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...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Gesucht: „Hirten der Herzen“

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Der Dienst an den Geliebten des Herrn ist ein besonderes Vorrecht. Sind es doch die,

  • für die der Herr Jesus als der „gute Hirte“ sein Leben gegeben hat, „damit sie Leben haben und es in Überfluss haben“ (Joh 10,10) und
  • für die Er jetzt der „große Hirte“ ist, um sie auf seinen starken Schultern an das Ziel zu bringen (s. Heb 13,20; Lk 15,5).

Dort wird Er als der „Erzhirte“ die Krone der Herrlichkeit denen geben, die, seinem Vorbild folgend, in Treue die Herde Gottes gehütet haben (s. 1. Pet 5,4).
Nehmen wir uns zunächst Zeit und Ruhe zum Lesen von Lukas 2,8-20.
Schauen wir uns nun einige Einzelheiten dieses biblischen Berichts an – als Ansporn für Treue im Dienst für Ihn.
Zwar waren diese Hirten solche, die sich buchstäblich um ihre Herden kümmerten. Doch aus dem Reden und Handeln der Hirten können wir auch für uns wichtige Belehrungen ziehen.
Dabei ist der Dienst an der Herde Gottes nicht nur eine wichtige Aufgabe für ältere Brüder und Schwestern, sondern auch Jüngere dürfen sich ermuntern lassen, Nächstenliebe zu üben im Weiden der „Lämmer“ (s. Joh 20,15).
Und nicht zuletzt sind auch Väter und Mütter die „Hirten der Herzen“ der ihnen anvertrauten Kindern.

Hirten schützen die Herde

Die Hirten auf dem Feld in der Gegend von Bethlehem hielten in der Nacht der Geburt des Heilands Wache über die ihnen anvertraute Herde, die auf freiem Feld lagerte – sie musste vor wilden Tieren ge­schützt werden (s. V. 8).
Dieser Aufgabe kamen die Hirten ge­wissenhaft nach: Der Engel des Herrn musste sie nicht aufwecken, um ih­nen die „große Freude“ der Geburt des Heilands zu verkündi­gen.
Die Schafe und Lämmer der Herde Christi sind heute mehr denn je den Gefahren der „Nacht“ in dieser Welt ausgesetzt, deren Fürst Satan ist (s. Joh 14,30).
Schon im Anfang ermahnte der Apo­stel Paulus die Ältesten von Ephe­sus, zunächst acht zu haben auf sich selbst und dann auch auf die ganze Herde, in der der Heilige Geist sie als Aufseher gesetzt hatte.
Er wusste: Es werden reißende Wölfe zu ihnen hereinkommen, die die Herde nicht verschonen, aber auch Männer aus den eigenen Rei­hen würden verkehrte Dinge reden (s. Apg 20,29.30).
Und heute? Wie vielen Gefahren sind nicht nur junge Geschwister durch den Einfluss der „Welt“ in Schule und Beruf ausgesetzt. Be­sonders auch durch die Medien, die auch vor den Häusern der Gläubi­gen nicht Halt machen.
Wie wichtig sind deshalb:

  • Brüder mit einem „Hirtenherzen“, die „in aller Demut“ (Apg 20, 19) in Liebe „wachen über die See­len“ (Heb 13,17).
  • Männer Gottes, die unter uns ar­beiten und uns vorstehen im Herrn und uns zurechtweisen (s. 1. Thes 5,12).
  • Schwestern, die die „jungen Frau­en unterweisen“ (Tit 2,4) oder Kin­derherzen für den Herrn erwär­men.
  • Väter und Mütter, die sich neben allen (beruflichen) Anforderungen auch Zeit nehmen für die Fragen und Sorgen der Kinder, die ihnen nur für eine kurze Zeit anvertraut sind.

Hirten kennen die Quelle von Weisheit und Kraft

Die Hirten erlebten in der Stille und dem Dunkel der Nacht Außerge­wöhnliches: Die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie (s. V. 9).
Wir stellen uns die Frage: „Wer ist zu einem Hirtendienst tüchtig? Wo sind die dazu nötige Weisheit und Kraft zu finden?“
Das Anschauen der Herrlichkeit des Herrn, das Hinschauen auf Ihn als den verherrlichten Menschen­sohn im Himmel ist immer noch die „Kraftquelle“ für jeden Dienst: „Ge­kräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit“ (Kol 1,11).
Ist ein „Hirtenherz“ bewegt von den moralischen Herrlichkeiten des Herrn Jesus, von der Gesinnung Des­sen, der „sich selbst zu nichts mach­te und Knechtsgestalt annahm“ (Phil 2,5), folgt daraus Freimütig­keit und Freude im Dienst.

Hirten benötigen Gottesfurcht

Wegen der Erscheinung des Engels und der Menge des himmlischen Heeres fürchteten sich die Hirten mit großer Furcht (s. V. 9). Mit an­deren Worten: Sie hatten Angst.
Wir müssen keine Angst vor Gott haben, Er ist unser Vater. Aber Ehr­furcht sollte uns kennzeichnen. Wir sollen die Zeit unserer Fremdlings­chaft in Furcht wandeln. Weil Er heilig ist, sollen auch wir heilig sein in allem Wandel (s. 1. Pet 1,17.15).
Und die Folge von Gottesfurcht ist: Weisheit von oben, denn „die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang“ (Spr 9,10).
Wie sehr ist für den Hirtendienst Weisheit nötig, damit man das, was man als rechte Lehre erkannt hat, in der jeweiligen Situation richtig anzuwenden weiß.

Hirten haben die rechte Gesinnung und Glauben

Nachdem die Engel von ihnen weg wieder in den Himmel aufgefahren sind, redeten die Hirten nunmehr zueinander. Sie unterhalten sich über das, was ihre Herzen bewegte. Das ist wahre Gemeinschaft unter­einander.
Dieser Hinweis ist auch für unsere Tage wichtig: Nicht Geselligkeit mit belanglosen Reden ohne Nutzen, aber auch nicht „übereinander“ re­den, sondern vielmehr „zueinan­der“! „Redet nicht gegeneinander, Brüder“ (Jak 4,11) ist ein Gebot, dessen Befolgung Zwiespalt und Ärgernis unter der Herde Gottes verhindert.
Die Hirten zweifelten nicht an der Richtigkeit der Aussage der Engel. Ihr Glaube veranlasste sie, zu han­deln: „Lasst uns nun hingehen … und diese Sache sehen, die ge­schehen ist“. Sie sehen die Engel nur als Sprachrohr und sind sich sicher: Der Herr hat uns die Sache kundgemacht (s. V. 15).
Vorbilder im Glauben sind auch heu­te wichtig. Jemand hat gesagt: Re­den belehrt – Beispiel sein reißt mit.

Hirten haben Energie

Die Hirten damals haben nicht ge­zögert, nein, sie kamen eilends nach Bethlehem (s. V. 16). Der Engel hat ihnen ein Zeichen gegeben: „Ihr wer­det ein Kind finden, in Windeln ge­wickelt und in einer Krippe lie­gend“ (V. 12). So machen sie sich auf den Weg und finden, was sie suchen: Das Kind in der Krippe lie­gend und Maria und Joseph (s. V. 16).
Und wir? Machen wir uns zum Nutzen der Herde des Herrn eilends auf den Weg oder lassen wir uns aufhalten – vielleicht durch Be­quemlichkeit oder Menschenfurcht?

Die Hirten verkündigen das Wort – über dieses Kind

Nachdem die Hirten das Kind ge­funden hatten, verbreiten sie das Wort der Engel über dieses Kind: „Euch ist heute in der Stadt Davids ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr“. Nicht Maria und Joseph sind Inhalt der Verkündi­gung, sondern allein das Kind. Wo der Heilige Geist wirkt, ist immer der Herr Jesus das Zentrum der Botschaft.
Hirtendienst geschieht öffentlich und in den Häusern (s. Apg 20,20). Dabei ist die Bibel, das Wort Got­tes, die Quelle der Belehrung zum Trost, zur Ermunterung oder auch zur Ermahnung.
Aus diesem Grund muss jeder ein­zelne von uns seine Bibel kennen, denn eine der Voraussetzungen für die Beschäftigung mit den Seelen auch in unseren Tagen ist: „… an­hängend dem zuverlässigen Wort nach der Lehre, damit er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen … als auch zu überfüh­ren“ (Tit 1,9).
Der kundige Schriftgelehrte Esra hatte „sein Herz darauf gerichtet

  1. das Gesetz des Herrn zu erfor­schen,
  2. es zu tun und
  3. „in Israel Satzung und Recht zu lehren“ (Esra 7,10).

Das ist immer noch die gesunde Reihenfolge: Dem (Be-)Lehren geht das gründliche Erforschen des Wor­tes Gottes und der erkennbare Wunsch voraus, danach zu handeln.
Neben der moralischen Autorität eines „Hirten“ ist seine Autorität auch durch Verweis auf das Wort Gottes, auf das „es steht geschrie­ben“ (s. z.B. Mt 4.6.7.10) gegründet.
Manchmal ist eine Situation unter Kindern Gottes verfahren: Die Her­zen können nicht erreicht werden. Was kann dann noch helfen? Stel­len wir den Seelen den Herrn Jesus vor, seinen Wandel, seine Gesin­nung … (s. Phil 2,5). Die Evangelien bieten dazu eine reiche Fundgrube.

Hirtendienst – und die Reaktionen

Die Botschaft aus dem Mund der Hirten bewegt die Herzen: Die Zu­hörer verwundern sich!
Maria aber verwundert sich nicht nur, sondern sie bewahrte alle die­se Worte und erwog sie in ihrem Herzen (s. V. 19).
Und wenn das Herz eines Kindes Gottes erreicht werden konnte und über das Herz auch das Gewissen, werden auch Taten und Verände­rungen folgen, denn vom Herzen aus sind die Ausgänge des Lebens (s. Spr 4,21).

Dienst für den Herrn – und Ruhe bei Ihm

Die Hirten kehrten zurück und ver­herrlichten und lobten Gott für al­les, was sie gehört und gesehen hatten. Sie durften Zeugen sein mit einer Botschaft – ihre Aufgabe ist nun erfüllt.
Nach jedem Dienst kehren auch wir gleichsam zum Herrn Jesus zurück, wie die Apostel, die sich nach er­fülltem Auftrag bei Jesus versam­melten und Ihm alles berichteten, was sie getan und was sie gelehrt hatten (s. Mk 6,30). Die Aufforderung des Herrn gilt auch uns: „Kommt ihr selbst her an einen öden Ort für euch allein und ruht ein wenig aus“ (Mk 6,31). Was für ein Vorrecht, einem solchen Herrn dienen zu dürfen!
Und du? Willst auch du einmal die Worte aus seinem Mund hören: „ Wohl, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn“ (Mt 25,21)? Dann „sieh auf den Dienst, den du im Herrn empfan­gen hast, dass du ihn erfüllst“ (Kol 4,17).

Friedhelm Müller

Daniel – Den Einflüssen der Welt ausgesetzt und doch treu für Gott

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Daniel wurde als junger Mann nach Babel verschleppt, in eine fremde, gottfeindliche Umgebung, fern vom Schutz des Elternhauses. Vermutlich war er zu dieser Zeit etwa 15-20 Jahre alt. Nun ist er unmittelbar den Gefahren der Welt ausgesetzt. Ähnlich geht es unseren Kindern heute, wenn sie in die Schule kommen oder eine Ausbildung bzw. ein Studium beginnen und dafür vielleicht sogar in eine andere Stadt ziehen müssen. Wir wollen uns als Eltern fragen: Welchen Einflüssen sind unsere Kinder dann ausgesetzt? Wie können wir sie darauf vorbereiten, ihren Glauben im Alltag zu leben? Wie zeigt sich unser Glaube konkret im Alltag?

Wie beeinflusst die Welt unsere Kinder?

Babel war die Hauptstadt des da­maligen baylonischen Weltreiches. Sie verkörperte Machtstreben und Auflehnung gegen Gott (s. 1. Mo 11,2-4). Okkultismus (s. Hes 21,26) und Götzendienst (s. Dan 1,2) wa­ren dort zu finden. In dieses Um­feld kam Daniel nun als junger Mann hinein, ohne dass er das beeinflus­sen konnte. Er durchlief ein Ausbil­dungsprogramm, ähnlich einer Be­gabtenförderung, das drei Jahre dauerte. Heute ist das nicht an­ders. Die Welt greift besonders nach un­seren Kindern, die beeinflussbar sind und „das Leben noch vor sich haben“. In der Schule, der Ausbil­dung und im Studium werden un­sere Kinder mit den Einflüssen der Welt konfrontiert und wir können es bis zu einem gewissen Grad auch nicht verhindern. Da ist es gut und notwendig, die Gefahren zu ken­nen. Was kam nun auf Daniel konkret zu?

Die Ideologie der Welt

Er sollte die Schriften und die Spra­che der Chaldäer lernen.
(s. Daniel 1,4)


Die Lerninhalte waren durchzogen vom Gedankengut der Babylonier, ihrer Religion, ihrer Weltanschau­ung und ihren Lebensgewohnheiten. Daniel konnte sich seinen Lernstoff nicht aussuchen. Auch die Lernin­halte in unseren Schulen und an den Universitäten sind durchsetzt von ungöttlichen Gedanken (z.B. über die Entstehung der Welt und über das Familienleben) sowie von verschiedenen philosophischen Strö­mungen. Gott selbst und sein Wort werden weitgehend beiseite ge­wischt.
Die dreijährige Erziehung war den Intelligentesten und Fähigsten vor­behalten. Sie sollten einmal her­vorragende Posten besetzen. Die Welt winkt mit Karrieremöglichkei­ten, Einfluss und Geld – eine Gefahr auch für uns und unsere Kinder.

Der Genuss der Welt

Die Tafelkost des Königs und der Wein, den er trank ...
(s. Daniel 1,5)


... zei­gen das, was wir in uns aufneh­men. Ein Sprichwort sagt: „Man ist, was man isst.“ Zum Essen am Kö­nigshof gehörte sicher auch Fleisch, das den Götzen geopfert worden war (ähnlich wie in Korinth) und das widersprach den jüdischen Speise­vorschriften (s. 3. Mo 11). Der Wein ist ein Bild der Freude – in diesem Fall der Freuden dieser Welt –, die uns die Fähigkeit rauben wollen, die Dinge nüchtern – so wie Gott sie sieht – zu beurteilen (s. Hos 4,11). Die Welt kennt den Unterschied zwischen rein und unrein, dem was Gott entspricht und dem, was Ihm entgegen ist, nicht. Wissen wir, wo­mit sich unsere Kinder in ihrer Frei­zeit beschäftigen, was sie lesen, welche Musik sie hören, wo sie surfen und was sie dadurch in sich aufnehmen?

Der Angriff auf die Identität

Daniel und seine Freunde bekom­men neue Namen.


Im Gegensatz zu ihren eigentlichen Namen, die alle einen Bezug zum Gott Israels hat­ten, enthalten die neuen Namen Hinweise auf die Götter Babylons. Jetzt geht es an die Identität! Sie sollten von Gott und dem Volk Got­tes entfremdet werden. Ihre ganze Lebenseinstellung sollte umgekrem­pelt werden, sodass man schließ­lich nicht mehr erkennen sollte, dass sie Israeliten waren. Der Druck ist auch auf uns und unsere Kinder groß, sich anzupassen, so zu den­ken, wie die Menschen dieser Welt und den Willen Gottes für unser Leben aus dem Auge zu verlieren. Wenn wir uns in den Dienst der Welt stellen, sind wir für Gott un­brauchbar.

Was sind typische Anknüpfungs­punkte für die Einflüsse der Welt?

Sicher ist jeder von uns anders, hat andere Schwachstellen und der Teu­fel ist sehr erfindungsreich, wenn es darum geht, unser Zeugnis für den Herrn Jesus zu schwächen oder ganz auszulöschen. Aber aus der Begebenheit in Daniel 1 können wir doch einige typische Punkte ablei­ten (s. V. 4).

  • Intelligenz. Die, die für das Be­gabtenprogramm ausgewählt wur­den, waren vorher schon „unter­wiesen in aller Weisheit und kennt­nisreich und mit Einsicht begabt“. Intelligenz ist unzweifelhaft eine Gabe Gottes, aber der Teufel knüpft nur zu gerne daran an. Dann besteht die Gefahr, dass wir uns etwas darauf einbilden oder sie nur benutzen, um mit unserem Wissen vor anderen zu glänzen.
  • Fleiß (Tüchtigkeit). Fleißig zu sein ist gut, Gott schätzt das. Wenn wir den Fleiß aber nur für eine glänzende Karriere einsetzen, ste­hen wir in großer Gefahr. Lassen wir uns ganz von Ausbildung oder Beruf vereinnahmen, um „nach oben“ zu kommen? Den Beifall der Welt haben wir sicher, wenn wir mit vollem Einsatz für ihre Inter­essen dabei sind. Aber was ist dann mit unserer Zeit für den Herrn?
  • Schönheit. Auch natürliche Schön­heit ist eine Gabe Gottes. Die Welt reizt heute dazu an, sie z.B. durch Mode oder in den Medien zur Schau zu stellen. Wo Schön­heit auf sinnliche Reize reduziert wird, ist die Gefahr falscher und unreiner Verbindungen groß.
  • Im Palast des Königs stehen. Di­rekter sozialer Kontakt mit den Mächtigen der Welt, die Fähig­keit auf andere zuzugehen, ist gefragt. Auch diese Gabe unseres Schöp­fers nutzt die Welt gerne als Ein­fallstor. Und wenn dann unsere jungen Leute alleine unter „Nicht­christen“ stehen, können diese Kontakte leicht überhand nehmen und zum überwiegenden und ge­wohnten Umgang werden.

Wie können wir als Eltern unsere Kinder stärken?

Über das Elternhaus Daniels wird uns nichts gesagt. Und doch erken­nen wir einige Dinge, die ihn schon in seiner Jugend prägten.

  • Gottesfurcht
    Der Name Daniel (=Gott ist Rich­ter) zeugt vom Glauben der Eltern an den Gott Israels. Im Gegensatz zur Masse waren sie sich der Grö­ße und Heiligkeit Gottes bewusst.
  • Vorbild
    Wenn sich unser Glaube an Gott im Alltag zeigt, wird das positiven Einfluss auf unsere Kinder haben (s. 2. Tim 1,5). Binden wir die Her­zen unserer Kinder an den Herrn Jesus? Wenn wir mit Ehrfurcht und in Liebe im Alltag von Ihm reden und unsere Kinder merken, dass wir etwas tun oder lassen aus Liebe zu Ihm, sind wir gute Vorbilder.
  • Liebe zum Wort Gottes
    „Daniel nahm sich in seinem Her­zen vor, sich nicht mit der Tafelkost des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen“ (Dan 1,8). Daniel kannte das Wort Got­tes. Die Speisevorschriften aus 3. Mo­se 11 und das Gesetz des Nasiräers aus 4. Mose 6 waren ihm offen­sichtlich nicht unbekannt. Seine El­tern hatten sie ihm sicher vorgele­sen und sie ihm erklärt. Ihm war die Wichtigkeit eines Gott wohlge­fälliges Leben bewusst geworden und auf dieser Grundlage traf er eine wegweisende Herzensentschei­dung.
    Lesen wir mit unseren Kindern das Wort Gottes, reden wir mit ihnen darüber und vor allem, leben wir ihnen den Gehorsam gegenüber sei­nem Wort selber konsequent vor!
  • Gebet
    Daniel hatte gelernt zu beten (s. z.B. Dan 2,18; 6,11). Er kannte das gewohnheitsmäßige Gebet, aber auch das in besonderen Entschei­dungs- und Notsituationen. Kennen unsere Kinder das aus unseren Häusern? Wirklich jede Entschei­dung in Abhängigkeit vom Herrn zu treffen und sich auch täglich mehrmals der Gnade unseres Got­tes anzubefehlen und Ihm zu dan­ken? Das bewahrt vor falschen Ge­danken, falschen Wegen und stärkt im Glauben.
  • Setzen von Prioritäten
    Welche Prioritäten vermitteln wir unseren Kindern? Es ist sicher gut und notwendig, dass sie eine Aus­bildung oder ein Studium machen, entsprechend ihren Fähigkeiten. Aber stehen wir nicht in der Ge­fahr, dass wir das berufliche Fort­kommen für wichtiger halten als eine gute geistliche Entwicklung? Leben wir unseren Kindern vor und vermitteln wir ihnen, dass es um die Fragen geht, wo der Herr Jesus mich haben will und welche Aufga­ben Er für mich in seinem Dienst hat? Daniel und Joseph haben ih­ren Dienst in hervorgehobenen Stel­lungen in dieser Welt treu getan, aber sie haben nie danach ge­strebt. Und wir sollten nicht ver­gessen, dass mit solchen Positionen viele Gefahren verbunden sind. Es gilt das Wort: „Sinnt nicht auf hohe Dinge, sondern haltet euch zu den Niedrigen“ (Röm 12,16).
  • Informiert sein
    Und noch ein ganz praktischer Hin­weis zum Umgang mit Schulstoff. Gerade wenn unsere Kinder noch jünger sind, ist es gut, wenn wir uns die Schulbücher einmal anse­hen. Dann können wir mit ihnen „kritische“ Inhalte besprechen, bevor sie in der Schule durchge­nommen werden und ihnen die biblische Sicht dazu vermitteln. Da­bei gibt es auch Gelegenheit, sie zu ermuntern, für ihren Glauben in der Schule einzustehen. Lesen wir mit ihnen dann zum Beispiel Da­niel 1.

Wie sich der Glaube bei Daniel zeigt

Das Ergebnis des Herzensentschlus­ses von Daniel zeigt sich im ersten Kapitel insbesondere in fünf Punk­ten.

  1. Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes aus innerer Überzeu­gung (s. V. 8). Er wollte sich nicht ver­unreinigen.
  2. Unterordnung und Demut (s. V. 8. 11). Er anerkannte die ihm über­geordneten Autoritäten und brachte eine Bitte vor. Er forder­te nicht und lehnte die Verord­nung des Königs nicht einfach ab.
  3. Mut zum Bekenntnis (s. V. 8). Er stand zu seinem Glauben.
  4. Beharrlichkeit (s. V. 11). Als der erste Versuch nicht zum Erfolg führte, gab er nicht auf. Er kann­te den Willen Gottes und ver­traute darauf, dass Gott einen Weg für ihn hatte.
  5. Konsequenz (s. V. 11). Er ging keine Kompromisse auf Kosten der Wahrheit ein.

Das Ergebnis: Gott bekennt sich zu seinem treuen Diener

Wenn Gott damals Daniel wegen seiner Treue „Gnade und Barmher­zigkeit“ (V. 9) gab, dann dürfen wir damit heute auch für uns und unsere Kinder rechnen. Es ist eine Seite, dass wir unserer Verantwor­tung als Eltern nachkommen, eine weitere, dass unsere Kinder per­sönliche Herzensentscheidungen für den Herrn Jesus treffen und eine dritte, dass wir einen gnädi­gen Gott haben, der sich dazu bekennen wird.

Dirk Mütze

zum Nachdenken…


"Wir können unseren Kindern Vieles sagen, sie werden schließlich doch tun, was wir leben."

"Man kann nicht lehren, was man nicht kennt und man kann nicht führen, wohin man nicht geht!"

"Unser Glaube sieht weiter als unsere Augen!"
(2. Könige 6,14-17)


"Leider sehen unsere Augen oft weiter als unsere Füße gehen."

"Ich glaube; hilf meinem Unglauben."
(Markus 9,24)


"Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark."
(2. Korinther 6,12-10)


"Es kommt nicht auf unseren großen Glauben an, sondern auf den Glauben an die große Macht Gottes."

"Ein Kind, das früh den Gehorsam lernt, hat es einmal leichter, Gott gehorsam zu sein, der gebietet, Buße zu tun."

Eine relativ unbekannte Familienchronik (Teil 2)

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Im letzten Heft haben wir uns damit beschäftigt, was uns die Schrift über Schaphan und seinen Sohn Achikam berichtet.
Diesmal wollen wir uns ansehen, was das Wort über Elasa und Gemarja, zwei weiteren Söhnen Schaphans, und über Mikaja, einen Sohn Gemarjas, sagt.

Elasa (Jer 29, 1-7)

Während der babylonischen Gefangenschaft gab es drei Schriftpropheten unter dem irdischen Volk Gottes: Jeremia, Hesekiel und Daniel. Der erstere prophezeite in Juda, die beiden anderen in Babel. Dennoch benutzte Gott auch Jeremia um den nach Babel Weggeführten eine Botschaft zu senden. Und Elasa, ein Bruder von Achikam, der Jeremia beschützt hatte, ist einer der beiden Boten. Wir wissen nicht ob Jeremia Elasa gebeten hat oder ob dieser sich angeboten hat, diesen Dienst zu tun.
Auf jeden Fall zeigt die Tatsache, dass Elasa Bote wird, erneut die innige Freundschaft, die zwischen dem Propheten und dem Haus Schaphans bestand und das Vertrauen, das Jeremia zu dieser Familie hatte.

Ein treuer Bote

In den Sprüchen haben wir zwei Stellen, die von einem guten Boten sprechen:

  1. Spr 13,17: „Ein gottloser Bote fällt in Unglück, aber ein treuer Gesandter ist Gesundheit.“ Ein gottloser Bote ist der Überbrin­ger der Nachricht vom Tod Sauls an David (s. 2. Sam 1,1-16). Ein treuer Gesandte dagegen ist Achimaaz, der dem König den Sieg über die Feinde mitteilt, aber die Nachricht vom Tod Ab­saloms zurückhält (s. 2. Sam 18, 19-30). Wenn wir Nachrichten zu übermitteln haben, machen wir uns Gedanken darüber wie die Mitteilung auf den Empfänger wirkt? Haben wir das nötige Taktgefühl? Es ist nicht nur wichtig was wir sagen, sondern auch wie wir es sagen.
  2. Spr 25,13:Wie Kühlung des Schnees an einem Erntetag ist ein treuer Bote denen, die ihn senden: Er erquickt die Seele seines Herrn.“Das waren Elasa und sein Begleiter für Jeremia. Er wusste, dass die zwei Boten treu sein würden und seinen Brief den Weggeführten zukom­men lassen würden. Wahrschein­lich haben sie ihn auch vorgele­sen.

Elasa überbrachte einen Brief nach Babel. Paulus nennt die Korinther selbst einen durch ihn und seine Mitarbeiter angefertigten Brief, der von allen Menschen gekannt und gelesen wird (2. Kor 3,2-3). Auch unser Leben soll eine Botschaft an die Menschen um uns her sein. Ist die Botschaft, die wir vermitteln klar und deutlich?

Gemarja und sein Sohn Mikaja (Jer 36,1-32)

Jeremia hatte Baruch beauftragt alle Worte auf eine Buchrolle zu schrei­ben, die der Herr zu ihm über Is­rael und Juda und alle Na­tionen gere­det hatte. Dann hatte er ihm auf­getragen, im Haus des Herrn den Juden alle diese Worte vorzu­lesen. Baruch tat dies in der Zelle Gemar­jas, des Sohnes Schaphans.

Das Privathaus als Versammlungsstätte (V. 10)

Gemarja hatte also seine Zelle im Haus Gottes zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt.
Die ersten Christen in Jerusalem hat­ten keine eigenen Versammlungs­stätten, sie kamen in Privathäu­sern zusammen (Apg 2,46; 5,42; 12,12). Auch später und an anderen Orten ist von der Versammlung in einem Haus die Rede (Röm 16,5; 1. Kor 16,19; Kol 4,15; Phlm 1,2). Auch heu­te gibt es noch manche Orte wo die Versammlung in einem Privat­haus ist. Wie schön ist es auch, wenn Geschwister ihre Häuser für evangelistische Hauskreise oder ähnliches zur Verfügung stellen.

Unter dem Wort Gottes (V. 11-12)

Gemarja konnte selbst nicht dabei sein, als Baruch aus der Rolle vor­las, weil er bei einer Sitzung der Fürsten anwesend sein musste. Da­für war aber sein Sohn Mikaja dort, vielleicht im Auftrag seines Vaters. Und Mikaja war nicht nur anwe­send, er hörte auch alle Worte des Herrn.
Wie schön ist es, wenn die Frau und die größeren Kinder die Zu­sammenkünfte besuchen, auch wenn der Vater beruflich oder aus ande­ren Gründen verhindert ist. Auch wir wollen in den Zusammenkünf­ten nicht nur körperlich präsent sein und, anders als das Volk Israel, zu­hören und mit dem Herzen verste­hen (s. Mt 13,14-15).

Mitteilen (V. 12-13)

Mikaja war sich der Wichtigkeit der Worte des Herrn bewusst und zö­gerte keinen Moment die Sitzung der Fürsten mutig zu unterbre­chen, um ihnen alles mitzuteilen, was er gehört hatte.
Wollen nicht auch wir das, was wir in den Zusammenkünften gehört haben, solchen mitteilen, die nicht da sein konnten. Wie freuen sich kranke oder alte Geschwister, die die Zusammenkünfte momentan oder gar nicht mehr besuchen kön­nen, wenn sie besucht werden und man ihnen etwas von dem mitteilt, was man selbst empfangen durfte. Wenn man sich für einen solchen Dienst beim Hören Notizen macht, so können diese sehr nützlich sein.

Das Wort Gottes selbst (V. 14-15)

Sicher hat Mikaja das, was er ge­hört hatte so gut wie möglich wie­dergegeben, aber was er sagte war nicht mehr das inspirierte Wort Gottes, das er gehört hatte. Und das wollten die Fürsten jetzt direkt von Baruch hören und ließen ihn kommen und er las ihnen alles vor.
Wie dankbar dürfen wir sein, dass wir das ganze geschriebene Wort Gottes in Buchform haben. Bis ins Mittelalter war es den Gläubigen zum größten Teil vorenthalten und wenn es ihnen vorgelesen wurde, dann in lateinischer Sprache, die sie nicht kannten. Wir können es nicht genug schätzen, dass wir das Wort Gottes in unserer Sprache besitzen.

Die Wirkung des Wortes Gottes (V. 16)

Nachdem die Fürsten alles gehört hatten, waren sie erschrocken und der Überzeugung, dass auch der König die Worte hören musste. Die Worte des Herrn an Jeremia waren Worte des Gerichts gewesen.
Wir neigen dazu vor allem die tröstlichen und ermunternden Wor­te in der Bibel zu lesen und die ernsten und ermahnenden Schrift­worte weniger zu schätzen. Wir hö­ren auch lieber etwas über die Liebe Gottes als über seine Heilig­keit. Aber Gottes Wort spricht von beidem und wir sollten uns den mahnenden Worten nicht ver­schließen, denn auch unser Gott ist ein verzehrendes Feuer (Heb 12,29).

Die Entstehung des Wortes Gottes (V. 17-18)

Zuletzt fragten die Fürsten Baruch wie er diese Worte aufgeschrieben habe. Baruch berichtetet den Vor­gang genau. Gottes Wort selbst be­zeugt uns wie es entstanden ist: „Alle Schrift ist von Gott eingege­ben“ (2. Tim 3,16). Die Männer, durch die Gott die Bibel aufschreiben ließ, waren getrieben vom Heiligen Geist (s. 2. Pet 1,21). Die Rolle aus der Ba­- ruch vorlas war die Original­schrift. Es gab noch keine Abschriften.
Originalschriften von Bibelteilen gibt es nicht mehr, aber viele fast vollständig übereinstimmende zeit­nahe Abschriften, so dass wir si­cher sein können, den Originaltext sehr gut zu kennen. Und wir dür­fen auch dankbar sein, eine sehr urtextnahe Übersetzung in deutscher Sprache zu besitzen.

Die Feindschaft gegen Gottes Wort und seine Knechte (V. 19-26a)

Die Fürsten gaben Baruch den Rat sich mit Jeremia zu verbergen. Welch eine Zeit in Israel. Die Fürs­ten informierten darauf den König über das Gehörte. Dieser ließ die Buchrolle holen und sich vorlesen. Der ungläubige König und seine Knechte erschraken nicht bei dem Wort des Herrn wie die Fürsten vorher. Sie glaubten nicht an den Herrn noch an sein Wort. Eigen­händig verbrannte der gottlose König die Schriftrolle Stück für Stück, obwohl drei Fürsten, darun­ter Gemarja, ihn daran hindern wollten. Zuletzt gab er den Befehl Jeremia und Baruch zu ergreifen.
Wir erinnern uns daran, wie noch vor 30 Jahren Bibeln hinter den ei­sernen Vorhang geschmuggelt wur­den und sind dankbar, dass dies heute nicht mehr nötig ist. Aber immer noch gibt es Länder mit islamischer bzw. kommunistischer Regierung, in denen der Besitz ei­ner Bibel unter Strafe steht und die Gläubigen verfolgt werden. Das Mindeste was wir für diese Chris­ten tun können, ist, für sie zu beten.

Gott sorgt für seine Knechte und sein Wort (V. 26b-32)

Den Häschern des Königs gelang es nicht Jeremia und Baruch zu fin­den, denn Gott verbarg sie. Schon manches Mal hatte Gott seine Die­ner so geschützt (z.B. 2. Kön 6,13-23). Dann beauftragte Gott Jeremia alle Worte der verbrannten Rolle noch einmal aufzuschreiben und gab ihm noch weitere Offenbarungen.
Wie oft hat Satan versucht, das Wort Gottes zu vernichten. Wieviel Bibeln mögen wohl verbrannt wor­den sein? Voltaire (1694-1778), der gottlose Philosoph und Feind des Wortes Gottes, hat einmal gesagt: „In hundert Jahren wird es auf der Welt keine Bibel mehr geben. Die letzte Ausgabe wird dann in ir­gendeinem Trödlerladen herumlie­gen“. 50 Jahre nach seinem Tod kaufte die Genfer Bibelgesell­schaft Voltaires Haus und benutzte dort Voltaires Druckerpresse um Millio­nen von Bibel herzustellen. Ja, es bleibt wahr, was der Herr selbst gesagt hat: „Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Wor­te aber werden nicht vergehen“.

Horst Zielfeld

Und als sie ihn nicht länger verbergen konnte …

© Anja Götz, fotolia.com

Bei der Erziehung unserer Kinder erleben und empfinden wir sehr,dass wir auf Gottes Hilfe angewiesen sind.Deshalb nehmen wir jeden Hinweis aus Gottes Wort dankbar auf und suchen unter der Leitung des Heiligen Geistes den Bezug zu den Fragen,die sich uns im Blick auf unsere Kinder stellen.

Die Eltern Moses

In diesem Sinn enthält die Über­schrift, ein Satz aus 2. Mose 2, eine wichtige Aussage: Die Eltern Moses haben ihren Sohn so lange verbor­gen, wie es möglich war. Zugege­ben, das war eine ganz besonders schwierige Zeit. Doch so, wie es damals für das natürliche Leben ei­es israelitischen Jungen sehr gefährlich war, so ist die Welt heute sehr gefährlich für das geistliche Wohl unserer Kinder! Sollten wir als Eltern da nicht auch bemüht sein, sie so lange wie möglich im Schutz des Elternhauses zu „ver­bergen“?

Das Umfeld heute

Die Bestrebungen in Gesellschaft und Politik gehen dahin, die Kinder so früh wie möglich in den Kinder­garten oder die Krippe zu nehmen, sie so früh wie möglich einzuschu­len, sie so viele Stunden wie mög­lich in der Schule zu haben. Dahin­ter steht ohne Frage die Absicht, so viel Einfluss wie möglich auf die Kinder zu nehmen.

Praktische Konsequenzen

Wenn wir dann dem Beispiel der Eltern Moses folgen, werden wir sie so spät wie möglich (und viel­leicht überhaupt nicht) in den Kin­dergarten geben.
Wir werden sie nicht früher ein­schulen, als nötig. Wie gut tut ih­nen oft ein weiteres Jahr im Eltern­haus, in dem sie innerlich reifen und Festigkeit entwickeln können!
Wir werden auch intensiv darüber beten, bevor wir sie zu zusätzli­chen Kursen oder Ausbildungspro­grammen anmelden. Dabei wird der Herr uns helfen, einerseits die Entwicklung der Kinder angemes­sen zu fördern, andererseits die richtigen Zielsetzungen zu vermit­teln und den nötigen Schutz zu bieten.
Und wenn es um eine Berufsaus­bildung oder ein Studium geht, werden wir ebenso intensiv beten, als Eltern und auch gemeinsam mit den Kindern, ob es wirklich ein Weg sein soll, der frühzeitig aus dem Elternhaus wegführt. Mögli­cherweise bietet ein solcher Weg eine bessere berufliche Perspektive. Aber er bedeutet viele zusätzliche Gefahren für die geistliche Ent­wicklung.

Ermutigung

Bei allen diesen praktischen Frage­stellungen werden wir nicht mut­los. Der Gott, der für Mose einen Weg hatte, hat auch einen Weg für unsere Kinder! Das macht uns dank­bar und vertrauensvoll. In diesem Vertrauen auf Gott wollen wir sorg­sam unserer Verantwortung nach­kommen.

Christian Rosenthal

Familie – Ort der Aufrichtigkeit

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Wer aufrichtig ist, der ist gerade, recht, rechtschaffen, redlich, wahr, gerecht. Das ist ein breites Spektrum. Man kann es auch so formulieren, dass derjenige, der aufrichtig ist, zu seinen Werten und Idealen steht und seine eigene innere Überzeugung in seinen Worten und Taten zeigt. Bei einem aufrichtigen Menschen weiß man, woran man ist.

Ein Beispiel für fehlende Aufrichtigkeit

Das Beispiel von Simon, dem Zau­berer, in Apostelgeschichte 8 macht deutlich, was Unaufrichtigkeit ist. Petrus, der die Gabe der Unter­scheidung der Geister hat, macht klar, dass das Herz von Simon nicht aufrichtig ist vor Gott. Er hatte „ge­glaubt“ und sich taufen lassen. Nach außen hatte er etwas vorgegeben, was in seinem Inneren gar keine Wirklichkeit war. Er hatte nur einen äußeren Glauben angenommen, von dem er sich Vorteile versprach. Doch Gott sah in sein Herz und Petrus deckt auf, dass er nicht aufrichtig vor Gott war.
Das ist eine erste wichtige Lektion für Aufrichtigkeit: Sind wir das, was wir sind? Leben wir entsprechend unseren Überzeugungen und Wer­ten, die Gottes Wort uns zeigt? Oder geben wir etwas vor, was wir gar nicht sind?

Gott hat Freude am Gebet der Aufrichtigen

Eigentlich hat Gott den Menschen aufrichtig geschaffen (s. Pred 7,29). Aber der Mensch hat viele eigene Berechnungen und Überlegungen angestellt. Er hat versucht, durch sein Verhalten und Reden etwas vorzu­geben, was ihm Vorteile schafft. Das sind die Ränke, die er gesucht hat.
Doch Gott hat Wohlgefallen an Auf­richtigkeit und das Gebet des Auf­richtigen hört er gerne (s. Spr 15,8). Wer aufrichtig ist, der geht mit sei­nen Anliegen zu Gott, denn er weiß, dass er seine Hilfe braucht. Und er bittet mit den richtigen Beweggrün­den und nicht, um es in sei­nen Be­gierden zu vergeuden (s. Jak 4,3).

David war von Herzen aufrichtig

Ein schönes Beispiel für Aufrichtig­keit finden wir bei David in 1. Chro­nika 29,17. Er stand bewusst vor seinem Gott, der in das Innerste sieht und deckte nichts zu. Gott teilt uns in seinem Wort mit, dass David darin wirklich aufrichtig war.
Das war er, obwohl die Dinge nicht so gekommen waren, wie er es ge­wünscht hatte. Eigentlich hatte er dem Herrn ein Haus bauen wollen, doch Gott hatte es ihm verwehrt. David hatte das bereitwillig akzep­tiert und einen Weg gefunden, den­noch nützlich zu sein für den Bau des Tempels, indem er viel Materi­al zusammenbrachte. In diesem Zu­sammenhang spricht er von seiner Aufrichtigkeit und wir lernen ver­schiedene Punkte:

  • Wer aufrichtig ist vor Gott, der akzeptiert Gottes Willen und Wege auch dann, wenn sie seinen eige­nen Plänen entgegenstehen, weil er davon überzeugt ist, dass Gott es besser weiß – auch in der Ehe und Familie.
  • Wer aufrichtig ist, der hat das richtige Bild von Gott.
  • Wer aufrichtig ist, der hat das richtige Bild von sich selbst. Er wird auch in und mit der Familie nicht mehr sein wollen, als er in den Augen Gottes ist. Er wird z.B. seine Kinder nicht in eine Rolle zwängen, in die sie nicht passen und nicht mehr von ihnen erwar­ten, als sie leisten können. Auch dann nicht, wenn die Kinder in anderen Familien scheinbar mehr schaffen können.
  • Wer aufrichtig ist, bewertet sei­ne eigenen Gaben, Fähigkeiten und seinen Einsatz für den Herrn richtig. Er ist demütig und aner­kennt, dass letztlich Gott alles gibt und wirkt.
  • Wer aufrichtig ist, hat eine echte Wertschätzung und Freude für den Einsatz Anderer in der Sache des Herrn. Besonders im Blick auf den Ehepartner und die Kinder ist das eine wichtige Sache. Als Ehemann werde ich den Einsatz meiner Frau im Haushalt und bei der Erziehung der Kinder schät­zen und entsprechend würdigen. Die Ehefrau wird das Bemühen des Mannes, dem eigenen Haus wohl vorzustehen, anerkennen. Und als Eltern werden wir positiv anerkennen, wenn unsere Kinder gehorsam sind, Eifer beim Lesen der Bibel zeigen und gerne dem Herrn Jesus folgen möchten.
  • Die Aufrichtigkeit sucht eine ech­te Lösung – in diesem Fall für den Bau des Tempels. Aber auch in unseren Ehen und Familien wol­len wir nicht für unser Recht kämpfen, sondern aufrichtig nach guten Lösungen suchen. Das Kämpfen für das eigene Recht entzweit Ehen und Familien. Das aufrichtige Suchen nach einer Lösung verbindet uns im Gebet und im Suchen nach dem Willen Gottes.
  • Der Aufrichtige vertraut auf Gott und bittet ihn um Hilfe.

Diese Aufrichtigkeit Davids hatte gesegnete Folgen:

  • Das ganze Volk wird zum Lob Gottes angespornt.
  • Gott bekommt Opfer (materielle Gaben und Anbetung).
  • Das Volk hat Freude.
  • Die Sache Gottes wird vorange­trieben (der Tempel wird gebaut).

Auch in unseren Ehen und Famili­en wird Aufrichtigkeit gesegnete Folgen haben. Einige konkrete Aspekte haben wir gesehen.
Die Frage ist nur, ob wir von Her­zen aufrichtig sind und genau das sagen, was wir meinen, genau das tun, was unsere Überzeugung ist. Natürlich gibt es Rücksichtnahme aufeinander, aber das Leben des Christen ist kein Theaterspiel.

nach einem Vortrag von
Christian Rosenthal

Familie – Ort der Treue

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Treue, das ist Zuverlässigkeit und zwar unabhängig von den äußeren Umständen, jederzeit. Treue ist eine Tugend Gottes und gehört zur Frucht des Geistes (s. Gal 5,22).
Zuerst wollen wir etwas über Gott selbst, das große Vorbild für Treue, nachdenken. Das alleine wird uns schon Ansporn sein zu mehr Treue in unseren Ehen und Familien.

  • Gott bleibt zu jeder Zeit verläss­lich und treu, Er bewahrt den Bund und die Güte. Auf Ihn ist immer Verlass (s. 5. Mo 7,9).
  • Gott ist der Fels, bei Ihm ist Ver­lässlichkeit und Stabilität. Eines seiner Wesensmerkmale ist Treue und Er ist ohne Trug. In seinem Tun ist Er vollkommen, gerecht, ausgewogen, gerade und völlig auf­richtig. Er ist treu (s. 5. Mo 32,4).
  • Im Gegensatz zu Menschen, hier speziell im Gegensatz zu dem ir­dischen Volk Gottes, ist Gott treu. Darauf können wir uns ver­lassen, auch in Belastungsproben, die in unser Leben kommen. In seiner Weisheit und Liebe be­stimmt Gott das Maß und Er schafft auch den Ausgang, denn Er ist der treue Gott (s. 1. Kor 10,13).
  • Gott bleibt auch dann treu, wenn wir untreu sind (s. 2. Tim 2,13). Er steht zu seinem Wort, sowohl im Blick auf Gericht als auch im Blick auf alle Verheißungen. Er ver­ändert sich nicht in seinem Wesen und auch nicht in seinem Han­deln. Er bleibt verlässlich, Er bleibt so, wie Er ist (s. 2. Tim 2,13).
  • Gott ist sowohl treu als auch gerecht. Bei Gott passt das völlig zusammen. Aufgrund des Werkes des Herrn Jesus am Kreuz auf Golgatha vergibt Gott. Es gibt nichts, was zu schlimm wäre, als dass es nicht vergeben werden könnte. Wer aufrichtig bekennt, bekommt Vergebung – ein Beweis der Treue Gottes, der zu seinem Wort steht (s. 1. Joh 1,9)!
  • Ein wunderschöner Titel des Herrn Jesus ist „Treu und Wahrhaftig“ (s. Off 19,11). In Ihm wird die ganze Treue und Wahrhaftigkeit Gottes sichtbar, auch in der Aus­übung von Gericht, denn das ist das Thema in Offenbarung 19.

Der Mensch – wie kann er treu sein?

Der natürliche Mensch ist nicht treu, er ist untreu (s. Röm 1,31). Aber der wiedergeborene Christ hat das neue Leben und den Heiligen Geist. Durch das neue Leben hat der Glaubende die Fähigkeit zur Treue und durch den Heiligen Geist, der in ihm wohnt, hat er die Kraftquel­le zur Treue in sich. Der Heilige Geist will gerne die Frucht des Geistes (s. Gal 5,22) in unserem Le­ben hervorbringen und ein Stück dieser Frucht ist die Treue, die sich in den verschiedenen Bereichen unseres Lebens zeigen darf!

Treue in der Ehe

Treue in der Ehe ist weit mehr, als der Verzicht auf den „Seiten­sprung“[1].
Sie beginnt bei den Zuneigungen der Ehepartner zueinander (s. Mal 2,16). Schon in den Gedanken und Zuneigungen müssen wir darüber wachen, dass sich keine Untreue einschleicht!
Die Treue in der Ehe umfasst auch das Ausleben und Bewahren der von Gott gegebenen Ordnung für die Ehe (s. Ps 119,30). Und sie soll auch dann bleiben, wenn es an­ders kommt, als wir gedacht haben!
Krankheit, Kinderlosigkeit oder an­dere Schwierigkeiten sind niemals eine Berechtigung für ein Nachlas­sen in der Treue. Wenn uns Krank­heit treffen würde – würden wir dann nicht Treue von unserem Ehe­partner erwarten?

Treue in der Familie

Auch in der Familie und insbeson­dere in der Erziehung der Kinder ist Treue eine wichtige Tugend. Es ist unbedingt nötig, gegebene Ver­sprechen einzuhalten. Und auch bei Sanktionen braucht es Verläss­lichkeit, damit der Nutzen für die Kinder wirklich erreicht wird.
Was die Kinder angeht, so er­mahnt die Bibel sie zu Verlässlichkeit im Blick auf den Gehorsam – auch wenn die Eltern nicht da sind. Es ist un­sere Aufgabe als Eltern, den Kin­dern das zu vermitteln und ihnen ein Vorbild in der Treue zu sein.

Treue in verschiedenen Beziehungen

Die Bibel fordert zu Treue in der Unterstützung von Dienern auf (s. 3. Joh 5), aber die Treue und Verlässlichkeit unter Glaubensge­schwistern geht noch viel weiter. Wie gefährlich es ist, wenn die Treue nicht ausgelebt wird, macht Sprüche 18,19 deutlich.
Darüber hinaus werden wir zur treu­en Ausübung unserer Aufgaben im Beruf aufgefordert (s. Tit 2,10) und auch zur Treue in der Ausübung geistlicher Befähigungen oder Ga­ben (s. Mt 25,15.21; Lk 16,10-12). Paulus selbst ist uns da ein großes Vorbild.

Treue wird belohnt

Wenn uns einerseits der Gott der Treue (s. 5. Mo 32,4) das große Vor­bild und der große Ansporn ist, dann gibt es zusätzlich noch Lohn für jede erwiesene Treue. Einmal kommt der Tag, an dem wir vor dem Herrn Jesus stehen. Er möchte uns gerne sagen: „Wohl, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn“ (Mt 25,21). Das macht uns Mut, auch in schwierigen Zeiten wirkliche Treue und Verlässlichkeit zu zeigen.

nach einem Vortrag von
Friedhelm Runkel


Fußnoten:

  1. Der „Seitensprung“ ist in den Augen Gottes eine schwerwiegende Sünde, sowohl gegenüber Gott als auch gegen­über dem Ehepartner.

Familie – Ort des Segens

Unter dieser Überschrift fand im Mai 2018 eine Familienkonferenz im Begegnungszentrum am Erikasee in Laubusch statt. Am ersten Tag wurden in kurzen Vorträgen drei wichtige Begriffe behandelt. Es ging um Vertrauen, Treue und Aufrichtigkeit. Am zweiten Tag wurde Josua 24 betrachtet, wobei neben der Auslegung der Verse die praktische Anwendung auf Ehe, Familie und Beziehungen im Fokus stand. Für die Leser von „Bleibt in mir“ sind die Hauptinhalte der Vorträge nachfolgend in drei kurzen Artikeln zusammengefasst.

Familie – Ort des Vertrauens

Vertrauen in Beziehungen unter Menschen beschreibt die Überzeugung, dass man sich auf den Gegenüber verlassen kann, dass man ihn für zuverlässig und wohlwollend hält und deshalb ohne Angst und Sorge in der Beziehung ist.

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Sprüche 31,11

"Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie, und an Ausbeute wird es ihm nicht fehlen."
(Sprüche 31,11)


Ein Beispiel für Vertrauen in Ehe und Familie ist die Familie der tüch­tigen Frau in Sprüche 31. Dieses Kapitel beginnt damit, dass Lemuel die Worte weitergibt, mit denen er selbst von seiner Mutter unterwie­sen wurde. Seine Mutter hat ihm wichtige Dinge mitgegeben und Le­muel schätzte und achtete sie. Des­halb gibt er diese wichtigen Worte weiter.
Das ist bereits ein schönes Beispiel für Vertrauen: Einerseits die Wei­tergabe von nützlichen Unterwei­sungen durch die Eltern an die Kin­der, andererseits die bereitwillige An­nahme dieser Unterweisung durch die Kinder. Oft schätzen Kinder da­bei den Wert der Belehrungen durch ihre Eltern erst dann richtig, wenn sie selbst Kinder haben.
Ab Vers 10 geht es dann um die tüchtige Frau und ihre Familie. Es fällt auf, dass diese Frau viel geleis­tet hat. Wie war das möglich? Un­ter anderem deshalb, weil es in ih­rer Ehe stimmte! Und dazu haben sowohl der Mann als auch die Frau ihren Beitrag geleistet. Der Mann vertraute auf seine Frau und sie tat ihm Gutes (s. V. 12). Wir erkennen einige wichtige Punkte:

  • Echtes Vertrauen gibt es nicht in einer losen Beziehung. Die Ehe ist der von Gott gegebene Rahmen, in dem die Festigkeit und die Ver­lässlichkeit vorhanden sind, die für das Vertrauen nötig sind.
  • Das Vertrauen ist eine Herzens­sache (s. V. 11) und erfordert eine bewusste Entscheidung.
  • Vertrauen ist nur dann möglich, wenn jeder seinen Teil dazu bei­trägt und wenn jeder den Platz ausfüllt, den Gott ihm in der Be­ziehung zugewiesen hat. Es ist für den Mann der Platz der Verant­wortung und der Liebe, für die Frau der Platz der Unterordnung, für Eltern der Platz der Autorität und für Kinder der Platz des Ge­horsams. Dabei darf jeder Einzelne sein Verhalten nicht von der Treue ab­hängig machen, in der der Andere seinen Platz ausfüllt.
  • Für die tüchtige Frau steht ihr Mann an erster Stelle, sie hat die Grundeinstellung, ihrem Mann Gutes zu tun. Aber auch die Kinder werden nicht vernachläs­sigt. Diese Reihenfolge findet sich auch in Titus 2,4 und sie bewahrt vor dem „Leeren-Nest-Syndrom“, wenn die Kinder einmal aus dem Haus sind.
  • Die Atmosphäre des Vertrauens wird durch gegenseitige Anerken­nung und durch aufrichtiges Lob gestärkt (s. V. 28.29).

1. Johannes 4,18.19

"Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe. Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat."
(1. Johannes 4,18.19)


In diesen Versen geht es um die göttliche Liebe, aber in der Anwen­dung auf unsere Beziehungen stel­len wir fest, dass jede Angst ver­schwindet, wenn Liebe auf die richtige Art und Weise wirksam ist. Dann haben die Eheleute keine Angst voreinander und dann haben die Kinder keine Angst vor den El­tern.
Es ist ein Kennzeichen der Men­schen ohne Gott, dass sie auch ohne natürliche Liebe sind (s. 2. Tim 3,2). Aber der Gläubige kann lie­ben, weil er selbst von Gott geliebt ist. Wollen wir neu darüber nach­denken, dass unsere Beziehungen durch echte Liebe gekennzeichnet sind. Dann wird auch Vertrauen vorhanden sein!

Isaak und Rebekka

In der Ehe von Isaak und Rebekka gab es einen guten Anfang. Rebek­ka hatte die Bereitschaft zum Ver­trauen. Sie vertraute sich der Füh­rung des Knechtes Abrahams an, der sie zu Isaak führte. Und sie hat­te die Bereitschaft, nur für Isaak da zu sein. Das zeigt die Tatsache, dass sie sich verschleierte. Isaak hatte die Bereitschaft zur Liebe und zur Übernahme von Verantwortung in der Ehe. Er führte Rebekka und er hatte sie lieb.
Beide gingen auch mit ihren Fra­gen und Problemen zu dem Herrn im Gebet. Das darf auch heute in unseren Ehen der Weg sein, den wir gehen, wenn Probleme auftre­ten. Dabei ist es gut, wenn jeder Ehepartner für sich eine gelebte Beziehung zum Herrn hat, wenn wir sie in unseren Ehen und Famili­en aber auch gemeinsam haben! Dann wird das Vertrauen zu Gott auch die Basis für das Vertrauen untereinander sein.
Leider ist es in der Ehe von Isaak und Rebekka nicht so geblieben. Was war die Ursache? Jeder dach­te zuerst an sich selbst. Isaak liebte Esau, weil er so gerne Wildbret aß. Und Rebekka liebte Jakob, weil er ihr in dem häuslichen Bereich so eine gute Hilfe war.
Egoismus, Eigenwille und Betrug zerstören die anfänglich schöne Be­ziehung, in der dann keinerlei Ver­trauen mehr besteht.

Jakob und Rahel

Jakob liebte Rahel so sehr, dass er bereit war, zweimal sieben Jahre für sie zu dienen. Doch leider blieb die Beziehung nicht so, wie sie begonnen hatte. Rahel hatte sogar Teraphim, von denen Jakob nichts wusste.
Geheimnisse voreinander und Man­gel an Aufmerksamkeit zerstören jedes Vertrauen.

Aquila und Priscilla

Das schöne Wort, das diese beiden Ehepartner verbindet, ist das Wort „und“ – an jeder Stelle in der Bi­bel, die diese Personen nennt, werden ihre Namen mit einem „und“ ver­bunden. Nie wird nur einer von ih­nen erwähnt. Ob im Haus, im Dienst für den Herrn, bei der Gast­freundschaft oder in der Kenntnis der Gedanken Gottes, immer wer­den sie zusammen genannt. Das ist ein Ansporn für uns zu vertrauens­vollem Miteinander in jedem Be­reich unseres Lebens!

nach einem Vortrag von
Cor Reumermann

Welchem Jünger wurde es gesagt?

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  1. „Freund, wozu bist du gekommen?“
  2. „Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist.“
  3. „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“
  4. „Herr, wir möchten Jesus sehen.“
  5. „Folge mir nach!“
  6. „Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“
  7. „Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben; und wir werden kommen und Wohnung bei ihm machen.“
  8. „Siehe, deine Mutter!“
  9. „Kommt und seht!“
  10. „Ihr wisst nicht, um was ihr bittet.“
  11. Wie heißen die beiden der zwölf Jünger, von denen uns in den Evangelien keine direkte Anrede mitgeteilt ist?

Lösungen:
1.) Judas Iskariot
2.) Nathanael / Bartholomäus
3.) Thomas,
4.) Philippus,
5.) Matthäus
6.) Petrus
7.) Judas, nicht der Iskariot / Thaddäus
8.) Johannes
9.) Andreas (und ein weiterer Jünger, wahrscheinlich Johannes
10.) Jakobus und Johannes,
11.) a) Simon, genannt Zelotes; oder auch Simon, der Eiferer
b) Jakobus, der Sohn des Alphäus

Gottes perfekte Zeitplanung

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"Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die Stunde des Gebets, die neunte.
Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich aber wurden seine Füße und Knöchel stark, und er sprang auf, stand da und ging umher; und er ging mit ihnen in den Tempel hinein, ging umher und sprang und lobte Gott."
(Apostelgeschichte 3,1.7.8)


Mitten am Nachmittag in Jerusalem, gegen 15:00 Uhr, machten sich Pe­trus und Johannes auf den Weg hinauf zum Tempel. Es war die Stun­de des Gebets. Gerade auch die ersten Christen wurden daran er­kannt, dass sie oft und intensiv be­teten und alles mit Gott bespra­chen und von Ihm abhängig lebten. Die Folgen davon waren große Kraft, tiefgehende Erweckungen und die Verherrlichung Gottes (s. Apg 1,14; 2,42.47; 4,24.31; 6,4.7; 12,5; usw.)!
Als sie am Tempel ankamen, wur­de gerade ein Mann an die Pforte gebracht, der von Kindesbeinen an lahm war. Tagein, tagaus saß er dort, um Almosen zu empfangen, um damit seinen Lebensunterhalt be­streiten zu können. Immer war er auf andere angewiesen!

Ein besonderer Tag

Doch der heutige Tag sollte ein ganz besonderer in seinem Leben wer­den: Gerade in dem Moment, als Petrus und Johannes in den Tempel eintreten wollten, entdeckte er sie und bat auch sie um ein Almosen.
Petrus und Johannes gingen voller Mitgefühl auf seine Bedürfnisse ein, doch Silber und Gold konnten sie ihm nicht geben. Aber das, was sie hatten und ihm gerne geben woll­ten, war viel wertvoller! Im Namen Jesus Christi, des Nazaräers, wurde er ein für allemal von seiner Krank­heit geheilt. Er konnte jetzt aufste­hen, gehen und springen, er war völlig gesund!
So wie es diesem Mann erging, geht es heute vielen Menschen – sie sind lahm von Kindesbeinen an: Sie sind Sünder vor dem lebendigen Gott und können sich selbst nicht ret­ten. Sie sind kraftlos (s. Röm 3,23; 5,6). Ohne eine lebendige Bezie­hung zu Jesus Christus gehen sie ewig verloren.

Vierzig Jahre Wartezeit

Aus Apostelgeschichte 4,22 erfah­ren wir, dass dieser Mann mehr als 40 Jahre alt war, als er geheilt wur­de. Wir könnten die Frage stellen, ob er denn in den vergangenen Jahren nie von Petrus und Johannes Notiz genommen hatte, als sie in den Tempel gegangen waren? Oder auch von dem Herrn Jesus selbst – hatte er Ihn denn nie gesehen? Wir wissen die Antwort nicht, doch Got­tes Stunde zur Rettung dieses Man­nes kam genau an diesem Tag. Jetzt wurde er geheilt und gerettet! Ein Wunder der Gnade Gottes geschah!
Bei all dem fällt auf, dass Gottes Wirken zur Heilung des Gelähmten auf eigenartige Weise mit dem Bemühen von Petrus und Johannes einhergeht. Petrus nimmt seine rechte Hand und hilft ihm auf, Gott selbst aber stärkt seine Glieder, sodass er aufstehen und umher­springen kann. Bei der Bekehrung eines Menschen ist es ähnlich: Wir sollen das tun, was wir tun kön­nen, um einen Menschen mit dem Evangelium zu konfrontieren, aber Gott selbst muss die Neugeburt bewirken (s. Joh 3,7).

Bete weiter!

Vielleicht betest du schon viele Jah­re für die Bekehrung eines Men­schen, der Dir wertvoll ist. Viel­leicht für Dein Kind, das ganz be­wusst eigene Wege geht oder Dei­nen Ehepartner, der den Herrn Je­sus noch nicht persönlich kennt – und fragst Dich, warum Gott Dein Gebet noch nicht erhört hat. Noch immer geht die Person, für die Du betest, an dem Gnadenangebot Got­tes vorbei, kehrt nicht um von sei­nem Weg ohne Gott.
Diese Begebenheit darf uns Mut machen, weiter zu beten und zu vertrauen, dass Gottes Zeitplan per­fekt ist! Er möchte auch diese Per­son erreichen und retten, für die Du betest (s. 1. Tim 2,4). Vielleicht nach 40 langen Jahren, aber mög­lichweise auch viel früher (s. auch die Heilung des Mannes am Teich von Bethesda, Joh 5,1ff).

"Georg Müller betete für die Errettung eines Freundes über 20 Jahre lang. Müller selbst erlebte es nicht mehr, wie sein Gebet erhört wurde. Bei Müllers Beerdigung wurde dieser Freund jedoch von der Predigt derart getroffen und überführt, dass er sein Leben Jesus Christus übergab."
(Thomas Lange, Der vergessene Auftrag, S. 76)


Christian Achenbach

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