BleibtInMir

...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

GESUCHT: Könige der Bibel

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  1. Wer wurde König, obwohl sein Bruder schon dazu er­nannt worden war?
  2. Wer war König und liebte den Ackerbau?
  3. Die Männer welches Königs haben Sprüche Salomos zusammengetragen?

1: Salomo (1. Könige 1)
2: Ussija (2. Chronika 26)
3: Hiskia (Sprüche 25,1)

ALLEIN – und doch nicht allein!

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Fühlst du dich oft einsam und denkst im Stillen: „Wer fragt schon nach meiner Seele? Ich habe ja niemand, der mich kennt?“
Auch David kannte diese Fragen und stellte sie dem Herrn in seinem Gebet in Psalm 142:

„Mit meiner Stimme schreie ich zu dem Herrn, mit meiner Stimme flehe ich zu dem Herrn. Ich schütte meine Klage vor ihm aus, meine Bedrängnis tue ich vor ihm kund. Als mein Geist in mir ermattete, da kanntest du meinen Pfad. Auf dem Weg, den ich wandelte, haben sie mir heimlich eine Schlinge gelegt. Schau zur Rechten, und sieh: Ich habe ja niemand, der mich erkennt; verloren ist mir jede Zuflucht, niemand fragt nach meiner Seele. Zu dir habe ich geschrien, Herr! Ich habe gesagt: Du bist meine Zuflucht, mein Teil im Land der Lebendigen. Horche auf mein Schreien, denn ich bin sehr elend; errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig! Führe aus dem Gefängnis heraus meine Seele, damit ich deinen Namen preise! Die Gerechten werden mich umringen, wenn du mir wohlgetan hast.“
(Psalm 142)


Eine aktuelle Frage

Viele Alleinstehende fühlen oft in bedrückender Weise ihre Einsam­keit – fühlen sich manchmal vom Leben benachteiligt. Sie klagen: „An­dere haben eine Familie, haben Kinder – und ich stehe so allein im Leben.“ Wieder andere sind ver­witwet und die Kinder sind längst erwachsen.
Solche können nur zu gut die Nie­dergeschlagenheit nachempfinden, die David in diesem Psalm be­schreibt. Zu dieser Zeit war David auf der Flucht vor dem König Saul, der ihm voller Grimm nach dem Le­ben trachtete. David ist „ein Kind des Todes“, so lautete Sauls Urteil (1. Sam 20,31). Denn Saul wusste nur zu gut, dass der Herr ihn we­gen seiner Untreue verwor­fen hatte und dass David der von Gott er­wählte König über Israel sein sollte.
Nun war David auf der Flucht vor ihm in die Höhle Adullam entkom­men (s. 1. Sam 22,1).
David erschauderte: Hier war es so kalt und dunkel und dann die furcht­bare Einsamkeit! – Jonathan, sein Freund, wo war er? Dieser hatte seine Verwerfung nicht mit ihm teilen wollen und war an den Kö­nigshof zurückgekehrt.

Der Hilfeschrei der Seele …

David konnte nicht anders, er muss­te seine Not herausschreien:
Ich habe ja niemand, der mich kennt… niemand fragt nach mei­ner Seele“. Niemand? Elend fühlte sich David, sehr elend! „Errette mich von meinen Verfolgern“, flehte er.

… und Gottes Antwort

Der treue Gott hört auf den Schrei eines Elenden!
Als David seine Klage vor Ihm aus­geschüttet hatte, erfüllte Glau­bens­zuversicht sein Herz. Er wusste: Der Zeitpunkt wird kommen, an dem Gott mein Leid beenden und mich auf den Thron Israels setzen wird und „die Gerech­ten werden mich umringen, wenn du mir wohl­getan hast“ (V. 8).
Wenn wir den biblischen Text in 1. Samuel 22,2 lesen, sind wir ver­wundert: Nicht nur seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters kamen zu David in die Höhle hinab. Auch etwa 400 Mann versammel­ten sich zu ihm, und er wurde ihr Oberster.

Eine zeitlose Antwort

So kann der Herr nach seiner Weis­heit auch deine Lage ändern!
Bedenke doch, dass der Herr Jesus als Mensch diese furchtbare Ein­samkeit selbst durchlitten hat. Gibt es einen, der einsamer und elen­der war als Er? Als man Ihn im Garten Geth­semane gefangen ge­nommen hatte, „verließen ihn alle seine Jünger und flohen“ (Mk 14,50). Das Wort aus Psalm 88,19 ging in Erfüllung: „Freund und Genossen hast du von mir entfernt, meine Bekannten sind Finsternis“.

„Du sahst umher nach Mitleid und nach Liebe.
Ob wohl ein Mensch dein tiefes Weh empfand
und bis zum Tode tröstend bei dir bliebe?
Ach, dass dein Herz nicht solchen Tröster fand!“
(Geistliche Lieder, Lied 160 Vers 2)


Echtes Mitempfinden

Deshalb hat der Herr tiefes Mitleid mit deinen Schwachheiten – worin immer sie auch bestehen mögen.
Wenn du meinst: Niemand fragt nach meiner Seele, dann denke daran – der Herr Jesus liebt dich und Seine Zusage lautet: „So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich bin da, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen“(Hes 34,11).
Wenn du dich unverstanden fühlst – Er versteht dich vollkommen, weil Er dich durch und durch kennt! Deine Lebensumstände sind vor Ihm nicht verborgen (s. Ps 139,1ff.).
Wie David eine Wende darin er­fuhr, dass „die Gerechten ihn um­gaben“, die er später als seine Hel­den bezeichnet, so darfst du seine „Hilfe reichlich finden in Drangsa­len“ (s. Ps 46,2).

Die Not aussprechen, nicht in sich hinein fressen

Dabei ist es ganz wichtig, dass du deine Klage vor Ihm ausschüttest.
Mach es nicht so, wie der Psalm­dichter in Psalm 42,5 schreibt: „[Ich will] ‚in mir’ ausschütten meine See­le“, denn dann kommst du gewis­sermaßen nicht aus deiner „Höhle“ heraus. Denn bei schwermütigen Gedanken bleibt es finster in dei­ner Seele.
Wenn du aber vor Ihm deine Klage ausschüttest und deine Bedrängnis vor Ihm kundtust, wird Gott ant­worten – und „deine Seele aus dem Gefängnis herausführen“ – in dei­ner Seele wird es licht.

Das Danken nicht vergessen

David fügte seiner Bitte hinzu: „…damit ich deinen Namen preise“.
Lob und Dank vergessen wir leider so schnell. Deshalb trägt unser Psalm nicht umsonst die Über­schrift „Ein Maskil“, d.i. vielleicht „Unterweisung“.
Gott, der unsere Zuflucht und Stär­ke ist, meint es gut mit uns – des­halb wollen wir seine Unterwei­sungen ernst nehmen. Ihm wollen wir in kindlicher Zuversicht ver­trauen, Ihm unsere Wege befehlen – und Er wird handeln (s. Ps 37,5).

„Und nun, worauf harre ich, Herr? Meine Hoffnung ist auf dich!“
(Psalm 39,8)

Friedhelm Müller

Erziehe den Knaben seinem Weg entsprechend

Sprüche 22,6:
„Erziehe den Knaben seinem Weg entsprechend; er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt wird.“

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Vorbemerkung: Folgender Text ist eine – sprachlich leicht überarbeitete – Wiedergabe eines sehr alten Textes des englischen Bibellehrers C.H. Mackintosh. Er zeigt deutlich, wie sich die Grundsätze Gottes zu keiner Zeit verändern. C.H. Mackintosh lebte von 1820 bis 1896. Wir wissen nicht genau, in welchem Jahr der Text entstanden ist. Er ist jedenfalls deutlich älter als 100 Jahre und wurde in einer Zeit geschrieben, die ganz anders war als die Zeit, in der wir leben. Dennoch hätte der Text durchaus heute geschrieben worden sein können. Gottes Wort bleibt eben immer aktuell.

Das gesamte Wesen christlicher Erziehung kann in zwei kurzen Sät­zen zusammengefasst werden:

  • Rechne im Blick auf deine Kinder mit Gott!
  • Erziehe deine Kinder für Gott!

Wenn wir das erste tun und das zweite vernachlässigen, wird das unweigerlich zu Gesetzlosigkeit und Laschheit führen. Tun wir das zwei­te ohne das erste, wird das Ergeb­nis Gesetzlichkeit sein. Beides zu­sammen entspricht hingegen einer gesunden und praktischen christli­chen Lebensführung.
Es ist das Vorrecht aller christli­chen Eltern, dass sie im Blick auf ihre Kinder in vollem Vertrauen auf Gott mit Ihm rechnen können. Den­noch gibt es in den Regierungswe­gen Gottes eine untrennbare Ver­bindung zwischen diesem Vorrecht und der ernsten Aufforderung, die Kinder zu erziehen. Es ist einfach ein großer Irrtum, wenn Eltern im Blick auf die Errettung ihrer Kinder, ihre moralische Entwicklung und ihre Laufbahn in dieser Welt auf Gott vertrauen, und dabei zugleich ihre Aufgabe, die Kinder zu erzie­hen, vernachlässigen.
Ich möchte das allen christlichen Eltern mit Nachdruck ans Herz le­gen, besonders denen, die junge Eltern sind. Es besteht die große Gefahr, dass wir uns vor unseren Aufgaben im Blick auf unsere Kin­der drücken, sie auf andere über­tragen oder sie gänzlich vernach­lässigen. Wir erkennen sehr wohl, wie mühsam diese Aufgabe ist und möchten sie deshalb lieber nicht auf unsere Schultern nehmen. Aber es muss uns klar sein, dass die Mühen, Sorgen, Nöte und das Her­zeleid, die aus einer solchen Nach­lässigkeit hervorgehen, deutlich größer sind als die Mühen und Sor­gen, die es macht, sich dieser Auf­gabe zu unterziehen.
Für jeden, der Gott wirklich liebt, wird es eine Freude sein, den Weg des Gehorsams und der Pflicht zu gehen. Bei jedem Schritt auf einem solchen Weg können wir mit den unendlichen Hilfsquellen rechnen, die wir in Gott haben, wenn wir seine Gebote halten. Wir müssen uns nur an jedem Tag unseres Le­bens – Morgen für Morgen – zu den unerschöpflichen Reichtümern Got­tes wenden. Dort finden wir alles, was wir für den Weg der Gnade und Weisheit brauchen. Dort fin­den wir auch die moralische Kraft, die uns fähig macht, der hohen Aufgabe unserer Verantwortung als christliche Eltern nachzukom­men.

C.H. Mackintosh

Kinderlos? (Teil 1)

Anregungen für Ehepaare ohne Kinder!

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Ich bin mir bewusst, ein für manche „heißes Eisen“ anzupacken – umso mehr, weil der Herr meiner Frau und mir Kinder anvertraut hat. Insofern steht es mir eigentlich nicht zu, dieses Thema anzusprechen. Nachdem es jedoch anlässlich einer Familienkonferenz im Ausland angesprochen wurde und sich eine anschließende Korrespondenz mit einer noch jüngeren Schwester ergab, habe ich den Mut, einige Gedanken zu diesem Thema aufzuschreiben.

Das Thema „christliche Familie“ wird in der Bibel häufig behandelt. Das Neue Testament gibt uns An­weisungen, unsere Kinder in der Zucht und Ermahnung des Herrn zu erziehen (s. Eph 6,4). Das Alte Tes­tament zeigt uns viele Beispiele von Eltern mit ihren Kindern – Bei­spiele, die motivieren. Beispiele, die warnen.
Doch nicht jedes Ehepaar hat Kin­der. In der Bibel begegnen wir Ehe­paaren, die kinderlos waren. Das ist heute nicht anders. Es ist zwar Gottes Auftrag an uns Menschen, fruchtbar zu sein und uns zu meh­ren (s. 1. Mo 1,22.28; 9,1.7), doch nicht allen Ehepaaren ist das ver­gönnt. Ich spreche hier nicht über Ehepaare, die keine Kinder haben wollen, sondern über solche, die gerne Kinder hätten, jedoch keine Kinder bekommen. Mit der Absicht zu heiraten, keine Kinder haben zu wollen, geht eindeutig an Gottes Plan für die Ehe vorbei. Anders ist es, wenn sich der Wunsch nach Kindern nicht erfüllt.

Kinder – eine Gabe Gottes

Ein Blick in das Wort Gottes zeigt uns, dass es dort eine Reihe von Ehepaaren gibt, denen der Wunsch nach Kindern zunächst verwehrt blieb. Es sind Abraham und Sara (1. Mo 11,30), Isaak und Rebekka (1. Mo 25,21), Jakob und Rahel (1. Mo 29,31), Manoah und seine Frau (Ri 13,2), Elkana und Hanna (1. Sam 1,2), das Ehepaar in Su­nem (2. Kö 4,14) sowie Zacharias und Elisabeth (Lk 1,7). Sie alle hat­ten den Wunsch nach Kindern, doch der Wunsch erfüllte sich zunächst nicht. Das führt zu einem ersten wichtigen Punkt, den wir unbe­dingt festhalten müssen. Er lautet:
Kinder zu haben ist nicht allein ein Akt des Willens von Mann und Frau, sondern es ist Gott, der den Wunsch nach Kindern erfüllt.
In 1. Mose 16,2 lesen wir, dass der Herr Sara verschlossen hatte und Sara wusste das genau. In 1. Mose 30,22 hingegen finden wir, dass Gott an Rahel dachte: „Gott er­hörte sie und öffnete ihren Mutter­leib“. Es ist selbstverständlich, dass Mann und Frau geschlechtlich zusammen­kommen müssen, um Kin­der zu zeugen. Dennoch ist es mehr als das. Gott hat seine Hand darin.

Kinder – eine Gnade Gottes

Das führt uns zu einem zweiten wichtigen Punkt. Er lautet:
Kinder sind ein Geschenk derGna­de Gottes! Kein Ehepaar hat einen An­spruch oder ein Anrecht auf Kin­der!
Kinder können und dürfen wir uns nicht „erzwingen“. Als Jakob nach langer Trennung seinem Bruder Esau begegnete, sah er die Frauen und Kinder Jakobs und fragte: „Wer sind diese bei dir“? Darauf­hin gibt Ja­kob eine wunderbare Antwort. Er sagte: „Die Kinder, die Gott deinem Knecht aus Gnade gegeben hat“ (1. Mo 33,5).
Das sollte unsere innere Haltung sein, wenn Gott uns Kinder gege­ben hat. Jedes Kind ist ein Geschenk der Gnade Gottes – uns für eine Zeit lang anvertraut.
Verweigert Gott einem Ehepaar Gnade, wenn Er keine Kinder gibt? Nein, sondern Gott hat für solche Ehepaare einen anderen Weg und eine andere Gnade. Es entspricht seiner Weisheit, denn Er weiß viel besser, was gut für uns ist und was nicht.

Persönliche Reaktionen

Wenn nach längerem Hoffen und Bangen – manchmal über Jahre hin – deutlich wird, dass Gott keinen Kindersegen gibt, kommt die Fra­ge nach der Reaktion. Das Schlimms­te, was wir tun können, sind Vor­würfe an Gott: „Wehe dem, der mit sei­nem Bildner rechtet – ein Tongefäß unter irdenen Tonge­fäßen! Darf wohl der Ton zu seinem Bildner sagen: Was machst du? Und dein Werk: Er hat keine Hän­de?“ (Jes 45,9).
Es ist wichtig, wie die Betroffe­nen auf eine mögliche Kinderlo­sigkeit reagieren. Es gibt in der Bibel Bei­spiele für gute und schlechte Reak­tionen.

  • Positive Beispiele: Isaak betete zu Gott für seine Frau Rebekka, „denn sie war unfruchtbar“ (1. Mo 25,21). Das ist das Beste, was Eheleute in dieser Situation tun können – persönlich und ge­meinsam. Von Hanna lesen wir das ebenfalls: „Und sie war in der Seele verbittert, und sie be­tete zu dem Herrn und weinte sehr“ (1. Sam 1,10). Wer wollte Hanna die Bitterkeit verübeln?
    Von Elkana, ihrem Mann, lesen wir, dass er seine Frau tröstete. Er stellte ihr eine Reihe von mit­fühlenden Fragen: „Hanna, wa­rum weinst du? Und warum isst du nicht? Und warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht besser als zehn Söhne?“ (1. Sam 1,8). Er hatte offensichtlich Ver­ständnis für die Tränen seiner Frau.
    Das spricht besonders den Ehe­mann an. Verständnis, Mitemp­finden und Trost tun in einer sol­chen Situation sehr gut. Dennoch ist klar, dass es schwierig war, eine Frau in dieser Situation wirk­lich zu verstehen und sie zu trös­ten. Niemand kann das so wie der Herr.
  • Negative Beispiele: Von Rahel, der Frau Jakobs lesen wir: „Und als Rahel sah, dass sie dem Ja­kob nicht gebar, da beneidete Ra­hel ihre Schwester und sprach zu Jakob: Gib mir Kinder! Und wenn nicht, so sterbe ich“ (1. Mo 30,1). Sie machte gleich zwei Fehler. Sie beneidete andere Frauen, die Kin­der hatten und machte oben­drein ihrem Mann bittere Vorwürfe.
    Bei allem Verständnis für ihren Kummer war das keine gute Re­aktion. Ihr Beispiel dient als Warnung. Jakob reagierte übri­gens nicht besser auf ihren Vor­wurf. Statt seine Frau in Liebe mitfühlend zu trösten, wurde er zornig und sprach: „Bin ich an Gottes statt, der dir die Leibes­frucht versagt hat?“ (1. Mo 30,2).
    Und dann griffen sie gemeinsam zu einem Mittel, das das Elend in der Familie Jakobs nur noch vergrößerte. Jakob nahm eine der Mägde Rahels, um von ihr Kinder zu bekommen. Das war eine fleischliche Reaktion, die nicht zum Segen war.

Heute gibt es so einen Ausweg nicht mehr, doch es gibt andere Möglichkeiten, um dem Wunsch nach eigenen Kindern nachzuhel­fen. Dazu zählen z.B. Hormonthe­rapie, die Zyklusoptimierung oder das Laser-Hatching (Unterstützung bei der Einnistung des Embryos). Kinderlose Ehepaare sollen sich sehr gut überlegen, ob solche Me­thoden vom Herrn sind oder nicht. Sie bewegen sich im Grenzbereich medizinischer Hilfe, von der wir als Kinder Gottes normalerweise Ge­brauch machen können.
Deutlich kritischer sind unnatürli­che Methoden wie die Intrauteri­ne Insemination (der Same des Man­nes wird übertragen), die In-vitro-Fertilisation (Befruchtung außer­halb des Körpers z.B. im Reagenz­glas) zu beurteilen, während die Heterologe Insemination (Samen­spende von Dritten) oder die Hilfe einer Leihmutter (eine Frau, die für die Dauer der Schwanger­schaft ihre Gebärmutter für eine fremde Eizelle zur Verfügung stellt) aus bib­lischer Sicht jedenfalls abzuleh­nen sind.

Reaktionen von anderen

Kinderlose Ehepaare sind ein Teil der Familie Gottes und stehen häu­fig in Kontakt mit Ehepaaren, denen Gott Kinder gegeben hat. Das ist keine einfache Situation.
Nicht betroffene Dritte können be­troffenen Ehepaaren eine Hilfe sein. Sie können sich aber leider ebenfalls sehr unklug und verlet­zend verhalten!
Die Bibel gibt uns ein sehr krasses Beispiel von Peninna, der zweiten Frau von Elkana. „Und ihre Wider­sacherin (Peninna) kränkte sie (Hanna) mit vieler Kränkung, um sie aufzubringen, weil der Herr ih­ren Mutterleib verschlossen hatte. Und so, wie er das Jahr für Jahr tat, so kränkte sie sie, sooft sie zum Haus des Herrn hinaufzog; und sie weinte und aß nicht“ (1. Sam 1,6-7). Diese Frau brachte es fertig, den Schmerz der kinder­losen Hanna noch zu vergrößern.
So etwas mag in den seltensten Fällen mit Absicht geschehen. Den­noch kann unaufmerksames und liebloses Verhalten solcher, denen Gott Kinder geschenkt hat, den Schmerz derer, die keine Kinder haben, leicht vergrößern.
Worüber reden junge Ehepaare (be­sonders Frauen), wenn sie zusam­men sind? Häufig dreht sich in Ge­sprächen fast alles um die Kinder. Das ist durchaus verständlich. Wenn jedoch Ehepaare (wieder beson­ders Frauen) anwesend sind, die keine Kinder haben, sollten wir sensibel genug sein, die richtigen Gesprächsthemen zu wählen und nicht ständig über Kinderfreuden und Kindersorgen zu reden.
Bisher haben wir uns zunächst mit einigen grundsätzlichen Überlegun­gen zum Thema Kinderlosigkeit be­schäftigt. Daran anschließend ha­ben wir anhand von Beispielen aus Gottes Wort über die persönliche Reaktion Betroffener und die Re­aktionen anderer darauf nachge­dacht.
Im nächsten Heft möchten wir der Frage nachgehen, ob es Auswege aus einer solchen Situation geben kann und wie Gott darüber denkt.

Ernst-August Bremicker

Vom Unruhestifter zum Segensbringer (Teil 5)

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Jakob in Sichem (1. Mose 33,17-34,31)

Jakob in Sukkoth
Nachdem das Zusammentreffen von Esau und Jakob durch die Gnade Gottes wider alles Erwarten friedlich verlaufen ist, folgt Jakob nicht seinem Bruder, wie er es versprochen hat, sondern zieht nach Sukkoth. Weder Gunsterweisungen noch Zucht können die alte Natur verändern. Sie bleibt was sie ist, völlig verderbt. Wie schade, dass sie sich hier bei Jakob wieder zeigt. Aber sind wir besser?
Was will Jakob in Sukkoth? Als Gott Jakob in Paddan-Aram aufforderte, in das Land seiner Verwandtschaft zurückzukehren, hatte er sich als der Gott von Bethel vorgestellt (s. 1. Mo 31,13). Wenn Jakob geübten Sinnes gewesen wäre, hätte er gewusst, welchen Ort er nach Gottes Willen aufsuchen sollte. Aber wenn man meist seinem eigenen Willen folgt, ist es schwer, den Willen Gottes zu erkennen, weil man nicht darin geübt ist. Paulus betete dafür, dass die Kolosser mit der Erkenntnis des Willens Gottes erfüllt wären (s. Kol 1,9). Sind wir es?
In Sukkoth angekommen, baut Jakob für seine Familie ein Haus und Hütten für sein Vieh und nennt den Ort demgemäß. Bis zu diesem Augenblick hatte er in Zelten gewohnt, wie sein Vater und Großvater, und dadurch bekannt, dass er ein Fremder auf der Erde war (s. Heb 11,13).
Auch wir, die im Gegensatz zu den Gläubigen damaliger Tage eine himmlische Berufung haben (s. Heb 3,1), verlieren diese manchmal aus dem Auge und müssen ermahnt werden, nicht auf das zu sinnen, was auf der Erde ist (s. Kol 3,1.2).

Jakob kommt nach Sichem

Lange scheint Jakob trotz des fes­ten Wohnsitzes nicht in Sukkoth zu bleiben. Er kommt nach Sichem, wo er außerhalb der Stadt ein Feld erwirbt, um dort sein Zelt aufzu­schlagen. Warum so nahe an einer Stadt? Ebenso hatte sich einst Lot Sodom genähert, um schließlich dort zu wohnen (s. 1. Mo 13,12).
Wir können nicht alle auf dem Land wohnen, aber wir müssen uns be­wusst sein, dass Städte und vor al­lem Großstädte zwei große Gefah­ren bergen: Die Anonymität einer­seits und die breite Palette der Ver­gnügungsangebote andererseits.[1]
Neben seinem Zelt errichtet Jakob einen Altar. Der Name des Altars zeigt, dass Jakob damit sein Ver­sprechen einlöst, das er Gott in Be­thel gegeben hatte (s. 1. Mo 28, 20.21). Das ist eine gute Sache. Doch der Altar steht am falschen Ort (s. 1. Mo 35,1). Gott wohlgefällige Anbetung setzt Absonderung vor­aus.

Dinas Entehrung

„Und Dina, die Tochter Leas, die sie Jakob geboren hatte, ging aus, die Töchter des Landes zu sehen. Und es sah sie Sichem, der Sohn He­mors, des Hewiters, des Fürsten des Lan­des, und er nahm sie und lag bei ihr und entehrte sie“ (1. Mo 34,1.2).
Welche Tragik liegt in diesen bei­den Sätzen. Wie vielen Töchtern gläubiger Eltern mag es ebenso er­gangen sein. Jakob wusste sicher, wie seine Mutter über die Töchter des Landes gedacht hatte, denn sie wollte nicht, dass Jakob eine von ihnen zur Frau nahm (s. 1. Mo 27,46). Und schon Abraham hatte die Sorge, dass es in Kanaan keine Gottesfurcht gab (s. 1. Mo 20,11). Diese Töchter in diesem Land woll­te Dina nun sehen und wir lesen nicht, dass Jakob sie warnt!
Und wir? Wir alle beklagen die mangelnde Gottesfurcht in unserem Land. Umso mehr sollten wir dann darauf achten, mit wem unsere Kinder Freundschaften knüpfen.

Zwei verschiedene Reihenfolgen

  • die falsche:
    Sichem nahm Dina und lag bei ihr und entehrte sie. Er hing an Dina und liebte sie. Er sprach zu ihrem Herzen. Er bittet den Vater um Dina als Frau für ihn zu werben (1. Mo 34,2-4).
  • die richtige:
    Vater und Mutter verlassen, sei­ner Frau anhangen, ein Fleisch sein (1. Mo 2,24)

Jakob schweigt erst einmal

Jakob, der von der Schandtat er­fährt, schweigt erst einmal. Viel­leicht ist er sich bewusst, dass er aufgrund der Wahl des Wohnortes eine Mitverantwortung trägt (s. Spr 30,32) und dass vorschnelles Re­den und Handeln oft unklug sind (s. Jak 1,19). Wie viel Unheil ist schon durch unbedachtes Reden entstanden.

Ein verlockendes Angebot

„Gebt uns eure Töchter und nehmt euch unsere Töchter; und wohnt bei uns, und das Land soll vor euch sein: Wohnt und verkehrt darin, und macht euch darin ansässig“, sagt Hemor zu Jakob (V. 9b.10).
Ein Eingehen auf diesen Vorschlag wäre – in der Sprache des Neuen Testaments – Vermischung mit der Welt. Wie mancher Gläubige ist eine solche Verbindung eingegan­gen. Das Ergebnis: Ein, zwei Gene­rationen später findet man nur noch Welt.

Jakob schweigt zu lange

Nicht Jakob antwortet auf den Vor­schlag Hemors, sondern seine Söh­ne. Er lässt sich das Heft aus der Hand nehmen. Bis jetzt hatte Jakob fast immer im Eigenwillen gehan­delt. Nun aber, da die bitteren Fol­gen dieses Handelns einen Höhe­punkt erreicht haben und er sich vielleicht seines Versagens bewusst wird, ist er wie gelähmt, trotz der Begegnung mit Gott in Pniel. Wie ganz anders ist es bei Petrus, der auch tief gefallen war, aber nach der Wiederherstellung durch den Herrn kraftvoll handelte.

Äußerer Schein

Die Brüder wünschen, dass die Män­ner der Stadt sich beschneiden las­sen. Lassen wir erst einmal beisei­te, dass diese Forderung eine List war und machen eine praktische An­wendung: Wie mancher Gläu­bige hat sich in einen Ungläubigen ver­liebt, der sich ein frommes Män­telchen übergehängt hat, um sein Ziel zu erreichen; der viel­leicht die Zusammenkünfte besucht hat und dann „gläubig geredet“ wurde. Nach der Hochzeit kam dann oft das böse Erwachen aus der Selbst­täuschung.

Eine gespaltene Zunge

Um Dina für seinen Sohn zu erhal­ten, hatte Hemor zu Jakob gesagt: „Wohnt bei uns, und das Land soll vor euch sein.“ Um die Männer sei­ner Stadt zur Beschneidung willig zu machen, hatte er ihnen gesagt: „Ihre Herden und ihr Besitz und all ihr Vieh, werden sie nicht unser sein?“ (V. 23). Stehen wir nicht auch oft in der Gefahr, in einer Sache, je nach Zuhörer, verschieden zu re­den, um unseres eigenen Vorteils willen?

Eine blutrünstige Rache

Simeon und Levi erschlagen die durch den Wundschmerz der Be­schneidung geschwächten Männer, führen Frauen und Kinder gefangen weg und bemächtigen sich des ge­samten Besitzes. Wie viel gnädiger ist später das von Gott gegebene Gesetz für einen solchen Fall (s. 2. Mo 22,16-17).
Gottes Wort verbietet uns die persönliche Rache (s. Röm 12,19). Wir sollen nicht für unsere Ehre oder diejenige unserer Familie kämpfen, wohl aber für die Ehre Gottes. Das taten später die Nach­kommen Levis, als sie am Horeb zum Schwert griffen (s. 2. Mo 32,26-28).

Ein schlechtes Zeugnis

Jakob sagt zu seinen beiden Söh­nen: „Ihr habt mich in Trübsal ge­bracht, indem ihr mich stinkend macht unter den Bewohnern des Landes.” Aber das ist zu kurz ge­dacht. Seine Söhne hatten Anlass dazu gegeben, dass der Name des Gottes, dem Jakob in Sichem einen Altar gebaut hatte, unter den Na­tionen verlästert wurde (s. Röm 2,24). Bedenken wir, dass die un­gläubige Welt uns beobachtet und sehr wohl weiß, wie sich ein Christ zu verhalten hat.
Wie schon bei seinen Eltern und bei seinem Schwiegervater Laban lässt Jakob auch in Sichem einen Scherbenhaufen zurück. Aber Gott gibt Jakob nicht auf – und auch dich und mich nicht.

Horst Zielfeld


Fußnoten:

  1. Dieser beiden Gefahren sollten wir uns als Chris­ten immer bewusst sein, gerade auch bei der Nut­zung des Internets. Denn dort sind diese Gefahren unabhängig vom Wohnort immer präsent.

Lass den Streit – ehe er heftig wird

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"Eine milde Antwort wendet den Grimm ab, aber ein kränkendes Wort erregt den Zorn."
(Sprüche 15,1)


Wenn wir das doch lernen würden: „Gelinde“ zu reagieren, wenn wir uns über die Worte eines anderen ärgern! Unerwartet können wir in eine Situation kommen, wo durchaus eine „milde Antwort den Grimm abwenden“ könnte. Aber – wir reagieren gereizt und ein Wort ergibt das andere …
Das kann im Umgang mit Glaubensgeschwistern vorkommen, aber vor allem im Miteinander als Eheleute. Denken wir daran: Der Feind der Seelen lauert nur darauf, uns unglücklich zu machen, indem wir durch ein kränkendes Wort den Zorn des anderen erregen. Deshalb wollen wir die Ermahnung des weisen Salomo beachten.

Hanna – eine milde Antwort trotz großer Not

Hanna, die Frau Elkanas, ist uns ein Vorbild hinsichtlich einer wirklich „milden“ Reaktion. Mit ihrem Ehe­mann war sie nach Silo zum Zelt der Zusammenkunft gekommen um das jährliche Opfer zu bringen (s. 1. Sam 1).
Wie niedergeschlagen war sie doch in ihrer Seele: Wie sehr hatte sie sich ein Kind gewünscht, aber der Herr hatte ihren Mutterleib ver­schlossen (V. 6). In der Seele ver­bit­tert, weinte sie und aß nicht (V. 7). Vor dem Herrn betete sie in ihrem Herzen und bat inständig um einen Nachkommen – nicht laut, „nur ihre Lippen bewegten sich“ (V. 13). Da­bei beobachtete sie der für die Ordnung im Haus verantwortliche alte Priester Eli – und der hielt sie für eine Betrunkene! In sehr ver­letzender Weise machte er Hanna den Vorwurf:
„Bis wann willst du dich wie eine Betrunkene gebärden? Tu deinen Wein von dir!“ (V. 14).
Arme Hanna: Für sie war das ein Stich in eine offene Wunde! Ob sie sich nun mit einem verach­tenden Blick von Eli abwendet oder gar ge­kränkt mit heftigen Worten reagiert?
Im Gegenteil! Sie reagiert sehr mil­de und antwortet: „Nein, mein Herr, eine Frau beschwerten Geis­tes bin ich; weder Wein noch star­kes Getränk habe ich getrunken, sondern ich habe meine Seele vor dem Herrn ausgeschüttet. Halte dei­ne Magd nicht für eine Tochter Belials; denn aus der Fülle meines Kummers und meiner Kränkung habe ich bisher geredet“ (V. 15.16).
Eli beruhigt sich bei solch einer An­sprache sofort und muss erken­nen, wie unweise er geredet hat. Er spricht nunmehr Worte des Trostes: „Geh hin in Frieden; und der Gott Israels gewähre deine Bitte, die du von ihm erbeten hast“ (V. 17)!

Petrus – eine milde Antwort trotz ungerechter Vorwürfe

Der Apostel Petrus war auf Geheiß Gottes in Cäsaräa bei dem Haupt­mann Kornelius gewesen und hatte ihm die gute Botschaft des Evange­liums überbracht, und zwar, dass „jeder, der an ihn (den Herrn Jesus) glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen“ (Apg 10,43). Das war Balsam für das suchende Herz des Kornelius gewesen: Nicht nur den Juden gilt das Evangelium, sondern auch ihm, einem Mann aus den Nationen. Von Herzen hatte er dem Wort der Wahr­heit, dem Evangelium des Heils geglaubt und den Heiligen Geist empfangen.
Welche Freude kehrte in dieses Haus ein und wie groß war auch die Freude für den Apostel, als ein Werkzeug in der Hand seines Meis­ters benutzt worden zu sein. Da­von will er gern den Brüdern in Jerusalem berichten. Aber welch eine Enttäuschung: Seine Brüder „aus der Beschneidung“ sind über sein Tun vielmehr aufgebracht. Sie „stritten … mit ihm“ mit recht „grimmigen“ Worten. Sie hielten ihm vor: „Du bist bei Männern ein­gekehrt, die Vorhaut haben, und hast mit ihnen gegessen“ (Apg 11,2).
Geben wir diesem Vorwurf noch eine besondere Betonung, dann merken wir, dass jetzt nur noch eine „milde Antwort“ einen auf­kommenden Streit unter Brüdern abwenden kann. (Besser hätten die Brüder gefragt: „Lieber Petrus – entschuldige bitte, aber wir verste­hen nicht so ganz, warum du zu Menschen eingekehrt bist, die Vor­haut haben. Kannst du uns das bit­te erklären?“)
Petrus reagiert weise – der Herr schenkt ihm die rechten Worte als eine „milde Antwort“: Der Reihe nach berichtet er all das, was sich unter der offenbaren Füh­rung des Geistes Gottes im Haus des Kornelius zugetragen hatte. Demütig schließt er seine Anspra­che mit den Worten: „Wer war ich, dass ich vermocht hätte, Gott zu wehren“ (V. 17)?
Wie schön als Ergebnis der Bespre­chung zu lesen: „Als sie (die Brüder) aber dies gehört hatten, beruhig­ten sie sich und verherrlichten Gott und sagten: Also hat Gott auch den Nationen die Buße gegeben zum Leben“ (V. 18). So war dem Feind durch eine milde Antwort gewehrt und der Herr vielmehr verherrlicht worden.

Nun blenden wir in unsere Tage:

Jens hat einen langen und anstren­genden Arbeitstag hinter sich. Er fährt seinen Wagen in die Garage und betritt die Wohnung. Sein Kopf ist noch nicht frei: Da war die er­gebnislose Besprechung, die schar­fe Reaktion eines Kunden, die Arbeit ging heute einfach nicht gut „von der Hand“. Da kommt seine Frau Birte aus der Küche. Jens ist immer noch ganz in Gedanken und grüßt nicht so freundlich, wie sie es sonst gewohnt ist.
Nun kommt es auf ihre Reaktion an! Kann sie sich einfühlsam in die Situation ihres Mannes versetzen oder nicht?
Wenn nicht, wird Birte denken: Was hat er denn heute? Ich habe ihm doch nichts getan! Ich plage mich den ganzen Tag für ihn – und was macht er für ein Gesicht? Und dann schmollt sie und macht ihm Vor­haltungen.
Wie schnell gibt dann ein Wort das andere! Sie sagt: „Das hätte ich nicht gedacht, dass du so zu mir sein könntest!“ Und er antwortet: „Du bist doch auch kein Engel!“
Hätte eine „milde Antwort“ die Si­tuation nicht sofort beruhigt? Er: „Liebling – verzeih mir, aber ich hat­te solch einen Ärger“. Oder Sie: „Schatz – jetzt wollen wir uns mal nicht mehr ärgern, sondern erst ein­mal gemütlich zu Abend essen. Und wenn wir nachher zusammen be­ten, sagen wir alles dem Herrn: Er kann helfen!“

Eine lohnende Übung

Wir merken, wie wichtig es ist, den Rat aus Sprüche 15,1 zu beachten! Wollen wir uns darin nicht mehr und mehr üben? Wenn es nicht immer gelungen ist – und wer müss­te das nicht bekennen –, was hin­dert uns, es ab heute mit Gottes Hilfe besser zu machen?

Friedhelm Müller

"Der Anfang eines Zankes ist wie die Entfesselung von Wasser; so lass den Streit, ehe er heftig wird."
(Sprüche 17,14)

Vergeben?!

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Vergebung ist ein äußerst wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens von Menschen. An vielen Stellen fordert uns Gottes Wort auf, zu vergeben. Wie viel Schaden hätte in Ehen, in Familien oder in Versammlungen vermieden werden können, wenn diese Bibelstellen beachtet worden wären. Als solche, denen von Gott so viel vergeben worden ist, wollen wir uns einige Aspekte von Vergebung ins Gedächtnis rufen und uns neu zu wahrer Vergebung anspornen!

Vergeben – ohne jede Bedingung

Wenn jemand gegen mich gesün­digt hat, dann fordert Gottes Wort mich auf, bedingungslos zu verge­ben. Dabei geht es um mehr als „nur“ um Vergebungsbereitschaft. Ich soll nicht nur bereit sein, zu vergeben. Nein, in meinem Herzen soll ich vergeben und zwar ehrlich, vollständig und sofort. Nicht immer gelingt mir das, denn mein Stolz ist verletzt und meine alte Natur lehnt sich dagegen auf. Aber Gott möch­te es so!

„Seid aber zueinander gütig, mit­leidig, einander vergebend, wie auch Gott in Christus euch vergeben hat“
(Epheser 4,32)


Viele Sünden, die ich selbst in mei­nem Leben getan habe, sind mir gar nicht bewusst oder ich habe sie längst vergessen. Weit entfernt bin ich davon, jede Sünde bekannt zu haben. Und doch hat Gott mir in Christus vergeben. Wie dankbar darf ich dafür sein. Und deshalb stehe ich in der Pflicht, genauso zu vergeben!

Vergebung erfahren – nicht ohne Bekenntnis

Die andere Seite ist die, dass derje­nige, der gesündigt hat, nur dann Vergebung erfahren kann, wenn er die Sünde bekennt. Das ist keine Einschränkung für den Punkt, über den wir zuerst nachgedacht haben. Es ist eben die andere Seite der Sache.
Jede Sünde, die mir bewusst wird, muss ich bekennen. Nur dann kom­me ich in den Genuss der Verge­bung, nur dann werde ich wirklich frei.

„Wenn wir unsere Sünden beken­nen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“
(1. Johannes 1,9)

„Bekennt nun einander die Sün­den“
(Jakobus 5,16)


Vergebung zusprechen

Nehmen wir die beiden Punkte, die wir bisher angeschaut haben, zu­sammen, dann bleibt zu ergänzen, dass Vergebung auch ausgespro­chen werden soll, sobald ein Be­kenntnis erfolgt ist. Das, was ich in meinem Herzen längst getan habe – vollständig vergeben –, soll ich dann auch aussprechen.
Niemals sollte das mit Bedingun­gen oder Einschränkungen verbun­den werden. Auch Bewährung sollte nicht vor dem Zusprechen der Vergebung abgewartet werden.
Gott hat uns Vergebung zugespro­chen, als wir unsere Sünden be­kannten.
„Er aber sprach zu ihr: Deine Sün­den sind vergeben“ (Lk 7,48).
Mit welcher Freude wird die Frau nach Hause gegangen sein, nach­dem sie die Zusicherung des Herrn Jesus gehört hat!

Vergeben und nie wieder hervorholen

„Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlo­sigkeiten werde ich nie mehr ge­denken“
(Hebräer 10,17)


Mit großer Dankbarkeit und Freu­de lesen wir diesen Vers. Er gehört zu einer ganzen Reihe von Bibel­stellen, die deutlich machen, dass Gott unsere Sünden nie mehr her­vorholen wird, um sie in irgendei­ner Weise gegen uns zu verwen­den.
Genau so sollen wir es auch tun. Das, was gottgemäß geordnet ist, soll nie wieder hervorgeholt wer­den. Und wenn es uns doch noch einmal in den Sinn kommt, dann sollen wir es sofort wieder wegtun. Wir erinnern uns daran, dass es vergeben ist, und bitten Gott, uns dabei zu helfen, es da zu lassen, wo es hingehört – hinter dem Rücken, wo man nicht mehr hin­schaut (s. Jes 38,17b). Tun wir es nicht, sind wir Gott ungehorsam und machen uns schuldig!

Vergeben – immer wieder

So wie Gott uns niemals abweist, wenn wir mit einem Bekenntnis zu Ihm kommen, so sollen auch wir immer wieder vergeben. Auf die Frage von Petrus antwortet der Herr Jesus in diesem Zusammen­hang, dass man seinem Bruder nicht nur siebenmal vergeben soll, sondern siebzig mal sieben (s. Mt 18,22). Das meint nicht, dass irgendwann einmal Schluss damit sein soll. Nein – wir sollen immer wieder vergeben.
Vielleicht denkst du, dass irgend­wann doch einmal das Maß voll ist. Dann denke daran, wie gut es ist, dass das bei unserem Gott niemals der Fall ist. Dann fällt es uns leich­ter, auch weiterhin zu vergeben.

Vergebung und die Regierungswege Gottes

Wenn wir nicht vergeben, dann sind wir nicht in Übereinstimmung mit Gott. Wir sind Gott nicht ge­horsam. Das kann Gott nicht so stehen lassen. Er wird mit uns handeln müssen in seinen Erzie­hungs- und Regierungswegen, da­mit wir wieder in Überein­stim­mung mit Ihm kommen. In diesem Sinn ist Matthäus 6,14.15 zu ver­stehen:

„Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, wird euer himmlischer Vater auch euch ver­geben; wenn ihr aber den Men­schen ihre Vergehungen nicht ver­gebt, wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben.“
(Matthäus 6,14-15)


Es geht in diesem Vers nicht um die Vergebung in Verbindung mit dem ewigen Heil. Darin dürfen wir uns auf Gottes Zusage stützen: „Also ist jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind“ (Röm 8,1). Aber es geht um die Re­gierungswege Gottes, um sein Handeln mit uns auf dieser Erde und in dieser Zeit. Und da können wir keine Barmherzigkeit erwarten, wenn wir nicht barmherzig sind (s. Jak 2,13)!

Vergebung und erhörbare Bitten

In Markus 11,25 wird das Verge­ben neben den Glauben als Bedin­gung für Gebetserhörungen gestellt: „Und wenn ihr dasteht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt.“
Nur dann, wenn ich vergebe, bin ich in Übereinstimmung mit Gott. Nur dann werde ich die Bitte haben, die Gott erhören kann. Nur dann kann ich in echtem Glaubensver­trauen beten. Wenn ich in meinem Herzen nicht vergebe, dann kann ich keine ungestörte Gemein­schaft mit Gott haben und gar kein echtes Gebetsleben führen. Deshalb ist es so wichtig, wirklich zu verge­ben.
Eigentlich sind diese Aufforderun­gen in Gottes Wort sehr einfach zu verstehen. Und das neue Leben in uns will gerne genau so handeln! Warum fällt es uns dann oft so schwer, gehorsam zu sein? Warum entsteht durch den Ungehorsam im Blick auf das Vergeben so viel Schaden? Es sind unser Stolz und Hochmut, die uns im Weg stehen. Demütigen wir uns vor Gott und bitten Ihn um Vergebung für unser Versagen im Vergeben!

Christian Rosenthal

Vertuschen - Verstecken - Schuld abschieben

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Als Eva von der Schlange verführt worden war, von der verbotenen Frucht gegessen und auch Adam davon gegeben hatte, wurden die Augen von Adam und Eva aufgetan und sie erkannten, dass sie nackt waren. Darauf folgte eine Reaktion in drei Schritten, die für uns sehr lehrreich ist, weil wir in Gefahr stehen, uns nach einem Fehlverhalten, einer unangemessenen Reaktion, also einer Sünde, ähnlich zu verhalten.

Vertuschen

Adam und Eva versuchten, ihre Nacktheit zu bedecken, indem sie sich aus Feigenblättern Schurze machten. Die Nacktheit an sich war keine Sünde. Im Garten Eden, in dem die ersten Menschen in Un­schuld lebten, konnten sie so sein, wie Gott sie geschaffen hatte. Gott würde sie später bekleiden und von diesem Moment an sollte der nun sündige Mensch anständig beklei­det sein.
Durch die Sünde des Ungehorsams erkannten Adam und Eva, dass sie nackt waren. Diese Nacktheit woll­ten sie mit den Feigenblättern ver­stecken. Sie versuchten, sie zu ver­tuschen.
Hat nicht auch David ähnlich rea­giert, als er in der Sache mit Bath­seba gesündigt hatte? Ihre Schwan­gerschaft war nicht zu verbergen, doch er versuchte, seine Sünde zu verbergen, indem er Urija aus dem Krieg kommen ließ (s. 2. Sam 11).
Und wie war es mit Saul, als er das Gebot Gottes übertreten hatte? Er sagte zu Samuel: „Ich habe gesün­digt! Nun ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel“ (s. 1. Sam 15,30). Ehre mich doch – das sind Feigenblätter.

Verstecken

Als Adam und Eva dann die Stim­me Gottes im Garten hörten, ver­steckten sie sich. Doch Gott kann man nichts vormachen, vor Ihm haben Feigenblätter keinen Bestand. Vor Menschen mag es zuweilen möglich sein, Dinge zu vertuschen, nicht aber vor Gott.
Zahlreiche Menschen haben ver­sucht, durch Flucht vor Gott den Folgen ihres Handelns zu entkom­men. Vergeblich! Jakob ist dafür ein anschauliches Beispiel. Nachdem er seinen Vater Isaak betrogen hat­te und sich durch Esau bedroht sah, floh er.[1] Es folgte eine Zeit ohne Gemeinschaft mit Gott – aber gleichzeitig eine Zeit der Erziehung durch Gott.
Auch in der Zeit der Gnade gilt der Grundsatz: „Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten“ (Gal 6,7). Wir sind verantwortlich für unser Tun und müssen auch die Folgen tragen. In seiner Gnade kann Gott diese Folgen in einzelnen Fällen wegneh­men oder mildern, das ändert aber nichts an dieser grundsätzlichen Tatsache!

Schuld auf einen anderen schieben

Dann konfrontiert Gott Adam mit seiner Übertretung. Er fragt: „Hast du gegessen von dem Baum?“ (1. Mo 3,11). Adam sagt nicht: „Ja, das habe ich“. Nein, er möchte noch immer seine Ehre retten. Und wie erbärmlich ist seine Ausrede: „Die Frau, die du mir beigegeben hast, sie gab mir von dem Baum, und ich aß” (1. Mo 3,12). Alle sind schuld: Die Frau und sogar Gott, der die Frau gegeben hat. Nur Adam selbst möchte keine Schuld haben.
Eva reagiert auf dieselbe Weise: „Die Schlange betrog mich, und ich aß“ (1. Mo 3,13). „Die Schlange ist schuld, sie betrog mich“.

Anwendung auf das Familienleben

Von Natur aus sind wir Kinder Adams und können dieses Verhal­ten auch in unserem Leben entde­cken. Aber das ist keine Lösung. Wie viele Diskussionen, wie viel Streit, wie viele Verletzungen wären schon vermieden worden, wenn die Verantwortung für Fehler und Sünden einfach übernommen wor­den wäre, verbunden mit Buße und Bekenntnis.
Wenn in unseren Familien die El­tern gelernt haben, die Verantwor­tung für ihr eigenes Fehlverhalten zu übernehmen, dann führt das zu erhöhter Aufmerksamkeit im Blick auf das weitere Verhalten der El­tern und der Kinder. Es ist sehr de­mütigend für Eltern, ihren Kindern gegenüber Fehler und Sünden be­kennen zu müssen. Aber es ist auch heilsam, nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kinder. Die Bereitschaft der Eltern, eigene Feh­ler einzugestehen und dafür um Entschuldigung zu bitten, wird das Ansehen und die Autorität der El­tern bei den Kindern stärken.
Auch für ein gutes und vertrauens­volles Miteinander als Eheleute ist es unabdingbar, Fehler einzugeste­hen und sich dafür zu entschuldi­gen. Vertuschen, verstecken oder gar den Fehler beim Ehepartner zu suchen, zerstört das Vertrauen und hat zersetzende Wirkungen. Offen­heit, Selbstgericht, Bekenntnis und Demut hingegen sind ein guter Nähr­boden für ein gedeihliches Ehe­leben.
Im Hinblick auf unsere Kinder ist es gut, sie anzuleiten, die Verantwor­tung für ihre Fehler, Ungezogenhei­ten, Streiche usw. zu überneh­men. Dabei sollten wir sie dem Alter entsprechend auch unter­stützen und ggf. begleiten, wenn z.B. eine Entschuldigung beim Nach­barn nö­tig ist (da sind besonders die Väter angesprochen). Sprüche 22,6 sagt: „Erziehe den Knaben seinem Weg entsprechend, und er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt wird.“
Lasst uns auch bei der Wahl der Strafe darauf achten, dass sie an­gemessen und nicht überzogen ist. Furcht vor Strafe fördert nämlich gerade die drei genannten Punkte.
All das ist in der Umsetzung nicht einfach und wir brauchen dazu Weis­heit und Gottes Hilfe.
„Wenn aber jemand von euch Weis­heit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen willig gibt und nichts vorwirft, und sie wird ihm gegeben werden“ (Jak 1,5).

Hartmut Frisch


Fußnoten:

  1. In 1. Mose 28,11 ist zu lesen, dass die Sonne un­terging. Das war zu Beginn der Flucht. Als Jakob dann Jahre später zurückkehrt und in Pniel mit Gott gerungen hatte, geht ihm die Sonne wieder auf (1. Mo 32,31). Die ganze Zeit seiner Flucht war es dunkel in seinem Leben.

Ein besonderes Ehepaar (2. Kön 4,8-24)

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Jede Ehe ist einmalig, auch die des Ehepaares in Sunem. Trotzdem können wir alle von diesem Ehepaar lernen. Dazu werden in diesem Artikel immer einzelne Punkte aus dem Bibeltext vorgestellt und kurz kommentiert. Dann sollen sich die Ehepartner, der Ehemann und die Ehefrau, Fragen stellen (lassen). Der Mann soll nicht seiner Frau die für sie bestimmten Fragen vorlesen, noch die Frau ihrem Mann die ihn betreffenden Fragen.
Im Folgenden sind die Fragen für den Mann mit "m" und für die Frau mit "w" gekennzeichnet.

Eine aktive Frau

  • Zuerst ist nur von einer wohlha­benden Frau die Rede.
  • Sie lädt Elisa zum Essen ein, und zwar, wie es scheint, ohne ihren Mann zu fragen.

Die Frau scheint die Bekanntere zu sein, auf jeden Fall aber die Aktive­re, wie es wohl auch Priszilla in ihrer Ehe gewesen ist, denn oft steht ihr Name vor dem ihres Man­nes. Es gibt solche Ehen und sie können trotzdem glücklich sein, wenn einige Dinge beachtet wer­den.

  • m: Kann ich akzeptieren, dass mei­ne Frau dynamischer ist als ich oder unterdrücke ich jede Ei­geninitiative meiner Frau?
  • m: Hat meine Frau einen eigenen Entscheidungsbereich oder will ich jedes Mal gefragt werden?
  • beide: Haben wir die Grenzen dieses Bereichs einvernehmlich fest­ge­legt oder gibt es immer wie­der Streit darüber?
  • w: Kenne ich als Frau meine Gren­zen oder missachte ich die Tatsa­che, dass mein Mann Haupt ist?

Eine geistliche Frau

  • Die Frau erkennt, dass Elisa ein Mann Gottes ist.
  • Sie wünscht, ihn nicht nur als Gast beim Essen zu haben, und möchte zusammen mit ihrem Mann ein Obergemach für Elisa bauen lassen.
  • Der Ehemann verwehrt ihr den Wunsch nicht.

Die Frau hat an dem Reden und Verhalten Elisas erkannt, dass er ein Mann Gottes war (s. 1. Joh 4,6). Sie genießt die geistliche Gemein­schaft mit dem Mann Gottes und möchte mehr davon. Ihr Ehemann geht auf den Wunsch seiner Frau ein und das Obergemach wird ge­baut.

  • w: Habe ich ein eigenständiges Ge­betsleben und lese ich selbst Gottes Wort oder ist nur mein Mann dafür zuständig?
  • w: Habe ich ein Verlangen, Gottes Wort immer besser kennenzu­lernen, oder reicht es mir, dass mein Mann sich gut in der Bibel auskennt?
  • m: Erfülle ich gerne Wünsche mei­ner Frau oder sage ich öf­ters: „Was willst du denn jetzt schon wieder?“
  • beide: Machen wir als Ehepaar so viel wie möglich gemeinsam oder le­ben wir nur nebeneinander her?

Eine zufriedene Frau

Als Elisa die Frau fragt, ob er sich beim König oder Heerobers­ten für sie verwenden soll, ant­wor­tet sie: „Ich wohne inmitten meines Volkes“ (2. Kön 4,13).
Sie will sich nicht durch die Be­kanntschaft mit Elisa und dessen Beziehungen Vorteile verschaffen.
Sie ist mit ihrer sozialen Stellung zufrieden.

  • beide: Vertrauen wir (nur) auf Gott in unseren Umständen oder nutzen wir (auch) alle uns bietenden Möglichkeiten, sie zu ändern (s. Ps 62,6)?
    beide: Sind wir mit unserer sozialen Stel­lung zufrieden oder wollen wir noch Karriere machen bzw. nicht nur Hausfrau sein (s. 1. Kor 7,24)?
  • beide: Begnügen wir uns mit dem Vorhandenen oder wollen wir reich werden (s. Heb 13,5)?

Ein sehr beschäftigter Mann

  • Es ist Getreideernte. Der Mann überwacht die Arbeit seiner Schnit­ter.
  • Er lässt sein plötzlich erkranktes Kind durch einen Diener zu sei­ner Mutter tragen.

Dass der Mann, wie Boas, die Ar­beit seiner Schnitter überwacht, ist normal.
Während Boas sich aber Zeit für Ruth nahm, kümmert der Mann sich noch nicht einmal um sein Kind, das vor Schwäche nicht mehr laufen kann.

  • m: Nehme ich mir ausreichend Zeit für meine Frau und meine Kin­der oder hat die Arbeit die höchste Priorität für mich?
  • m: Nehme ich meine Verantwor­tung in der Familie wahr oder wälze ich vieles einfach auf mei­ne Frau ab?
  • m: Kenne ich den geistlichen Zu­stand meiner Kinder oder ist da­für der Sonntagschullehrer oder der Jugendstundenleiter zu­stän­dig?

Eine sorgende Mutter

  • Die Mutter ist zu Hause und nimmt das Kind auf ihren Schoß, bis es stirbt.
  • Sie legt das tote Kind auf das Bett des Mannes Gottes.
  • Sie teilt ihrem Mann den Tod des Kindes nicht mit.
  • Sie bittet ihren Mann um einen Diener und eine Eselin, um Elisa aufzusuchen.

Die Mutter ist für ihr Kind da und vermittelt ihm Geborgenheit. Sie hat Hoffnung über den Tod hinaus. Sie kennt Den, der helfen kann. In der Hoffnung, dass der Knabe zum Leben erweckt wird, will sie viel­leicht ihren Mann nicht mit der Todesnachricht beunruhigen.

  • w: Bin ich als Mutter daheim, wenn mein Kind nach Hause kommt, oder glau­be ich, dass im Smartphonezeit­alter alles anders organi­siert werden kann?
  • beide: Empfängt mein Kind durch mich die nötige Aufmerksam­keit und Zuneigung oder nehme ich mir dafür zu wenig Zeit?
  • beide: Suche ich täglich das stille „Kämmerlein“ auf, um Ihm al­les hinzulegen, oder bete ich nur noch sporadisch oder schon gar nicht mehr (s. 1. Pet 5,7)?
  • beide: Habe ich Glauben oder würde der Herr mich kleingläubig nen­nen müssen (s. Jak 1,6-8; Mt 14,31)?
  • beide: Kann mein Ehepartner mir al­les anvertrauen und findet er Ver­ständnis bei mir oder hat er auf­gegeben es zu tun, weil ich nie richtig zuhöre (s. Ps 142,4)?

Ein Mann ohne Verständnis

  • Der Mann versteht nicht, dass seine Frau an einem normalen Arbeitstag zu Elisa will.
  • Die Frau beginnt deswegen kei­ne Diskussion mit ihrem Mann.
  • Der Mann gibt seiner Frau Tier und Diener, obwohl er sie we­gen der Ernte dringend braucht.

Heute würde man diesen Mann einen Sonntagschristen nennen. Die Frau verhält sich weise, wenn sie ihrem Mann seine Ungeistlichkeit nicht vorhält. Obwohl der Mann seine Frau nicht versteht und auf Tier und Diener schlecht verzich­ten kann, erfüllt er den Wunsch seiner Frau.

  • beide: Ist es für mich selbstverständ­lich, alle Zusammenkünfte zu besuchen, wenn es irgend geht, oder reicht es für mich, sonn­tags da zu sein (s. Apg 2,42)?
  • w: Versuche ich, meinen Mann durch meinen stillen Wandel zu gewinnen oder ermahne ich ihn laufend, vielleicht sogar mit dem Wort Gottes (s. 1. Pet 3,1-6)?
  • m: Erfülle ich meiner Frau einen Wunsch auch dann, wenn er mir einmal ungelegen kommt, oder suche ich stets meinen Vorteil (s. Eph 5,28-29)?

Die Liste der Fragen ließe sich si­cher noch erweitern, aber ist sie nicht schon ausreichend lang?
Wie oft trifft bei mir das „oder“ in den Fragen zu?
Sollte es nicht bei diesen Fragen meine Bitte sein: „Herr hilf mir, dass das „oder“ verschwindet“?

Horst Zielfeld

Persönliche Worte (Das Gute wirken)

Lieber Leser,
wenn es dir ähnlich wie mir geht, hast du dir anhand des Inhaltsverzeichnisses als erstes einen Überblick über die Themen in diesem Heft verschafft. Vielleicht ist dir dabei auch aufgefallen, dass es diesmal häufig um „Schuld, Streit, Verge­bung“ geht.
Ich wünsche, dass keiner von uns im Moment im Streit mit irgendjemandem lebt oder jemandem nicht vergeben will. Dennoch (oder gerade dann, wenn ein sol­cher Zustand da ist) ist es wichtig, zu erforschen, was die Bibel zu dieser The­matik sagt. Denn wie schnell kommt es bei uns zu einem negativen Gedanken oder einem schlechten Wort gegen unsere Mitmenschen, aus denen dann schnell ein Streit werden kann. Gelegenheiten dazu bietet der Teufel uns oft: Meinem Ehe­partner, meinen Kindern oder meinen Mitgeschwistern gegenüber, am Arbeits­platz, in der Nachbarschaft, im Straßenverkehr. Man könnte noch viele andere Situationen aus dem Alltag anführen.
Doch Gottes Wort gibt uns klare Anweisungen und Vorbilder. Ich denke zum Beispiel an einen Vers aus dem Galaterbrief:

„Also nun, wie wir Gelegenheit haben, lasst uns das Gute wirken gegenüber allen, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens“
(Galater 6,10)


Fällt es uns nicht oft schwer, dieser eindeutigen Aufforderung nachzukommen? Ich muss bekennen, leider häufiger solche Gelegenheiten nicht genutzt oder gar das Gegenteil getan zu haben.
Aber diese Zeilen sollen dich nicht mutlos machen oder eine Bevormundung sein, sondern  im Gegenteil uns dazu anspornen, unser persönliches Leben täg­lich neu nach Gottes Wort auszurichten. Ist dabei nicht das Hauptziel, unserem Herrn Jesus aus Liebe zu gefallen? Er hat uns das Verhalten im Miteinander auf der Erde perfekt – wie kein anderer – vorgelebt.
So sollen die folgenden Artikel Hilfe, Ermunterung und Ansporn im persön­lichen und gemeinsamen Glaubensleben geben, mit dem Ziel, Ihm ähnlicher zu wer­den.
Nun wünsche ich dir des Herrn Jesus Segen beim Lesen der vorliegenden Lektü­re.

Benjamin Hof

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