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...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Krisenzeiten – Last oder Brücke?

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Wer hätte das gedacht: Die weltweite COVID-19-Pandemie ist auch im neuen Jahr immer noch ein Thema. Die Folgen haben wir unterschiedlich erlebt: Es gab Menschen, die sich infiziert haben. Andere, die mit ihnen in Kontakt kamen, wurden unter Quarantäne gestellt.
Auch die Zusammenkünfte blieben davon nicht unberührt. Mancherorts waren sie für eine Zeit von den Behörden nicht erwünscht (wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen), später nur unter besonderen Auflagen möglich. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen waren für manche spürbar.

Viele schauen in diesen Tagen sorgenvoll in die Zukunft mit der Frage: Was wird uns das neue Jahr bringen? Aber sollte ein Kind Gottes sich in Angst und Schrecken versetzen lassen?
Nein – wir wissen doch, dass wir nicht blindem Schicksal ausgeliefert sind, seine Hand dürfen wir in allen Lebenslagen erkennen, denn „von [Ihm] aus ist diese Sache geschehen“ (2. Chr 11,4).
Die Hand des Herrn liegt auf den Menschen, sie sollen zum Nachdenken kommen. Er will nicht, dass „irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen“ (2. Pet 3,9).
Aber auch den Kindern Gottes dienen Krisenzeiten zu ihrer Erziehung, denn „wen der Herr liebt, den züchtigt [oder erzieht] er“ (Heb 12,6). Ob Er etwas in unserem Leben korrigieren möchte? Lassen wir uns den Spiegel seines Wortes vorhalten mit dem Wunsch: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf ewigem Weg!“ (Ps 139, 23.24).
In jedem Fall ist es dem Herrn wohlgefällig, wenn wir uns „unter seine mächtige Hand demütigen“ (1. Pet 5,6).
Jemand hat gesagt: Widrige Umstände sollen eine Brücke sein, um uns näher zum Herrn Jesus zu bringen!
Schauen wir uns das bekannte Ereignis an aus Markus 6,45-52:
Der Herr Jesus, der Sohn Gottes, stillt den Sturm! – gestern wie heute …

Jesus nötigt die Jünger (Mk 6,45)

Wusste der Herr Jesus denn nicht, dass ein heftiger Sturm auf dem See die Seinen in Lebensgefahr bringen würde? Ganz sicher! Aber warum nötigt der Herr sie dann dennoch, vorauszufahren? Eine Antwort, damals wie auch heute, ist: Wir sollen seine Treue erfahren - mit dem Ziel, Ihn besser kennenzulernen.
Lasst uns lernen, seinen guten Absichten zu vertrauen! Im Stillsein und im Vertrauen liegt unsere Stärke (s. Jes 30,15).

Jesus betet für sie (Mk 6,46)

Während die Jünger auf dem See hart rudern, steigt Er auf den Berg, um zu beten! Er sucht in der Fürbitte das Angesicht seines Vaters. Auch heute ist Er als der treue und barmherzige Hohepriester bei Gott, der sich ununterbrochen auch für uns verwendet (s. Heb 7,25). Zu Ihm schauen wir empor.
Dabei ist Er uns als Beter ein Vorbild. Welche Bedeutung hat das Gebet in deinem Leben? Hat dein Gebetsleben in diesen Tagen eine Neubelebung erfahren?
Wie viel Zeit nehmen wir uns, mit anderen zu plaudern – wie viel Zeit, um vor Gott das Herz auszuschütten?

Jesus sieht die Jünger Not leiden (Mk 6,48)

Der Herr sieht jeden – auch dich. Selbst deine Gedanken sind vor Ihm bloß und aufgedeckt (s. Heb 4,12.13).
Als die Kinder Israel in der Knechtschaft Ägyptens stöhnten und sie zu Gott schrien, lesen wir: „Und Gott hörte ihr Wehklagen, und Gott gedachte seines Bundes … und Gott sah die Kinder Israel und Gott nahm Kenntnis von ihnen“ (2. Mo 2,24). Das ist auch heute noch so. „Denn seine Augen sind auf die Wege der Menschen gerichtet, und er sieht alle seine Schritte“ (Hiob 34,21).

Jesus kommt um die vierte Nachwache zu ihnen (Mk 6,48)

Jesus verspätet sich nie. Er lässt auch dich nicht im Stich.
Seine Hilfe ist immer rechtzeitig und für jeden Umstand in deinem Leben hat Er ein bestimmtes Maß. Er kommt nicht um die dritte Nachtwache, auch nicht zur ersten Morgenstunde zu den verängstigten Jüngern – in jedem Fall ist Er rechtzeitig zur Stelle.
Auch dich wird Er nicht über deine Kraft belasten, ganz sicher. Denn Er hat den Ausgang der Sache bereits im Auge! Halte daran im Glaubensvertrauen fest – es ehrt Ihn.

Jesus wollte vorübergehen – wirklich? (Mk 6,48)

Nein – niemals schaut dein Heiland einfach weg! Das hätte seine Liebe, mit der Er die Jünger liebte, nicht zugelassen (s. Joh 13,1). Zu einer späteren Gelegenheit in Emmaus „stellte er sich, als wolle er weitergehen“ (Lk 24,28). Wie hat es damals den Auferstandenen gefreut, genötigt zu werden mit den Worten: „Bleibe bei uns, denn es ist gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt.“ Das ist ja in diesen Tagen auch unsere Bitte, die Er gern erhört: „Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben“ (Lk 24,29).

Jesus aber redet sogleich mit ihnen (Mk 6,50)

Als die Jünger aufschreien, spricht Er sogleich zu ihnen: „Seid guten Mutes, ich bin es; fürchtet euch nicht!“ Dieses mutmachende Wort aus seinem Mund gilt auch dir ganz persönlich! Niemand liebt dich so sehr wie Er. In diesen stürmischen Zeiten will Er dir innere Ruhe und Gelassenheit schenken. Das Wissen um seine vollkommene Liebe vermag alle Furcht zu vertreiben (s. 1. Joh 4,18).

Jesus steigt zu ihnen in das Schiff (Mk 6,51)

Er will uns nahe sein – ganz nahe. Seine Verheißung gilt dir: „Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Mt 28,20). Er ist bei dir – heute und an jedem neuen Tag – und das, bis wir bald bei Ihm „am anderen Ufer“ sind, wo es kein Leid, keine Tränen, keine Enttäuschungen und keine Trauer mehr gibt, wo Gott jede Träne von unseren Augen abwischen wird. Ja, wo „Fülle von Freuden vor seinem Angesicht“ sein werden – „unaussprechliche, verherrlichte Freude“ bei Jesus im Licht (Offb 21,4; Ps 16,11; 1. Pet 1,8).
Damals auf dem See Genezareth legte sich der Wind – welche Erleichterung für die Jünger zu erleben: Er ist bei uns – Er hat alles gut gemacht!

" Nimm Tag um Tag!
O lade nicht auf deinen kleinen Karren
die Sorgenlast von Jahren.
Verborgen ist im Nebel doch
selbst was dir morgen wartet noch.
Warum so mühsam fahren?
Warum willst du des Lebens Last
zum Voraus schon ergründen?
Gott lässt dir heute künden,
was Er für heute abgezählt,
an Glück, an Leid für dich gewählt.
Du sollst Gott heute finden."
(Walter Gschwind)

Friedhelm Müller

Kinder – Jünglinge – Väter

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Das zentrale Thema in den Schriften des Apostels Johannes ist die Familie Gottes. Dabei beschreibt Johannes im zweiten Kapitel seines ersten Briefes drei ganz natürliche Wachstumsstufen derer, die zur Familie Gottes gehören. Da sind einmal die kleinen Kinder, dann die Jünglinge und schließlich die Väter.

Johannes begegnet jedem Gläubigen entsprechend seiner Wachstumsstufe in göttlicher Weisheit, inspiriert vom Heiligen Geist. Daraus wollen wir lernen. Deshalb soll es in diesem Artikel nicht in erster Linie um eine Auslegung der Verse 13 bis 27 gehen, sondern um eine Anwendung darauf, wie wir in unseren Familien den Kindern in den jeweiligen „Wachstumsstufen“ recht begegnen.

Eine doppelte Ansprache

Johannes wendet sich jeweils zweimal an die Väter, die Jünglinge und die Kinder. Einmal leitet er seine Botschaft mit den Worten „ich schreibe euch“ ein und einmal mit den Worten „ich habe euch geschrieben“. Dabei handelt es sich nicht um zwei verschiedene Briefe, sondern um ein und denselben Brief, den ersten Johannesbrief.
Mit den Worten „ich schreibe euch“ wendet sich der Schreiber Johannes an die Briefempfänger und richtet seine Botschaft an sie. Die Perspektive des Schreibers steht hier im Vordergrund. Mit den Worten „ich habe euch geschrieben“ wird mehr die Seite der Briefempfänger gezeigt. Es geht darum, wie die Briefempfänger die Botschaft des Apostels aufnehmen und welche praktischen Konsequenzen sie ziehen.
Dabei fällt auf, dass zu Beginn der zweiten Ansprache der kleinen Kinder in Vers 18 die Worte „ich habe euch geschrieben“ fehlen. Johannes wendet sich einfach mit der Anrede „Kinder“ an diejenigen, die im geistlichen Wachstum noch am Anfang stehen. Erst in Vers 26 benutzt er die Worte „ich habe euch geschrieben“ wieder. Er bereitet sie also langsam darauf vor, seine Worte verantwortungsbewusst aufzunehmen, um die richtigen praktischen Konsequenzen daraus zu ziehen.
Das ist für uns ein großer Ansporn, unsere Kinder mit Behutsamkeit entsprechend ihres Wachstums Stück für Stück – nicht zu schnell und nicht zu langsam – in Verantwortung zu stellen.

Väter und die richtige Ausrichtung

Väter und die richtige Ausrichtung

Zunächst wendet sich Johannes an die Väter. Sie sind geistlich gewachsen und stehen entsprechend in der größten Verantwortung. Deshalb werden sie zuerst angesprochen.
Was schreibt er ihnen? Dass sie den erkannt haben, der von Anfang ist. Das ist niemand anders als der Herr Jesus selbst. Er ist die Offenbarung des göttlichen Lebens, Ihn hatten die Apostel gesehen, mit Ihm beginnt die christliche Zeit, in der Gott offenbart ist als Vater und in der alle, die an den Herrn Jesus glauben, das ewige Leben haben.
Christus selbst ist der, der von Anfang ist. Ihn erkannt zu haben und in Ihm genug zu haben, ist das Kennzeichen der Väter in Christus.
Was kennzeichnet uns, die wir als Eltern in Verantwortung für unsere Kinder und Familien stehen? Wenn wir Christus erkannt und genug in Ihm haben, verstehen wir, dass alles andere von untergeordneter Bedeutung ist. Dann haben wir die richtige Lebensausrichtung und können unseren Kindern ein gutes Vorbild sein.
In Philipper 3 finden wir Paulus als einen solchen Vater in Christus. Er kann den Philippern schreiben: „So viele nun vollkommen sind, lasst uns so gesinnt sein“ (V. 15a). „Vollkommen sein“ meint an dieser Stelle, geistlich erwachsen zu sein. Wer geistlich erwachsen ist, der sucht nur Christus. Dazu spornt Paulus an. Und er tut es in dem Vertrauen, dass Gott Wachstum schenken wird: „… und wenn ihr etwas anders gesinnt seid, so wird euch Gott auch dies offenbaren“ (V. 15b).
Dieses Vorbild ermutigt uns, in der richtigen Ausrichtung ein gutes Vorbild und eine nachahmenswerte Anleitung für unsere Kinder zu sein. Dann dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott weiteres Wachstum schenkt.

"Christus selbst ist der, der von Anfang ist. Ihn erkannt zu haben und in Ihm genug zu haben, ist das Kennzeichen der Väter in Christus."

Jünglinge und ihre Stärke

Bei den Jünglingen fällt auf, dass Johannes zunächst eine positive Eigenschaft nennt. Er stellt fest, dass sie den Bösen überwunden haben. Auch wir sollen unseren Kindern aufrichtige Anerkennung für Gutes in ihrem Leben geben. Immer wieder finden wir in Gottes Wort, dass der Herr das tut. Denken wir nur an die Ansprachen an die sieben Versammlungen in Offenbarung 2 und 3.
Es ist ein falscher Gedanke, dass die Anerkennung des Guten ungesund ist, weil sie stolz macht. Im Gegenteil können wir nur dann eine Hilfe im Blick auf Korrektur von Falschem sein, wenn wir auch das Gute anerkennen.
Dann kommt Johannes auf die Quelle der Kraft für die Jünglinge zu sprechen. Es ist das Wort Gottes, das in den Jünglingen bleibt. Die Absonderung von dem Bösen und die Überwindung des Bösen, machen ihre Stärke aus und erhalten sie. Hört man auf, das Böse zu erkennen und sich davon zu trennen, verliert man schließlich jede Kraft.
So dürfen wir unsere Kinder immer wieder auf die Quelle der Kraft hinweisen und sie in Gottes Wort befestigen. Wenn wir sie anleiten, wirklich Gottes Wort zu lesen und zu tun, dann werden sie Kraft für einen guten Weg haben. Und wir dürfen sie darin anleiten, das Böse zu erkennen und zu überwinden.
Weiter weist Johannes die Jünglinge auf die Gefahren hin, in denen sie leben. Sie sollen die Welt nicht lieben. Die Welt ist hier das von Satan regierte System, in dem es keinen Platz für Gott gibt.
Es sind nicht nur moralisch böse Dinge, es ist alles, was man losgelöst von Gott erleben und genießen will. Davor müssen auch wir unsere Kinder warnen, besonders dann, wenn sie heranwachsen und ihren Platz in der Welt finden müssen. Wir dürfen ihnen zeigen, dass wir zwar noch in der Welt sind, aber nicht zu ihr gehören. Und dass es keine Möglichkeit gibt, sowohl für Gott als auch für die Welt zu leben. Entschiedenheit ist gefragt! Auch, weil es eine Sache der Zuneigung ist, eine Frage der Liebe, die unsere Lebensart prägt.
Helfen wir unseren Kindern, den Herrn Jesus zu lieben und die Liebe des Vaters zu kennen und zu genießen! Das wird sie davor bewahren, die Welt zu lieben und dadurch den Genuss der Liebe des Vaters zu verlieren.
Schließlich zeigt Johannes den Jünglingen eine Perspektive auf. Er macht deutlich, dass die Welt vergeht. Aber derjenige, der den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. Das ist auch in der Erziehung unserer Kinder ein wichtiges Element: Ihnen die herrliche Perspektive eines Lebens mit Gott vorzustellen.

" Die Ansprache an die Jünglinge lehrt:
- Anerkennung für das Gute zu geben,
- mit der Quelle der Kraft zu verbinden,
- die Gefahren zu kennen und davor zu warnen,
- die herrliche Perspektive eines Lebens mit Gott vorzustellen."

Besondere Fürsorge für die kleinen Kinder

Von den kleinen Kindern kann Johannes schreiben, dass sie den Vater erkannt haben. Sie wissen um ihre Beziehung zu Gott als ihrem himmlischen Vater, weil sie das ewige Leben haben. In dieser Beziehung erleben sie Ruhe und Glück.
Das ist im übertragenen Sinn auch in unseren Familien wichtig. Unsere Kinder müssen eine intakte Beziehung zu uns als Eltern haben, sowohl zu den Müttern als auch zu den Vätern. Sie brauchen einen Ruhepunkt für ihr Leben, eine Beziehung, in der sie Vertrauen und Annahme erleben können. Sie brauchen ein Zuhause, das durch gute Beziehungen geprägt ist, in dem sie zur Ruhe kommen und glücklich sein können.
Dann fällt auf, dass für die kleinen Kinder die meisten Verse verwendet werden. Das zeigt Gottes besondere Fürsorge für die Kleinen. Er kennt die Bedürfnisse und er nimmt sich Zeit, ihnen zu begegnen. Nehmen auch wir uns die Zeit dafür, den Bedürfnissen unserer Kinder zu begegnen!
Ein großer Teil der Belehrungen des Apostels bezieht sich auf die Gefahren, in denen sich die kleinen Kinder befinden. Er kennt sie, beschreibt sie, warnt davor und geht dann weiter, indem er ihnen die Hilfsmittel zeigt.
Auch das ist für uns als Eltern ein wichtiger Punkt. Kennen wir die Gefahren, denen unsere Kinder ausgesetzt sind? Reden wir mit ihnen darüber – natürlich in der richtigen „Dosierung“ – und geben wir ihnen auch entsprechend ihrem Alter die Hilfen an die Hand, um diese Gefahren zu erkennen?
Johannes kann den Kindern Mut machen, weil er weiß, dass ihnen Hilfen zur Verfügung stehen, die größer und stärker sind als alles das, was ihnen entgegensteht. Mit diesen Hilfen – dem Heiligen Geist, der Salbung, und dem Wort Gottes – können die Kinder gegen alle Widerstände bestehen. So kann Johannes ihnen mit großer Zuversicht schreiben und sie ermutigen.
Bis heute stehen diese Hilfen zur Verfügung. Deshalb können auch wir Mut fassen und mit Zuversicht die anspruchsvolle Erziehungsaufgabe an unseren Kindern in Angriff nehmen. Etwas von diesem Mut und dieser Zuversicht dürfen wir den Kindern vermitteln, damit sie nicht aufgeben, sondern im Vertrauen auf Gott lernen, die Hilfen zu nutzen und Fortschritte im geistlichen Wachstum zu machen.

Christian Rosenthal

Generationswechsel

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„Und auch jenes ganze Geschlecht wurde zu seinen Vätern versammelt. Und ein anderes Geschlecht kam nach ihnen auf, das den Herrn nicht kannte und auch nicht das Werk, das er für Israel getan hatte“ (Ri 2,10).

Im Buch Josua wird geschildert, wie das Volk Israel über den Jordan in das verheißene Land zieht und Siege über die im Land wohnenden Feinde erringt. Diese Zeit ist trotz verschiedentlichen Versagens geprägt von Treue gegenüber Gott. Das ändert sich dann nach der Inbesitznahme des Landes, wie das Buch der Richter zeigt. Das Volk Gottes gerät in eine kontinuierliche Spirale des Niedergangs, so wie wir das zum Beispiel in Richter 3 sehen:

  • Sie wohnten inmitten der Kanaaniter … (s. V. 5).
  • Sie nahmen sich deren Töchter zu Frauen … (s. V. 6).
  • Sie taten, was böse war … (s. V. 7a).
  • Sie dienten den Baalim und den Ascherot (s. V. 7b).

Wie konnte es so schnell dazu kommen? Solange Josua und die Ältesten seiner Zeit lebten, diente das Volk dem Herrn (s. Ri 2,7). Ihre Erlebnisse mit Gott hatten ihre Beziehung zu Ihm geprägt und zur Gottesfurcht geführt. Als Josua und die Ältesten starben, musste die nachfolgende Generation an ihre Stelle treten. Aber diese kannte den Herrn und auch sein Werk für Israel nicht. Die Folge war, dass „die Kinder Israel taten, was böse war in den Augen des Herrn, und den Baalim dienten“ (Ri 2,11). Es scheint, als hätte dieser Generationenwechsel nicht richtig „funktioniert“. Wir wollen uns drei Fragen zu den möglichen Ursachen stellen.

1: Gab es ein persönliches Bewusstsein für Verantwortung und Dienst?

In der Wüste hatte Gott neben Mose und Aaron Führer für sein Volk gegeben (s. 2. Mo 18,25 und 4. Mo 11, 16). So wurde die Last der Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Auch im Land nahm Josua als Nachfolger Moses zusammen mit den Ältesten diese von Gott gegebene Aufgabe wahr. Aber konnte sich das übrige Volk deshalb bequem zurücklehnen?
Das wäre in zweierlei Hinsicht gefährlich gewesen. Einerseits machten selbst die erfahrenen Führer des Volkes Fehler, so wie Mose und Aaron, als Mose den Felsen schlug, statt zu ihm zu reden (s. 4. Mo 20, 6-11). Oder als Josua und die Fürsten einen Bund mit den listigen Gibeonitern machten, ohne Gott zu befragen (s. Jos 9, 14-15).
Andererseits bestand die Gefahr, dass das übrige Volk Verantwortung und Dienst nicht mehr als persönliche Sache ansah. Dabei galt die Aufforderung Gottes „Höre Israel“ (s. z. B. 5. Mo 6,4-9) nicht nur einer bestimmten Gruppe, sondern allen Israeliten. Das schöne Beispiel der Leviten, die sich auf die ganz persönliche Ansprache „Her zu mir, wer für den Herrn ist!“ (2. Mo 32,26) entschieden auf die Seite des Herrn stellten, macht die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen im Volk Gottes klar.
Gott hat in der Versammlung auch heute solche gegeben, die in besonderer Weise Verantwortung und Dienst übernehmen. Nicht ohne Grund werden in Hebräer 13 dreimal die Führer erwähnt. Aber Verantwortlichkeit und Dienst gehen dennoch jeden persönlich an!
Es sind Aufgaben, in die Gott jeden Gläubigen – wenn auch in unterschiedlichem Maß und Bereich – gestellt hat. Es ist gut, sich schon in jüngeren Jahren darin zu üben.
Natürlich muss die ältere Generation auch bereit sein, die jüngere miteinzubeziehen. Wenn Verantwortung und Dienst in örtlichen Versammlungen nur von Älteren wahrgenommen werden, wird irgendwann eine Lücke entstehen.

Wurde der Glaube weitergegeben?

Die auf Josua folgende Generation hatte den Auszug aus Ägypten und wahrscheinlich auch den ersten Teil der Wüstenreise nicht selbst erlebt. Sie waren darauf angewiesen, dass man ihnen berichtete, wie

  • Gott sich Mose als der „Ich bin, der Ich bin“ am brennenden Dornbusch vorgestellt hatte,
  • Gott Ägypten mit den Plagen schlug,
  • Gott die Häuser der Israeliten wegen des Blutes des Passahlamms verschonte,
  • Gott am Roten Meer das Volk vor dem heranjagenden Heer der Ägypter rettete,
  • Gott das Manna vom Himmel kommen ließ und das Wasser aus dem Felsen gab,
  • Gott das Zelt der Zusammenkunft aufrichten ließ.

Das ist sicher nur ein Auszug von dem, was die Älteren den Jüngeren zu erzählen hatten. David sagt in Psalm 40,6: „Vielfach hast du deine Wundertaten und deine Gedanken gegen uns erwiesen, Herr, mein Gott; nicht kann man sie dir der Reihe nach vorstellen. Wollte ich davon berichten und reden, sie sind zu zahlreich, um sie aufzuzählen.“
In 5. Mose 11,19 lesen wir, dass die Israeliten in ihren Häusern und auf ihren Wegen die Worte Gottes lehren sollten. Gott und seine Werke sollten ein beständiges Thema in den Familien sein und von Generation zu Generation weitergetragen werden. Das war Aufgabe der Älteren und ging sicher auch damals schon über die Familien hinaus (s. z. B. Joel 1,3). Der Glaube Gideons stützte sich auf die Erzählung der Väter (s. Ri 6,13). Das ist ein echter Ansporn, von Generation zu Generation weiterzugeben, wie Gott handelt und wie Er ist.
So wie damals, sind wir dabei heute in erster Linie als Eltern gefordert. Fragen wir uns deshalb ernsthaft, was unsere Gesprächsthemen im Familienkreis sind. Darüber hinaus gibt es viele andere Gelegenheiten, z. B. in den örtlichen Versammlungen, in der Sonntagschularbeit, bei Freizeiten usw., bei denen Ältere den Jüngeren aus Gottes Wort und – wenn es in der richtigen Gesinnung geschieht – auch von ihren Erfahrungen mit Gott weitergeben können.
Als Ältere müssen wir uns bewusst sein, dass wir zuerst in der Verantwortung stehen! Das macht Gottes Wort an vielen Stellen deutlich, nicht zuletzt in Maleachi 3,24.

"Es ist ein echter Ansporn, von Generation zu Generation weiterzugeben, wie Gott handelt und wie Er ist."

Wurde der Glaube angenommen?

Das Weitergeben ist die Verantwortung der Älteren, das Annehmen die der Jüngeren. Es mag viele Gründe gegeben haben, warum die nächste Generation darin versagt hat. Vielleicht haben die Jüngeren das Weitergegebene nicht angenommen, weil:

  • sie sich mehr für den Baalim und die anderen Götter des Landes interessierten (s. Ri 2,11),
  • sie nur oberflächlich interessiert und damit kraftlos waren, Widerstände (die Feinde mit den eisernen Wagen, s. Ri 1,19) zu überwinden,
  • ihnen die irdischen Dinge wichtiger waren. So wie den 2 ½ Stämmen in Josua 22,8.9, denen ihr Vieh und ihre Reichtümer wichtiger waren als das Land Kanaan.

Anhand des Gleichnisses vom Sämann (s. Mk 4,1-9) illustriert der Herr Jesus einmal, wie es kommt, dass man etwas hören kann, ohne dass es Wirkung zeigt. Dabei vergleicht Er den Boden, auf den die Saat des Wortes Gottes fällt, mit dem Zustand der Herzen der Hörer. Wenn wir das auf unser Thema anwenden, stellen wir Parallelen fest:

  • Die Saat fällt auf den Weg: Der Boden ist festgetreten, das Saatkorn kann nicht in die Erde eindringen. Ungeschützt liegt es dort und wird von den Vögeln gefressen. Lassen wir vielleicht das, was Ältere uns zu sagen haben, gar nicht an uns herankommen, so dass der Teufel (Vögel sind in der Bibel oft ein Bild vom Bösen) es sofort wegnehmen kann?
  • Die Saat fällt auf das Steinige: Das Saatkorn findet zwar zwischen den Steinen etwas Erde, aber nicht genug, um Wurzeln zu bilden. Trotzdem geht es auf, liegt aber an der Oberfläche, ist der Sonne ausgesetzt und verbrennt. Mag es sein, dass wir das, was die Älteren weitergeben, zwar interessant finden und wir uns darüber freuen, aber nicht wirklich darin gegründet sind (keine Wurzel haben)? Sobald Widerstand kommt (Sonne), geben wir auf.
  • Die Saat fällt in die Dornen: Der Boden ist schon von anderen Dingen besetzt (Dornen). Bevor der gute Same in dem Boden Wurzeln fassen kann, wird er von ihnen erstickt. Kann es sein, dass wir so von irdischen Beschäftigungen eingenommen sind, dass wir überhaupt nicht wahrnehmen, wenn die Älteren uns etwas weitergeben?
  • Die Saat fällt auf den guten Boden: Wenn Jüngere im Glauben wachsen wollen, dann muss das, was die Älteren aus Gottes Wort und ihren Glaubenserfahrungen weitergeben, tief in von Unkraut befreite Erde eindringen und dort, geschützt vor äußeren Einflüssen und versorgt mit Feuchtigkeit, aufgehen.

Wenn bei uns Böses vorhanden ist, wenn uns die Widerstände zu groß erscheinen oder die irdischen Dinge uns zu sehr in Beschlag nehmen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn geistliches Wachstum ausbleibt, obwohl gute Belehrung weitergegeben wird. Wir müssen uns alle in diesem Punkt prüfen. Jüngere und solche, die „mitten im Leben stehen“ (also diejenigen, die normalerweise im Rahmen des Generationenwechsels die Verantwortung von den Älteren übernehmen), sind den zuvor beschriebenen Gefahren allerdings besonders ausgesetzt.

Ein positives Beispiel:

Es mag vielleicht noch andere Gründe gegeben haben, warum das Volk Israel so schnell in die Spirale des Niedergangs geriet. Aber wir haben gesehen, dass der Wechsel von einer Generation zur nächsten offenbar eines der Probleme war.
Dass es auch anders geht, sehen wir bei Paulus und Timotheus. Timotheus war deutlich jünger als Paulus und dennoch arbeiteten beide intensiv miteinander für den Herrn. Als Paulus das Ende seines Lebens und seines Dienstes vor Augen hatte, schrieb er Timotheus einen ausführlichen Brief, den wir als 2. Timotheusbrief kennen. In diesem Brief ermahnt Paulus ihn, in dem zu bleiben, was er gelernt hatte und wovon er völlig überzeugt war (s. 2. Tim 3,14).
Paulus und Timotheus sind ein schönes Beispiel dafür, wie Ältere Glaubensgut und -erfahrung weitergeben und Jüngere das annehmen können. Sie zeigen, wie Ältere Verantwortung abgeben und Jüngere sie übernehmen.
Das Miteinander dieser beiden Männer zeigt darüber hinaus auch, dass ein Generationenwechsel gar nicht mal abrupt sein muss, sondern dass es ein fließender Prozess ist.
Lasst uns aus dem Verhalten der Nachfolger Josuas lernen, wie es nicht sein sollte, und aus dem Beispiel von Paulus und Timotheus, wie es gehen kann. Lernen müssen auf jeden Fall beide, Ältere und Jüngere. Das wird zum Segen in den örtlichen Versammlungen sein.

Henning Panthel

" Dieses Gebot vertraue ich dir an, mein Kind Timotheus, gemäß den vorher über dich ergangenen Weissagungen, damit du durch diese den guten Kampf kämpfst."
(Timotheus 1,18)

Gott ist für uns (Teil 2)

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In der zweiten Hälfte von Römer 8 zeigt Gott beeindruckende Hilfsmittel angesichts der Leiden der Jetztzeit. In dem ersten Teil hat uns bereits ein „kaufmännischer“ Vergleich zwischen diesen Leiden und der zukünftigen Herrlichkeit, sowie das sehnliche Harren der Schöpfung beschäftigt. Die Schöpfung hat eine Hoffnung – aber was ist mit uns?

Drei wichtige Gedanken (V. 23)

In Vers 23 finden sich drei wichtige Gedanken: Der erste ist der Gedanke des Seufzens. Die Schöpfung seufzt wegen der Folgen des Sündenfalls und auch wir, die Glaubenden, seufzen. Aber warum seufzen auch wir, obwohl wir doch von der Knechtschaft der Sünde befreit sind (s. Röm 6,7)? Weil unser Körper noch zur alten Schöpfung gehört, und vergänglich, sterblich und durch Schwachheit gekennzeichnet ist (s. 2. Kor 5,2.4).
Aber dann kommt der zweite Gedanke: Mitten in dieses zweifache „auch wir selbst“, schiebt Paulus etwas Großartiges ein: Die Erstlingsfrucht des Geistes. Gemeint ist der Heilige Geist, der als Unterpfand in uns wohnt (s. 2. Kor 1,22; Eph 1,14). Dadurch garantiert Gott uns, dass wir den vollen Genuss der Segnungen einmal erreichen werden. Das ist großartig! Ja, wir seufzen heute, aber Gott selbst wohnt in uns, damit wir ganz sicher sein können, dass wir das Ziel erreichen.
Dieses Ziel ist der dritte große Gedanke: Mit unserer Sohnschaft ist eine Erwartung verbunden. Gemeint ist die Entrückung, bei der unser Herr Jesus Christus als Heiland kommen wird und „unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit“ (Phil 3,20). Der Herr wird selbst kommen (s. 1. Thes 4,16). Er hört unser Seufzen und fühlt bei jedem Leid mit. Auch deswegen wird Er so schnell wie möglich kommen, um uns aus den Leiden in die Herrlichkeit zu holen. Er sagt: „Ich komme bald (o. eilends)“ (Offb 3,11).

Drei verschiedene Blickrichtungen (V. 24.25)

In den Versen 24 und 25 finden sich dann drei Blickrichtungen: Wir schauen zurück auf unsere Errettung, wir betrachten die Gegenwart, in der Ausharren nötig ist, und wir blicken nach vorne auf das hin, was wir hoffen.
Der erste Blick geht zurück auf unsere Errettung. Gemeint ist die Errettung der Seele (s. 1. Pet 1,9). Das hat mit unserer Bekehrung zu tun, mit dem Moment, in dem wir Buße getan und Christus im Glauben angenommen haben. Jedem, der das tut, schenkt Gott die Errettung der Seele. Für diese Errettung war ein Erretter nötig. Das ist Jesus Christus. Aus Liebe hat Er sich selbst für jeden von uns hingegeben (s. Gal 2,20; Eph 5,2).
Paulus schreibt hier allerdings, dass wir in Hoffnung errettet wurden. Das ist der Blick nach vorne. Wir wurden nach unserer Bekehrung noch nicht direkt in den Himmel aufgenommen, sondern sind auf der Erde gelassen, und zwar mit der Hoffnung, bald bei unserem Heiland zu sein. Christliche Hoffnung ist eine feste Überzeugung von zukünftigen Dingen, die eintreffen werden und von denen wir nur noch nicht wissen, wann sie sich erfüllen.
In Vers 25 kommt Paulus dann auf den Blick ins Heute. Wir hoffen auf die Herrlichkeit bei Christus, sehen aber heute Leiden und Not. Das bedeutet, dass diese Hoffnung kein bloßes Warten ist. Es gilt, unter diesen Umständen zu bleiben und darin auszuharren.
Dabei ist unser Herr das vollkommene Vorbild. Er erduldete die schwierigsten Umstände. Das Kreuz mit allem, was damit in Verbindung stand: Die körperlichen Schmerzen, die Einsamkeit, das vergebliche Warten auf Mitleid und einen Tröster, der Hohn von den Menschen, der sein Herz gebrochen hat, die hasserfüllten Blicke. Er erduldete diese Umstände, Er blieb „darunter“ wegen der vor ihm liegenden Freude (s. Heb 12,2).
Wir sind errettet, und zwar in Hoffnung. Es muss furchtbar sein für die Ungläubigen, die nicht gerettet sind und deswegen auch keine Hoffnung haben (s. 1. Thes 4,13). Wie wichtig ist Hoffnung gerade angesichts der Leiden. Sie ist ein sicherer und fester Anker der Seele, der uns mit Christus im Himmel verbindet (s. Heb 6,19).

Der Geist selbst (V. 26.27)

Nun folgt die zweite große Hilfe, welche niemand Geringeres ist als „der Geist selbst“.
Wie wichtig Gott, der Heilige Geist, für unsere christliche Stellung und Praxis ist, wird in diesem Kapitel deutlich. In Bezug auf die Leiden hatten wir anhand der „Erstlinge des Geistes“ bereits gesehen, dass der Heilige Geist das Unterpfand ist (s. V. 23). Weil Er in uns wohnt, dürfen wir uns heute ganz sicher sein, dass wir nach den Leiden die Herrlichkeit erreichen werden. Aber der Heilige Geist will noch mehr für uns sein. Er verwendet sich auf dem ganzen Weg durch die Leiden bis zur Herrlichkeit für uns.
Wenn Paulus an dieser Stelle von Schwachheit schreibt, dann meint er damit einerseits die mit dem Menschsein verbundenen Beschränkungen, die wir in Mühen und Schwierigkeiten besonders spüren. Dieser Beschränkungen nimmt sich der Geist an, indem er uns Kraft gibt, zum Beispiel durch einen Bibelvers, den Er uns gut verstehen lässt, der uns aufrichtet und durch den Er uns tröstet.
Aber Er denkt auch daran, dass wir in den Schwierigkeiten oft nicht wissen, „was wir bitten sollen“. In Vers 27 heißt es, dass sich der Geist „für die Heiligen“ und „Gott gemäß“ verwendet. Der erste Ausdruck bedeutet, dass es zum Vorteil und zum Besten für die Heiligen ist. Der zweite Ausdruck meint, dass es in Übereinstimmung mit Gottes Gedanken ist. Die Schwachheit ist, dass wir oft beides nicht wissen.
Da mag es Krankheiten geben im eigenen Leben oder im Leben solcher, die uns nahestehen. Vielleicht sind es (bisher?) nicht erfüllte Wünsche, die unser Herz krank machen (s. Spr 13,12). Es gibt Vieles, an das wir denken können. Mancher empfindet in solchen Situationen tiefes Leid. Meistens wissen wir nicht, was wirklich das Beste für uns ist und was Gottes Gedanken entspricht.
Doch in unserer Schwachheit lässt Gott uns nicht allein! „Der Geist selbst“ verwendet sich für uns. Gerade dann, wenn es Seufzer gibt, die das tief empfundene Leid zum Ausdruck bringen, ohne dass wir es beschreiben könnten. Niemand kennt die Gedanken Gottes besser als Er, denn Er ist selbst Gott. Außerdem wohnt Er in uns und weiß bestens, was wirklich in der jeweiligen Situation zu unserem Vorteil ist. In dieser Einsicht legt Er Fürsprache für uns bei Gott ein.
Durch diese Verse dürfen wir wieder neu fest ins Herz fassen: Es gibt keine Not und kein Leid, mit dem wir nicht zu Gott kommen könnten. Vielleicht wissen wir nicht, was wir erbitten sollen, vielleicht fehlen uns die Worte. Wenn wir aber „zum Himmel aufblickend“ seufzen, wie unser Herr Jesus es tat (Mk 7,34), wird „der Geist selbst“ sich darum kümmern. Dabei darf es uns trösten, dass unser Gott und Vater, der „die Herzen erforscht“ unsere Not und unser Leid kennt und uns darin begegnen will.

"Es gibt keine Not und kein Leid, mit dem wir nicht zu Gott kommen könnten."

Mario Wolff

Elisa und die Söhne der Propheten

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Obwohl es die sogenannten Söhne der Propheten (s. Textbox) auch in den Tagen von Elia schon gab, berichtet uns die Bibel nichts von einem näheren Kontakt zwischen ihnen und dem großen Propheten. Bei Elisa dagegen sehen wir, dass er sich intensiv um diese Männer kümmert. Ich denke dabei vor allem an vier Ereignisse, in denen das Handeln Elisas mit den Söhnen der Propheten für uns sehr lehrreich ist.

1. Elisa und die Suche der Prophetenschüler nach Elia (2. Könige 2,15-18)

Die Prophetensöhne in Bethel und in Jericho hatten zu Elisa gesagt: „Weißt du, dass der Herr heute deinen Herrn über deinem Haupt wegnehmen wird?“ Er hatte jedes Mal geantwortet: „Auch ich weiß es; schweigt!“ Sie wussten etwas, aber es veranlasste sie nicht, mit Elia zu gehen, wie Elisa es tat, obwohl Elia mehrmals zu ihm gesagt hatte: „Bleib doch hier!“ (2. Kön 2,1-6).
Wir wissen oft viel aus Gottes Wort, aber hat das auch Konsequenzen, führt das auch zu einer treuen Nachfolge hinter dem Herrn Jesus her? Die Prophetenschüler konnten sehen, wie Elisa mit Elia ging. Mögen auch unsere Kinder sehen, dass wir dem Herrn wirklich folgen. Und achten wir als Eltern auch darauf, dass unsere Kinder das, was sie aus dem Wort Gottes in den Zusammenkünften, in den Familienandachten und im persönlichen Schriftstudium lernen, in ihrem Leben umsetzen.
Die Kenntnis der Prophetenschüler war mehr eine Sache des Kopfes als des Herzens, was sich auch daran zeigt, dass sie Elia suchen lassen wollten, nachdem Gott ihn entrückt hatte. Doch Elisa, der Augenzeuge der Auffahrt, sagt ihnen: „Sendet nicht.“
Manchmal müssen auch Eltern ihren Kindern sagen: „Macht das nicht!“ Was die Kinder tun wollen, mag nichts Böses sein, aber die Eltern wissen aus Erfahrung, dass das Vorhaben Gefahren birgt oder nicht gelingen wird, weil die Kinder sich zu viel vorgenommen haben.

"Die Söhne der Propheten waren nicht im wörtlichen Sinn leibliche Nachkommen von Propheten, sondern sie waren eher Schüler von Propheten. Zum ersten Mal finden wir sie zur Zeit Samuels (s. 1. Sam 10,5-13), dann erst wieder in den Tage Elias (s. 1. Kön 20,35) und vor allem während des Dienstes von Elisa (s. 2. Kön 2-9). Vielleicht waren auch die hundert Propheten, die Obadja verbarg (s. 1. Kön 18,4), eine solche Gruppe von Prophetensöhnen.
Bethel, Jericho und Gilgal waren Wohnorte dieser Männer (s. 2. Kön 2,3.5; 4,38), die den großen Propheten gedient haben, von ihnen unterwiesen wurden und untergeordnete Aufgaben für sie ausführten (z. B. 2. Kön 9,1). Die Söhne der Propheten stellen aber keine Prophetenschule dar, denn Prophet wurde man nicht durch Ausbildung, sondern Berufung (s. Jer 1,4.5)."

Aber die Prophetenschüler bedrängen Elisa so lange, bis er ihnen endlich sagt: „Sendet!“ Nach drei Tagen kehrt der Suchtrupp zu Elisa zurück. Sie hatten Elia natürlich nicht gefunden. Auch wir müssen unsere Kinder warnen, wenn wir der Überzeugung sind, dass der Weg, den sie gehen wollen, ein falscher ist. Wenn sie den Rat nicht annehmen wollen, müssen sie manchmal durch leidvolle Erfahrung lernen, dass der gewählte Weg ein eigenwilliger war.
Der Herr hatte Petrus klar gesagt, dass er Ihm jetzt nicht folgen könne. Petrus aber beharrt auf seinem Wunsch und muss durch bittere Erfahrung lernen, wie schwach er ist. Doch der Herr hat für ihn gebetet (s. Joh 13,36-38; Lk 22,32). Das dürfen wir als Eltern auch stets tun.

2. Elisa und die Witwe des Prophetenschülers (2. Könige 4,1-7)

Elisa kümmert sich nicht nur um die Prophetenschüler, sondern trägt auch Sorge für die Witwe eines verstorbenen Schülers und deren zwei Söhne.
Die Versorgung von Witwen, deren Männer ihren Beruf aufgegeben hatten, um vollzeitig dem Herrn zu dienen, und die manchmal, obwohl ihre Männer der Versorgungsverantwortung so gut es ging entsprochen haben, keine ausreichenden Rentenansprüche haben, obliegt zwar in erster Linie den nächsten Angehörigen (in 1. Timotheus 5 sind es die erwachsenen Kinder). Es können aber auch Umstände vorhanden sein, dass die Versammlung sich dieser Aufgabe annehmen muss. Dies gilt natürlich nicht nur für Witwen, deren Männer ihren Beruf aufgegeben hatten, um vollzeitig dem Herrn zu dienen. Möchten wir alle Witwen und Waisen auf dem Herzen tragen, weil unser himmlischer Vater es tut (s. Ps 68,5; Jak 1,27).

3. Elisa macht eine ver-dorbene Speise wieder genießbar (2. Könige 4,38-41)

Wie in den Tagen Elias gab es auch in denen des Elisa eine Hungersnot in dem Land, das eigentlich von Milch und Honig fließen sollte (s. 2. Mo 3,8) und worin das Volk nicht in Dürftigkeit Brot essen und in dem es ihm an nichts mangeln sollte (s. 5. Mo 8,9). Aber Gott hatte auch gesagt: „Weil du dem Herrn, deinem Gott, nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast wegen des Überflusses an allem, wirst du deinen Feinden dienen, die der Herr gegen dich senden wird, in Hunger und in Durst und in Blöße und in Mangel an allem; …“ (5. Mo 28,47). Die Hungersnot macht den niedrigen Zustand des Volkes im Allgemeinen offenbar, an dem auch Elisa kaum etwas ändern konnte.
Auch das Vorhandensein von Gaben, für die in dieser Anwendung Elisa steht, sollte uns nicht über unseren schwachen Allgemeinzustand hinwegtäuschen.
Die Prophetensöhne sind vor Elisa. Er befiehlt seinem Knaben, einen großen Topf aufzusetzen und eine Mahlzeit zuzubereiten. Ein Prophetensohn will das Essen, das ihm vielleicht zu fad vorkam, etwas herzhafter machen und bringt wilde Koloquinthen herbei. In der Meinung, es seien Kräuter, fügt er sie kleingeschnitten der Speise bei, die dadurch ungenießbar wird. Daraufhin wirft Elisa Mehl in den Topf und das Essen wird wieder schmackhaft.
Einst wurden die Israeliten in der Wüste des täglichen Mannas überdrüssig und klagten: „Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt, dass wir in der Wüste sterben? Denn da ist kein Brot und kein Wasser, und unsere Seele ekelt sich vor dieser elenden Speise“ (4. Mo 21,5). Dies sagten sie, obwohl das Manna wie Kuchen mit Honig schmeckte (s. 2. Mo 16,31). Sie sehnten sich aber zurück nach der zum Teil scharfen Speise Ägyptens: Fische, Gurken, Melonen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch (s. 4. Mo 11,5).
Auch wir können der geistlichen Speise in den Zusammenkünften überdrüssig werden und finden es interessant, wenn jemand in seinem Dienst Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung, tagespolitische Aussagen und anderes mehr einfließen lässt. Schon von den Athenern wurde gesagt, dass sie ihre Zeit mit nichts anderem zubrachten, als etwas Neues zu sagen und zu hören (s. Apg 17,21). Paulus wollte jedenfalls in Korinth, wo man vielleicht den Athenern nacheiferte, nichts anders wissen als Christus und ihn als gekreuzigt (s. 1. Kor 2,2).
Elisa hätte die Prophetensöhne auch ernsthaft tadeln können. Wir lesen nichts dergleichen. Er hatte gesehen, wie sie die schädlichen Folgen ihres eigenen Tuns erkannt und eingesehen hatten. Als sie sich dann hilfesuchend an ihn wandten, da weiß er, dass kein weiterer Tadel, sondern die rechte Hilfe nötig ist.
Wie gehen wir damit um, wenn (jüngere) Brüder sich in den Zusammenkünften beteiligen und ihre Beiträge Elemente wie oben angedeutet enthalten? Lasst uns Christus vorstellen, von dem das Mehl spricht.
Wenn Kinder in der Familie bei zu erledigenden Aufgaben mithelfen wollen und ihnen dabei ein Missgeschick passiert, wie reagieren wir dann als Eltern? Wir können von Elisa lernen.

4. Elisa und das Bauvor-haben der Prophetensöhne (2. Könige 6,1-7)

Diese Geschichte wäre ganz anders verlaufen, wenn die Beteiligten so gehandelt hätten, wie wir es oft tun, sei es in der Position der Prophetensöhne, sei es in der von Elisa.

  • Die Prophetensöhne hätten denken können, dass Elisa ihren Wunsch nicht verstehen würde und hätten nichts gesagt und nichts getan, aber wären unzufrieden gewesen.
  • Sie hätten einfach mit dem Gedanken, dass Elisa es ihnen nicht erlauben würde, ohne zu fragen mit dem Bauen beginnen können.
  • Elisa hätte sagen können, dass sie sich mit dem vorhandenen Wohnraum zufriedengeben sollen.
  • Sie hätten dankbar über seine Erlaubnis alleine losziehen können, statt ihn zu bitten, mit ihnen zu gehen.
  • Elisa hätte zu Ihnen sagen können, dass sie bauen dürfen, aber es doch alleine machen sollen.
  • Der Prophetensohn, der das Eisen verloren hatte, hätte versuchen können, die Sache zu vertuschen.
  • Elisa hätte den Prophetensohn, dessen Eisen sich gelöst hatte, ernstlich zurechtweisen können, denn durch seine Nachlässigkeit hätte auch jemand zu Schaden kommen können.

Es wird uns nicht schwerfallen, die Situation und ihren wirklichen Verlauf, sowie ihre möglichen Verläufe, auf das Zusammenspiel von Jung und Alt in den Versammlungen und auf das Miteinander in der Familie zu übertragen.
Wie viel können wir von Elisa, dem Propheten der Gnade lernen, in dem wir etwas von der Gesinnung Christi wiederfinden, die auch in uns sein soll (s. Phil 2,5)! Möchten wir diese Gesinnung im Umgang mit unseren Glaubensgeschwistern und im Zusammenleben in der Familie offenbaren!

Horst Zielfeld

Diener des Herrn aufnehmen – den Herrn aufnehmen

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In vielen Bibelabschnitten finden wir, wie Menschen den Herrn ins Haus aufnahmen und welche gesegneten Ergebnisse das hatte.
Einen besonderen Stellenwert besitzt dabei die Aufnahme von Dienern des Herrn. Der Herr würdigt das in besonderer Weise und dadurch wird auch geschwisterliche Verbundenheit sichtbar.

Diener des Herrn aufnehmen, denn Er hat sie gesandt

Der verherrlichte Herr beruft seine Diener und sendet sie aus zum Dienst. Sie dienen unter seiner Autorität und der Leitung des Heiligen Geistes. Diener des Herrn aufzunehmen bedeutet, den Herrn aufzunehmen, der sie gesandt hat. Und damit ebenso den Vater, der den Herrn gesandt hatte.
Diesen Grundsatz macht der Herr in Matthäus 25,40 deutlich. Er spricht dort von zukünftigen Tagen, wenn treue Juden das Evangelium des Reiches verkündigen und deswegen verfolgt werden. Wer sie aufnimmt und mit dem Nötigsten versorgt, nimmt dadurch den kommenden König – den Messias – auf. Selbst „kleine“ Liebesbeweise, wie das Geben eines Bechers Wasser, schätzt der Herr wert und verbindet sie direkt mit der Aufnahme seiner Person.
Brüder aufnehmen ist auch eine aktive Mitarbeit und Unterstützung des Dienstes selbst. Gajus, an den Johannes seinen dritten Brief schrieb, hatte Brüder aufgenommen, die für den Namen des Herrn Jesus ausgegangen waren, obwohl sie ihm nicht bekannt waren. Sie waren eben nicht von Menschen ausgesandt und dienten nicht Menschen. Der Herr hatte sie ausgesandt und sie dienten Ihm. Daraus leitet Johannes eine Belehrung für uns alle ab, wenn er sagt: „Wir nun sind schuldig, solche aufzunehmen, damit wir Mitarbeiter der Wahrheit werden“ (3. Joh 8). Gott ehrt damit solche, die seine Diener aufnehmen.
Das ist auf der einen Seite eine Ermunterung für jeden Diener des Herrn. Er verbindet sich mit seinen Dienern. Welche Wertschätzung! Auf der anderen Seite ermuntert das aber vor allem auch diejenigen, die ihre Häuser für Diener des Herrn öffnen und ihnen in praktischen Dingen dienen. Gott zeigt auch ihnen seine Wertschätzung. Jeden Liebesbeweis erkennt Er an.

Praktische Verwirklichung

Beispiel 1: Paulus bei Lydia (Apg 16,14-15)

Als Paulus und seine Begleiter erstmals europäischen Boden betreten, treffen sie in Philippi auf Lydia. Sie befindet sich außerhalb der Stadt am Fluss mit anderen Frauen an einem Ort, wo es üblich war das Gebet zu verrichten.

Lydia öffnet ihre Ohren

Lydia war eine gläubige Frau und betete Gott an. Sie gehörte zwar nicht zum Volk Israel, glaubte aber an den Gott Israels. Allerdings kannte sie das Heil in Christus noch nicht. Als Paulus zu ihr redet, hört sie zu. Das war mehr als ein rein akustisches Hinhören. Es war ein bereitwilliges, gläubiges Hören. Hören wir auch so hin, wenn Gottes Wort zu unseren Herzen geredet wird? Er redet ja – es ist kein Menschenwort.

Gott öffnet ihr Herz

An die Bereitwilligkeit Lydias knüpft Gott an. Er tat ihr Herz auf, dass sie achtgab auf das, was Paulus als Diener Gottes zu ihr redete. Gott wirkt durch seinen Geist an den Herzen, das Wort soll ja nicht nur im Kopf bleiben.
Wenn Gott uns etwas mitteilt, will Er nicht zuerst unser Wissen vergrößern. Er will etwas in unserem Leben bewirken. Sein Wort ist gegeben „zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit“ (2. Tim 3,16), aber auch zur Erbauung, Ermahnung und Tröstung. Wie gnädig ist Gott mit uns. Er ist durch seine Diener tätig, um uns zu erfrischen und in der Gemeinschaft mit sich zu erhalten.

Lydia öffnet ihr Haus

Nachdem sie getauft ist, öffnet sie ihr Haus für die Diener des Herrn. Sie übt Gastfreundschaft. Die Liebe zum Herrn und den Glaubensgeschwistern treibt sie dazu. Sie darf die Gemeinschaft der Kinder Gottes genießen. Aber vor allem ist sie bereit, aktiv etwas dafür zu tun. Was für eine schöne Gesinnung finden wir bei dieser Frau! Sie war Empfängerin des Dienstes und Dienerin zugleich. Sie liebte Gott und bewies das durch tätige Liebe an den Dienern des Herrn (s. 1. Joh 4,21).
Findet der Herr bei uns auch solch eine Bereitwilligkeit und glaubende Herzenshaltung?

Beispiel 2: Paulus und der Kerkermeister in Philippi (Apg 16,33-34)

Im weiteren Verlauf benutzt Gott in Philippi den offenen Widerstand des Teufels, damit der Kerkermeister in Kontakt mit dem Evangelium und zum lebendigen Glauben an den Herrn Jesus kommt. Das neue Leben in diesem Mann wird sofort sichtbar!
Er nimmt Paulus und Silas in sein Haus auf und bewirtet sie an seinem Tisch. Das ist ein Bild von Gemeinschaft. Der Kerkermeister übt Gastfreundschaft an denen, die ihm dienten. Wenn die Bibel von Gastfreundschaft spricht, meint sie nicht zuerst, dass wir Freunde einladen. Es geht besonders darum, Diener des Herrn und solche Gläubige aufzunehmen, die wir nicht kennen (s. Heb 13,2).[1]
Und was für ein wunderbares Ergebnis sehen wir dann: Eine tiefe, von Gott gewirkte Freude über das Ergebnis des Dienstes, der sich auf das ganze Haus erstreckt.

Beispiel 3: Petrus und der Hauptmann Kornelius (Apg 10,22-11,14)

Gott schickt einen Engel zu dem frommen und gottesfürchtigen Mann Kornelius, der ihm befiehlt, Petrus holen zu lassen, um Worte von ihm zu hören. Petrus wird durch ein Gesicht auf diese Aufgabe vorbereitet. Beide Männer sind durch eine Haltung des Gebets gekennzeichnet, um göttliche Mitteilungen zu empfangen und beide führen den Auftrag im Gehorsam aus.
Als Petrus in sein Haus kommt, sagt Kornelius: „Jetzt sind wir nun alle vor Gott gegenwärtig, um alles zu hören, was dir von Gott befohlen ist“ (Apg 10,33b). Er war sich bewusst, dass Gott durch seinen Diener Petrus reden würde. Er war bereit, alles zu hören – nicht nur akustisch, sondern als innere Ansprache, was Gott durch Petrus sagen ließ und es als von Gott kommend anzunehmen.
Kornelius erfährt, dass das volle Heil in Christus auch für ihn gilt. Er kann sich nun auf die Gültigkeit des Werkes von Golgatha stützen, bekommt die Gabe des Heiligen Geistes und wird so der Versammlung Gottes hinzugetan.
Die Beziehung, in die Kornelius und die Seinen gebracht worden waren, äußert sich dann in der Bitte, dass Petrus noch einige Tage bleiben solle (s. Apg 10,48). Was haben sie wohl in dieser Zeit getan? Nun, die Bibel berichtet nichts darüber, aber wir können uns gut vorstellen, dass sie die Gemeinschaft als Kinder Gottes genossen haben und Petrus sie weiter in die christlichen Wahrheiten eingeführt hat.
Auch Kornelius und alle, die dort waren, erfahren den Segen Gottes. Sind wir uns bewusst, dass hinter dem Auftrag des Dieners Gott selbst steht und uns etwas sagen möchte? Kornelius hatte verstanden, dass er den Herrn aufnahm, indem er seinen Diener Petrus aufnahm.

Auch heute noch gültig

Der Herr verbindet sich mit seinen Dienern und möchte sie gebrauchen, um die Häuser der Gläubigen zu segnen. Diese Diener aufzunehmen, zeigt tätige Bruderliebe und den Wunsch, in der Gemeinschaft mit dem Herrn und als Gläubige untereinander zu leben. Und der Herr antwortet in seiner Güte darauf mit seinem Segen – auch heute noch.

Dirk Mütze


Fußnoten:

  1. Obwohl es nicht das Thema dieses Artikels ist, soll doch dazu ermutigt werden, auch gegenüber den Geschwistern, mit denen wir am Ort zusammengestellt sind, Gastfreundschaft zu üben!

Denn der Weg ist sonst zu weit für dich

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„Er selbst aber ging in die Wüste, eine Tagereise weit, und kam und setzte sich unter einen Ginsterstrauch. Und er bat, dass er sterben dürfe, und sprach: Es ist genug; nimm nun, Herr, meine Seele, denn ich bin nicht besser als meine Väter. Und er legte sich nieder und schlief unter dem Ginsterstrauch ein. Und siehe da, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf, iss! Und als er hinblickte, siehe, da lag an seinem Kopfende ein Kuchen, auf heißen Steinen gebacken, und ein Krug Wasser. Und er aß und trank und legte sich wieder hin. Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf, iss! Denn der Weg ist sonst zu weit für dich. Und er stand auf und aß und trank, und er ging in der Kraft dieser Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis an den Berg Gottes, den Horeb“ (1. Kön 19,4-8).

Ein großer Gegensatz

Einen größeren Gegensatz kann man sich kaum vorstellen: Auf dem Berg Karmel tritt Elia mutig und entschieden für seinen Gott ein – von Furcht ist nichts zu spüren (s. Kap. 18,36.37). Aber nur kurze Zeit später sehen wir denselben Mann, wie er um sein Leben bangt und in die Wüste flieht. Dort setzt er sich unter einen Ginsterstrauch und bittet darum, sterben zu dürfen.
Auf dem Berg Karmel ist sein Blick im Vertrauen nach oben gerichtet – und das verleiht ihm Mut und Kraft. Aber nur kurze Zeit später blickt er auf die Umstände (V. 3) – und die machen ihm Angst. Dies zeigt, wie wichtig die richtige Blickrichtung ist: Blicken wir auf den Herrn oder auf die Umstände?

Unter dem Ginsterstrauch

Das, was wir hier bei Elia sehen, finden wir leider viel zu häufig auch in unserem eigenen Leben. Einen Augenblick sind wir auf der Höhe des Glaubens und im nächsten schon am Boden zerstört. Ja, auch in unserem Leben gibt es oft diesen Wechsel, und manches Mal liegen wir am Boden – wie Elia unter dem Ginsterstrauch. Ermattet, entmutigt und enttäuscht wünschen wir vielleicht, am liebsten nicht mehr da zu sein.
Wenn du dich vielleicht gerade in einer solchen Situation befindest, dann schaue dir doch einmal an, was der Herr damals für seinen Diener tat, als er entmutigt unter dem Ginsterstrauch schlief. Denn das, was Er damals tat, tut Er auch heute noch – wenn Er sich heutzutage auch anderer Mittel bedient.

Der Herr richtet seinen Diener auf

Es ist ermunternd zu sehen, wie der Herr sich um seinen am Boden zerstörten Diener kümmert. Als es am Bach Krith darum ging, seinen Diener mit Nahrung zu versorgen, genügten die Raben (s. Kap. 17,4.6). Aber jetzt, wo es darum geht, seinen entmutigten Diener wiederaufzurichten, da kümmert Er sich selbst um ihn, indem Er selbst zu ihm kommt. Der Engel aus Vers 5 ist derselbe Engel, wie in Vers 7: Der Engel des Herrn. Es ist niemand anders als der Herr selbst, der sich in dieser Gestalt um Elia kümmert und ihn stärkt.
Auch der Apostel Paulus erfuhr bei verschiedenen Gelegenheiten den Beistand und die Hilfe des Herrn. Als er nach seiner Ansprache vor dem Synedrium um sein Leben fürchten und von den Römern in Sicherheit gebracht werden muss, tritt der Herr in der folgenden Nacht zu ihm und spricht ihm Mut zu (s. Apg 23,11). Und als er sich am Ende seines Lebens ganz allein vor dem Kaiser verantworten muss, steht der Herr ihm bei und stärkt ihn (s. 2. Tim 4,16.17).

Nahrung für den Weg

Der Engel, der zu Elia kommt, macht ihm keine Vorwürfe, sondern rührt ihn an und fordert ihn auf, zu essen und zu trinken. Kuchen und Wasser standen für ihn bereit. Und als diese erste Mahlzeit (noch) nicht den gewünschten Effekt hat und Elia sich wieder hinlegt, kommt der Engel des Herrn zum zweiten Mal. Wieder rührt er ihn an und fordert ihn auf, aufzustehen und weitere Nahrung zu sich zu nehmen. Aber diesmal fügt er noch die bezeichnenden Worte hinzu: „Denn der Weg ist sonst zu weit für dich“ (V. 7).
Ja, ohne den Zuspruch des Engels und ohne die nötige Nahrung wäre der Weg zum Berg Gottes in der Tat zu weit für Elia gewesen. Doch in seiner Gnade gibt der Herr seinem Diener alles, was er für den weiten Weg dorthin benötigt.

Der Weg ist zu weit – auch für uns

Müssen wir nicht offen zugeben, dass unser Lebensweg mit seinen vielfältigen Anforderungen, Sorgen und Nöten zu weit für uns ist? Dass die Aufgaben und Pflichten, die vor uns liegen, zu groß und zu schwer sind? Wie oft sind wir entmutigt und enttäuscht! Wie oft fehlen uns die Kraft und der Mut! Wie oft mangelt es uns an Weisheit! Wie gut ist es da, dass wir diese Aussage des Engels des Herrn auch auf unseren Lebensweg anwenden dürfen.
Auf uns allein gestellt würden wir das himmlische Ziel nicht erreichen. Aber mit dem Herrn Jesus, seinem Wort und seiner Kraft werden wir das Ziel erreichen. Unser guter Herr möchte uns (immer wieder) alles geben, was wir für unseren Lebensweg benötigen. Doch wir müssen uns die Frage stellen: Kommen wir mit unseren Bedürfnissen und Nöten zu Ihm (s. Phil 4,13.19; Jak 1,5)?

Der Herr ist heute noch derselbe

Hat der Herr sich seitdem verändert? Nein, Er ist heute noch derselbe wie damals. So wie Er sich damals liebevoll um seinen entmutigten und enttäuschten Diener kümmerte und ihn stärkte, so kümmert Er sich auch heute um dich und mich, richtet uns auf und gibt uns alles, was wir für unseren weiteren Weg über diese Erde benötigen. Das ist großartig und ein Grund zu tiefer Dankbarkeit!

Daniel Melui

Tiere in Psalm 22 (Teil 2)

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Dieser Psalm zeigt uns prophetisch den Herrn in seinen vielfältigen Leiden. Zur Veranschaulichung werden dazu sechs verschiedene Tiere erwähnt. Die ersten beiden dieser Tiere haben wir bereits im letzten Heft besehen. In diesem Artikel wollen wir uns mit den nächsten beiden etwas näher beschäftigen.

Stiere

„Viele Stiere haben mich umgeben, gewaltige Stiere von Basan mich umringt.“
(Psalm 22,13)

Dieser Vers gibt einen tiefen Einblick in die Empfindungen unseres Herrn. Basan war eine fruchtbare Gegend im Norden Israels. Dort wurden die besten Stiere des Landes gezüchtet. Stiere sind äußerst angriffslustige Tiere und von wütender Gewalt, die tödlich enden kann (s. Stierkämpfe).
Wir erkennen in diesen Tieren die religiösen Führer Israels. „Dann versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes in den Hof des Hohenpriesters, der Kajaphas hieß, und beratschlagten miteinander, um Jesus mit List zu greifen und zu töten“ (Mt 26,3.4).
Während des öffentlichen Lebens des Herrn Jesus hatten sie Ihn immer wieder umringt, um Ihn zu versuchen und zu fangen. Jetzt erreichte ihr Neid und Hass schließlich den Höhepunkt. „Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der zwölf, und mit ihm eine große Volksmenge mit Schwertern und Stöcken, ausgesandt von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes … Dann traten sie herzu und legten die Hände an Jesus und griffen ihn … Die aber Jesus gegriffen hatten, führten ihn weg zu Kajaphas, dem Hohenpriester, wo die Schriftgelehrten und Ältesten versammelt waren … Die Hohenpriester aber und das ganze Synedrium suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen … Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Dann spien sie ihm ins Angesicht und schlugen in mit Fäusten; einige aber schlugen ihm ins Angesicht und sprachen: Weissage uns, Christus, wer ist es, der dich schlug? … Als es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und Ältesten des Volkes Rat gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen. Und nachdem sie ihn gebunden hatten, führten sie ihn weg und überlieferten ihn Pontius Pilatus, dem Statthalter … Die Hohenpriester aber und die Ältesten überredeten die Volksmengen dazu, Barabbas zu erbitten, Jesus aber umzubringen.“ (aus Mt 26 und 27)
Die angeführten Bibelstellen machen die abgrundtiefen Beweggründe und die verabscheuungswürdigen Handlungen der religiösen Führer in Israel deutlich. Sie kannten die Schriften und hätten den Herrn als Messias erkennen müssen. Der Hohepriester hat Ihn ja direkt gefragt: „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt“ (Mt 26,63.64). Aber selbst Pilatus musste feststellen, dass sie Ihn nur aus Neid überlieferten (s. Mt 27,18).
Der Herr lässt das alles über sich ergehen, „wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern“ (Jes 53,7). Aber wie hat Ihn das innerlich alles getroffen. Er, der gekommen war, sein Volk zu besuchen in herzlicher Barmherzigkeit (s. Lk 2,78.79) und der über Jerusalem weinte: „Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!“ (Mt 23,37). Sie brachten Ihm Hass für seine Liebe entgegen.

"Selbst in tiefster Leidensflut
liebtest Du all Deine Hasser.
Niemand Dich erfassen kann,
staunend beten wir Dich an!"
(Geistliche Lieder 137, aus Strophe 3)


Löwe

„Sie haben ihr Maul gegen mich aufgesperrt wie ein reißender und brüllender Löwe.“
(Psalm 22,14)

Beim Nachdenken über die Stiere haben wir gesehen, wie die religiösen Führer die Volksmengen angeführt haben, um Christus umbringen zu lassen. Doch der Herr blickt tiefer. Er erkennt hinter all diesen Machenschaften den Löwen, Satan, selbst. Dieser Löwe wird als reißend und brüllend bezeichnet.
Satan bot seine ganze Bosheit und Macht auf, um diesen Jesus qualvoll zu Tode zu bringen. Satan, der Widersacher Gottes, der nicht allwissend ist, steuert hier auf seinen größten Triumph zu, wie er meint, und bietet deshalb die ganze Macht der Finsternis auf. In Gethsemane finden wir den Herrn in ringendem Kampf. Gegen wen hat Er dort eigentlich gekämpft?
Gegen „die Macht Satans im Tod – jene schreckliche, finstere Macht, die Satan besaß infolge der Sünde, welche den Tod als gerechten Sold von Seiten Gottes eingeführt hat und Gottes Zorn über den Sündenträger bringen musste. Die Stunde des Menschen war gekommen, und die Macht der Finsternis offenbarte sich mit allen ihren Schrecken. Satan, der im Beginn des Weges Jesu „für eine Zeit“ von Ihm gewichen war, kehrte an Seinem Ende zurück, um Ihn auf eine andere, noch weit ernstere Weise zu versuchen als damals.“[1]

Von Judas, der den Herrn schmachvoll überlieferte, heißt es, dass der Satan in ihn fuhr (s. Lk 22,3). Wie hat es den Herrn geschmerzt, dass einer seiner Vertrauten die Ferse gegen ihn erhoben hat: Denn
nicht ein Feind ist es, der mich höhnt, sonst würde ich es ertragen; nicht mein Hasser ist es, der gegen mich großgetan hat, sonst würde ich mich vor ihm verbergen; sondern du, ein Mensch wie ich, mein Freund und mein Vertrauter; die wir vertrauten Umgang miteinander pflegten, ins Haus Gottes gingen mit der Menge“ (Ps 55,13-15).
Satan führt hier offenbar Regie. Er lenkt und beeinflusst die Menschen, damit sie den Herrn so niederträchtig behandeln, wie sie es getan haben und ihn schließlich umbringen (s. Apg 10,39). Alles sah nach einem Triumph Satans und einer schmachvollen Niederlage des Gekreuzigten aus. Doch was für ein Irrtum! Der Herr Jesus hat „durch den Tod den zunichte gemacht, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel“ (Heb 2,14). Welch ein Sieg! Die Fürstentümer und die Gewalten wurden entwaffnet und über sie wurde ein Triumph gehalten (s. Kol 2,15). Der Herr Jesus hat in eigener Kraft sein Leben gelassen und es auch wiedergenommen (s. Joh 10,18).
Wenn Satan auch ein besiegter Feind ist, so unternimmt er doch weiterhin alles, um den Gläubigen und dem Werk Gottes zu schaden. Petrus schreibt an die verfolgten Gläubigen: „Seid nüchtern, wacht; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge“ (1. Pet 5,8). Auch heute noch werden viele Christen auf dieser Erde – teils grausam – verfolgt. Beten wir anhaltend für sie, dass sie standhaft bleiben! Sind wir von Herzen dankbar, dass wir in unseren Ländern Frieden und Freiheit haben?
Bald wird eine Zeit kommen, da wird ein anderer Löwe auftreten, der Löwe, der überwunden hat, der aus dem Stamm Juda ist (s. Off 5,5). Der Herr Jesus wird dann als der gerechte und unbestechliche Richter schreckliche Gerichte über diese Erde bringen und auch der Teufel wird seine Endbestimmung finden.
Wir dürfen jetzt schon unsere Knie vor Ihm beugen und Ihn aus tiefem Herzen anbeten!

"Du trugst am Kreuz in Not und Pein –
O Liebe ohne Maßen! –
Die Last der Sünden ganz allein,
von Gott und Mensch verlassen.

Wie furchtbar war der Feinde Macht,
die Dich, Herr, dort umgeben!
Triumph! Du hast das Werk vollbracht,
gabst hin Dein eignes Leben."
(Geistliche Lieder 156, Strophen 2, 3)

Andreas Kringe


Fußnoten:

  1. aus: Rudolf Brockhaus: „Gethsemane“, erschienen in „Botschafter des Heils“, Jahrgang 1903, Ernst-Paulus-Verlag, 67433 Neustadt; verfügbar auch auf bibelkommentare.de.

Persönliche Worte (Ein schwieriges Jahr)

Liebe Leser!

Ein schwieriges Jahr ist zu Ende gegangen und die Schwierigkeiten halten noch an. Wie macht uns die Corona-Pandemie doch deutlich, dass der Mensch wie Gras ist. In Psalm 90, einem Gebet von Mose, finden wir den ewigen Gott dem vergänglichen Menschen gegenübergestellt (V. 2-6). Dann zeigt Mose, dass Gott unsere Ungerechtigkeiten und unser verborgenes Tun vor das Licht seines Angesichts gestellt hat und uns dementsprechend züchtigen muss (V. 7-10), um dann die wichtige Frage zu stellen: „Wer erkennt die Stärke deines Zorns und, deiner Furcht gemäß, deinen Grimm?“ (V. 11).
Gott handelt mit uns nicht im Zorn und Grimm. Sie trafen Christus auf dem Kreuz. Aber Zucht ist auch unser Teil. Hat das Handeln Gottes mit uns Gläubigen die Furcht Gottes bei uns vermehrt und die friedsame Frucht der Gerechtigkeit hervorgebracht (s. Heb 12,11)? Haben wir den tiefen Wunsch, dass er uns belehrt, damit wir ein weises Herz erlangen (V. 11-12)?
Dann dürfen wir auch die Bitten äußern: „Kehre wieder Herr!“ und selbst die Frage „Bis wann?“ ist erlaubt (V. 13). „Sättige uns früh mit deiner Güte“ (V. 14). Diese Bitte erinnert uns an das Manna, das Gott seinem Volk in der Wüste an jedem Morgen gab. Haben wir in den schwierigen Tagen gelernt, es jeden Morgen zu sammeln?
Ja und dann haben wir auch die Hoffnung, dass Er uns nach den Tagen, da Er uns gebeugt hat, wieder erfreuen wird. Auch in den Tagen der Not haben wir handeln müssen, manchmal anders, als wir es gewohnt waren. Möge auch dieses Tun Bestand haben, weil Er das Werk befestigt (V. 15-17).
Möchte das Gebet Moses uns ermuntern und seien wir gewiss, dass, aufgrund von Golgatha, seine Huld grundsätzlich über uns ist.

Horst Zielfeld

Internet und Smartphone in unseren Familien – Umgang, Gefahren, Schutz

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Das Internet und mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets sind aus den meisten Häusern nicht mehr wegzudenken. Sie prägen unsere Zeit und insbesondere unsere Jugendlichen und Kinder. Umso wichtiger ist es, sich selbst der Gefahren bewusst zu sein und verantwortungsvoll mit diesen Geräten umzugehen, um die nächste Generation zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Internet und Smartphone anleiten zu können. Das Ziel dieses Artikels soll sein, anhand von Gottes Wort konkrete, praktische Handlungsempfehlungen zu geben, die sich in der Ehe, der Familie und mit den Kindern direkt umsetzen lassen.

Als „Leitvers“ können wir Sprüche 4,23-27 über diesen Artikel setzen, der vor den hockaktuellen Gefahren warnt und auffordert, uns von allem fernzuhalten, das uns zu Fall bringen könnte:
„Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens. Tu von dir die Verkehrtheit des Mundes, und die Verdrehtheit der Lippen entferne von dir. Lass deine Augen geradeaus blicken und deine Wimpern gerade vor dich hinschauen. Ebne die Bahn deines Fußes, und alle deine Wege seien gerade; biege nicht ab zur Rechten noch zur Linken, wende deinen Fuß ab vom Bösen.“

Alarmierende Warnsignale

Wer sich einmal näher mit Statistiken zum Thema dieses Artikels beschäftigt, stellt schnell fest, wie wichtig es gerade für christliche Eltern ist, nach den bestmöglichen Lösungen zu suchen, sich selbst und ihre Kinder vor dem frei zugänglichen Schmutz des Internets zu schützen. Hier nur einige Beispiele:

  • Fast alle Jugendlichen (97%) verfügen über ein mobiles Gerät, auf dem sie durchschnittlich 23 Apps installiert haben. Zu den beliebtesten Anwendungen zählen Kommunikationstools und soziale Netzwerke (z. B. Youtube, WhatsApp, Instagram, Snapchat) sowie Spiele (JIM-Studie 2019).
  • Die durchschnittliche tägliche Onlinenutzung durch Jugendliche liegt bei 248 Minuten (Gesamtbevölkerung: 166 Minuten) (ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation).
  • Nur 39 Prozent (12 bis 13 Jahre) der Kinder sagen, dass ihre Eltern regelmäßig mit ihnen über ihre Erfahrungen im Internet sprechen (BITKOM-Studie 2016).
  • In einer Befragung von über 500 christlichen Männern auf einer Bibelfreizeit im Jahr 2012 gaben über 90 % zu, dass sie sich von Gott getrennt fühlten, weil Lust, Pornographie oder Fantasien in ihrem Leben Fuß gefasst hatten. 47 % der Familien sagten, dass bei ihnen zu Hause Pornographie ein Problem sei.
  • Ca. 30 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren sehen im Cyber-Mobbing eine der größten Gefahren des Internets. 21% der Befragten geben an, schon einmal Opfer solcher Angriffe geworden zu sein (JIM-Studie 2019).

Diese Zahlen verdeutlichen, dass wir uns gerade als Christen diesen Themen in jeder Hinsicht stellen müssen. Dazu gehört, sich über die technischen und werteseitigen Entwicklungen, die damit verbundenen Gefahren und die verfügbaren Schutzmaßnahmen zu informieren. Es gibt dazu viele gute Angebote, über die man sich informieren kann und Material findet, um dieses Thema auch mit den Kindern gemeinsam zu besprechen.[1]

Vorbild

Möchten Eltern ihren Kindern einen gesunden Umgang mit Smartphones und ähnlichen technischen Geräten und den darüber nutzbaren Medien vermitteln, kommt ihrem Vorbild große Bedeutung zu. Nur wenn sie sich selbst der Gefahren bewusst sind und verantwortungsbewusst und mit Selbstbeherrschung im Internet surfen und ihr Smartphone nutzen, haben sie auch die moralische Autorität, ihren Kindern Wegweiser und Warnschilder zu sein.
Natürlich darf die Vorbildfunktion nicht einseitig betont werden und dazu führen, dass sich die Eltern bei der Mediennutzung mit ihren Kindern auf eine Stufe stellen, indem sie sich etwa die gleichen Einschränkungen auferlegen wie ihren Kindern. Eltern müssen die eigene Mediennutzung aber auf jeden Fall kritisch hinterfragen.
Wie nötig das ist, lässt sich an einer im Jahr 2018 in Hamburg von Kindern organisierten Demonstration ablesen, bei der sie sich wünschten, dass ihre Eltern endlich mal wieder die Handys beiseitelegen und sich die Zeit für gemeinsame Spiele oder das Vorlesen eines guten Kinderbuches nehmen.

Jedes Kind ist anders

„Erziehe den Knaben seinem Weg entsprechend; er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt wird“ (Spr 22,6). Dieser Vers zeigt, dass Charakter und Alter des Kindes bei jeder Beurteilung und Maßnahme zu berücksichtigen sind.
Daraus folgt, dass alle Kinder der Familie Anleitung zur Mediennutzung bedürfen, aber es gibt Kinder, mit denen Eltern mehr ins Gespräch gehen oder individuelle technische Maßnahmen ergreifen müssen als mit anderen. Wenn die Eltern das Verständnis des Kindes suchen und ihm erklären, dass die Maßnahmen zum Guten und zum Schutz gedacht sind und sie damit nicht gegängelt werden sollen, wird das die Akzeptanz und Einhaltung der Maßnahmen deutlich erhöhen.
Die Einsicht und das Verständnis zu wecken und zu fördern, ist auch deshalb so wichtig, weil es für die Kinder ein Leichtes ist, sich außerhalb des Elternhauses Zugang zu den Inhalten zu verschaffen, vor denen sie gerade geschützt werden sollen – zum Beispiel über das Smartphone ungläubiger Klassenkameraden.

Zeit und Ort

Beim zeitlichen Umgang mit Internet und Smartphone sind die nötige Disziplin im Hinblick auf die eigene Nutzung einerseits und andererseits das Verantwortungsbewusstsein der Familie und den Kinder gegenüber sehr wichtig.
Ein praxiserprobter Ansatz ist, dass die Kinder ihre Smartphones ab einer bestimmten Uhrzeit (z. B. ab dem Abendessen) an einem zentralen, von den Eltern gut zu beaufsichtigenden Ort ablegen.
Gerade die Abendstunden sind gefährlich, da durch Müdigkeit, Entspannung und freie Zeit die Hemmschwellen zum Missbrauch des Internets und Smartphones besonders niedrig sind. Der König David und seine Sünde mit Bathseba sind ein warnendes Beispiel, denn die Sünde „geschah zur Abendzeit, als David von seinem Lager aufstand“ (2. Sam 11,2).
Auch in Sprüche 7 findet sich ein deutlicher Hinweis: „Denn am Fenster meines Hauses schaute ich durch mein Gitter hinaus; und ich sah unter den Einfältigen, bemerkte unter den Söhnen einen unverständigen Jüngling, der auf der Straße hin und her ging, neben ihrer Ecke, und den Weg zu ihrem Haus schritt, in der Dämmerung, am Abend des Tages, in der Mitte der Nacht und in der Dunkelheit. … Auf einmal ging er ihr nach, wie ein Ochse zur Schlachtbank geht und wie Fußfesseln zur Züchtigung des Narren dienen, bis ein Pfeil seine Leber zerspaltet; wie ein Vogel zur Schlinge eilt und nicht weiß, dass es sein Leben gilt“ (V. 6-9;22.23).
Genauso gefährlich wie die späte Uhrzeit ist die örtliche Abgeschiedenheit. Sünde gedeiht in der Dunkelheit, dort, wo keiner hinschauen kann. Daher ist ein „öffentlicher“ Ort in der Wohnung für die Nutzung des PCs eine sinnvolle Schutzmaßnahme. Dem sind natürlich Grenzen gesetzt, etwa bei mehreren schulpflichtigen Kindern, die den Internetzugang auch für die Erledigung von Hausaufgaben nutzen müssen.
Außerdem geht es ja darum, die Kinder zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit den Medien zu erziehen. Dazu gehört auch, den Kindern ab dem richtigen Moment auch „einfach“ Vertrauen schenken zu müssen. Das wird ein gleitender Übergang sein, der durch geeignete Schutzmaßnahmen sinnvoll unterstützt werden kann.
Zur angemessenen zeitlichen und örtlichen Nutzung empfiehlt es sich im Übrigen, für Kinder erst dann einen Mobilfunkvertag mit Internetnutzung abzuschließen, wenn sie erkennbar im Umgang damit geschult und gereift sind. Kinder sollten das Internet zunächst nur über das LAN/WLAN zu Hause nutzen, wo sie im positiven Sinne „unter Beobachtung“ und „im Licht“ sind.

Klare Vereinbarungen

Klare Vereinbarungen zwischen Eltern und Kindern sind wichtig. Dabei sollten keine zwecklosen und kaum umsetzbaren Verbote aufgestellt werden. Das Ziel solcher Vereinbarungen sollte sein, das Verantwortungsbewusstsein der Kinder zu stärken und sie zur Selbstbeherrschung anzuleiten. „Höre, mein Sohn, die Unterweisung deines Vaters, und verlass nicht die Belehrung deiner Mutter! Denn sie werden ein anmutiger Kranz für dein Haupt und ein Geschmeide für deinen Hals sein“ (Spr 1,8.9).
Überregulierung und zu strikte Regeln erreichen erfahrungsgemäß zu oft das Gegenteil: Die Kinder sperren sich gegen die Maßnahmen und suchen sich einen Ausweg. Eine starke technische Nutzungseinschränkung sollte nicht die erste Lösung, sondern die letzte Maßnahme sein.

"Eine starke technische Nutzungseinschränkung sollte nicht die erste Lösung, sondern die letzte Maßnahme sein."


Schutzmaßnahmen

Entscheidender ist, als Eltern Zeit und Energie aufzubringen, mit den Kindern regelmäßig im Gespräch zu sein und auf eine Weise auf die Einhaltung der Vereinbarungen zu achten, die die Kinder spüren lässt, dass wir ihnen vertrauen. Damit kommen wir zu den Schutzmaßnahmen, die in Art und Maß unterschiedlich, aber unbedingt nötig sind und leider viel zu oft aus Unkenntnis vernachlässigt werden.

Vertrauensvolle Gespräche

Ein äußert wichtiger Aspekt ist das Reden mit unseren Kindern. Sie kennen und sehen die Gefahren oft noch nicht und werden daher schnell leichte Beute Satans, wenn wir sie nicht für die Gefahren des Internets sensibilisieren und sie im Umgang mit Internet und Smartphone schulen. Hieran wird noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, dass wir als Eltern die Thematik kennen, damit wir unsere Kinder auch konkret und zielgerichtet anleiten und warnen können.
Wir sollten die Dinge offen ansprechen und beim Namen nennen. Die Gefahren sind zu groß, als dass wir schwammige Hinweise geben. Nicht jedem fällt es leicht, Themen wie Pornographie- oder Spielsucht offen anzusprechen, vielleicht auch, weil wir selbst unsicher sind und meinen, uns in der Thematik nicht ausreichend auszukennen. Doch wir dürfen im Gebet Weisheit und Mut dazu vom Herrn erbitten (s. Jak 1,5).
In solchen Gesprächen können wir unseren Kindern auch eigene Erfahrungen weitergeben. Wir stehen in denselben Gefahren wie unsere Kinder. Wenn sie merken, dass wir nicht „über den Dingen schweben“, sondern das Thema für uns selbst auch nicht auf die leichte Schulter nehmen, werden sie leichter unsere Warnungen annehmen und die Schutzmaßnahmen akzeptieren oder sogar begrüßen. „Eisen wird scharf durch Eisen, und ein Mann schärft das Angesicht des anderen“ (Spr 27,17).

Gebet

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist und bleibt das Gebet, persönlich und gemeinsam, denn Gemeinschaft im Gebet ist ein großer Schutz für den Einzelnen. Ohne Gebet wird auch ein vertrauensvolles Gespräch kaum Frucht tragen. Satan will mit aller Macht den Schmutz der Sünde in unsere Häuser bringen und so die Familien und den Glauben der Einzelnen zerstören. Ohne das persönliche, tägliche Gebet für uns selbst und unsere Kinder werden wir keine Kraft haben, dauerhaft den Angriffen Satans zu widerstehen. Es mangelt uns dann auch an Weisheit im Umgang mit unseren Kindern und beim Ansprechen von heiklen Themen. Es ist sicher auch gut, in der Familie – soweit die Zusammensetzung das möglich macht – diese Thematik gemeinsam im Gebet vor den Herrn zu bringen.
In Psalm 101 lesen wir ein Gebet von David, das wir als Beispiel nehmen können: „Ich will weise handeln auf vollkommenem Weg. – Wann wirst du zu mir kommen? – Im Innern meines Hauses will ich wandeln in Lauterkeit meines Herzens. Ich will kein Belialsstück vor meine Augen stellen” (V. 2.3).

Technische Schutzmaßnahmen

Auch wenn der Schwerpunkt dieser Zeitschrift auf den geistlichen Aspekten des Themas liegt, sollen auch einige Hinweise zu möglichen technischen Schutzmaßnahmen gegeben werden. Da es verschiedenste Betriebssysteme für Computer und Smartphones gibt und die Möglichkeiten daher unterschiedlich und zahlreich sind, können jedoch an dieser Stelle keine tiefergehenden, spezifischen Erklärungen weitergegeben werden. Wer Interesse daran und an Empfehlungen zu geeigneten technischen Hilfsmitteln hat, findet diese unter dem Artikel.
Die technischen Schutzmaßnahmen lassen sich folgendermaßen kategorisieren:

  • Filter zum Blockieren von Webseiten und Inhalten
  • Sperren/Einschränkungen der zeitlichen Verfügbarkeit
  • Überwachungssoftware

Filter können sowohl am Endgerät (PC, Smartphone etc.) als auch am Router eingestellt werden. Auf dem Router kann man in der Regel auch pro registriertem Endgerät Filter einrichten.
Sperren kann man in den meisten Routern auf zweierlei Weise einstellen. Einerseits lässt sich der Internetzugang auf bestimmte Tageszeiten einschränken, andererseits können Zeitkontingente festgelegt werden. Man kann auch beide Sperren kombinieren, also z. B. den Internetzugang von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr freigeben, aber nur für ein Zeitkontingent von 2 Stunden.
Überwachungssoftware sollte in jedem Fall und unabhängig von Filtern und Sperren genutzt werden. Je nach Funktionsumfang der Software kann auf weitere Filter und Sperren im Router oder Endgerät verzichtet werden. Wir haben gesehen, dass das vertrauensvolle Gespräch und die Gebete Schutz geben, aber wer sein Herz kennt, weiß: „Arglistig ist das Herz, mehr als alles, und verdorben ist es; wer mag es kennen?“ (Jer 17,9).
Daher wäre es töricht, auf die Möglichkeiten technischer Schutzmaßnahen zu verzichten. Über allem steht aber der Herr, der auch in unserer Zeit in der Lage ist, uns auf einem guten Weg zu bewahren, wenn wir auf Ihn vertrauen.

"Bewahre mich Gott, denn ich suche Zuflucht bei dir!“
(Psalm 16,1)


Detaillierte Informationen zu technischen Hilfsmitteln

Die technischen Schutzmaßnahmen lassen sich folgendermaßen kategorisieren:

  • Filter zum Blockieren von Webseiten und Inhalten
  • Sperren/Einschränkungen der zeitlichen Verfügbarkeit
  • Überwachungssoftware

Filter können sowohl am Endgerät (PC, Smartphone, etc) als auch am Router (FritzBox, SpeedPort, etc) eingestellt werden. Auf dem Router kann man in der Regel auch pro Endgerät, das in dem Router registriert sein muss, Filter einrichten. Dazu legt man Profile mit entsprechenden Filtern an, die man dann dem Endgerät zuweist. Sobald sich ein registriertes Endgerät mit dem Router verbindet, greift das voreingestellte Profil. In dem Profil kann man bei manchen Herstellern (z.B. bei FritzBox von AVM) jugendgefährdende Internetseiten (BPjM-Modul) sperren und zudem eigene Blacklists (Liste mit gesperrten Internetseiten) oder Whitelists (Liste mit ausschließlich zugänglichen Internetseiten) anlegen.
Sperren kann man in den meisten Routern auf zweierlei Weise einstellen. Einerseits kann man den Internetzugang auf bestimmte Tageszeiten einschränken, andererseits Zeitkontingente erstellen. Man kann auch beide Sperren kombinieren, also z.B. den Internetzugang von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr freigeben, aber nur für ein Zeitkontingent von 2 Stunden. Außerhalb dieser Tageszeit ist der Internetzugang gesperrt. Innerhalb dieser Tageszeit ist der Internetzugang nur für eine Gesamtnutzungsdauer von 2 Stunden verfügbar.
Überwachungssoftware sollte in jedem Fall und unabhängig von Filtern und Sperren genutzt werden. Je nach Funktionsumfang der Software kann auch auf Filtern und Sperren im Router oder Endgerät verzichtet werden. Eine Überwachungssoftware sollte folgende MUSS-Kriterien erfüllen:

  • Überwachung der kompletten Internetverbindung
  • App-Überwachung bei Smartphones (Installation & Nutzung)
  • Filter von Internetseiten (BPJM-Modul: Jugendschutzfilter der Bundesprüfstelle, Filter nach Inhaltskategorien)
  • Zeit-Limits und Sperrzeiten
  • Email-Berichte bzw. Nutzungsprotokolle für Eltern / Überwachungspartner
  • Keine unbemerkte Deinstallation möglich
  • Kein Umgehen der Überwachung, Sperren und Filter möglich

Basierend auf diesen Überlegungen zu technischen Hilfsmitteln im Artikel „Internet und Smartphone in unseren Familien – Gefahren, Umgang und Schutz“ von Bernhard Brockhaus gibt es nachstehende konkrete Schutzmöglichkeiten, mit denen der Autor sich auseinandergesetzt hat.

Für PC / Mac:

  • Salfeld Kindersicherung (leider nicht für Mac)
  • Norton Family (leider nicht für Mac)
  • Covenant Eyes Accountability + Filtering (keine Sperren, Zeitlimits etc möglich, nur Überwachung und Filter, aber dennoch sehr zu empfehlen in Kombination mit Filtern/Sperren im Router)

Für Smartphone:

  • Norton Family (für Windows, Android und iOS)
    • erfüllt alle MUSS-Kriterien für Windows und Android, bei iOS nur eingeschränkter Funktionsumfang
    • Sperren, Zeitlimits und Überwachung für das gesamte Smartphone – so kann z.B. die Nutzungsdauer des Smartphones und nicht nur die Internetnutzung limitiert werden.
    • bei iOS separater Browser, keine App-Überwachung, keine Zeitüberwachung, keine Überwachung sozialer Netzwerke
    • bei Android keine Unterstützung für Geräte von Huawei, Amazon (Kindle/Fire), Chromebook
  • Covenant Eyes Accountability + Filtering
    • keine Sperren, Zeitlimits etc möglich, nur Überwachung
    • App-Überwachung nur für Android
    • Screen Accountability über alle Apps – hiermit wird überwacht, was auf dem Bildschirm angezeigt wird
    • Filtern von Internetseiten nur für iOS
  • iOS Bildschirmzeit
    • Auch wenn iPhones sicher in die Kategorie “teuer” fallen, lohnt sich die Anschaffung von (gebrauchten) iPhones für die Kinder durchaus, da die iOS Bildschirmzeit in Kombination mit Covenant Eyes derzeit den aus meiner Sicht besten Schutz bietet. Sie beinhaltet eine Steuerungs- und Überwachungsfunktion für Zeit, Aktivitäten und Apps und es lassen sich damit individuelle Inhalts- und Kommunikationsbeschränkungen einstellen.

Bernhard Brockhaus


Fußnoten:

  1. Zum Beispiel die Webseite klicksafe.de, eine Initiative der EU, die die kompetente und kritische Nutzung des Internets vermitteln will, oder die Broschüre „Klicks-Momente“, die vom Programm „Polizeiliche Kriminalprävention“ der Länder und des Bundes herausgegeben wird.

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