BleibtInMir

...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Mordokai als Vorbild im Einsatz für junge Leute

© Photographee.eu, stock.adobe.com

In diesem Artikel wollen wir uns mit Mordokai, dem eigentlichen Hauptakteur im Buch Esther, beschäftigen. In Kapitel 2 sehen wir besonders seinen Glauben, seine Treue und seine Verantwortung gegenüber Esther, seiner verwaisten und – wahrscheinlich deutlich jüngeren – Cousine. Sein Beispiel zeigt uns, wie ältere Gläubige ihrer Verantwortung gegenüber jungen Christen nachkommen können.

Die Ausgangssituation

Die im Buch Esther geschilderten Begebenheiten haben sich während der Weltherrschaft des persischen Königs Ahasveros (Xerxes I, 485 - 464 v. Chr.) zugetragen. Esther wurde im 7. Jahr seiner Regierungszeit zu seiner Frau und damit zur Königin.
Seit der letzten Verschleppung der Juden in die babylonische Gefangenschaft und der Zerstörung Jerusalems waren ca. 110 Jahre vergangen, die Meder und Perser hatten inzwischen das Babylonische Weltreich eingenommen. Ungefähr 60 Jahre vor den Geschehnissen in Esther 2 war ein erster kleiner Überrest unter Serubbabel nach Jerusalem zurückgekehrt und hatte damit begonnen, den Tempel wieder aufzubauen.
Die Mehrheit des Volkes war aber im Exil geblieben, dazu gehörten auch Mordokai und Esther. Sie wohnten in der Burg Susan, die sich in der gleichnamigen Hauptstadt des Persischen Reiches befand. Es war ein Ort voller Götzendienst, Bosheit und Prunk. Doch Mordokai lebte seinen Glauben. Er hielt an seiner Beziehung zu Gott fest und übernahm Verantwortung für die nachfolgende Generation. Er zeigt dabei verschiedene Eigenschaften, die lehrreich für uns sind.

Mordokai lebte seine Fremdlingschaft

In Kapitel 2,5-6 wird Mordokai als jemand beschrieben, der „aus Jeru­salem weggeführt worden war“ (V. 6). Obwohl er wahrscheinlich die Wegführung nicht persönlich erlebt hat (sonst wäre er ja hier schon mindestens 110 Jahre alt gewesen), bezeichnet Gottes Wort ihn so.
Die Burg Susan mit ihrem Götzen­dienst, ihrer Verdorbenheit und Welt­lichkeit konnte nicht seine Heimat sein. Die Menschen dort waren nicht anders als die, die damals Jerusa­lem zerstörten, den Tempel ver­brannten und die Geräte des Heilig­tums geraubt hatten. Sie hatten sich in ihrem Charakter nicht ver­ändert, auch sie waren letztlich Fein­de Gottes und seines Volkes.
Deshalb bekannte Mordokai sich zu seiner Herkunft und blieb gerne ein Fremdling, ein „Weggeführter“, auch wenn er in Susan lebte und arbeite­te. Für ihn war und blieb Jerusalem der Ort, an dem Gott seinen Namen wohnen lassen wollte. In der Über­tragung auf uns können wir sagen, dass es darum geht, begriffen zu ha­ben, was in Philipper 3,20 über unser himmlisches Bürgertum gesagt ist. Wir leben in der Welt, aber wir sind nicht von der Welt (s. Joh 17,14). Diese Welt in ihrer religiösen, politi­schen und kulturellen Ausprägung verwarf unseren Heiland und brach­te Ihn ans Kreuz. Damit steht sie in Feindschaft zu Gott und seinem himmlischen Volk und verhält sich auch so. Wir müssen zu ihr auf Di­stanz gehen, sie kann nicht unsere „Heimat“ sein. In gelebter Fremd­lingschaft können wir ein Ansporn und Vorbild für die nachkommende Generation sein.

Mordokai kümmerte sich

In Kapitel 2,7 lesen wir, dass Mordo­kai Esther, die Tochter seines Onkels, erzog. Für jüdische Jugendliche war das Aufwachsen im Exil eine große Herausforderung. Sie standen in stän­diger Gefahr, sich mit den Grundsät­zen und der Lebensweise der Perser zu identifizieren und dabei ihren Glau­ben aufzugeben[1]. Aber dem Glauben treu zu bleiben, brachte für die jungen Juden oft Benachteili­gung und Verachtung mit sich.
Das ist ein Spannungsfeld, in dem sich junge Christen auch heute be­wegen. Für sie sind die Gefahren der Welt, in der sie aufwachsen, sehr schwer einzuschätzen; anderer­seits ist die Welt unglaublich attrak­tiv. Mordokai hatte einen Blick dafür, welchen Herausforderungen seine Cousine ausgesetzt war und er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sie zu erziehen, obwohl es für ihn keine gesetzliche Verpflichtung gab. Den­noch hatte er Esther sogar als seine Tochter angenommen. Das macht deutlich, dass er sich mit echter Lie­be um sie kümmerte. Seine Motivati­on bestand darin, dass ihm die Ehre Gottes wichtig war, sein Volk ihm am Herzen lag und er selbst sicher­lich in jungen Jahren erfahren hatte, was es heißt, in einer solchen Welt heranzuwachsen. Diese Punkte soll­ten auch uns antreiben, uns mehr um jüngere Gläubige zu kümmern. Wenn wir das in der rich­tigen Hal­tung und mit dem notwendi­gen Einfühlungsvermö­gen tun, dann sind wir ihnen eine Hilfe.

Mordokai war ein guter Ratgeber

Wenn Mordokai in Kapitel 2,10 Esther auffordert, ihre jüdische Ab­stammung nicht bekanntzugeben, scheint das auf den ersten Blick et­was seltsam zu sein. Mordokai war nicht feige. In Kapitel 3,5 wird aus­drücklich erwähnt, dass er dem bö­sen Haman gegenüber seine Her­kunft eben nicht verleugnete. Aber als Esther in das Haus des Königs gebracht wurde, hatte er erkannt, dass Gott einen Plan hatte. Viel­leicht wäre es schwierig geworden, wenn der königliche Beamte Hegai gewusst hätte, dass Esther zum verhassten Volk der Juden gehörte. Und sicher wäre es unter den vielen Mädchen zu Intrigen gegen Esther gekommen. Wir dürfen davon ausgehen, dass es von Gott gegebene Weisheit war, die Mordokai die­sen Rat geben ließ.
Auch wir sollen die Erfahrung und die Weisheit, die Gott uns über den richtigen Um­gang mit der Welt schenkt, an junge Chris­ten weiterge­ben. Dabei müssen wir allerdings sensibel sein und uns in die jungen Menschen hin­einversetzen. Diese müssen bereit sein, zuzuhören und Rat anzuneh­men. Rat geben und Rat annehmen fällt oft beiden Seiten schwer, aber wenn wir uns vom Herrn helfen las­sen, ist viel Segen damit verbun­den.

„Rat geben und Rat annehmen fällt oft beiden Seiten schwer, aber wenn wir uns vom Herrn helfen lassen, ist viel Segen damit verbunden.“


Mordokai war Beobachter und Beter

Dann kam die Zeit, in der Mordokai Esther loslassen musste. Im Haus des Königs hatte er keinen direkten „Zu­griff“ mehr auf sie. Seine Zeit als Er­zieher war nun vorbei. Aber er hatte Esther nicht aus dem Auge verloren. In seiner Verantwortung für sie über­nahm er jetzt andere Aufgaben.
Er ging nun Tag für Tag vor der Un­terkunft Esthers umher, um in Erfah­rung zu bringen, wie es ihr erginge. Sicher auch, um für sie zu beten, vielleicht auch, um einfach da zu sein, wenn er ge­braucht würde.
Auch bei jungen Gläubigen ist es ein völlig normaler (und rich­tiger) Pro­zess, dass sie selbststän­dig wer­den und irgendwann auch auf „eigenen Füßen stehen“, ohne dass die Eltern oder Ältere noch un­mittelbar ein­greifen können. Mordo­kai nahm in Bezug auf Esther zwangs­läufig die Rolle eines Beobachters ein, der nicht direkt eingreifen konnte.
Auch wenn die Situation bei uns an­ders ist, so ist es in der Praxis sehr schwer, die nötige Zurückhaltung zu zeigen. Doch das ist wichtig, damit Vertrauen entstehen kann. Für jun­ge Menschen ist das die Basis, sich mit Fragen und Problemen an Ältere zu wenden. Wenn man zur richtigen Zeit für Jüngere da sein will, dann muss man – wie Mordokai – in Erfah­rung bringen, „was mit ihnen ge­schähe“ (V. 11). Und wenn wir für sie beten wollen, müssen wir auch wis­sen, wie es ihnen geht.

Mordokai war ein gutes Vorbild

Esther war nun Königin geworden (s. Kap. 2,19-23). Dieser Teil von Gottes Plan mit ihr hatte sich erfüllt. Mordokai hatte seine Aufgabe an Esther treu ausgeführt, doch nun war diese Aufgabe zu Ende. Für ihn hatte der Alltag wieder begonnen und aus den folgenden Begebenhei­ten können wir schließen, dass er mit Esther, die als Königin des persi­schen Weltreiches wahrscheinlich sehr ab­geschirmt lebte, wenig Kontakt hatte.
Übertragen wir das auf uns, dann ist es einerseits eine große Ermuti­gung, wenn junge Menschen eine gute Entwicklung nehmen. Anderseits ist es so, dass nicht alle Aufgaben, die der Herr uns gibt und die wir treu erfüllen wollen, lebenslange Aufga­ben sind. Wenn sie zu Ende gehen, kann das zu einer gewissen Enttäu­schung führen.
Bei Mordokai lesen wir nichts da­von. Er saß im Tor des Königs (sicher eine verantwortliche Position) und ging treu dieser Arbeit nach. Als ihm dann der Anschlagsplan der beiden bösen Männer zu Ohren kam, unter­richtete er Esther darüber, die dafür sorgte, dass der Anschlag vereitelt wurde.
Mordokai stand dem Plan für den Anschlag nicht gleichgültig gegen­über. Ganz bewusst warnte er Esther vor diesen bösen Plänen. In seinem Verhalten distanzierte er sich von dem Bösen. Sein Verhalten blieb sauber. Dabei hatte er sicher auch das Wohlergehen Esthers vor Au­gen, die sein Verhalten in dieser Situati­on sehr wohl zur Kenntnis genom­men hatte.
Mordokai war im Blick auf die Ab­sonderung vom Bösen ein gutes Vorbild in seiner Lebenspraxis. Wir lernen, dass wir jungen Christen in der Theorie viel von Absonderung vom Bösen, sauberem Lebenswan­del und Treue erzählen können, aber messen werden sie uns daran, ob wir das in der Praxis selbst leben. Wenn wir ein gutes Vorbild sein wollen, dann müssen wir – wie Mor­dokai – den Maßstab an uns selbst hoch genug anlegen.

Fazit

Es ist fast 2.500 Jahre her, dass Mor­dokai die Aufgabe übernahm, sich um die junge Esther zu kümmern und sie für Gott zu erziehen. Wir haben gesehen, dass er dabei ver­schiedene Merkmale zeigte und dass Gott seinen Dienst segnete. Da die Welt, in der sich junge Christen heu­te beweisen müssen, nicht bes­ser ist als damals, ist der Dienst von Mordokai heute noch ge­nauso aktuell und wichtig. Für un­seren Umgang mit unseren eigenen Kindern und mit jungen Christen in unserer Umgebung können wir von ihm lernen. Vielleicht kann uns sei­ne Geschichte motivieren.

Henning Panthel


Fußnoten:

  1. Das besondere Interesse des Feindes an den jun­gen Leuten wird auch in der Geschichte Daniels deutlich (s. Dan 1,3).

Wer Ordnung hält …

© Dron, stock.adobe.com

… ist nur zu faul zum Suchen!“ Das ist ein seit Generationen beliebter Satz, der auf scheinbar humorvolle Art die herrschende Unordnung – nicht nur im Zimmer von Kindern und Jugendlichen – entschuldigen soll. Doch manches Mal verbirgt sich dahinter mehr als nur eine Entschuldigung für Bequemlichkeit oder gar Faulheit. Wahrscheinlich sind sich die meisten Kinder dessen gar nicht bewusst, aber hinter der fehlenden Bereitschaft, den Eltern zu gehorchen und das Zimmer aufzuräumen und auch sonst ordentlich zu sein, kann die Auflehnung gegen jede Form von Ordnung und die elterliche Autorität stecken.

Ein göttliches Prinzip

Gott ist nicht ein Gott der Unord­nung, sondern des Friedens, wie inallen Versammlungen der Heiligen.“
(1. Korinther 14,33)


Natürlich trifft der Apostel Paulus diese Aussage, inspiriert durch den Heiligen Geist, an dieser Stelle im Zusammenhang mit der Ordnung in den Zusammenkünften der Gläubi­gen, wenn sie sich zum Namen des Herrn Jesus hin versammeln. Doch wir müssen diese Worte nicht nur auf die Versammlungsstunden be­schränken, denn sie beinhalten einen allgemein gültigen Grundsatz in Got­tes Wort. Zusammenfassend heißt es dann auch am Ende des Kapitels: „Alles aber geschehe an­ständig und in Ordnung“ (V. 40).

Ordnung nach den Gedanken Gottes

Der biblische Bericht über die Er­schaffung von Himmel und Erde, Sonne, Mond und Sternen zeigt von Anfang bis Ende, dass Gott die Din­ge nicht „planlos“ oder in einer zu­fälligen Reihenfolge schuf. Vielmehr folgte alles einer weisen Ordnung – seiner Ordnung. Jeremia 31,35 be­stätigt uns das: „So spricht der Herr, der die Sonne gesetzt hat zum Licht bei Tag, die Ordnungen des Mondes und der Sterne zum Licht bei Nacht.“
Zu dieser Schöpfungsordnung gehört auch, dass „der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, das Haupt des Christus aber Gott“ (1. Kor 11,3). Wenn es hier heißt, dass Gott das Haupt des Christus ist, bezieht sich das auf den Sohn Gottes als Mensch. In sei­ner Gottheit gibt es keinen Unter­schied zwischen Ihm und Gott, dem Vater, genauso wenig wie der Heilige Geist „nur“ die dritte Person der Gott­heit ist – der Heilige Geist ist Gott.
Die Schöpfungsordnung für Mann und Frau erstreckt sich auf alle Menschen, egal, ob sie an Gott glau­ben oder nicht. Der Zusammen­hang der Verse 1-16 in 1. Korinther 11 zeigt klar, dass es dort nicht nur um die Stellung von Mann und Frau in der Versammlung oder der Ehe geht.
Natürlich darf diese Schöpfungsord­nung gerade in den Ehen der Gläu­bigen sichtbar werden. Dieser Aspekt findet sich im Brief des Apostels Pau­lus an die Epheser. Dort schreibt er, dass der Mann das Haupt der Frau ist, „wie auch der Christus das Haupt der Versammlung ist; er ist des Leibes Heiland“ (Eph 5,23).

Ein wichtiger Einschub: Keine Frage des Wertes

Diese Ordnung nach den Gedanken Gottes hat nichts mit der Wertigkeit von Mann und Frau zu tun. Auch da ist das Wort Gottes unmissverständ­lich: „Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus“ (Gal 3, 28).
Der Wert des Menschen bemisst sich nicht nach seinem Geschlecht oder seiner sozialen Stellung, sondern aus­schließlich nach dem Preis, den der Herr Jesus Christus am Kreuz von Golgatha im Gericht Gottes ge­zahlt hat. Und dieser Preis ist für jeden derselbe. Er hat mit nichts weniger als mit seinem eigenen Le­ben be­zahlt (s. Mt 13,45.46). Mehr konnte Er nicht geben!

Eine Grundlage für Frieden

Das Gegenteil von Ordnung ist Un­ordnung. In 1. Korinther 14,33 fällt bei genauem Lesen auf, dass dort die Unordnung jedoch nicht der Ordnung gegenübergestellt wird, son­dern dem Frieden. Dadurch werden Ordnung und Frieden unmittelbar miteinander verknüpft.
Würde Gott zum Beispiel seine ord­nende Hand in der Schöpfung zu­rückziehen, geriete das ganze Uni­versum aus den Fugen. Naturkata­strophen vermitteln uns eine Ahnung davon, welche zerstörerischen Aus­wirkungen die Folge wären.
Die Verse 1 bis 7 in Römer 13 erin­nern uns daran, wie dankbar wir dafür sein dürfen, in einem Land zu leben, in dem es eine Rechtsord­nung für das gesellschaftliche Miteinander gibt und in dem die Regierung dafür Sorge trägt, dass diese Rechtsord­nung auch eingehalten wird.
„Ein König gibt durch Recht dem Land Bestand“ (Spr 29,4). Die Nachrichten berichten nahezu täglich von den schrecklichen Zu­ständen in Ländern, in denen es keine Regierung mehr gibt, die für Recht und Ordnung ein­tritt.

Ordnungskreise in Ehe und Familie

Das zeigt sich nicht zuletzt auch in unseren Ehen und Familien. Es ehrt Gott, wenn seine Gedanken über das Miteinander als Eheleute (s. Eph 5,22-33) und das Verhältnis von El­tern und Kindern eingehalten wer­den (s. Eph 6,1-4; Kol 3,18-21).
Das gilt für die Verwirklichung der Stellung von Mann und Frau, von Eltern und Kindern und der Einhal­tung der damit verbundenen Schöp­fungsordnung. Aber auch unser äu­ßeres Erscheinungsbild und das un­serer Wohnungen oder Häuser blei­ben da­von nicht unberührt.
Natürlich stellen wir diese verschie­denen Ordnungsbereiche nicht auf die gleiche Ebene, denn auch darin gibt es wieder eine gewisse ordnen­de Gewichtung. Auch geht es nicht darum, in den Fragen der äußeren Ordnung einen einheitlichen Maß­stab zu definieren. Es ist völlig klar, dass das, was für den einen ordent­lich ist, für den anderen bereits steril er­scheint. Und dass dann, wenn ich es „unordentlich“ finde, für einen an­deren erst der Wohlfühlbe­reich be­ginnt.
Dennoch stehen die verschiedenen Ordnungsbereiche in unserem Leben in einer wechselseitigen Beziehung zueinander. So wird zum Beispiel die geistliche Ordnung nicht ohne Aus­wirkung auf die äußere Ordnung blei­ben. Umgekehrt kann eine Wohnung noch so aufgeräumt sein, der ordent­liche Eindruck wird nur dann glaub­haft sein, wenn die innere, geistliche Ord­nung intakt ist. Ist das nicht der Fall, werden Außenstehende über kurz oder lang merken, dass etwas nicht stimmt, denn es breitet sich dann oft eine sterile und kalte At­mosphäre aus.

Eine gemeinsame Verantwortung

Herrscht in einem Haus augen­scheinlich Unordnung, besteht oft die Neigung, die Ehefrau und Mut­ter al­leine dafür verantwortlich zu machen. Denn zeigt nicht gerade die Be­schreibung der Frau in Sprü­che 31, dass der Frau eine be­sondere Ver­antwortung für die Ordnung im Haus (oder der Woh­nung) zukommt?[1]
Aus der Ordnung für Mann und Frau nach den Gedanken Gottes ergibt sich, dass in Ehe und Familie der Mann dafür verantwortlich ist, dass seine Frau ihren Aufgaben auch wirk­lich verantwortungsvoll nach­kommen kann. Als Haupt der Frau ist er es, der ihr den Rahmen dafür bieten muss.
Versagen wir als Männer darin, ist das natürlich keine Rechtfertigung für unsere Frauen, ihrer Verantwor­tung ebenfalls nicht nachzukommen. Aber es wird für sie dadurch ungleich schwerer, ihre Aufgaben in Gott ge­mäßer Weise zu erfüllen.
Nicht dem Wort Gottes entspre­chende Gedanken über die Zustän­digkeit und Verantwortlichkeit für die Ordnung im Haushalt haben leider schon mancher Schwester Lasten auf­erlegt, die sie nicht zu tragen in der Lage war. Mutlosigkeit und Erschöp­fung sind nur zwei der mög­lichen Folgen, unter denen sie dann leidet.
In wie viele Ehen und Familien da­durch Unfrieden und Entzwei­ung ge­tragen wurden, lässt sich nicht zählen.

„Kurz gesagt: Wo Ordnung herrscht, kann Frieden sein.“


Eine wundervolle Triebfeder

Es ist deshalb gut und wichtig, wenn wir uns als Männer immer wieder in Erinnerung rufen, dass Gott uns mit der Heirat keine kostenlose Haus­haltshilfe zur Verfügung gestellt hat. Er schenkte uns eine Partnerin, mit der wir gemeinsam durch Freud und Leid gehen dürfen und die wir so lieben dürfen und sollen, wie Chris­tus die Versammlung liebt (s. Eph 5,25).
Dieses Bewusstsein wird den Mann dazu antreiben, seine Frau dabei zu unterstützen, Ordnung im Haushalt zu schaffen und zu erhalten.
J. G. Bellet schrieb dazu schon vor über 100 Jahren: „Die Liebe freut sich, wenn sie in Anspruch genom­men wird. Sie ermüdet, wenn man zu viel Umstände macht; das wäre gewissermaßen eine Beeinträchti­gung ihrer wahren Natur und der ihr ei­gentümlichen Handlungsweise. Die Zuneigung zwischen Familienmitglie­dern z. B. beseitigt alles umständli­che Wesen. Im Familienkreis herrscht Vertraulichkeit, nicht Form. Die Lie­be bewirkt in dem einen wie in dem anderen, dass er mit Be­reitwilligkeit seine häuslichen Ar­beiten verrichtet, und das gegensei­tige Vertrauen aller erlaubt, dass es im Geist der Liebe geschieht.“[2]

Gesegnete Auswirkungen im Alltag

Die Unterstützung der Frau besteht also nicht darin, sie darauf hinzuwei­sen, dass mal wieder aufgeräumt wer­den müsste. Es geht vielmehr darum, selbst aktiv zu werden. Wenn mich die Liebe zu meiner Ehefrau antreibt, wird mir das normalerweise nicht schwerfallen.
Um unsere Sinne zu schärfen, möch­ten die folgenden Beispiele deshalb zum eigenen Nachdenken anregen, wo und wie wir als Mann unserer Frau praktisch zu Hilfe kommen kön­nen:
Was mache ich mit den gebrauch­ten Socken nach dem Umziehen? Sie direkt in den Korb mit der schmut­zigen Wäsche zu räumen und sie nicht einfach im Schlafzimmer auf dem Boden liegen zu lassen, erfor­dert nicht viel Energie.
Gibt es gut zugänglichen und geeig­neten Stauraum in der Woh­nung bzw. im Haus? Ist das nicht der Fall, ist es meiner Frau auch bei der größten Bereitwilligkeit nicht möglich, Ordnung zu halten.
Worauf achte ich, wenn zum Bei­spiel ein neuer Staubsauger benötigt wird? Natürlich kann der Preis nicht außer Acht gelassen werden. Min­destens genauso wichtig ist, ob das Gerät handlich ist und meine Frau es gut bedienen kann. Auch die Qualität und die mögliche Nutzungsdauer sind bei solchen Anschaffungen zu be­denken.
Wie reagiere ich, wenn meine Frau mich darauf hinweist, dass etwas im Haushalt kaputt gegangen ist, zum Beispiel die Lampe im Backofen? Nicht jeder Mann ist in der Lage, alle notwendigen Reparaturen im Haus­halt selbst zu erledigen. Unabhängig davon, ob ich es selbst reparieren kann oder einen Handwerker beauf­tragen muss, ist es aber wichtig, sol­che Reparaturen nicht auf die lange Bank zu schieben.
Für sich gesehen sind es meist nur Kleinigkeiten, aber in der Summe haben sie eine große Wirkung, so­wohl auf das Miteinander in der Fa­milie als auch im Freundes­kreis und im Kreis der Glaubensge­schwister.
Und wir können sicher sein, dass jeder noch so kleine Handgriff des Mannes gleichzeitig auch eine Er­munterung für seine Frau ist, der ihr zeigt, dass er sie wirklich liebt. „Kin­der, lasst uns nicht lieben mit Wor­ten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“ Diese Worte aus 1. Johannes 3,18 passen in der An­wendung auch hier.
Unser Vorbild wird auch nicht ohne Auswirkung auf unsere Kinder blei­ben und sie dazu anleiten, auch ih­ren Beitrag daran zu erkennen und zu leisten, dass es im Haus ordent­lich ist. Dazu gehört natürlich auch, als Vater die Kinder dazu anzuhalten, ihre Zimmer in Ordnung zu halten und darauf zu achten, dass sie auch sonst Pflichten im Haus übernehmen. Es ist wichtig für unsere Kinder, das nicht immer nur von der Mutter zu hören. Und es ermutigt unsere Frau­en, wenn sie merken, dass wir sie auch darin unterstützen.
Gleichzeitig verdeutlicht der zuletzt genannte Aspekt noch einmal, dass die verschiedenen Ordnungsberei­che in Ehe und Familie nicht von­einander getrennt werden kön­nen, sondern ineinander greifen.

Beachtenswerte Konsequenzen

Was wir als Männer außerdem auch nie vergessen sollten: Unseren Bei­trag zur Ordnung im Haushalt nicht zu leisten, wäre gleichbedeutend damit, unserer uns von Gott in der Schöpfungsordnung gegebenen Ver­antwortung nicht nachzukommen.
Nicht zuletzt sind uns unsere Ehe­frauen von Gott geschenkt. Unseren Beitrag zur Ordnung im Haushalt nicht zu leisten, hieße, dieses Ge­schenk Gottes gering zu achten.

Stefan Busch

"Gott ist nicht ein Gott der Unordnung sondern des Friedens, wie in allen Versammlungen der Heiligen."
(1. Korinther 14,33)

Fußnoten:

  1. Die vielfältigen Aufgaben, die Gott der Frau anver­traut hat und zu denen auch die Ordnung in ihrem Haus gehört, wurden ausführlich in der Artikelserie „Eine tüchtige Frau – wertvoller als Korallen“ von Ernst-August Bremicker behandelt, die in den Hef­ten 2/2018 bis 2/2019 von „Bleibt in mir“ erschie­nen ist.

  2. J. G. Bellet: „Die Welt vor der Flut und die Patriar­chen“, S. 89, Nachdruck 1979 erschienen im Ernst-Paulus-Verlag.

Der Glaube Abrahams

© tanawatpontchour, stock.adobe.com

Hebräer 11 malt ein wunderschönes und anspornendes Bild des Glaubens Abrahams. Durch Glauben war Abraham gehorsam, auszuziehen, als er von Gott gerufen wurde. Es war etwas völlig Neues, dass Gott einen einzelnen Menschen mit seiner Familie herausruft aus seiner Umgebung. Zwar hatte Gott schon früher zu Menschen gesprochen. Er hatte beispielsweise Noah den Auftrag gegeben, eine Arche zu bauen. Aber herausgerufen aus seiner gewohnten Umgebung hatte Gott bis dahin noch niemanden. Das war tatsächlich ein deutlicher Wechsel in den Wegen Gottes mit den Menschen. Abraham konnte sich nicht auf Erfahrungen früherer Glaubensmänner stützen. Er musste Gott einfach gehorchen!

Gehorsam Schritt für Schritt

In diesem Gehorsam aus Glauben zog Abraham tatsächlich aus. Er verließ Ur in Chaldäa, eine zivilisierte und für die damalige Zeit große Stadt. Das tat er im Vertrauen auf Gott, ohne zu wissen, wohin er kommen würde (s. V. 8). So groß war sein Glaube.
Er vertraute darauf, dass „der Gott der Herrlichkeit“, der ihm erschienen war (Apg 7,2), keinen Fehler macht. An seiner Hand wollte er gerne gehen, auch wenn er nicht wusste, wohin ihn die Reise führen würde.
Diesen Glauben hatte er nicht nur für sich alleine. Auch im Blick auf sei­ne Familie vertraute er Gott. Seine Frau Sarah wird ebenfalls in dieser Galerie der Glaubenshelden genannt (s. V. 11). Gehen wir als Ehepaare auch in Glauben und Gehorsam gemein­sam den Weg, den Gott uns zeigt?
Bei allem hatte Abraham eine leben­dige Hoffnung. Er verließ eine Stadt hier auf der Erde, aber er erwartete eine bessere Stadt, eine Stadt im Himmel. Diese Erwartung ließ ihn hier auf der Erde in Zelten wohnen. Im Vorausblick auf die Zukunft hatte er im Glauben die Kraft, als Fremd­ling auszuhalten. Schritt für Schritt ging er mit seinem Gott.

Nicht ohne Fehler

Das bedeutet nicht, dass Abraham ohne Fehler war. Sein Glaubensle­ben war nicht immer auf der glei­chen Höhe. Ob es der Aufenthalt in Haran war (s. 1. Mo 11,31), der Weg hinab nach Ägypten (s. 1. Mo 12,10) oder die fleischliche Bemühung, mit der Magd Hagar für Nachkommen­schaft zu sorgen, es gab auch Schrit­te im Leben Abrahams, die nicht aus Glauben waren. Aber die Berichter­stattung Gottes in Hebräer 11 be­handelt diese Situationen nicht. In sei­ner Gnade stellt Gott den Glau­ben Abrahams als leuchtendes Beispiel hin.
Wir lernen aus seinem Beispiel, eben­so Schritt für Schritt im Gehorsam gegenüber Gottes Wort weiter zu gehen. Manchmal erwartet Gott von uns einen Glaubens­schritt, bevor Er uns den weite­ren Weg deutlich macht. Dann wol­len wir im Vertrau­en auf Ihn gehen und alles Weitere von Ihm erwar­ten.
Gerade im Familienleben ist das eine wichtige Sache, in der wir als Eltern gute Vorbilder für unsere Kinder sein können.
Und wenn wir einmal einen falschen Schritt getan haben, dann wollen wir bis dahin zurückkehren, wo das Ab­weichen begonnen hat und von dort aus im Glauben weitergehen. So, wie wir es im Vorbild Abrahams eben­falls finden (s. 1. Mo 13,1-4).

Leben als Fremdling

In dieser Glaubensenergie lebte Abra­ham dann auch in dem Land, das Gott ihm verheißen hatte. Dort hielt er sich als Fremdling auf. Das Zelt war die pas­sende Wohnung für den Fremdling.
Auch darin dürfen wir Vorbild für un­sere Familien sein. Wir leben nicht für diese Welt, sondern für eine an­dere und bessere Welt. Wir erwar­ten jetzt nichts von dieser Welt, sondern setzen unsere Erwartung und Hoff­nung in die Zukunft. Wir suchen nicht Anerkennung in dieser Welt, sondern von dem, der uns einmal in eine ganz andere Welt bringen wird. Wir leben nicht „weltfremd“ und lehnen doch „Weltförmigkeit“ entschieden ab. Wir halten uns gerne „in Zelten“ auf und richten uns auf den Himmel aus. Dort sammeln wir uns Schätze und set­zen dabei die Dinge auf dieser Erde ein im Blick auf die Zukunft im Himmel. Dann wird auch unser Herz da sein, wohin unsere ganze Erwartung aus­gerichtet ist.

Miterben der Verheißung

Diese „Lebensart“ Abrahams, die er durch Glauben zeigte, blieb nicht ohne Einfluss auf seine Familie. Er lebte in Zelten zusammen mit Isaak und Ja­kob. Es waren 75 Jahre, die er gemein­sam mit Isaak lebte und damit etwa 15 Jahre, die Abraham noch vor sich hatte, nachdem Jakob geboren wurde.
Doch was ist das Merkmal, das die Bibel an dieser Stelle als verbinden­des Element zwischen Abraham, Isaak und Jakob herausstellt? Es war die Verheißung, die Abraham gegeben war und deren Miterben sein Sohn und sein Enkel waren. Diese Verhei­ßung Gottes war das entscheidende und verbindende Element.
Wir haben eine viel bessere Verhei­ßung als Kinder und Erben Gottes. Wir sind Miterben mit Christus (s. Röm 8,17) und warten darauf, dass Er ein­mal sein Erbe antritt. Dann werden wir mit Ihm erscheinen und mit Ihm tausend Jahre herrschen.
Ist es das, was uns in unseren Fami­lien miteinander verbindet? Dann wird es uns leichter fallen, mit dem Zelt zufrieden zu sein. Dann können wir Nachahmer des Glaubens Abrahams sein, der die ganze Macht Gottes er­lebt hat, die Leben aus dem Tod her­vorbringt.
Diese Macht Gottes steht auch uns zur Verfügung. In dem Maß, wie wir als Fremdlinge in dieser Welt aus Glauben leben, werden wir uns die­se Macht auch nutzbar und er­lebbar machen können.
Der Segen für unsere Ehen und Fa­milien, der mit einem solchen Leben durch Glauben verbunden ist, wird nicht ausbleiben.

Christian Rosenthal

Verschiedene Wege

© BillionPhotos.com, stock.adobe.com

In Psalm 119 beschreibt ein Glaubender aus der Zeit des Alten Testaments die Schönheit des Wortes Gottes, wie er es kennt. Wie viel mehr dürfen wir diese Schönheit bewundern, die wir das abgeschlossene Wort Gottes, die ganze Bibel, in Händen haben. Der Psalm selbst ist ein dichterisches Meisterwerk, auch wenn wir dessen sprachliche Schönheit in der deutschen Sprache kaum erkennen können.
In dem vierten Abschnitt dieses Psalms (V. 25-32) nennt der Psalmist fünf verschiedene Wege, die uns fünf praktische Lektionen für unser Leben geben.

Der Weg der Gebote Gottes

So geht er „den Weg der Gebote Gottes“ (s. V. 32). Er geht ihn aus freien Stücken, er hat bewusst die richtige Wahl getroffen. Auf diesem Weg erlebt er echte Freiheit, seinem Herzen ist Raum gemacht und er kann in Freiheit und Freude auf diesem guten Weg weitergehen.

Der Weg der Gedanken Gottes

Der nächste Vers handelt von dem „Weg der Vorschriften Gottes“, dem Weg nach Gottes Gedanken. Über diesen Weg und das Handeln Gottes sinnt der Psalmist nach und er bittet um mehr Verständnis für diesen Weg. Das ist eine gute Bitte.

Der Weg der Falschheit und Lüge

In Vers 29 wird der „Weg der Lüge“ genannt. Der Psalmist hat die herzliche Bitte, vor diesem Weg bewahrt zu bleiben. Absonderung von diesem Weg ist erforderlich. Doch diese Absonderung führt nicht in die Leere. Das Gesetz Gottes, seine Worte und Gedanken, füllen stattdessen das Herz.

Die Wege des Glaubenden

In Vers 26 geht es um die Wege, die der Glaubende zu gehen hat. Der Psalmist nennt sie „meine Wege“. Diese Wege dürfen wir Gott anbefehlen und Ihn um seine Leitung und Führung bitten.

Der Weg der Treue

Dann schreibt der Psalmist über eine ganz bewusste Wahl, die er getroffen hat. Es ist die bewusste Entscheidung für „den Weg der Treue“. Auf diesem Weg der Treue stellt der Glaubende Gottes Rechte vor sich, um mitten auf diesem Weg weiterzugehen, so wie es auch in Sprüche 8,20 heißt:

„Ich wandle auf dem Pfad der Gerechtigkeit, mitten auf den Steigen des Rechts.“
(Sprüche 8,20)


Christian Rosenthal

Wählen zwischen Alternativen

© VTT Studio, stock.adobe.com

Im Leben jedes Menschen gibt es Situationen, in denen Entscheidungen getroffen werden müssen. Dabei kann man entweder bewusst zwischen zwei oder mehr Möglichkeiten wählen; manchmal kann es aber auch sein, dass den Dingen ohne direkte Entscheidung ihr Lauf gelassen wird. Damit wird entschieden, „nichts zu tun“ und auch das ist eine Entscheidung – sei sie gut oder weniger gut. Häufig schließen sich verschiedene Alternativen aber auch aus und wir müssen uns für das eine und damit gegen das andere entscheiden. Für welche Alternative man sich nun entscheidet, hängt von verschiedenen Faktoren wie z.B. Wertehaltung und Lebenssituation ab.
In Gottes Wort werden uns verschiedentlich Berichte von Menschen gegeben, die auch vor Entscheidungen standen und sich für einen Weg entschieden haben – sowohl zum Guten als auch zum Schlechten. Im Folgenden wollen wir uns anhand einiger Beispiele damit beschäftigen und daraus lernen, um in unserem Leben die richtige Wahl zu treffen.

Aufforderung zur richtigen Entscheidung

In den Abschiedsworten Moses an das Volk Israel stellt er ihnen immer wieder die Konsequenzen von richti­gen und falschen Entscheidungen vor. Er hatte ihnen sowohl Leben und Glück als auch Tod und Unglück vor­gestellt (s. 5. Mo 30,15), um das Volk dann aufzufordern, das Leben zu wählen: „Das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, damit du lebest, du und deine Nach­kommenschaft …“ (5. Mo 30,19). Die Liebe zu Gott und seinem Volk trieb Mose zu diesem eindring­lichen Ap­pell an.
Auch heute haben Menschen die Wahl zwischen Leben und Tod, zwi­schen ewiger Errettung und ewiger Verdammnis. Viele Evangelisten, Mis­sionare, Kolporteure[1], Gläubige an Büchertischen usw. rufen den Men­schen heute zu: Wähle das Leben! Das ist die wichtigste Entscheidung im Leben eines Menschen, bei der es tatsächlich nur zwei Alternativen gibt! Wie viele Großeltern, Eltern, Angehörige und Freunde haben im Lauf der Geschichte gerufen: Ent­scheide dich für den Herrn Jesus! Jeder hat die Wahl und muss ent­scheiden. Nichts zu tun, ist die Ent­scheidung gegen das Leben und für den Tod.

Eine falsche Entscheidung[2]

Als Lot mit Abraham in das Land Kanaan gezogen war, kam es zu einem Konflikt zwischen den Hirten Lots und Abrahams. Zur Lösung die­ses Konflikts schlug Abraham vor, dass sie sich trennen sollten. Er überließ seinem jüngeren Neffen die Wahl, wohin er ziehen wollte. Lot entschied sich für die bewässer­ten Ebenen des Jordan (s. 1. Mo 13,10f.).
Sein Motiv war, optimale Vorausset­zungen für seinen irdischen Besitz zu haben. Offensichtlich gab es dort die besten Bedingungen für seinen großen Viehbestand und die Gele­genheit, diesen zu vermehren. Dass in den Ebenen des Jordan auch die Stadt Sodom lag, deren Menschen „große Sünder“ waren, hielt ihn von dieser Entscheidung nicht ab (s. 1. Mo 13,13).
Die Folge dieser falschen Wahl fin­det sich im Verlauf der Geschichte Lots: Es war am Ende zu seinem großen Nachteil. Der Weg Lots hatte einen Nachklang weit über sein ei­genes Leben hinaus: zwei große Fein­de des Volkes Gottes (die Moabiter und Ammoniter) wurden seine Nach­fahren (s. 1. Mo 19,37f.).
Es mag sein, dass auch wir heute vor Alternativen gestellt werden, wo wir „unsere Zelte aufschlagen“ sol­len. Wo sollen wir unseren Wohn- und Arbeitsplatz suchen (vielleicht darf es auch auf die Wahl des Urlaubsortes erweitert werden) und was ist die Motivation bei einer sol­chen Entscheidung?
Schauen wir auf die besten Voraus­setzungen, unseren irdischen Besitz zu mehren, bequeme Lebensum­stände zu haben oder ist unser An­trieb „dem Herrn einen Altar zu bauen“, wie es bei Abraham der Fall war (s. 1. Mo 13,18)? Die Folgen mö­gen zunächst nicht offensichtlich wer­den (Lot war ein geehrter und äu­ßerlich wohlhabender Mann), aber sie werden wie bei Lot nicht ausblei­ben.

Eine richtige Wahl[3]

In einer ähnlichen Situation wie Lot war auch Mose am Pharaonenhof in Ägypten. Dort waren die besten Vor­aussetzungen für ein angeneh­mes Leben in Reichtum, Sicherheit und Bequemlichkeit vorhanden. Mose hat­te es sogar fast 40 Jahre „genießen“ können. Eigentlich war Mose auch nicht direkt vor eine Entscheidung gestellt worden, er hätte es ignorie­ren können, als der Ägypter den he­bräischen Mann schlug (s. 2. Mo 2,12).
Doch das wäre dann eine Entschei­dung zum „Wegschauen“ gewesen. Die Folgen der Tat Moses, den Ägyp­ter zu erschlagen, der seinen hebräi­schen Bruder schlug, waren schwer­wiegend: Er musste in die Wüste fliehen und den ganzen irdischen Lu­xus hinter sich lassen, um an­schließend mit seinem Volk die schwieri­gen Umstände in Ägyp­ten und auf dem Weg durch die Wüste zu teilen.
Aber seine Entscheidung war eine bewusste Wahl, wie es im Hebräer­brief berichtet wird: Mose „wählte lieber …“ (Heb 11,25f.)! Welch eine uneigennützige Wahl, welch eine vorbildliche Bewertung der Situation: „… die Schmach des Christus für größeren Reichtum[zu halten] als die Schätze Ägyptens …“. Außerdem wählte Mose „… lieber mit dem Volk Gottes Ungemach zu leiden …“.
Er nahm einen zeitlichen Nachteil gerne in Kauf, weil er die unbe­fristete, ewige Anerkennung und Beloh­nung Gottes wählte. Er hätte auch anders wählen können, aber er ver­zichtete bewusst auf den „zeitlichen Genuss der Sünde“.
Mose hatte erkannt (vielleicht auch geprägt durch den positiven Einfluss im Elternhaus und die Erlebnisse in den 40 Jahren am Hof des Pharaos), dass beim Pharao kein dauerhafter Platz für ihn war.
Er suchte auch keine Entschuldigung, dass er durch die Umstände des Le­bens an den Hof des Pharaos beru­fen sei und dort für das Volk Israel zum Nutzen sein könne: Nein, Mose traf eine Entscheidung des Glaubens und wählte richtig!
Eine Entscheidung für Christus bzw. die Dinge des Herrn kann auch heu­te noch mit Nachteilen auf die­ser Erde und mit einem Verlust ihrer Annehmlichkeiten verbunden sein. Deutlich wird das vor allem bei sol­chen, die ein angenehmes Leben aufgeben, um z.B. in Entwicklungs­länder zu ziehen und dem Volk Got­tes dort zu dienen und die gute Botschaft verlorenen Menschen zu ver­kündigen.
Aber auch der Verzicht auf Dinge in dieser Welt „um Christi willen“ ge­hört dazu. Meist ist der Grad der Schmach in der heutigen westlichen Welt eher gering. Ein abschätziger Blick oder eine spöttische Bemerkung sind oft alles. In anderen Ländern kann das mit deutlich stärkeren Nach­teilen verbunden sein: Sei es Unge­mach und Schmach seitens der gott­feindlichen Umgebung, wie z. B. be­rufliche Nachteile oder gar das Ver­stoßen aus Familie und Gesellschaft, Verfolgung, Gefängnis, Folter oder mehr.
Eine bewusste Wahl gegen Ehre in dieser Welt (ein Sohn des Pharaos genannt zu werden) und für das Er­leiden des Ungemachs mit dem Volk Gottes findet aber immer die Beloh­nung Gottes und die Zustimmung des Himmels!

Eine vorbildliche Wahl

Eine ähnliche Situation, wie wir sie bei Mose gesehen haben, finden wir einige Jahrzehnte später bei seinem Nachfolger Josua. Auch er stellt am Ende seines Lebens das Volk vor eine Wahl, nachdem er das Volk Israel in das Land Kanaan geführt hatte (s. Jos 24,15). Allerdings teilt er dem Volk auch sofort seine per­sönliche Entscheidung mit: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen!“
Damit ist er als Führer des Volkes gleichzeitig ein gutes Vorbild. Er sagt gleichsam: „Schaut, ihr habt die bei­den Al­ternativen, ich ent­scheide mich für den Herrn.“ Darin liegt die Auffor­derung an das Volk, es ihm gleich zu tun. Die Antwort des Volkes ent­spricht dann auch diesem Vor­bild. Sie wollen ebenso, wie Jo­sua und sein Haus, dem Herrn dienen und Ihm gehorchen (s. Jos 24,18.24), ob­wohl wir aus der Ge­schichte wissen, wie oft das Volk darin versagt hat.
Unsere Entscheidungen haben auch einen Einfluss auf unsere Umgebung. Man hört oder sieht, wie wir uns entscheiden, wenn wir zwischen Al­ternativen zu wählen haben. Ob wir (vielleicht auch nur ein wenig) den „Göttern der Amoriter“ dienen wol­len oder ob wir klar erkennbar „dem Herrn Jesus dienen“ wollen, kann zum Schaden oder Nutzen unserer Mitmenschen und Glaubensgeschwis­ter sein.
So hat eine Entscheidung nicht nur Auswirkungen auf unser persönli­ches und familiäres Leben, sondern auch auf das unserer Umgebung. Das ist eine große Verantwortung, die wir bei unseren Entscheidungen auch berücksichtigen sollten.
Im Beispiel Josuas gibt es auch keine weitere Alter­native, nur entweder – oder. Nicht „ein wenig dem Herrn“ und „ein wenig den Göt­tern“ der sie um­gebenden Völker. Darüber hinaus geht es um eine Per­son: „wem ihr dienen wollt“, nicht um eine Sache oder Weltan­schauung. Es geht um die Person des Herrn – IHM zu dienen.
Wir kennen vermutlich auch solche Momente in unserem Leben, in de­nen wir uns für die eine oder ande­re Seite bzw. Person entschei­den müssen. Das kann auch häufiger im Leben vorkommen.
Hier bei Josua ist es am Ende seines Lebens. Er war aus Ägypten durch das Rote Meer herausgeführt wor­den, mit dem Volk als Die­ner Moses durch die Wüste gegan­gen, hatte das Volk durch den Jordan in das geseg­nete Land ge­führt, ge­meinsam mit dem Volk ge­gen die Bewohner des Landes ge­kämpft und das Land in Besitz genommen.
Heute würden wir sagen: Josua war ein erfahrener, bewährter und ent­schiedener Christ, der ein Leben in enger Gemeinschaft mit seinem Herrn führte und die himmlischen Segnun­gen (s. Eph 1,3ff.) verstanden und ge­nossen hat. Er hatte in sei­nem Le­ben bereits mehrere Entscheidun­gen getroffen, die nicht dem damaligen Zeitgeist entsprochen hat­ten und sich damit klar auf die Seite Gottes gestellt (z. B. bei der Rück­kehr der Kundschafter in 4. Mose 14,6-10). Trotzdem trifft er auch jetzt am Ende seines Dienstes nochmals die Entscheidung, dass er und sein Haus dem Herrn dienen wollen.
Eine einmalige richtige Entscheidung ist also keine Garantie für zu­künftig richtige Ent­scheidungen. Wir müssen uns immer wieder bewusst ma­chen, wem wir dienen möchten; es ist kein Automatismus „ein­mal gut – immer gut“.


„Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen!“
(Josua 24,15b)


Das Gute wählen

Als Maria dem Herrn Jesus zuhörte und zu seinen Füssen saß, wollte ihre Schwester Martha, dass der Herr Maria ermahne, ihr zu helfen. Das Urteil des Herrn Jesus über das Verhalten Marias ist eindeutig: „Denn Maria hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen werden wird“ (Lk 10,42b). Maria hätte sich anders entscheiden können, aber sie setzte die Prioritäten richtig. Die Gelegenheit, sich zu den Füßen des Herrn Jesus zu setzen und Ihm zuzu­hören, war nicht alltäglich und sie nutzte diese Situation gut aus, in­dem sie die richtige Wahl traf[4].
Das gute Teil, welches Maria erwähl­te, war, in seiner Nähe seinen Wor­ten zuzuhören. Nachdem sie das gute Teil erwählt hatte, war sie später auch in der Lage, das gute Werk am Herrn Jesus zu tun, indem sie sein Haupt salbte (s. Mt 26, 10). Im Sinn der Briefe des NT (insbesonde­re des Hebräerbriefes) hat­te Maria das bessere und vorzüglichere Teil ge­wählt.
Wenn verschiedene (gute) Alternati­ven zur Entscheidung stehen, dann geht es auch darum, die Dinge in die richtige Rang- und Reihenfolge zu stellen. Das gute Teil der Maria war unvergänglich, weil es nicht von ihr genommen werden würde.
Bevor wir etwas für den Herrn tun können, ist es erforderlich, von Ihm zu lernen, indem wir uns in seiner Nähe aufhalten und auf sein Wort hören. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wir in eigener Kraft und im Ei­genwillen handeln. Hier ist der Fokus also nicht so sehr auf dem „entwe­der – oder“, sondern mehr auf dem „sowohl – als auch“. Nur die Priori­tät und die Reihenfolge, wann „etwas dran ist“, ist nicht zu vernachlässi­gen.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Die Arbeit im Reich Gottes kann nicht auf Kosten des persönlichen Gebetslebens und Bibellesens ge­hen. Die beiden letzteren Punkte müssen zuerst kommen, damit der Dienst überhaupt erkannt wird und unter der Leitung des Herrn in seinem Sin­ne erfolgen kann.

Hilfe bei der Wahl zur guten Entscheidung

Oft liegen die richtigen, guten Ent­scheidungen nicht so klar auf der Hand. Manches Mal mag es auch schwierig sein, „das gute Teil“ zu er­kennen. Dann brauchen wir „Ent­scheidungshilfen“. Oft finden sich diese Hilfen offensichtlich oder auch angedeutet in Gottes Wort. Aber nicht immer ist das der Fall.
Sind wir dann auf unseren „gesun­den Menschenverstand“ angewiesen? Überlässt Gott es dann unserer Weisheit und ist Ihm dann vielleicht gleichgültig, welche Wahl wir tref­fen? Auch Paulus war in einer sol­chen Situation, als er an die Philip­per schrieb: „… und was ich erwählen soll, weiß ich nicht“ (Phil 1,21ff.).
Es ging um das Leben für Christus oder das Sterben, um bei Ihm zu sein, wo es weit besser ist (Phil 1,23). Paulus überließ diese Entschei­dung seinem Herrn, da er ohnehin nicht über den Zeitpunkt seines Sterbens bestimmen konnte.
In Psalm 25,12 finden wir eine schö­ne Antwort[5]: „Wer ist nun der Mann, der den Herrn fürchtet? Er wird ihn unterweisen in dem Weg, den er wählen soll.“
Die Voraussetzung für eine klare Sicht, welche Entscheidung die rich­tige ist, ist also Gottesfurcht.
Andererseits ist ein gottesfürchti­ger Mann (und selbstverständ­lich auch eine solche Frau) da­durch gekenn­zeichnet, dass er einen Weg geht, der vom Herrn aus­gewählt wurde. Dabei bedeutet das natürlich nicht, dass im Leben eines gottesfürchtigen Menschen „alles glatt läuft“. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele im Wort Gottes, dass selbst auch sehr gottes­fürchtige Menschen (z. B. Hiob) schwe­re Wege geführt wurden.
Wenn jedoch im Herzen vielleicht be­reits eine eigenwillige Entschei­dung getroffen ist, wird es schwie­rig, wirk­lich die Unterweisung Gottes über den richtigen Weg zu erken­nen, ob­wohl der Herr uns gerne helfen möchte, die richtige Wahl zu treffen.
Dabei sind seine Antwortmöglich­keiten vielfältig. Manchmal werden wir in unserem Glaubensvertrauen gefordert, weil wir warten müssen. Ein anderes Mal verlangt die Situa­tion eine sofortige Entscheidung.
Bei einem Leben in Gottesfurcht möchte der Herr uns den Weg zei­gen, den wir wählen sollen. Ein Stoß­gebet, ein Erinnern an ein Bibelwort oder auch Fragen wie z. B.: „Wie wür­de der Herr Jesus in dieser Situation entschieden haben?“ oder „Welcher Weg bringt mich näher zum Herrn?“ können dabei eine Hilfe sein.

Marco Steih


Fußnoten:

  1. Verteiler christlicher Literatur und Traktate

  2. Vgl. „Was wählst Du?“, in: „Ermunterung und Er­mahnung“, 16. Jg. (1962), S. 200-204.

  3. Vgl. „Was wählst Du?“, in: „Ermunterung und Er­mahnung“, 16. Jg. (1962), S. 200-204.

  4. Damit soll nicht die Wichtigkeit des Dienstes von Martha eingeschränkt werden, aber das ist hier nicht das Thema.

  5. Vgl. auch: „Rückblick und Ausblick“ (Michael Vogel­sang), in: „Folge mir nach“, 27. Jg. (01/2019), S.4-8, insbes. S. 7.

Sammeln für die Ewigkeit

© fotofabrika, stock.adobe.com

Solange wir leben, haben wir Gottes Wort für unseren Glaubensweg nötig. Wie dankbar können wir sein, dass wir es in vollendeter Form und in einer sehr guten Übersetzung in Händen halten dürfen! Gottes Wort gibt uns tägliche Speise für unser geistliches Leben und Richtung für unseren Lebensweg.
Wie ein Automobil nur mithilfe eines ständigen Antriebs und eindeutiger Navigation das Ziel erreichen kann, so benötigen auch wir in geistlicher Hinsicht ständig Kraft und Wegweisung. Beides finden wir nur in Gottes Wort. Nur dort können wir die Person des Herrn Jesus und in Ihm die Offenbarung des Vaters finden.
Im Anschauen der Herrlichkeiten unseres Herrn erhalten wir immer wieder neue Kraft und durch sein Wort leitet Gott uns sicher auf dem Glaubensweg. Angesichts der vielfältigen Literatur, die es heute auf dem weiten Feld des christlichen Bekenntnisses gibt, wird es immer wichtiger festzuhalten, dass es letztlich allein auf Gottes Wort ankommt. Natürlich können uns gute Schriften erfahrener Ausleger des Wortes Gottes zum großen Segen sein – doch über allem steht die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift selbst.

Ein unvergänglicher Schatz

Beim Lesen des Wortes Gottes ge­winnen wir nicht nur Kraft und Lei­tung für unseren gegenwärtigen Weg, sondern wir bereichern uns auch mit Schätzen, die uns zukünftig eine gan­ze Ewigkeit zunutze sein werden. Wenn wir gerade die Wichtigkeit der gegenwärtigen Wirkung des Wortes Gottes gesehen haben, wollen wir nun ein wenig die zukünftigen Aus­wirkungen betrachten, die die Be­schäftigung mit dem Wort Gottes mit sich bringt. Dieser Gesichtspunkt ist ein zusätzlicher Ansporn, sich in­tensiv mit Gottes Wort auseinan­der zu setzen, es bereits in jun­gen Jah­ren zu erforschen und unter Gebet auf das eigene Herz und Leben an­zuwenden.
Wir sind heute schon „gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern“ (Eph 1,3). Ein unermesslicher Reichtum liegt dort für uns bereit. Es ist ein „Schatz, un­vergänglich, in den Himmeln, wo kein Dieb sich nähert und keine Motte verdirbt“ (Lk 12,33). Doch diesen Schatz gilt es schon heute zu ber­gen. Wie kann dies ganz praktisch geschehen?
Durch das Lesen des Wortes Gottes, denn nur dort wird uns dieser Schatz vorgestellt. Das Einzigartige dabei ist, dass das, was wir heute in Gottes Wort an Schätzen sammeln, immer unser Eigentum bleiben wird. Die Worte des Heilands in Lukas 12 zei­gen, dass durch den Einsatz materi­eller Güter für die Sache des Herrn ein Schatz im Himmel erworben wird. Wie viel mehr sind die Schätze, die wir aus seinem Wort bergen, solche, die kein Dieb uns jemals wieder ent­reißen kann.
Gottes Wort ist also nicht nur unver­zichtbar für die Zeit, sondern das daraus Angeeignete ist auch unver­lierbar für die Ewigkeit!

Ein unsichtbarer Schatz

Beim Lesen des Wortes Gottes sammeln wir für die Ewigkeit. Got­tes Wort zeigt uns in 2. Korinther 4 ganz grundsätzlich, dass nur die un­sichtbaren Dinge ewig sind: „Das, was man sieht, ist zeitlich, das aber, was man nicht sieht, ewig“ (2. Kor 4,18). Die geistlichen Segnungen und Schätze, die wir in Gottes Wort fin­den, lassen sich mit dem natürli­chen Auge nicht betrachten, weil diese Dinge nicht der Zeit unterworfen sind. So ist schon die Unsichtbarkeit der geistlichen Schätze, die in Got­tes Wort enthalten sind, ein Indiz für deren Ewigkeitswert. Mit dem Auge des Glaubens aber lassen sich diese Dinge beim Lesen des Wortes Gottes betrachten und genießen.

Zwei Beispiele

Diesen Reichtum an geistlichen Seg­nungen (in Epheser 1,3 ist von „je­der“ geistlichen Segnung die Rede, um die ganze Vielfalt dieser Schätze hervorzuheben!) können wir uns schon jetzt beim Lesen und Hören des Wortes Gottes aneignen. Wie Timotheus das „Bild gesunder Wor­te“ (2. Tim 1,13), die er von Paulus gehört hatte, festhalten und als ein „schönes, anvertrautes Gut“ (2. Tim 1,14) bewahren sollte, so sollen auch wir das Wort Gottes aufnehmen und bewah­ren. Dabei wird nichts von unseren Segnungen jemals verloren gehen, weil Gott selbst sie bis in Ewigkeit für uns be­wahren wird. Wir haben ein Erbteil, das in den Him­meln für uns aufbe­wahrt ist (s. 1. Pet 1,4). Das, was wir auf der Erde be­wahren sollen, ist in den Himmeln unverlier­bar von Gott selbst (auf)be­wahrt! Was für eine gewaltige Zusa­ge und Ermunterung, dieses wun­derbare Gut, diesen Schatz im Him­mel, hier auf der Erde durch das Lesen und Hören des Wor­tes Gottes immer besser zu verste­hen und wie Timo­theus zu bewah­ren!
Ein weiteres Beispiel finden wir bei Maria. Diese Frau verstand sich dar­auf, Gottes Wort mit Fleiß zu hören und aufzunehmen. Wir lesen, dass sie „sich zu den Füßen Jesu nieder­setzte und seinem Wort zuhörte“ (Lk 10,39). Daraufhin erklärt der Herr, dass sie somit das gute Teil erwählt hat (s. Lk 10,42) – ähnlich dem schönen anvertrauten Gut eines Ti­motheus. Doch Christus fügt noch etwas hinzu: dieses schöne Gut, dieses gute Teil wird nicht von ihr genommen werden (s. Lk 10,42). Auch hier wird also von dem Hei­land selbst bezeugt, dass das, was wir auf der Erde im Auf­nehmen seines Wortes sammeln, unver­lierbar für uns bis in die Ewigkeit erhalten bleiben wird!


„Was wir auf der Erde beim Aufnehmen seines Wortes sammeln, wird unverlierbar für uns bis in die Ewigkeit erhalten bleiben .“


Ergänzend sei noch erwähnt, dass auch schon im Alten Testament der Gedanke des Sammelns für die Ewig­keit im Vorbild des Mannas zum Vor­schein kommt: In 2. Mose 16, 22.23 lesen wir, dass am sechsten Tag die doppelte Menge an Brot gesammelt werden sollte, um für den Ruhetag am darauffolgenden Sabbat noch übrig zu haben. Das Manna ist als Speise für die Wüstenreise ein di­rektes Vorbild auf den Herrn Jesus, „das wahrhaftige Brot aus dem Him­mel“ (Joh 6,32), von dem wir uns durch das Lesen des Wortes Gottes auf unserem Glaubensweg nähren. Dieses Aufsammeln der geistlichen Nahrung ist nur „bis zum Sabbat“ möglich. Wenn die ewige Ruhe in der Herrlichkeit Gottes gekommen sein wird, werden wir uns in Ewig­keit von dem nähren können, was wir zuvor von Christus in dieser Wei­se eingesammelt haben. Doch auch im Vaterhaus werden wir niemals aufhören, weitere Herr­lichkeiten und Schönheiten der Person Christi zu entdecken, zu „sammeln“ und anbe­tend zu genie­ßen. Denn dann, wenn wir bei Ihm sein werden, wo Er ist, werden wir seine Herrlichkeit schau­en, die der Vater Ihm gegeben hat (s. Joh 17,24) und sicherlich nicht mehr aus dem Stau­nen herauskom­men! Aber wie schön: das Gesam­melte, das wir schon als geistliches Manna hier auf der Erde aufgelesen haben, wird dann auch für uns auf­bewahrt sein, so wie das übrige Manna „zur Aufbe­wahrung bis zum Morgen“ des Sab­bats hingelegt wer­den sollte (s. 2. Mo 16,23). Welch ein wunderbares, ewi­ges Teil steht uns bevor!
So wollen wir im Lesen und Hören des Wortes Gottes stets fleißig sein. „Lasst uns wie Maria tun, still zu seinen Füßen ruhn!“[1] und für die Ewigkeit sammeln.

Matthias Wölfinger


Fußnoten:

  1. Lied 135 aus „Geistliche Lieder“, CSV Hückeswagen.

Mose und sein Schwiegervater

Vorbild im Umgang miteinander (2. Mose 18)

© Peggy Blume, stock.adobe.com

Vater und Mutter ehren

Eine wichtige Voraussetzung für die gesunde Entwicklung einer Ehe ist die Loslösung aus der bisherigen Bindung zu Vater und Mutter. Der Schöpfer hat nach seiner Weisheit bestimmt:
„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen“ (1. Mo 2,24; Mt 19,5). Damit ist aber das göttliche Gebot, die Eltern zu ehren, keineswegs außer Kraft gesetzt. Die Aufforderung: „Ehre deinen Vater und deine Mutter“, ist das erste Gebot mit Verheißung: „… damit es dir wohl ergehe und du lange lebest auf der Erde“ (Eph. 6,2; 2. Mo 20,12).

Auf Gottes Wort achten

Es ist beeindruckend, wie das Wort Gottes für alle Lebensbereiche Hin­weise enthält und uns vielseitigen Anschauungsunterricht gibt.
In 2. Mose 18 finden wir bemerkens­werte Lektionen im Umgang des Mannes Mose mit seinem Schwie­gervater Jethro zu unserer Belehrung.
Wie gut und wie lieblich ist es“, wenn wir auch in den Familien „einträchtig bei­einander wohnen“ (Ps 133,1) – auch als Übungsfeld für einen guten Um­gang als Glau­bensgeschwister.
Und Gott verheißt: „Wer auf das Wort achtet, wird Gutes finden“ (Spr 16,20).

Wieder vereint

Ereignisreiche Tage liegen hinter dem Mann Mose: Tage der Glaubenser­probung, aber auch wertvoller Er­fahrungen, wie der Herr der Heer­scharen sein Volk mit starker Hand und ausgestrecktem Arm aus der Knechtschaft Ägyptens befreit und durch das Rote Meer an den Berg Gottes geleitet hatte.
Die Kunde davon war in Midian an­gekommen.
Jethro hatte alles gehört,

„was Gott an Mose und an Israel, seinem Volk, getan hatte, dass der Herr Israel aus Ägypten herausge­führt hatte".
(V. 1)


Was für eine Freu­de für Mose: Jethro lässt seinem Schwiegersohn nunmehr ihr Kom­men ankündigen:

Ich, dein Schwie­gervater Jethro, bin zu dir gekom­men, und dei­ne Frau und ihre zwei Söh­ne mit ihr.“
(V. 6)


Jethro ist weise. Er ist sich bewusst: Meine Tochter ge­hört zu ihrem Ehe­mann und die Kinder brauchen ih­ren Vater. – Und so macht er sich auf die Reise. Die eigenen Interes­sen stellt er zurück.

Liebe und Interesse füreinander

Da ging Mose hinaus, seinem Schwiegervater entgegen, und beug­te sich nieder und küsste ihn; und sie fragten einer den anderen nach ih­rem Wohlergehen und gin­gen ins Zelt.“
(V. 7)


Endlich kann Mose nach einer Zeit der Trennung Zippora und auch sei­ne beiden Söhne Gersom und Elie­ser wieder in die Arme schließen.
Mose lässt seinen Schwiegervater nicht „links liegen“ und bringt ihm die für die damalige Zeit angemessene Ehrerbietung entgegen. Er geht ihm entgegen und „beugt sich nieder“.
Wenn wir in unserer Kultur auch andere Gewohnheiten haben, so können wir doch daraus lernen: Ein respektvoller Umgang mit dem (Schwieger-)Vater ehrt ihn und ist dem Herrn wohlgefällig (s. Eph 6,2).
Es folgt eine Geste der Liebe: Mose „küsst ihn“ und mit echtem Inter­essefragt einer den anderen nach sei­nem Wohlergehen“. Wie viel gibt es doch zu erzählen. Dafür braucht es Zeit und Ruhe. Jetzt will man un­ter sich sein: „… und sie gingen ins Zelt“.
Mose erkennt dankbar an: Wie hat sich doch Vater Jethro um meine Frau Zippora und die Kinder „ge­kümmert“ – wie viel Einsatz hat er gebracht. Auf der lan­gen und be­schwerlichen Reise hat er sie beglei­tet und beschützt. Das war kräftezeh­rend und mit Aufwand verbun­den.

Vertrauen durch Information

Weil Information Vertrauen schafft, erzählt Mose

seinem Schwiegerva­ter alles, was der Herr an dem Pha­rao und an den Ägyptern getan hat­te um Israels willen, alle Mühsal, die sie auf dem Weg getroffen, und dass der Herr sie errettet habe.
(V. 8)


Wenn auch seine Ehefrau und die Kinder im Mittelpunkt stehen, ist es Mose doch wichtig, dem älteren und erfahrenen Schwiegervater über die vergangenen (notvollen) Zeiten zu be­richten und dabei die erfahrene Hilfe seines Got­tes zu rüh­men.
Nein, an Gesprächsstoff mangelt es nicht: Alles er­zählt Mose – nicht nur An­genehmes, wie der Herr sie erret­tet hat, sondern auch alle Müh­sal: Von Hunger und Durst, dem Kampf gegen Ama­lek – und den vielfältigen Wundern Gottes.
Es ist Mose ein Anlie­gen, dass der Glaube seines Schwiegerva­ters an den allein wahren Gott befestigt wird.
Glückliche Familien, in denen man sich ge­genseitig offen das Herz aus­schütten kann!

„Glückliche Familien, in denen man sich gegenseitig offen das Herz aus­schütten kann!“


Solch eine Atmosphäre kommt aber nicht von selbst! Bist du reserviert? Dann wundere dich nicht über eine kühle Atmosphäre, einen nur ober­flächlichen Austausch.
Wird eine Unterhaltung in Beson­nenheit, aber doch in aller Offenheit geführt, wirst du den Segen von Fa­milienbanden verspüren. Zu aller Ge­winn wird das Vertrauen unterein­ander wachsen.
Jede Generation hat ihre eigenen Pro­bleme. Die der (Schwieger-) Eltern sind andere, als die ihrer Kinder und Enkel. Sie können von den Erfahrun­gen der (Schwieger-) Eltern viel ler­nen.
Wo könnten sich besser Herzen für­einander öffnen als in der christli­chen Familie? Ist jedoch der eine dem anderen gegenüber verschlos­sen, ist das ein großer Mangel und wenig hilfreich. Wir müssen (ler­nen,) miteinander (zu) reden.
Information schafft Vertrauen – eine „Binsenweisheit“, die auch im Kreis der Glaubensgeschwister segensrei­che Früchte trägt, wenn sie befolgt wird. Besonders die Taten und Wun­der Gottes, die wir erle­ben, sind ein wichtiger, schöner und verbinden­der Inhalt in unserem Aus­tausch auch in der Familie.

Sich freuen mit den sich Freuenden

Nachdem der Schwiegervater vieles über das Wirken des lebendigen Got­tes inmitten seines Volkes vernom­men hat, freut er sich von Herzen über die Treue des Gottes Israels.
Jethro kann nicht schweigen. Er öff­net seinen Mund zu einem Lobpreis:

Gepriesen sei der Herr, der euch er­rettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand des Pharaos, der das Volk errettet hat unter der Hand der Ägypter weg!“
(V. 10)


Was für eine geistliche Erfrischung bei aller Mühsal ist das gemeinsame Gebet in der Familie mit Lob und Dank für die große Errettung und die vielen „Wundertaten Gottes“, die wir Ihm der Reihe nach gar nicht auf­zählen können, weil sie zu zahl­reich sind (s. Ps 40,6).
Ein dankbares Herz ist ein glück­liches Herz!
Auch wird dem Feind gewehrt, dem Harmonie in den Familien al­les an­dere als recht ist.

Ein demütiges Bekenntnis und Opfer zur Ehre Gottes

Was dann folgt, erwägt Jethro nicht nur in Gedanken, sondern er spricht es in Demut aus:

Nun weiß ich, dass der Herr grö­ßer ist als alle Götter; denn in der Sache, worin sie (die Ägypter) in Übermut handelten, war er (der Gott Israels) über ihnen.“
(V. 11)


Mose weiß jetzt, wie sein Schwie­gervater über den Gott Israels denkt.Und diese Übereinstimmung macht ihn froh. Das Bekenntnis Jethros ist eine Ermunterung für seinen Schwie­gersohn.
Bist du für deinen (Schwieger)-Sohn eine Stärkung auf dem Glaubens­weg – ein Ansporn, die Bibel zu erfor­schen und danach zu handeln – ver­bunden mit ansteckender Freude im Dienst für Ihn? Die Gemein­samkeiten im Glauben fes­tigen den Zusammen­halt untereinander.

„Gemeinsamkeiten im Glauben festigen den Zu­sammenhalt.“


Wie schön, dem Bekenntnis folgen Taten:

Und Jethro, der Schwieger­vater Moses, nahm ein Brandop­fer und Schlachtopfer für Gott …“
(V. 12)


Und auch die Ältesten Israels treffen sich mit ihm zu einer ge­meinsamen Mahlzeit. Vor unserem inneren Auge sehen wir Mose, den Schwiegerva­ter, Aaron und die Ältes­ten zu Tisch liegen und das

vor dem Angesicht Gottes.“
(V. 12)


Solche Stunden der Gemeinschaft der Gläubigen sind im Getriebe ei­ner lauten und versuchungsreichen Welt gesegnete Oasen der Ruhe und Erquickung.

Sorge füreinander und ein respektvoller Umgang

Der Alltag beginnt. Jethro hat ein In­teresse an den verantwortungsvollen Aufgaben seines Schwiegersohnes. Er begleitet Mose und beobachtet seine Tätigkeit als Richter innerhalb des Volkes Gottes. Er ist erstaunt über das umfangreiche „Pensum“, denn die Unterredungen und Be­ur­teilungen erstrecken sich

vom Mor­gen bis zum Abend.“
(V. 13)


Jethro sieht „alles, was er (Mose) mit dem Volk tat“. Beeindruckt von der Last seiner Verantwortung über­kommt Sorge den erfahrenen Mann. „Das kann mein Schwiegersohn auf Dauer doch nicht durchhalten …“, ist seine Befürchtung. Er überlegt: „Wie kann ich meine Bedenken meinem Schwiegersohn mit angemessenen Worten sagen?“
Und so finden wir bei Jethro eine fragende Haltung, die auch von sei­ner Seite Achtung gegenüber Mose zeigt. Es ist ein echtes Interesse und er findet den richtigen Ton:

Was ist das, was du mit dem Volk tust? Warum sitzt du allein, und alles Volk steht bei dir vom Morgen bis zum Abend?“
(V. 14)


Wie reagiert Mose jetzt? Er war doch fast 40 Jahre als Prinz in der Weis­heit der Ägypter unterrichtet wor­den, somit auch in der Kunst des „Orga­nisierens“. Ist er deshalb ungehalten darüber, dass der Schwiegervater sich in Sachen mischt, die ihn ei­gentlich gar nichts angehen?
Mose denkt nicht so! Er gibt keine überhebliche Antwort aufgrund der Würde seines Amtes. Vielmehr nimmt er sich Zeit und erklärt seinem Schwiegervater sehr ausführlich, wie sich alles verhält:

Weil das Volk zu mir kommt, um Gott zu befra­gen … und ich tue ihnen die Satzungen Gottes und seine Gesetze kund.“
(V. 15.16)


Warnende Worte und ein wohlgemeinter Rat

Jethro, der Alte und Lebenserfah­rene, rät nun seinem Schwieger­sohn, aber wohl nicht vor den Ohren an­derer! Er warnt ihn, weil er ihn schätzt und er ihm nicht gleichgültig ist, auch auf die Gefahr hin, dass Mose es „in den falschen Hals“ be­kommen könnte.
Er nimmt sich Zeit, seine Argumente darzulegen:

Die Sache ist nicht gut, die du tust; du wirst ganz erschlaf­fen, sowohl du als auch dieses Volk, das bei dir ist; denn die Sache ist zu schwer für dich, du kannst sie nicht allein ausrichten.“
(V. 17.18)


Dann folgt sein wohlgemeinter Rat, wie es besser gehandhabt werden könnte:

Du aber ersieh dir aus dem ganzen Volk tüchtige, gottesfürchti­ge Männer, Männer der Wahrheit, die den ungerechten Gewinn has­sen, und setze sie über sie … so er­leichtere es dir.
(V. 21.22)


Jethro will ihm die Last der Verant­wortung erleichtern. Er will nicht, dass Mose alles zu viel werden könnte: Er soll delegieren und abge­ben lernen!
Seine Worte der Weisheit ma­chen auch eine Unterordnung unter den Willen Gottes deutlich und verlei­hen Jethro besonders dadurch eine moralische Autorität:

Wenn du dies tust und Gott es dir gebietet, so wirst du bestehen können, und auch die­ses ganze Volk wird in Frie­den an seinen Ort kommen.“
(V. 23)


Wie hat Mose von den Erfahrungen Jethros profitiert. Sie waren wohl durchdacht, von Liebe durchdrun­gen und vor dem Angesicht Gottes erwogen. Er nimmt den Rat an:

Und Mose hörte auf die Stimme seines Schwiegervaters und tat alles, was er gesagt hatte.“
(V. 24)


Mose verschloss sich nicht selbst­sicher gegenüber den Argumenten des Schwiegervaters.
Er hat „Weisheit von Oben“, die un­ter anderem „folgsam“ ist, das heißt „sich etwas sagen lässt“ (s. Jak 3,17).
Nein, leider ist nicht immer „bei den Greisen Weisheit und Einsicht bei hohem Alter … – … jedoch der Geist ist es in den Menschen, und der Odem des Allmächtigen, der sie ver­ständig macht“ (s. Hi 12,12; 32,8).

Zeitlose Prinzipien – zu unserer Belehrung

Sicher können wir nicht jede Si­tuation und jedes Wort auf die heu­tigen Verhältnisse anwenden. Aber sie zeigen uns doch Prinzipien, die sich uns zur Nachahmung empfeh­len.
Erwägen wir immer wieder gut ge­meinte Ratschläge, egal, ob sie von den Eltern oder Schwiegereltern kom­men! Schlagen wir sie nicht ein­fach in den Wind!
Lernen wir vielmehr von den positi­ven und auch von den manchmal sehr demütigenden negativen Er­fahrungen der Älteren – dankbar dafür, dass sie uns daran teilhaben lassen.

Friedhelm Müller

Mein Sohn,
vergiss nicht meine Belehrung,
und dein Herz bewahre
meine Gebote.
Denn Länge
der Tage und Jahre
des Lebens
und Frieden
werden sie dir mehren.

(Sprüche 3,1.2)

Der Schmuck der Frau

© Rawpixel.com, stock.adobe.com

Ein heißes Eisen

Es ist nicht so ganz einfach, etwas über den „Schmuck der Frau“ zu schreiben. Dennoch greift des Neue Testament dieses Thema auf und deshalb möchte ich versuchen, anhand zweier Verse aus dem ersten Petrusbrief dazu etwas zu schreiben und besonders meinen Glaubensschwestern (aber nicht nur) zum Überdenken vorzulegen.
Petrus schreibt:


„… deren Schmuck nicht der äußere sei durch Flechten der Haare und Umhängen von Goldschmuck oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist.“
(1. Petrus 3,3.4)


Nicht der äußere Schmuck

Beim Lesen des Verses wird unmit­telbar klar, dass es um allgemeine Hinweise geht, die für jede gläubige Frau gültig sind. Sie soll durch ihr Verhalten ein Zeugnis sein und dazu gehört, dass sie nicht durch den äu­ßeren Schmuck glänzt, sondern dass der innere Schmuck des Herzens an ihr gesehen wird. Petrus zeigt zuerst, worin der Schmuck der Frauen nicht bestehen soll. Danach zeigt er die positive Seite, nämlich womit sie sich schmücken sollen.
Es liegt in der Natur der meisten Frau­en, dass sie sich gerne schmücken. Dagegen ist nichts einzuwenden, so­lange es der richtige Schmuck ist. Die Gefahr besteht allerdings, dass Frau­en sich in ihrem Äußeren (ihrem „Outfit“) davon leiten lassen, was in der Welt gerade „in“ ist. Davor wer­den wir sowohl in unserem Vers als auch in 1. Timotheus 2,9-15 gewarnt. Der entscheidende Punkt ist, dass der Schmuck[1] der Frau nicht durch die äußere Optik bestimmt wird, sondern dass er durch das Innere sichtbar wird. Der geschätzte Ausle­ger H.L. Heijkoop schreibt: „Wahrer Schmuck ist sittlicher Natur. Äußerli­cher Schmuck macht niemanden an­ziehend vor Gott und ebenso wenig vor Menschen, die nicht bei der Oberfläche stehen bleiben, sondern gewöhnt sind, die Dinge in ihrem sittlichen Charakter zu sehen“. Wie Gott schon im Alten Testament über den nur äußerlich zur Schau gestell­ten Schmuck und die Kleidung der Frauen denkt, zeigt Jesaja 3,16-25 sehr deutlich.

Keine gesetzlichen Anordnungen

Allerdings dient unser Vers nicht dazu, in einer gesetzlichen Form vor­zuschreiben, was Frauen anziehen sollen oder was nicht. Es fällt ohne­hin auf, dass das Neue Testament mit „Kleidungsvorschriften“ sehr zu­rückhaltend ist. Petrus schreibt nicht, dass es generell per Dekret „verbo­ten“ ist, Schmuck zu tragen oder die Haare zu flechten. Wenn man das in diesen Vers hineinlegen möchte, müsste man konsequenterweise ebenfalls dafür plädieren, dass Frau­en keine Kleider tragen.
Es geht vielmehr um den Miss­brauch des Schmucks und des äuße­ren Erscheinungsbildes einer Frau, wodurch die Aufmerksamkeit auf die Person gelenkt und so eine Möglich­keit verloren geht, Menschen für Christus zu gewinnen. Eine gläubige Frau, die in erster Linie durch ihr Äußeres auffallen will, unterscheidet sich nicht von den ungläubigen Frauen dieser Welt. Sie pflegt das, was wie „Gras“ ist und bald ver­gehen wird (s. 1. Pet 1,24).

Drei konkrete Punkte

Petrus nennt drei Dinge, die den äußeren Schmuck ausmachen und die miteinander verbunden sind. Ers­tens das Flechten der Haare, zwei­tens das Umhängen von Gold­schmuck und drittens das Anziehen von Kleidern. Jedes Mal benutzt er ein Wort das nur hier im NT vor­kommt.
Viele Frauen verbrachten damals sehr viel Zeit damit, sich auf diese Weise zu schmücken. Die Warnung für uns liegt auf der Hand: Eine gläu­bige Frau soll sich nicht über­mäßig mit ihrem Äußeren beschäfti­gen, um damit die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

  • Das Flechten der Haare: Dieses Wort meint nicht das einfache und schlichte Flechten der Haare, son­dern die Arbeit eines Haarkünst­lers, der für seine Kunst sehr viel Aufwand betrieb und ganze Berge von Flechten zu einem regelrech­ten „Kunstwerk“ aufhäufte. Es geht ganz sicher nicht um eine schlich­te Frisur oder eine normale Haar­flechte.[2]
  • Das Umhängen von Goldschmuck: Hier wird Bezug auf den damals üblichen Goldschmuck genommen, der an Hals, Knöcheln, Armen oder Fingern getragen wurde. Erneut ist die Warnung klar: Der deutlich sichtbare Goldschmuck lenkt die Blicke auf die Frau und passt nicht zu einem Wandel in Gottesfurcht und Reinheit. Es versteht sich von selbst, dass es nicht nur um Gold, sondern ebenso um andere Mate­rialien geht, aus denen Schmuck hergestellt wird.
  • Das Anziehen von Kleidern: Petrus meint natürlich nicht, dass eine Frau keine Kleider (Kleidungsstücke) anziehen soll, sondern dass sie die Kleidung nicht benutzen soll, um damit aufzufallen und zu glänzen. Es geht um die Vielfalt und/oder Kostbarkeit der Kleidungsstücke, die aus Eitelkeit getragen werden.

Alle drei Dinge stehen in Übereinstim­mung mit dem, was Paulus schreibt: „Ebenso auch, dass die Frauen sich in bescheidenem Äußeren mit Scham­haftigkeit und Sittsamkeit schmücken, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kost­barer Klei­dung“ (1. Tim 2,9).

Gott sieht auf das Herz

Die Sache ist eigentlich ein­fach. Unserem Gott kommt es auf das Herz an. Er „sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das Äu­ßere, aber der Herr sieht auf das Herz“ (1. Sam 16,7). Ihm ist ein rei­nes Herz wichtig (s. Mt 5,8).
Es wäre allerdings fatal, daraus den Rückschluss zu ziehen, das Äußere sei unwichtig. Wenn das Äußere ein Spiegel des Inneren ist, so wird ein Christ für ein ordentliches und an­ständiges „Outfit“ sorgen und weder durch äußeren Schmuck noch durch nachlässige Kleidung auffallen.
Mit Recht ist das Beispiel einer Uhr benutzt worden. Zwei Dinge sind wichtig, damit eine Uhr ihren eigent­lichen Zweck erfüllt und die Zeit an­zeigt: Erstens muss das Uhrwerk in­takt sein (das Innere) und zwei­tens müssen die Zeiger da sein (das Äu­ßere). Wenn eins von beidem fehlt, geht die Uhr an ihrer „Bestim­mung“ vorbei und zeigt die Uhr­zeit nicht an.
Der amerikani­sche Bibelausleger S. Ri­dout schrieb schon vor vielen Jahr­zehnten: „Die Kleidung einer Christin sollte wie alles andere nicht im Wi­derspruch zu ih­rem himmli­schen und abgeson­derten Charak­ter ste­hen. Ge­rade die Tatsa­che, dass wir nicht unter Ge­setz sind, sollte uns umso mehr zu einfa­chem Gehorsam leiten. Ande­rerseits kann man mit Schäbigkeit oder Nachlässigkeit der Kleidung wohl kaum Reklame für die Wahrheit ma­chen“.

„Die Kleidung einer Christin sollte wie alles andere nicht im Widerspruch zu ihrem himmlischen und abgesonderten Charakter stehen.“


Der verborgene Mensch des Herzens

Petrus hat die negative Seite nicht verschwiegen, doch jetzt spricht er über das, was eine gläubige Frau positiv auszeichnen und schmücken soll. Es gibt einen Schmuck der Frau, der nicht primär vor Menschen, son­dern vor Gott sehr kostbar ist. Vor Menschen ist dieser Schmuck auf den ersten Blick oft sogar ver­borgen. Das Wort bezeichnet et­was, das „in­nerlich“ und nicht „äußerlich“ ist.
Mit dem Herzen des Menschen ist an dieser Stelle natürlich nicht das Körperorgan gemeint, sondern es geht um das Herz als Sitz der Gefüh­le, Zuneigungen und Leiden­schaften, das zugleich das Zentrum des Wol­lens und Denkens ist. Schon in Kapi­tel 1,22 hatte Petrus von ei­nem „rei­nen Herzen“ gesprochen (s. weiter Kap. 3,15).
Wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, dass mit diesem Ausdruck das neue Leben gemeint ist, das wir zum Zeitpunkt der Bekehrung be­kommen haben. Darauf ist das Auge Gottes gerichtet – nicht nur bei gläubigen Frauen, sondern ebenso bei gläubigen Männern. Wenn dieses Leben wirksam wird, zeigen sich Früchte. Dann wird etwas von dem sanften und stillen Geist sichtbar, der vor Gott sehr kostbar ist.

Der unvergängliche Schmuck

Es ist klar, dass modische Frisuren, kostbarer Schmuck und aufwändige Kleidung vergänglich sind. Im Ge­gensatz dazu ist der Schmuck des sanften und stillen Geistes unver­gänglich. „Unvergänglich“ beschreibt etwas, das nicht verfällt. Petrus ge­braucht das Wort dreimal. In Kapitel 1,4 ist das christliche Erbteil unver­gänglich. In Kapitel 1,23 ist es der Same des Wortes Gottes, und hier ist es der Schmuck des sanften und stillen Geistes.
Das allein zeigt schon, auf welch ein hohes „Niveau“ der Geist Gottes die­sen Schmuck hebt. Was unvergäng­lich ist, geht über diese Schöpfung hinaus, denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen (s. Röm 8,20). Gold und Silber sind vergängliche Materialien. Deshalb sollen sie nicht zum Schmuck dienen, indem sie die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die natürliche Schönheit einer Frau wird irgendwann vergehen und kann auch mit äußerem Schmuck nicht erhal­ten werden. Der sanfte und stille Geist einer gläubigen Frau hingegen ist unvergänglich. Er kann immer schöner hervorstrahlen – selbst noch im Alter.

Der sanfte und stille Geist

Der sanfte und stille Geist steht im Kontrast zu einem Geist der Eitelkeit und der Selbstdarstellung. Gerade das wird durch den äußeren Schmuck häufig betont. Wer „sanft“ ist, ist mild, freundlich und sanftmütig. Der Herr Jesus nennt die Sanftmütigen glückselig (s. Mt 5,5). Er hat vorge­lebt, was es bedeutet, denn Er war tatsächlich sanftmütig (s. Mt 21,5). Die Sanftmut einer Ehefrau zeigt die Art und Weise ihrer Unterordnung. Sie tut es nicht widerwillig, sondern rücksichtsvoll und mit Taktgefühl.
Das Wort „still“ kommt außer an die­ser Stelle noch in 1. Timotheus 2,2 vor. Dort ist von einem „ruhigen und stillen Leben“ die Rede. Es ist eine ruhige Haltung, die im Gegensatz zu einem lauten und lärmenden Ver­halten steht. Das Wort beschreibt jemand, der ruhig an seinem Platz sitzen bleibt.
Mit „Geist“ wird an dieser Stelle nicht der Heilige Geist, sondern eine innere Haltung beschrieben. Es ist eine Art und Weise, die das neue Leben bei einer gläubigen Frau – na­türlich unter der Wirksamkeit des Heiligen Geistes – hervorbringt. Ein solcher „Geist“ (eine Geisteshal­tung) wird in dieser Welt in der Regel we­nig geschätzt, ist vor Gott jedoch sehr kostbar.
Einen sanften und stillen Geist zu haben bedeutet mehr, als eine sanf­te und stille Art zu haben. Es mag Frauen geben, die von Natur eine solche Art haben oder eben nicht. Doch das ist nicht der entschei­dende Punkt. Der sanfte und stille Geist ist keine natürliche Ver­anlagung. Was Petrus hier schreibt, gilt für alle gläubigen Frauen, ob sie von Natur aus temperamentvoll oder stiller sind. Bei allen möchte Gott die­sen sanften und stillen Geist hervor­bringen. Er ist ein wortloses und zu­gleich doch sehr lebendiges Zeugnis für unseren Herrn. Je mehr eine gläubige Frau sich mit diesem inne­ren Schmuck beschäf­tigt, umso weni­ger Zeit wird sie für den äußeren Schmuck ver­wenden.

Vor Gott sehr kostbar

Gott nimmt von allem Kenntnis. Er sieht das Herz, und Er sieht das Ver­halten. Vor Ihm ist ein sanfter und stiller Geist nicht nur kostbar, son­dern sehr kostbar. Das Wort kommt außer an dieser Stelle nur noch in Markus 14,3 und 1. Timotheus 2,9 vor.
Es kann mit „viel aufwendend“ oder „verschwenderisch“ übersetzt wer­den, also etwas, das einen hohen Preis hat und dementsprechend wert­voll ist.
In letzter Konsequenz sollen wir alle – ob Frauen oder Männer – immer daran denken, wie Gott unser Leben bewertet und nicht wie wir selbst oder andere Menschen es tun. Das Motiv, etwas zu tun oder zu lassen muss sein, ob es Gott gefällt oder nicht. Was aus Liebe zu Ihm und übereinstimmend mit seinem Wort getan wird, findet immer sein Wohl­gefallen.

Ernst-August Bremicker


Fußnoten:

  1. Das Wort, das in unserem Vers für „Schmuck“ steht, kommt im Neuen Testament nahezu zweihundertmal vor. Es bedeutet eigentlich „Kosmos“ (s. das abgeleitete Wort „Kosmetik“) und wird an allen anderen Stellen mit „Welt“ übersetzt (z. B. in 1. Pet 1,20; 5,9). Gemeint ist etwas, das vernünftig und harmonisch angeordnet ist. Deshalb wird es u. a. für das Weltall, den Erdkreis oder das Universum (die Welt) ge­braucht. Das Wort beschreibt die geordnete Welt (den Kosmos) im Gegensatz zur ungeordneten Welt (dem Chaos). Kenner der griechischen Sprache wei­s­en darauf hin, dass es im klassischen Griechisch jedoch durchaus auch für „Schmuck“ im Sinn dieses Verses benutzt wurde.

  2. Einen weiteren Hinweis im Blick auf die Haare der Frau liefert uns 1. Korinther 11,15. Dort wird gezeigt, dass das lange Haar eine Ehre für die Frau ist. Gott will nicht, dass Frauen ihre Haare abschneiden. Er will ebenso nicht, dass sie durch kunstvolles Flechten die Blicke auf sich lenken. Zu der immer wieder gestellten Frage, ob eine Frau das Haar offen tragen soll oder in einer einfachen Weise zusam­men­ge­bunden, gibt die Bibel keinen Hinweis. Entschei­dend ist, dass sie durch ihre Frisur in keine Richtung unnötig auffällt und dass es nicht unordentlich ist.

Persönliche Worte (feste Zusagen)

Mit der Herausgabe des Heftes 3/2019 beginnt in unserem Land die Erntezeit. Das erinnert uns an einige feste und sichere Zusagen Gottes, die ebenso mit einer Ernte in Verbindung stehen, zuerst im natürlichen dann aber auch im geistlichen Sinn (s. 1. Kor 15,46). Drei Aspekte dieses Themas wollen wir uns kurz ansehen.

Fortan, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“
(1. Mose 8,22)
  • Danken wir dem Herrn dafür, dass wir in Breitengraden leben, in denen es kaum Missernten gibt und wir im Allgemeinen genug zu essen haben, ja sogar Überfluss?
  • Geben wir davon denen, die Mangel leiden?
  • Erziehen wir unsere Kinder zur Dankbarkeit und Mildtätigkeit?
Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“
(Galater 6,7)
  • Wofür haben wir gesät, für das Fleisch oder den Geist?
  • Lasst uns nicht müde werden, Gutes zu tun.
  • Beachten wir, dass wir nichts sind, denn Gott allein bewirkt das Wachstum (s. 1. Kor 3,5.6).
So ist auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät in Verwesung, es wird auferweckt in Unverweslichkeit.“
(1. Korinther 15,42)
  • Es wird gesät ein natürlicher Leib in Verwesung, in Unehre und in Schwachheit.
  • Es wird auferweckt ein geistiger Leib in Unverweslichkeit, in Herrlichkeit und in Kraft.
Daher, meine geliebten Brüder, seid fest, unbeweglich, allezeit überströmend in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe nicht vergeblich ist im Herrn.“
(1. Korinther 15,58)

Horst Zielfeld

© 2022 Ernst-Paulus-Verlag
Ernst Paulus Verlag Logo