir solche, die sich hierzu finden lassen?
Mehr lesen

Abraham & Lot bekommen Besuch (Teil 2)

In 1. Mose 18 und 19 finden wir zwei Gläubige, zwei Besuche und zwei total verschiedene Resultate. Die Besuche zeigen für uns heute, wie unterschiedlich wir als Gläubige in der Welt leben können. Vierzehn Fragen geben uns wichtige Impulse für unser Leben.
Mehr lesen

Zwei „aber“ im Leben Josephs

Im Leben Josephs in Ägypten gibt es zu Beginn (s. 1. Mo 39,1-18) und am Ende (s. 1. Mo 50,15-21) zwei wichtige Aussagen, die charakteristisch sind für seine Treue zu Gott und sein Vertrauen auf Ihn. Kaum ist Joseph von seinen Brüdern an die Midianiter verkauft, wird er als Sklave in Ägypten an den wohlhabenden Hofbeamten des Pharaos, Potiphar, weiterverkauft. Dort gelingt ihm alles, weil der Herr mit ihm ist, so dass Potiphar Joseph über sein gan­zes Haus bestellt. Somit ist Joseph schon als junger Mann der oberste Die­ner im Haus dieses bedeutenden Ägypters.
Mehr lesen

Fragen des Herrn Jesus (Teil 3)

Auf seinem Weg über diese Erde bediente sich der Herr Jesus in Gesprächen häufig einer Frage – und verfolgte damit verschiedene Absichten. Wenn der Herr Jesus Fragen stellte, geschah das nie, weil Er etwas nicht wusste. Die Gedanken jedes Menschen sind „bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben“ (Heb 4,13). Er hatte es nicht nötig, Fragen zu stellen – umso bemerkenswerter ist es, dass Er es dennoch tat. Diese Tatsache macht es wertvoll, einmal darüber nachzudenken, welche Absichten jeweils hinter seinen Fragen standen – und welche Belehrungen wir daraus ziehen können.
Mehr lesen
1 2 3 89
© 2026 Ernst-Paulus-Verlag
Ernst Paulus Verlag Logo