BleibtInMir

...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Wo steht es geschrieben?

© japolia, stock.adobe.com

Petrus wurde einmal scharf getadelt und einmal war es der Beginn seiner Wiederherstellung, als der Herr sich zu ihm umdrehte. In welchen Bibelstellen finden sich diese Begebenheiten?

Gott über Leben und Tod
Gedanken zum Thema Sterbehilfe und Abtreibung

Am© bluedesign, stock.adobe.com
„Und es geschah, als der König von Israel den Brief gelesen hatte, da zerriss er seine Kleider und sprach: Bin ich Gott, um zu töten und lebendig zu machen, dass dieser zu mir sendet, einen Mann von seinem Aussatz zu befreien?“
(2. Könige 5,7)

Der König von Israel war ein gottloser Mann. Doch als der König von Syrien seinen Heerobersten Naaman zu ihm sandte, um ihn von seinem Aussatz zu heilen, war ihm völlig klar, dass nur einer über Leben und Tod zu entscheiden hat – nämlich Gott. Er war sich der Tatsache bewusst, dass er nicht Gott war, um zu töten und lebendig zu machen.
Die andauernde Diskussion zum Thema Sterbehilfe – die gerade zu Beginn des Jahres aufgrund eines umstrittenen Urteils des Bundesverfassungsgerichts noch einmal intensiver geführt wurde – zeigt deutlich, dass viele Menschen heute scheinbar kein Empfinden mehr dafür haben, welche Machtbefugnis sie über Leben und Tod haben. Gleiches gilt für eine etwas andere Form der „Sterbehilfe“, die längst zu einem „Dauerbrenner“ geworden ist, nämlich die Abtreibung von ungeborenen Kindern.

Leben und Tod

Jeder Mensch – auch jeder Wissenschaftler – muss zugeben, dass er kein Leben schaffen kann. Allerdings lehnen die meisten Menschen es weitgehend ab, dass es einen Gott gibt, der das getan hat – und immer noch tut. Als Ausweg glauben viele an die Evolutionstheorie, die doch letztlich keine befriedigende Antwort auf die Frage geben kann, wo Leben herkommt und wie es wirklich entsteht.
Doch beim Thema Tod sieht das anders aus. Der Teufel hatte Adam und Eva im Paradies versprochen: „Ihr werdet sein wie Gott“ (1. Mo 3,5). Das war eine glatte Lüge. Das erste Menschenpaar ist ihm auf den Leim gegangen und das scheint sich bis heute nicht verändert zu haben. Man kann – wenn man die aktuelle Diskussion zum Thema Sterbehilfe verfolgt – kaum zu einem anderen Ergebnis kommen.
Es geht mir in diesem Artikel nicht darum, die Diskussion um Abtreibung oder die Frage nach der Sterbehilfe alter und kranker Menschen politisch und/oder juristisch zu bewerten. Es geht für uns Christen auch nicht darum, als Aktivisten gegen etwas vorzugehen, das die Bibel Sünde nennt, oder uns an öffentlichen Protesten dagegen zu beteiligen. Es geht vielmehr darum, dass wir als Gläubige für uns selbst eine fundierte biblische Sicht haben und diese – wenn erforderlich – darlegen und verteidigen können. Leider werden selbst viele Christen von der säkularen Anschauung mehr oder weniger vereinnahmt. Das können – und dürfen – wir uns, ganz besonders im Blick auf unsere nachfolgenden Generationen, nicht erlauben.
Es stimmt nachdenklich, dass Todesursache Nr. 1 in dieser Welt nach wie vor die Abtreibung von ungeborenen Kindern ist. Im Jahr 2019 soll die Zahl weltweit bei mehr als 40 Millionen Kindern gelegen haben (hinzu kommt die unbekannte Zahl der heimlich abgetriebenen Kinder). Zum Vergleich: die Zahl der Todesfälle durch Krebs liegt pro Jahr bei knapp 10 Millionen. Wir laufen Gefahr, uns inzwischen mehr oder weniger daran „gewöhnt“ zu haben. Es steht zu befürchten, dass das bei der Sterbehilfe sehr bald nicht anders sein wird.

Du sollst nicht töten

Das Gesetz vom Sinai sagt es klar und deutlich: „Du sollst nicht töten“ (2. Mo 20,13). Doch diese Anweisung steht nicht nur im Gesetz. Schon weit vorher hatte Gott zu Noah gesagt: „Wer Menschenblut vergießt, durch den Menschen soll sein Blut vergossen werden; denn im Bild Gottes hat er den Menschen gemacht“ (1. Mo 9,6). Einem Menschen das Leben zu nehmen ist somit eine eindeutige Verletzung der Anweisungen Gottes, die letztlich mit der Schöpfungsordnung Gottes begründet wird: „Im Bild Gottes hat er den Menschen gemacht“. Deshalb ist der Verzehr von Blut auch für Christen nicht gestattet (s. Apg 15,20.29; 21,25). Gott bestimmt über das Leben und Gott bestimmt über den Tod. Das ist uns Menschen nicht gestattet. Wer dort eingreift – sei es durch Abtreibung, durch Suizid oder aktive Sterbehilfe – greift in die Rechte Gottes ein.

Wann das Leben beginnt

Die Frage, wann das Leben beginnt, ist für jeden, der die Bibel liest, eindeutig zu beantworten. Leben beginnt mit der Zeugung. Doch der Teufel ist listig und deshalb wird die Frage heute häufig anders gestellt. Es heißt: Wann ist ein Mensch eine Person und wann hört er auf, eine Person zu sein? Ist ein ungeborenes Kind nur ein Zellklumpen, mit dem man beliebig verfahren kann? Ist eine alte und schwerkranke Person wirklich noch eine Person? Bereits im Jahr 1973 (!) entschied der Oberste Gerichtshof in den USA in einer Grundsatzentscheidung, dass ein ungeborenes Kind in der Gebärmutter zwar menschlich ist, aber doch keine Person gemäß der Verfassung der USA. Dieser moderne Dualismus (Trennung in Mensch und Person) ist heute Mainstream und führt dazu, dass man Abtreibung legalisiert. Er führt ebenso dazu, dass man aktive Sterbehilfe befürwortet.
Die Bibel ist zu diesem Thema eindeutig: David drückt es in Psalm 139 sehr treffend aus: „Denn du besaßest meine Nieren; du wobst mich im Leib meiner Mutter. Ich preise dich dafür, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl. Mein Gebein war nicht vor dir verborgen, als ich gemacht wurde im Geheimen, gewirkt wie ein Stickwerk in den untersten Örtern der Erde. Meinen Keim sahen deine Augen, und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die entworfen wurden, als nicht einer von ihnen war“ (Ps 139,13-16). Allein dieser Text macht schon klar, dass ein ungeborenes Kind aus Gottes Sicht eine Person ist.
Es gibt weitere eindeutige Hinweise, dass Gott uns Menschen bereits im Mutterleib gebildet hat. Durch Jesaja lässt Gott seinem Volk sagen: „So spricht der Herr, dein Erlöser und der dich von Mutterleib an gebildet hat … “ (Jes 44,24). „Und nun spricht der Herr, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht gebildet hat …“ (Jes 49,5).
Hiob spricht vom Sterben im Mutterleib: „Warum starb ich nicht von Mutterleib an, kam aus dem Schoß hervor und verschied?“ (Hiob 3,11). Der Prophet Jeremia klagt: „Weil er mich nicht tötete im Mutterleib, so dass meine Mutter mir zu meinem Grab geworden und ihr Leib ewig schwanger geblieben wäre“ (Jer 20,17). Eindeutiger könnte es nicht dargelegt werden, dass der Tod im Mutterleib aus Gottes Sicht ein „töten“ ist.
Eindrucksvoll sind die prophetischen Worte über unseren Herrn: „Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoß an, von meiner Mutter Leib an bist du mein Gott“ (Ps 22,11). Ein ungeborenes Kind ist keine „Zellmasse“, sondern nichts anderes als eine Person. Deshalb sind wir Menschen nicht befugt, solchen Personen das Leben zu nehmen. Darüber verfügt allein unser Gott, der das Recht hat zu töten und lebendig zu machen.

Wann das Leben endet

Ändert Gott seine Meinung, wenn es darum geht, wann das Leben endet? Können wir Menschen entscheiden, wann ein Leben nicht mehr lebenswert ist? Eindeutig nein! Gott verändert sich nicht: „Und bis in euer Greisenalter bin ich derselbe, und bis zu eurem grauen Haar werde ich euch tragen; ich habe es getan, und ich werde heben, und ich werde tragen und erretten“ (Jes 46,4).
Das Beispiel Hiobs ist richtungsweisend. Wenn je ein Mensch unter Krankheitsnot gelitten hat, dann war es Hiob. Gott schlug ihn mit Geschwüren – und zwar von Kopf bis Fuß. Der Bibeltext sagt: „Und er nahm eine Tonscherbe, um sich damit zu schaben; und er saß mitten in der Asche“ (Hiob 2,8). Desolater könnte die Beschreibung kaum sein. War Hiob zu diesem Zeitpunkt kein vollwertiger Mensch – keine Person – mehr? Seine Frau geht so weit und fordert ihn auf, sich von Gott loszusagen und zu sterben (s. Hiob 2,9). Die folgenden Ansprachen Gottes an Hiob machen jedoch völlig klar, dass Er ihn nach wie vor als vollwertigen und verantwortlichen Menschen ansieht. Hiob selbst antwortet seiner Frau: „Du redest, wie eine der Törinnen redet. Wir sollten das Gute von Gott annehmen, und das Böse sollten wir nicht auch annehmen?“ (Hiob 2,10).
Nein, kein Mensch hat das Recht, seinem Leben ein Ende zu machen. Das steht allein Gott zu. Elia wollte sterben, weil er in eine tiefe Depression gefallen war (s. 1. Kön 19,4). Jona wollte sterben, weil er desillusioniert war (s. Jona 4,8). In beiden Fällen entsprach Gott dem Wunsch nicht. Anders war es bei Stephanus. Er wusste, dass sein Leben zu Ende gehen würde und vertrauensvoll betete er: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!“ (Apg 7,59). Ein solches Gebet gefällt Gott.
Auch wenn der Ausgangspunkt bei Stephanus ein anderer war, sein Gebet bleibt jedem leidgeprüften Gläubigen. Wenn er spürt, dass die Kraft schwindet und die Not scheinbar unerträglich wird, kann er vertrauensvoll sein Leben in die Hand Gottes legen und Ihn darum bitten, ihn zu sich zu nehmen. Gleiches bleibt den Angehörigen, die einen Sterbenden begleiten.
Anstatt aktiv zu werden und dem eigenen Leben – oder dem eines Schwerkranken – selbst ein Ende zu setzen, können wir die Sache unserem Gott und Vater übergeben. Er ist der Herr über Leben und Tod. Er ist es, der dem menschlichen Leben mit der Zeugung einen Anfang gegeben hat und Er wird den Ausgang (den Tod) und den Eingang (unsere Ankunft im Himmel) in seine Hand nehmen (s. Ps 121,8).

Gott bestimmt die Lebenszeit

Der weise Salomo schreibt: „Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit; Pflanzen hat seine Zeit, und Ausreißen des Gepflanzten hat seine Zeit“ (Pred 3,2). Außerdem stellt er die Frage: „Warum willst du sterben, ehe deine Zeit da ist?“ (Pred 7,17). Diese Zeit zu bestimmen, steht nicht in unserer Hand, sondern in Gottes Hand. Salomos Vater David wusste: „In deiner Hand sind meine Zeiten“ (Ps 31,16). Diese Aussagen sind eindeutig, wenn es um die Frage von Zeugung, von Geburt und von Sterben geht. Unsere Zeit ist in Gottes Hand. Es ist uns deshalb nicht gestattet, in Gottes Handeln einzugreifen – weder indem wir eine Geburt bewusst verhindern, noch indem wir dem Leben vorzeitig ein Ende setzen.

Ernst-August Bremicker

Den Obrigkeiten untertan sein

© mdaake, stock.adobe.com

Das Neue Testament gibt uns klare Leitlinien, wie wir uns als wiedergeborene Christen gegenüber den Regierungen verhalten sollen. Wenn wir auf der einen Seite feststellen, dass immer mehr Gesetze verabschiedet werden, die nicht mit den Gedanken Gottes, die Er in seinem Wort aufgeschrieben hat, übereinstimmen, so erinnern wir uns auf der anderen Seite daran, was die Bibel über unser Verhalten der Obrigkeit gegenüber sagt. Das gibt uns Orientierung für uns selbst und auch für die Erziehung unserer Kinder, die auch das richtige Verhalten lernen müssen.

Keine Obrigkeit, außer von Gott

Bis heute gilt, dass es keine Obrigkeit gibt, die Gott nicht eingesetzt hätte (s. Röm 13,1). Das galt zur Zeit der Abfassung des Römerbriefes für die Regierung im Römischen Reich, das gilt für die Demokratien, Diktaturen oder sonstigen Regierungsformen der heutigen Zeit.
Es wird einmal eine Zeit kommen, in der Gott seine Hand zurückzieht und auf dieser Erde Regierungen bestehen werden, die direkt von Satan sind (s. Off 13,4). Aber das wird erst nach der Entrückung der Gläubigen der Fall sein.
Grundsätzlich ist die Regierung von Gott eingesetzt, um das Böse zu bestrafen und das Gute zu belohnen (s. Röm 13,4). Gott möchte, dass sie durch Gerechtigkeit und durch Barmherzigkeit gegen Elende gekennzeichnet ist (s. Dan 4,24). Ob die jeweilige Regierung in einem Land nun dieser Verantwortung, die sie Gott gegenüber hat, entspricht oder nicht, ist nicht unsere Verantwortung. Wir sollen die Obrigkeit anerkennen und ihr untertan sein.

Gehorsam leisten

Das bedeutet zunächst einmal, dass wir die konkreten Gebote der Regierung befolgen (s. Tit 3,1). Alles andere wäre nicht nur Ungehorsam gegenüber der Regierung, sondern auch Auflehnung gegen Gott. Dabei sollen wir nicht nur der zu erwartenden Strafe wegen Gehorsam leisten, sondern „auch des Gewissens wegen“ (Röm 13,5).
Gottes Wort kennt nur eine Ausnahme von diesem Grundsatz: Wenn Regierungen Dinge von uns verlangen, die gegen Gott und sein Wort sind, müssen wir Gott mehr gehorchen als Menschen (s. Apg 5,29). Das gilt nicht nur bei Anordnungen der Regierung, die durch eine feindliche Haltung gegenüber den Christen motiviert sind, sondern ganz allgemein. Doch grundsätzlich gilt, dass Christen der Regierung gegenüber gehorsam sind – (bis auf die eben genannte Ausnahme), auf jeden Fall aber immer Gott gegenüber. Der Prophet Daniel ist uns darin ein anspornendes Beispiel.

Untertan sein

Doch neben dem konkreten Gehorsam den einzelnen Gesetzen und Verordnungen gegenüber gibt es auch eine generelle Haltung, die den Christen kennzeichnen soll. Es ist die Haltung der Unterordnung. Gott möchte, dass wir den Regierungen untertan sind (s. Tit 3,1 und 1. Pet 2,13). Das gilt nicht nur gegenüber der Regierung der Staaten oder Länder, sondern auch im Blick auf die Verwaltungsorgane von Kreisen oder Städten.
Diese Haltung geht weiter als nur das konkrete Befolgen einzelner Anordnungen. Es ist eine Haltung, die den Christen generell kennzeichnen soll. Ob im Miteinander von Jung und Alt in der Versammlung, ob im Berufsleben oder in der Schule, ob in den Beziehungen innerhalb der Familie oder eben der Obrigkeit gegenüber. Der Herr Jesus selbst ist uns darin ein leuchtendes Vorbild. Als Er zwölf Jahre alt war, heißt es von Ihm im Blick auf Joseph und Maria: „Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth, und er war ihnen untertan“ (Lk 2,51). Wenn schon der Herr sich so verhielt, wie viel mehr ist diese Haltung dann für einen Christen angemessen. Einmal kommt die Zeit, in der wir mit dem Herrn Jesus herrschen werden. Aber diese Zeit ist jetzt noch nicht gekommen. Deshalb ist die Haltung der Unterordnung so wichtig.

Ehre erweisen

Judas informiert uns in seinem Brief darüber, dass es ein Merkmal der Menschen in den letzten Tagen ist, dass sie Herrlichkeiten lästern. Das zeigt eine ganz andere Haltung als die der Unterordnung. Es ist eine innere Haltung der Auflehnung, die sich in Worten äußert. Damit kommen wir zu einer weiteren Aufforderung des Neuen Testaments: Wir sollen die Regierungspersonen auch ehren (s. 1. Pet 2,17).
Das ist eine positive Anerkennung der Obrigkeiten, die sich einerseits im Gehorsam gegenüber ihren Anordnungen zeigt, dann aber auch darin, dass wir ihnen das geben, was ihnen zusteht (s. Mk 12,17). Dazu gehört auch, dass wir nicht schlecht über Personen reden, die Regierungsämter ausüben (z. B. auch die Polizei), oder die in anderer Form Autoritätspersonen sind. Sicher wird uns das von vielen Menschen in unserer Umgebung unterscheiden.
Gerade in diesem letzten Punkt macht Gottes Wort deutlich, dass über allem die Gottesfurcht steht und der Wunsch, Gott das zu geben, was Ihm gehört. Das machen die angeführten Bibelstellen deutlich. Einerseits bedeutet das, dass Gottesfurcht auch das richtige Verhalten der Obrigkeit gegenüber einschließt. Andererseits unterstreicht es, dass es Grenzen gibt in dem Fall, dass Gottes Interessen verletzt werden.

Beten

Noch eine Aufforderung findet sich in Gottes Wort: Wir sollen für die Männer und Frauen, die in Regierungsämtern stehen, beten (s. 1. Tim 2,1.3). Tun wir das? Danken wir dem Herrn dafür, dass wir Freiheiten genießen, zum Beispiel im Ausleben unseres Glaubens!
Und beten wir deshalb auch für die Männer und Frauen, die Regierungsaufgaben wahrnehmen!
Gottes Wort verbindet das mit zwei Gedanken. Einmal damit, dass wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottseligkeit und in würdigem Ernst. Das ist kein faules Leben, in dem wir so viel wie möglich von dem genießen, was es auf der Erde gibt. Es ist ein Leben, in dem wir eifrig und mit Hingabe für unseren Gott leben und Ihn in der richtigen Weise verehren. Das steht nicht im Widerspruch dazu, dass es Verfolgung und Spott geben wird für alle, die gottselig leben wollen in Christus Jesus (s. 2. Tim 3,12). Wer hier auf der Erde als Himmelsbürger lebt und für die Interessen Gottes eintritt, der wird Widerstand erleben. Dennoch dürfen wir für die Obrigkeiten beten, um tatsächlich ein Leben zur Ehre Gottes führen zu können.
Dann verbindet Gottes Wort die Aufforderung zum Gebet für die Regierungspersonen auch damit, dass Gott ein Heiland-Gott ist, der will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (s. 1. Tim 2,3.4). Jeder Mensch soll sich im Licht Gottes erkennen und so verstehen, was die Wahrheit über ihn selbst und über Gott und seine Heilandsliebe ist, damit er sich bekehrt und errettet wird. Auch das darf ein Inhalt unserer Gebete für die Obrigkeiten sein.

"Wir sollen für die Männer und Frauen, die in Regierungsämtern stehen, beten."


Unsere Kinder

Auch wenn wir eine klare Überzeugung über Gottes Gedanken brauchen und die politischen wie gesellschaftlichen Entwicklungen im Licht Gottes beurteilen müssen, brauchen unsere Kinder ein gutes Vorbild im Blick auf unser Verhalten gegenüber den Regierungen. Die klare Überzeugung anhand von Gottes Wort lässt uns an manchen Stellen erkennen, dass Regierungen andere Gedanken vertreten, als diejenigen, die Gott uns mitgeteilt hat. Dennoch sollen wir die Obrigkeiten achten und ihnen untertan sein. Beides, sowohl die klare Belehrung über Gottes Gedanken, auch wenn die Gesetzgebung und das Denken der Menschen ihnen entgegenstehen, als auch die richtige Haltung der Obrigkeit gegenüber, sind unbedingt wichtig.
Dabei beginnt es für unsere Kinder spätestens in der Schule, diese Haltung ebenso zeigen zu müssen. Auch dort stehen sie Autoritätspersonen gegenüber, denen sie richtig begegnen müssen. Und auch dort werden sie früher oder später mit Gedanken konfrontiert, die im Gegensatz zu Gottes Wort stehen.
Da brauchen sie einerseits Klarheit über Gottes Gedanken und andererseits Anleitung zum richtigen Verhalten. Der Herr Jesus wird uns als Eltern helfen, ihnen die richtige Orientierung zu geben.

Christian Rosenthal

Den Herrn Jesus ins Haus aufnehmen (Teil 3)

© spline_x, stock.adobe.com

In zwei Artikeln haben wir uns schon mit dem Herrn Jesus beschäftigt, wie Er in verschiedenen Häusern aufgenommen wurde. Das war mit großem Segen für diese Häuser verbunden!
Im letzten Heft waren wir in Bethanien, nicht weit entfernt von Jerusalem, angekommen, wo der Herr Herzen fand, die für Ihn schlugen. In diesem Haus erlebte man die Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus und die Freude, die daraus entsteht. Das ist die Grundlage für jeden Dienst für den Herrn und für wahre Anbetung.

Ein Ort, gekennzeichnet von Dienst für Ihn

Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus befähigt uns dann auch zum Dienst für Ihn. Bei dem Abendessen in Bethanien heißt es einfach „und Martha diente“ (Joh 12,2). Sie führte ihre Aufgabe aus. Manches davon blieb für die Gäste vielleicht im Verborgenen (die Zubereitung des Essens, das Spülen …), anderes wurde gesehen (das Reichen des Essens und der Getränke).
In Lukas 10 hatte Martha den Herrn in ihr Haus aufgenommen und auch gedient. Bei dieser Begebenheit wird sogar gesagt: „Martha aber war sehr beschäftigt [wurde abgezogen durch] mit vielem Dienen“ (Lk 10,40). Sie war offensichtlich eine fleißige Frau, die ihre Kraft und ihre Fähigkeiten in den Dienst anderer stellte. Das war eine sehr gute Sache, keine Mühe war ihr zu viel. Aber dabei hatte sie den Blick für das Wesentliche etwas aus dem Auge verloren: Die Gemeinschaft mit dem Herrn. Sie schaute nicht mehr zuerst auf Ihn, sondern auf andere und machte ihrer Schwester Maria Vorwürfe. Ihren Dienst in Stille zu tun und nicht auf andere zu blicken, das sollte sie lernen. Jetzt hatte sie die Lektion gelernt und führte ihre Aufgaben mit Hingabe an den Herrn aus. Ihr Dienst galt zuerst dem Herrn und dann auch den anderen.
Wir lernen daraus wichtige Grundsätze für unseren Dienst für den Herrn heute:

  • Gemeinschaft mit Ihm geht dem Dienst für Ihn voraus.
  • Gemeinschaft mit Ihm hat Priorität gegenüber Aufgaben.
  • Dienst ist zuerst auf den Herrn ausgerichtet.
  • Wir beurteilen nicht, welche Aufgaben andere haben, sondern führen die Aufgabe aus, die der Herrn uns gegeben hat.
  • Es kommt nicht darauf, dass unser Dienst gesehen wird, sondern dass wir ihn in Treue tun.
  • Dienst für Ihn umfasst jede Aufgabe, die aus Liebe zu Ihm getan wird.

Sind unsere Häuser Orte, an denen wir dem Herrn dienen? Er hat Aufgaben für jeden von uns (s. 1. Kor 12,11). In der gelebten Gemeinschaft mit Ihm, wird Er sie uns zeigen und uns dann auch die notwendige Kraft und innere Freude geben, sie auszuführen.

Ein Ort, gekennzeichnet von Anbetung

Maria war wohl unter denen, die an den Herrn Jesus glaubten, diejenige, die die tiefsten Empfindungen für Ihn hatte. Sie drückte die ganze Wertschätzung seiner Person aus, indem sie seine Füße mit „einem Pfund Salböl von echter, sehr kostbarer Narde“ (Joh 12,3) salbte. Darin finden wir ein Vorbild für Anbetung.
Anbetung ist Ehre und Bewunderung, die Gott dargebracht werden für das, was Er in sich selbst ist und was Er uns bedeutet. Sie setzt eine Beziehung zu Ihm voraus. Wie sah das bei Maria aus?

Sie hat das gute Teil erwählt

Als der Herr Jesus im Haus der Martha gewesen war (s. Lk 10,38-42), hatte Maria zu den Füßen des Herrn Jesus gesessen, um Ihm zuzuhören. Sie hatte vorher sicher auch gedient, aber nun ging es um Wichtigeres. Die Worte, die der Herr sprach, wurden ihr persönlicher, bleibender Besitz. Der Herr selbst sagt, sie „hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen werden wird“ (Lk 10,42). Die Botschaft für uns ist: Das, was wir aus dem Wort Gottes im vertrauten Umgang mit Ihm in unsere Herzen aufnehmen, sind Eindrücke, die bleibend sind. Die Wertschätzung seiner Person in unseren Herzen nimmt zu und das befähigt uns, Ihm die Anbetung unserer Herzen zu bringen.
Nachdem ihr Bruder Lazarus gestorben war und der Herr Jesus nach Bethanien kommt, fällt Maria Ihm zu Füßen (s. Joh 11,32). Sie erfährt dort sein ganzes Mitgefühl, bevor Er seine Auferstehungsmacht zeigt. Sie wusste also, wohin sie mit ihrer Not vertrauensvoll gehen konnte und bekommt eine Antwort, die weit über ihr Vorstellungsvermögen hinausging (s. Eph 3,20).
Nun ist Maria das dritte Mal zu seinen Füßen. Jetzt aber nicht, um etwas zu empfangen oder Ihm ihre Not zu sagen, auch nicht, um Ihm etwas zu schenken, sondern um Ihn zu verherrlichen. Sie hatte Ihn kennengelernt und bringt Ihm die ganze Bewunderung ihres Herzens. Gerne nimmt der Herr Jesus diese Wertschätzung an (s. Mk 14,6).
Kennen wir in unserem täglichen Leben diesen vertrauten Umgang mit Ihm, aus dem heraus dann beim Anschauen seiner Person Anbetung aus unseren Herzen aufsteigt? Zum Beispiel, wenn wir einen Bibelabschnitt lesen oder in der Stille über Ihn nachdenken und Er für unsere Herzen ganz groß wird.

Das Haus wurde von dem Geruch des Salböls erfüllt

Das Ergebnis war, dass der Duft des Salböls nicht nur an Maria selbst, sondern im ganzen Haus wahrzunehmen war. Wenn der Herr uns zur Anbetung führen kann, wirkt sich das auch auf unsere Häuser aus. Dann kann sich dort eine Atmosphäre entwickeln, wo der Vater und der Sohn in allem geehrt werden. Und das ist sein tiefer Wunsch: „denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter“ (Joh 4,23). Wenn wir uns dann über die Kostbarkeit seiner Person (s. 1. Pet 2,7) austauschen, wird das auch gesegnete Auswirkungen in unserem Zusammenkommen als Versammlung haben.
Das, was wir Ihm an Wertschätzung seiner Person bringen − besonders wenn wir zusammenkommen, um das Brot zu brechen − haben wir in der Woche „gesammelt“. Es ist das Ergebnis der Bedeutung des Herrn Jesus in unserem täglichen Leben – in Häusern, in denen der Herr Jesus eingekehrt ist.
Sind unsere Häuser Orte, wo der Herr bleiben, wo Er sich wohlfühlen kann? Findet Er bei uns Herzen, die Gemeinschaft mit Ihm suchen, die Dienst für Ihn tun wollen und die erfüllt sind von Ihm? Dann können unsere Häuser auch heute noch Stätten des Segens sein, weil Er da ist.

Dirk Mütze

Gott ist für uns! (Teil 1)

© fkieferpix, stock.adobe.com

Hilfsmittel für schwierige Zeiten – dazu schenkt unser Gott uns viele Abschnitte in seinem Wort. Ein besonderer Abschnitt ist die zweite Hälfte von Römer 8. Vor dem Hintergrund der „Leiden der Jetztzeit“ finden sich Hilfen, von denen eine beeindruckender ist als die andere. Durch den ganzen Abschnitt zieht sich der Gedanke aus Vers 31:

Das achte Kapitel des Römerbriefes ist der krönende Abschluss des lehrmäßigen Teils in diesem Brief. Im ersten Teil des Kapitels wird besonders darauf hingewiesen, dass jetzt keine Verdammnis mehr für uns ist, dass der Geist Gottes in uns wohnt und dass wir Kinder und Söhne Gottes sind. Allein diese Tatsachen sind großartig. In Vers 17 kommt Paulus dann darauf zu sprechen, dass wir nicht nur Kinder sind, sondern auch Erben. In der Zukunft werden wir mit Christus verherrlicht sein, aber dazu gehört auch, dass wir in der Gegenwart mit Christus leiden. Bis zum Ende des Kapitels beschäftigt sich Paulus dann mit den Leiden, die mit unserem Leib der Niedrigkeit und dem Leben auf der Erde, wie wir sie heute kennen, zu tun haben.

Gott kennt unsere Situation

Dabei ist es sehr schön, wie Gott mit diesem für uns so wichtigen Thema umgeht. Gott weiß ja, dass wir völlig sicher in seiner Hand sind. Aber Er lässt Paulus sehr realistisch darüber schreiben, was Leiden bedeuten. Paulus schreibt von Schwachheit, Drangsal, Angst, von Seufzern, ja, sogar von unaussprechlichen Seufzern.
Aber dabei bleibt unser treuer Vater im Himmel nicht stehen. Er begegnet uns im Leid und richtet unsere Blicke auf das, was Er uns gegeben hat und noch geben wird. Im Überblick sind das folgende Hilfsmittel:

  • Wir haben eine herrliche Hoffnung (s. V. 18-25).
  • Wir haben den Geist, der sich für uns verwendet (s. V. 26.27).
  • Wir wissen um Gottes ewigen Vorsatz mit uns (s. V. 28-30).
  • Wir sind untrennbar mit der Liebe Gottes und des Herrn Jesus verbunden (s. V. 31-39).

Es lohnt sich über diese Hilfsmittel nachzudenken!

Leiden und Herrlichkeit (V. 18)

Es ist interessant, dass der Geist Gottes in Vers 18 Wörter benutzt, die in der griechischen Sprache „abwägen“ oder „Inventur machen“ bedeuten. Das Bild, das hier gezeigt wird, ist das eines Kaufmanns, der etwas abwiegt. Dazu nutzt er eine Balkenwaage. Paulus legt nun in die eine Waagschale die „Leiden der Jetztzeit“ und in die andere die „zukünftige Herrlichkeit“.
Die „Leiden der Jetztzeit“, das ist alles, was mit dem Leben in der heutigen Zeit auf der Erde zu tun hat – Krankheit, Angst, Trauer, Einsamkeit, Verfolgung und vieles mehr. Es sind Leiden, die in die Welt gekommen sind, weil der Mensch in Sünde gefallen ist (s. Röm 5,12; 1. Mo 3,16-19).

Paulus schreibt aus Erfahrung

Nun könnte man fragen, ob Paulus überhaupt solche Leiden erlebt hatte. Wenn wir danach in seinem Leben auf die Suche gehen, stellen wir fest, dass er Mühe, Sorge, Verfolgung und Gefahren kannte (s. 2. Kor 11,23ff.). Es gab Situationen, in denen er verzweifelte und keinen Ausweg mehr wusste (s. 2. Kor 1,8; 4,8). Er hatte wahrscheinlich eine körperliche Behinderung, die ihm sehr zu schaffen machte (s. 2. Kor 12,7). Und er wusste sehr gut, was es heißt, verlassen zu sein (s. 2. Tim 1,15; 4,16). Paulus kannte Leiden wie wahrscheinlich kaum ein anderer nach ihm. Stellen wir uns einmal vor, wie er Leid für Leid in die Waagschale wirft, sodass diese immer tiefer sinkt. Kennen wir das nicht auch ein wenig aus unserem Leben?
Aber Paulus bleibt dabei nicht stehen. Nachdem alles Leid in der einen Waagschale liegt, beginnt er, die andere mit der zukünftigen Herrlichkeit zu füllen. In erster Linie meint er damit, dass wir Gläubigen einmal an der Seite des Herrn Jesus auf dieser Erde offenbar werden. Das macht Vers 19 deutlich und das wird auch in Stellen wie Judas 14b und 2. Thessalonicher 1,10 gezeigt.
Aber wir dürfen diesen Gedanken auch anwenden und einige der Segnungen „in die Waagschale legen“, die wir in der Zukunft genießen werden.

  • Gott wird jede Träne von unseren Augen abwischen (s. Off 21,4a).
  • Es wird kein Tod, keine Trauer, kein Geschrei mehr sein (s. Off 21,4b).
  • Es wird keine Trennung mehr geben. Alle Gläubigen werden zu Christus versammelt sein (s. 2. Thes 2,1). Da fehlt keiner!
  • Aber vor allem: Von dem Moment der Entrückung an werden wir unseren Heiland allezeit sehen, bei Ihm bleiben und mit Ihm leben (s. 1. Thes 4,17; 5,10).

Du und ich können mehr oder weniger in die Waagschale der Leiden werfen. Aber lasst uns zu Gott beten und in seinem Wort danach suchen, dass wir die Waagschale der Herrlichkeit füllen können und zu dem gleichen Ergebnis kommen wie Paulus: „Unvergleichlich größer!”

Die Geburtswehen der Schöpfung (V. 19-22)

Nun schreibt Paulus von der Schöpfung. Damit ist hier besonders die Erde gemeint. Sie ist der Nichtigkeit unterworfen. Das heißt, dass sie nicht mehr die Frucht bringt, die sie bringen sollte. Sie befindet sich in der Knechtschaft des Verderbens. Das heißt, dass sie unter die Sünde geknechtet ist, die immer zum Verderben führt. Alles das sind Gründe, warum die Schöpfung seufzt. Doch die Schöpfung hat eine Hoffnung. Deswegen ist das Bild der Geburtswehen so passend. Die Hoffnung der Schöpfung wird hier mit der Offenbarung der Söhne und der Herrlichkeit der Kinder Gottes verbunden. Beides spricht von dem Tausendjährigen Reich, welches damit beginnt, dass der Herr Jesus mit uns Gläubigen an seiner Seite erscheinen wird. Im Friedensreich werden dann die Folgen des Sündenfalls (fast) alle weggenommen sein (s. Jes 11,6ff.). Dann erfüllt sich, worauf die Schöpfung heute unter Seufzen sehnlich harrt.
Zwei Punkte dürfen uns dabei groß werden:

  • Gott nennt uns hier Kinder und Söhne. Als Kinder haben wir die gleiche Natur wie Gott. Welch eine Liebe des Vaters (s. 1. Joh 3,1)! Als Söhne sind wir dazu zuvor­bestimmt, „dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein“ (V. 29). Unfassbar!
  • Die Grundlage, auf der die Schöpfung befreit werden wird, ist Golgatha. Das zeigt Kolosser 1,20, wo mit „alle Dinge“ die Schöpfung gemeint ist. Sie wird einmal in das richtige Verhältnis zu Gott gebracht werden, weil unser Heiland „Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes“.

Auch in den „Leiden der Jetztzeit“ darf uns die Liebe des Vaters und das Werk des Herrn Jesus groß werden und zur Anbetung führen.

Mario Wolff

Der HERR ist mir von fern erschienen: Ja, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dir fortdauern lassen min Güte.
(Jeremia 31,3)

Hiobs Botschaft über die Größe Gottes

© callisto, stock.adobe.com

Die Geschichte Hiobs ist allgemein auch heute noch gut bekannt. Zumindest spricht man bei einer unheilvollen Nachricht gerne von einer „Hiobsbotschaft“ – in Anlehnung an die prüfenden und leidvollen Umstände dieses Glaubensmannes im ältesten Buch der Bibel. Aber Hiob erfuhr nicht nur die eigene Not und Hilflosigkeit, sondern noch mehr (und gerade im Kontrast dazu) die Allmacht und Größe des ewigen Gottes. Dies ist die eigentliche Botschaft Hiobs, die wir ganz besonders im 38. Kapitel seines Buches finden – also eine Hiobsbotschaft in ganz anderem Sinn!

Es ist beeindruckend zu sehen, in welcher Weise die Gedanken Hiobs, weg von der Hinfälligkeit seiner eigenen Person, hin zu der herrlichen Größe Gottes gerichtet wurden. Dazu ließ Gott zwar seinen Knecht (s. Hiob 2,3) durch leidvolle Umstände gehen – aber er blieb darin nicht allein zurück. Im Verlauf der Geschichte Hiobs erfahren wir, dass seine Blicke durch zwei besondere Botschaften von seiner eigenen Not zu einer unfassbar größeren Herrlichkeit hingelenkt wurden. Die Überbringer dieser Botschaften waren Elihu und Gott selbst.

Die Botschaft Elihus

Zunächst konnte Elihu gebraucht werden, um Hiob auf die Botschaft Gottes vorzubereiten. Diese Vorbereitung war für Hiob nötig, um ganz unvoreingenommen auf Gott selbst ausgerichtet zu sein. Seine eigene Person und Situation mussten dazu ganz in den Hintergrund treten – trotz der unverändert schwerwiegenden Umstände und Nöte.
Die Botschaft Elihus lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Sieh auf Gott!. Dreimal fordert Elihu durch das Wort „Siehe“ seinen Freund in Hiob Kapitel 36 auf, seine Blicke auf die Größe und Allmacht Gottes zu richten: „Siehe, Gott ist mächtig“ (V. 5); „Siehe, Gott handelt erhaben in seiner Macht“ (V. 22); „Siehe, Gott ist zu erhaben für unsere Erkenntnis“ (V. 26).
Wie wichtig ist der Dienst eines Elihu auch heute noch, um in notvollen Umständen den Blick zur Allmacht und Hilfe Gottes hinzuwenden. Dadurch wird das beunruhigte Herz still und aufnahmebereit für die Worte Gottes, die sich daraufhin auch an Hiob richten konnten.

Die Botschaft Elihus lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Sieh auf Gott!


Die Botschaft Gottes

Von Kapitel 38 an entfaltet Gott nun vor den Augen Hiobs seine gewaltige Herrlichkeit als ewiger Schöpfer, der alle Dinge – und auch Hiob – durch das Wort seiner Macht trägt (s. Heb 1,3). Doch bevor Gott diesen wunderbaren Einblick in seine Schöpfung gibt, verdient schon der Beginn dieser göttlichen Rede an Hiob unsere besondere Aufmerksamkeit. Wir lesen in Hiob 38,1: „Und der Herr antwortete Hiob aus dem Sturm und sprach ...“.
Zunächst fällt auf, dass wir hier von Gott, dem Herrn (hebr. Jehovah), lesen. Im ganzen Teil der Gespräche im Buch Hiob (Kap. 3 bis 39) ist bis auf eine weitere Ausnahme (s. Hiob 12,9) durchgängig von Gott, dem „Allmächtigen“ (hebr. El), die Rede. Doch gerade in dem Augenblick, als sich der allmächtige Gott seinem Knecht zuwendet, bezeichnet Er sich als Herr „Jehova“. Dieser Name Gottes hebt die persönliche Beziehung zu den Menschen und später besonders zu seinem irdischen Volk hervor.
Der persönliche Aspekt der Zuwendung Gottes wird auch durch die Tatsache hervorgehoben, dass Gott zu Hiob „aus dem Sturm“ sprach. Durch den lauten Sturm war es nicht möglich, dass andere Menschen diese göttliche Botschaft hören konnten, die allein für Hiob bestimmt war. So kümmert sich Gott persönlich um jeden einzelnen der Seinen – damals wie heute.

Die Größe Gottes in seiner Schöpfung

In der nun beginnenden persönlichen Ansprache Gottes wird Hiob vor eine Fülle von Fragen gestellt, die der Schöpfer-Gott wie an einer endlos erscheinenden Kette aneinandergereiht an sein Geschöpf Hiob richtet. Keine einzige Frage konnte Hiob damals beantworten! Und selbst in der gegenwärtigen Zeit, die von modernster Technologie und naturwissenschaftlichen Errungenschaften geprägt ist, hat die Menschheit auf diese Fragen noch immer keine vollumfänglichen Antworten. Man konnte mithilfe der modernen Technik überhaupt erst ein Verständnis über den Anlass der Fragen Gottes gewinnen – von möglichen Antworten darauf ist man jedoch weit entfernt.
Dieser Sachverhalt ist die eigentliche Botschaft Gottes an Hiob und an uns heute: Zu erkennen, dass der ewige Schöpfer unbeschreiblich groß und über alle Dinge erhaben ist. Wir als seine Geschöpfe sind dagegen verschwindend klein. Aber wir dürfen seine Größe in seiner Schöpfung bewundernd betrachten: „Seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, die von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen werden“ (Röm 1,20). Wir wollen nun Hiob auf seinem Rundgang durch Gottes Schöpfung ein Stück begleiten und anhand von zwei Beispielen aus Hiob 38 die Größe Gottes bewundernd anschauen.

Ein Blick in die Tiefe

Gott richtet durch seine Fragen zunächst den Blick weit hinab zu den sehr tief gelegenen Orten auf der Erde: „Bist du bis zu den Quellen des Meeres gekommen, und hast du die Gründe der Tiefe durchwandelt?“ (Hiob 38,16). Die Tiefen des Meeres waren in den Tagen Hiobs noch völlig unerforscht. Erst vor wenigen Jahrzehnten konnten entsprechend ausstaffierte U-Boote eingesetzt werden, um zu den hydrothermalen Quellen der Tiefsee hinabzutauchen, die hauptsächlich entlang des Ostpazifischen, des Mittelatlantischen und des Südwestindischen Rückens in bis zu 4.000 Meter Tiefe auf dem Grund der Ozeane liegen. Dort herrscht ein so gewaltig hoher Druck, dass das Wasser dort erst bei etwa 400°C zu kochen beginnt! Von diesem außergewöhnlichen Ort, zu dem die Menschen erst vor kurzem vorgestoßen sind, sprach Gott schon 4.000 Jahre zuvor – da hat Er bereits diese Tiefe durchwandelt! Wie groß ist Er – und wie klein sind wir!

Ein Blick in die Höhe

Wenn wir nun mit Hiob gemeinsam unseren Blick von den Tiefen des Meeres empor zu den Sternen im Weltall richten, verstärkt sich noch mehr der Eindruck der Allmacht Gottes und das Bewusstsein unserer eigenen Nichtigkeit. Dazu hören wir die Frage Gottes: „Kannst du das Gebinde des Siebengestirns knüpfen oder die Fesseln des Orion lösen? … Kennst du die Gesetze des Himmels, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde?“ (Hiob 38,31,33).
Wiederum zeigt uns Gott wunderbare Dinge aus seiner Schöpfung, die man erst vor kurzem beobachten und bestätigen konnte: Das Siebengestirn (oder Plejaden) ist ein Sternenhaufen im Sternbild Stier, in dem man mit bloßem Auge sieben Sterne gut erkennen kann. Die meisten Sternbilder sind Gebilde, deren einzelne Sterne in keinem wechselwirkenden Zusammenhang stehen, sondern nur von der Erde aus betrachtet in einer gewissen Formation erscheinen. Doch das Siebengestirn ist eine seltene Ausnahme: Diese Sterne bilden einen durch die Schwerkraft zusammengebundenen Haufen und sind dadurch in gewisser Weise „verknüpft“.
Ganz anders die Gürtelsterne (oder Fessel) im Sternbild Orion, das ganz in der Nähe des Siebengestirns beobachtbar ist. Es hat im Zentrum drei eng beieinanderliegende Sterne, die wie ein Gürtel aussehen. Diese drei zentralen Sterne stehen im Gegensatz zu den Sternen des Siebengestirns in keinerlei Wechselwirkung zueinander. Sie bewegen sich sogar in verschiedenen Richtungen immer weiter voneinander weg und „lösen“ sich voneinander.
Gott ist es, der auf diese Weise die Fessel des Orion „löst“ und das Gebinde des Siebengestirns „knüpft“. Ist es nicht überaus bemerkenswert, dass die Fragen Gottes vor 4.000 Jahren exakt die astronomischen Tatsachen beschreiben, die man erst in der heutigen Zeit durch geeignete Teleskope (wie z. B. das im Weltall schwebende Hubble-Teleskop) bestätigen konnte?
Kann sich die Größe Gottes und die absolute Bestimmtheit seines Wortes eindrucksvoller erweisen?
Wollen wir Ihm daher nicht mehr vertrauen? Gottes Allmacht und Größe möchte sich auch in unserem persönlichen Leben erweisen – halten wir daran stets fest! Auch wenn die Umstände wie damals bei Hiob ungünstig und leidvoll erscheinen – Gott hat alles zu jeder Zeit in seiner mächtigen Hand, auch dich und mich!

Matthias Wölfinger

Aber frage doch das Vieh,
und es wird es dich lehren;
und die Vögel des Himmels,
und sie werden es dir kundtun;
oder rede zu der Erde,
und sie wird es dich lehren;
und die Fische des Meeres
werden es dir erzählen.

Wer würde nicht an diesen allen erkennen, dass die Hand des Herrn dies gemacht hat ...?
(Hiob 12,7-9)

Wenn du willst, kannst du …

© Watercolor_Concept, stock.adobe.com

Zu dem Herrn Jesus kommt ein Mann, der von der todbringenden Krankheit des Aussatzes befallen ist. An eine Heilung war in der damaligen Zeit nicht zu denken.
Dieser Mann kommt zu der richtigen Adresse, zu dem Herrn Jesus. Er kommt mit einer konkreten Bitte. Und er kommt in der richtigen inneren Haltung, die sich im Niederknien vor dem Herrn Jesus auch nach außen hin zeigt.
Und dann spricht er diesen bemerkenswerten Satz:

„Wenn du willst, kannst du mich reinigen“
(Markus 1,40)


Wenn du willst …

Es kann sein, dass dieser Aussätzige sich nicht sicher war, ob der Herr Jesus sich überhaupt zu ihm wenden und mit seiner Not befassen würde. Immerhin mussten Aussätzige in der damaligen Zeit von anderen Menschen isoliert leben (s. Lk 17,11).
Andererseits wird in den einleitenden Worten, die dieser Mann spricht, etwas von seiner inneren Haltung erkennbar. Er äußert eine konkrete Bitte – aber er überlässt dem Herrn Jesus die Antwort. Das machen die Worte „wenn du willst“ sehr deutlich.
In diesem Sinn senden auch die beiden Schwestern Martha und Maria zu dem Herrn Jesus und beschränken sich auf den Satz: „Herr, siehe, der, den du liebt hast, ist krank“ (Joh 11,3). Petrus stellt diesen Herzenszustand vor, wenn er schreibt: „So demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit“ (1. Pet 5,6).
Diese rechte innere Haltung ist auch für unser Beten von größter Wichtigkeit. Ja, wir dürfen ausnahmslos „alle Anliegen vor Gott kundwerden lassen“ (Phil 4,6) – aber in der richtigen inneren Haltung! Sind wir wirklich bereit, jede Art von Antwort und Führung mit aller Bereitwilligkeit anzunehmen? Es geht nicht darum, nur mit den Lippen das „wenn du willst“ zu formulieren; es geht um unser Inneres. Sind wir wirklich bereit, uns in die Arme des Herrn Jesus „fallen zu lassen“, der uns unendlich liebt und diese Liebe auf Golgatha so eindrucksvoll bewiesen hat?
Wenn wir es wirklich dem Herrn überlassen, wie und wann Er eingreift, dann kehren innere Ruhe und Frieden in das unruhige Herz ein. Solange wir aber an unseren Vorstellungen über die Art und Weise des Eingreifens und den Zeitpunkt der rechtzeitigen Hilfe festhalten, werden wir möglicherweise Enttäuschungen erleben – zumindest so lange, wie der Herr nicht oder nicht in der von uns erwarteten Weise eingreift.
Wir wollen uns anspornen lassen, in der inneren Haltung zu beten, die von einem ernsthaften und aufrichtigen „wenn du willst“ geprägt ist. Ob der Herr in unserem konkreten Fall eingreift, oder ob nicht – wir bleiben ruhig in dem festen Bewusstsein, dass Er uns liebt und ein gutes Ziel mit uns im Auge hat.

In seine Hand hineingelegt
bleib ich in stiller Ruh;
wie Er mich führt, wie Er mich trägt,
das stehet Ihm nur zu.
(aus „Vertrauen“, Friedrich Traub, 1905)


… kannst du …

In diesen Worten kommt das tiefe Vertrauen in die Allmacht des Herrn Jesus zum Ausdruck. Zur Zeit Elisas stellte der damalige König Joram die Frage: „Bin ich Gott, um zu töten und lebendig zu machen, dass dieser zu mir sendet, einen Mann von seinem Aussatz zu befreien“ (2. Kön 5,7)? Aus menschlicher Perspektive war Aussatz eine unheilbare Krankheit.
Aber dieser Aussätzige, der mit seiner Not zu dem Herrn Jesus kam, vertraute darauf, dass der Herr fähig war, ihn zu heilen. Er hatte die feste Überzeugung: „Er kann!“
Darin liegt auch eine wichtige Lektion für uns heute. Wir sollten unserem Herrn ausnahmslos alles zutrauen.

Wo Grenzen der Unmöglichkeit
bedrängen ein Gemüte,
zeigst Du in der Verlegenheit
die Allmacht Deiner Güte!
(aus „Vertrauen“, Friedrich Traub, 1905)


„Wenn du willst, kannst du …“

Der erste Teil dieses kurzen Satzes spricht uns an, Ihm jede Art von Lösung zu überlassen, in dem festen Bewusstsein, dass Er nur gute Absichten mit uns hat und die auf Golgatha bewiesene Liebe unverändert dieselbe ist.
Der zweite Teil richtet unseren Blick auf den Allmächtigen. Am Ende seiner Prüfung stellt Hiob fest: „Ich weiß, dass du alles vermagst“ (Hiob 42,2). Dem Herrn ist es ein Leichtes, das für Menschen Unmögliche eintreten zu lassen.
In dieser Haltung und in diesem Bewusstsein wollen wir unseren Weg gehen bis der Herr Jesus kommt und uns zu sich in die Herrlichkeit holt!

Friedhelm Runkel

Perspektivenwechsel

© freshidea, stock.adobe.com

Wir haben in unserem Leben auf die verschiedenen Umstände und uns umgebende Personen eine bestimmte Sichtweise und Beurteilung. Dabei werden wir von unseren Wertvorstellungen geleitet und urteilen entsprechend. Allerdings wird es fast immer so sein, dass es mehr als eine (die unsrige) Sichtweise geben wird. Es geht dabei nicht um andere Fakten, sondern um die Einschätzung und Beurteilung einer gegebenen Situation aus einer anderen Perspektive. Im Gegensatz zu Ungläubigen dürfen Christen immer wieder fragen: Herr, wie siehst du das? Finde ich in deinem Wort Hilfe, um zu einer richtigen Betrachtungsweise zu gelangen?

Im Folgenden möchten zwei Beispiele aus Gottes Wort motivieren, die uns betreffenden oder umgebenden Dinge aus Gottes Sicht zu sehen, so unvollkommen wir das in der Praxis auch verwirklichen.

HIOB

Hiob ging durch Glaubensprüfungen, die die wenigsten Gläubigen je selbst erlebt haben. Seine eigene Frau ging deshalb so weit, dass sie ihn aufforderte, sich von Gott loszusagen (s. Hiob 2,9) und ihm schlugen Unverständnis, Vorwürfe und übelste Anschuldigungen seitens seiner Freunde entgegen. Schließlich haderte auch er selbst mit den Wegen Gottes und bestand auf seiner eigenen Gerechtigkeit. Es erscheint erstaunlich, dass Gott Hiob so schwere Wege führte, obwohl Gott selbst bestätigt, dass Hiob „vollkommen und rechtschaffen, gottesfürchtig und das Böse meidend“ war (Hiob 1,9; 2,3).

Gottes Wege zunächst nicht verstanden

Schließlich antwortet Gott Hiob und stellt ihm seine unendliche Größe und damit die Nichtigkeit des Menschen (auch die Hiobs) vor (s. Hiob 38-41). Man hat den Eindruck, dass bei Hiob am Ende des Buches ein kompletter Wechsel der Beurteilung der Geschehnisse entsteht. Man liest nichts davon, dass sich seine erbarmungswürdige Situation (Armut, Verlassensein von Familie und Freunden, schwerste physische und psychische Schmerzen) geändert hat. Aber es scheint, dass er den „blinden Fleck“ in der Beurteilung seiner Lage bemerkt.
Er wiederholt annähernd die erste Frage in Gottes Ansprache an Hiob, die Gott an ihn richtete (s. Hiob 38,2) in Kapitel 42,3: „Wer ist es, der den Rat verhüllt ohne Erkenntnis?“. Bereits das erste Wort aus Gottes Mund hat bei Hiob offenbar diesen Perspektivenwechsel ausgelöst. Er erkennt, dass Gott einen Plan hat. Hiob verstand diesen Plan zunächst nicht, er war ihm „verhüllt“, aber Gott handelt nicht planlos, sondern mit Erkenntnis, selbst wenn der hochangesehene und intelligente Hiob es nicht verstand.

Gott handelt nicht planlos, sondern mit Erkenntnis


Ein neuer Blick

Damit war ein entscheidender Erkenntnisgewinn seitens Hiob erreicht und er zieht auch unmittelbar die richtige Schlussfolgerung: „So habe ich denn beurteilt, was ich nicht verstand, Dinge, zu wunderbar für mich, die ich nicht kannte“ (Hiob 42,3b). Hiob erkennt, dass seine Beurteilung der Wege Gottes mit ihm falsch war. Gott stand über dem Urteilsvermögen von Hiob – das musste er lernen.
Hiob hatte eine gute Kenntnis Gottes („… mit dem Gehör des Ohres hatte ich von dir gehört“), nun kommt aber die Erkenntnis hinzu, dass Gottes Wege und Gedanken höher sind als unsere Wege und Gedanken (s. Jes 55,9) und es nicht angemessen ist, diese Wege zu kritisieren: „… aber nun hat mein Auge dich gesehen“ (Hiob 42,5). Die Größe und Allmacht Gottes steht vor den Augen Hiobs und lässt ihn, der vorher eine so gute Meinung über sich selbst hatte, klein werden.
Wenn wir das auch in unserem Leben verwirklichen könnten! Das schreibt sich einfach, ist aber ungemein schwierig in der Umsetzung. Scheinbar grundlos schickt Gott Prüfungen, und antwortet nicht auf Fragen wie „Herr, was willst du mir damit sagen?“. Gerade in der christlichen Epoche, die durch Glauben an Gott und sein Wort gekennzeichnet ist, wird Gott durch das stille Vertrauen seiner Kinder in die Richtigkeit seines Handelns geehrt. Das ist kein Fatalismus, sondern tiefes Gottvertrauen. Nicht unsere Beurteilung ist entscheidend, sondern Gottes Sicht und Gottes Handeln ist richtig – auch wenn wir es nicht verstehen.

ASAPH

Asaph war ein aufrichtiger, gläubiger Mann, der eine herausgehobene Stellung im Volk Israel hatte. Er lebte zur Zeit Davids, war Levit und hatte eine Führungsaufgabe unter den Sängern und Musizierenden (s. 1. Chr 6,24-28; 16,5.7; 25,6), die ihren Dienst am Zelt der Zusammenkunft ausübten. Er hat einige Psalmen geschrieben, darunter auch Psalm 73.

Lohnt sich ein Weg in Treue?

In den ersten 12 Versen dieses Psalms berichtet Asaph von dem äußeren Wohlergehen gottloser Menschen. Darin erinnert er uns sehr an Hiob, der auch in seinen Reden mehrfach feststellt, dass es den Gottlosen oft besser ergeht als den Frommen (z. B. Hiob 9,21-24; 21,7-9). Asaph meint, dass es nutzlos sei, einen Weg der Treue zu gehen (s. Ps 73,13). Diese Sichtweise auf das Handeln der Gottlosen und ihr Wohlergehen hatte auch der Prediger (s. Pred 8,10-12).
Das Wohlergehen der Gottlosen zermürbte Asaph derart, dass er niedergeschlagen, frustriert und – vielleicht würden wir heute sagen – depressiv wurde: „… da ich ja geplagt wurde den ganzen Tag und jeden Morgen meine Züchtigung da war“ (Ps 73,14). Man kann sich kaum vorstellen, dass dies für einen Anführer unter den Sängern der Leviten angemessen war. Wie kann man mit einem solch traurigen, niedergeschlagenen Herzen den Gesang und die Musizierenden anleiten?
Auch uns gläubigen Christen geht es nicht immer gut. Wir sehen um uns her und stellen bei den ungläubigen Mitmenschen fest, dass etwas „Steuerbeschönigung“ (um nur ein Beispiel zu nennen) „straffrei“ zu mehr Vermögen führt. Man hat wechselnde (Ehe-)Partner und Gott schweigt scheinbar dazu. Mit dem Einsatz von Ellenbogen machen manche Karriere, fachlich Bessere werden bei Gehaltserhöhungen oder Beförderungen „vergessen“. Die Arbeit einer Hausfrau und Mutter findet gesellschaftlich keine Anerkennung oder ein hochmütiges Lächeln (manches Mal vielleicht auch von Christen). Es kommen Krankheit, Not und Tod in den Häusern der treuesten Gläubigen vor, während sich die größten Sünder eines prächtigen Wohlergehens erfreuen. Wozu dann das alles, die Einschränkungen aus Gottes Wort, das Fernhalten von der Sünde, wenn es mir doch äußerlich nicht besser geht?

Eine neue Perspektive

Asaph hatte darüber nachgedacht, es war ihm sogar eine „mühevolle Arbeit“ gewesen (s. Ps 73,16). Doch so sehr er sich auch abmühte, sein Nachdenken brachte ihn nicht weiter, bis er „hineinging in die Heiligtümer Gottes und jener Ende gewahrte“ (Ps 73,17). Damit ist gemeint, dass er in die Gegenwart Gottes ging. Er wechselte die Perspektive und schaute mit anderen (durch die Gegenwart Gottes erleuchteten) Augen auf die unveränderte Situation!
Nicht mehr die aktuelle Situation, die Asaph ungerecht erschien, sondern die Zukunft, „das Ende jener“ trat vor seinen Blick. Aus dieser Perspektive heraus kommt er nun zu einem völlig anderen Urteil als zu Beginn des Psalms: „Wen habe ich im Himmel? Und neben dir habe ich an nichts Lust auf der Erde“ (V. 25).
Der Blick des tief deprimierten Asaph wird von unten nach oben gelenkt. Er schaut auf Gott im Himmel und dadurch werden alle Dinge auf dieser Erde für ihn unbedeutend. Er betrachtet die Situation quasi „vom Ende her“ und das erhebt ihn über momentan schwierige Umstände hinweg. Der Blick nach oben bzw. auf das Ende kann uns auch heute helfen.

Gott meint es gut mit uns

Wir stellen fest, dass selbst so gottesfürchtige Männer wie Hiob und Asaph keine „Superhelden“ waren. Nein, sie waren durch die schweren Umstände in ihrem Leben äußerst geprüft und verzweifelt. Das darf uns trösten.
Jedoch haben beide ihre Blickrichtung auf die nach wie vor schwierigen Lebensumstände geändert. Das bedurfte „mühsamer Arbeit“ und geschah nicht auf Knopfdruck. Wir dürfen sicher sein, dass Gott auch uns in schweren und schwersten Lebensumständen nicht fallen lässt. Er möchte uns in seine Heiligtümer, seine Gegenwart bringen und uns dann „das Ende zeigen“.
Dieses Ende ist für die Seinen immer zum Guten. Das durfte schon Mose dem Volk Israel sagen, dass Gott ihnen nach allen Prüfungen und Demütigungen in der Wüste in der Zukunft Gutes tun würde: „… um dich zu demütigen und um dich zu prüfen, damit er dir Gutes tue an deinem Ende“ (5. Mo 8,16). Wenn das bereits für das irdische Volk Israel galt, wieviel mehr für uns, sein himmlisches Volk, für das Er seinen vielgeliebten, eingeborenen Sohn gegeben hat (s. Röm 8,32). Lasst uns aus dieser Perspektive die Dinge dieser Welt und in unserem Leben anschauen, mit einem Blick nach oben!

Marco Steih

Schulpflicht & Lehrpläne – eine Herausforderung für die christliche Familie

© erika8213, stock.adobe.com

In Deutschland ist die allgemeine Schulpflicht gesetzlich festgelegt: Im Alter von 6 bis 18 Jahren (einschl. der Berufsschulpflicht) müssen Kinder und Jugendliche eine staatliche oder staatlich anerkannte Schule, wie z. B. eine christliche Bekenntnisschule, besuchen. Aber auch diese muss die Vorgaben der Schulbehörden und die gültigen Lehrpläne umsetzen.
Unterricht zu Hause (Homeschooling) ist dauerhaft nicht erlaubt. Kinder können – außer vom Religionsunterricht – nicht aus Glaubensgründen vom Unterricht befreit werden.
Diese Gesetzeslage macht vielen gläubigen Eltern Angst.

Schule ist nun einmal eine Einrichtung des Staates, die den Heranwachsenden das vermittelt, was Wissenschaftler und Schulbehörden für gut und wichtig halten. Und das ist, was die Bibel die „Weisheit dieses Zeitlaufs“ (1. Kor 2,6) nennt.
Einerseits fordert uns das Wort Gottes auf, uns „jeder menschlichen Einrichtung um des Herrn willen“ zu unterwerfen (1. Pet 2,13), andererseits gibt uns der Herr in seinem Wort Unterweisungen, wie wir dabei bewahrt werden können.

Alles schlecht?

In der Schule ist natürlich nicht alles schlecht. Es ist sehr nützlich, dass wir dort wichtige Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Ohne diese Kenntnisse könnten wir auch das Wort Gottes nicht lesen.
In der Bibel finden wir, dass für die Gläubigen im Alten und Neuen Testament ein gewisses Maß an Bildung selbstverständlich war (s. z. B. 5. Mo 11,20; Neh 9,3; Joh 19,20). Selbst vermeintlich „ungelehrte und ungebildete Leute“ wie Petrus und Johannes (s. Apg 4,13) konnten lesen, schreiben und beherrschten das Zahlensystem (s. Off 1,19; 5,11; 7,4-8). Das macht klar, dass wir als Gläubige nicht grundsätzlich bildungsfeindlich sein dürfen.
Allerdings muss uns auch bewusst sein, dass die Schule neben den genannten Kulturtechniken auch vieles vermittelt, was deutlich im Widerspruch zur Bibel steht. Das geschieht in allen Unterrichtsfächern, aber besonders in Deutsch und Biologie.

Die Lehrpläne

„Das Fach Deutsch … leistet wesentliche Beiträge zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung, die die Wahrnehmung, Gestaltung und Reflexion der Vielgestaltigkeit von Kultur und Lebenswirklichkeit umfassen“.[1]
„Der Biologieunterricht … macht Entwicklungen transparent, die heute für die Menschen weltweit von grundlegender Bedeutung sind, da sie zunehmend auch politische Entscheidungen beeinflussen und die Fundamente des Wertesystems der Gesellschaft berühren. Der Biologie kommt zudem als historischer Wissenschaft, die sich auf der Basis der Evolutionstheorie mit der Entstehung und Entwicklung des Lebens auf der Erde und der Humanevolution beschäftigt, eine besondere Bedeutung bei der Vermittlung eines aufgeklärten Menschenbildes zu“.[2]
„Sexualerziehung erfolgt fächerübergreifend. … In der Sexualwissenschaft besteht Konsens darüber, dass sich menschliche Sexualität auf vielfältige Weise ausdrücken kann. Demnach sind Hetero-, Bi-, Homo- und Trans­sex­ualität Ausdrucksformen von Sex­ualität, die ohne Unterschiede im Wert zur Persönlichkeit der betroffenen Menschen gehören“.[3]
Ähnliche Formulierungen finden sich auch in den Lehrplänen der übrigen Bundesländer.Ähnliche Formulierungen finden sich auch in den Lehrplänen der übrigen Bundesländer.

Gottes Wort redet anders

Die Texte zeigen, dass es in der Schule nicht nur um die Vermittlung von Kulturtechniken und wissenschaftlich fundierten Fakten geht, sondern auch um „Persönlichkeitsentwicklung“, „Vielgestaltigkeit von Kultur- und Lebenswirklichkeit“, „Fundamente des Wertesystems“, „Vermittlung eines aufgeklärten Menschenbildes“ und um „Ausdrucksformen von Sexualität, die ohne Unterschiede im Wert“ sind. Ein Blick in die Schulbücher macht klar, dass die Wertevermittlung keineswegs biblischen Maßstäben und göttlichen Vorgaben folgt.
Zwar heißt es im Schulgesetz von NRW (§2, Abs. 2): „Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.“ Aber der hier genannte Gott wird nicht als Schöpfer, Gebieter und Richter aller Menschen verstanden. Er ist nicht der Gott der Bibel.
So stellen auch die Texte, mit denen die Schüler im Fach Deutsch arbeiten, kaum die biblische Ehe und Familie vor. Sie tadeln keineswegs das, was unbiblisch ist und nennen es nicht Sünde. Im Gegenteil: Die ganze „Vielfältigkeit in Kultur und Lebenswirklichkeit“ wird als gleichwertig vorgestellt. Die Lebewesen sind laut Lehrplan eben nicht von Gott erschaffen worden, sondern ein Produkt der Evolution. Auch der Mensch hat angeblich keinen anderen Ursprung und ist somit keinem Schöpfer gegenüber verantwortlich.

Was ist zu tun?

Es ist notwendig, dass unsere Kinder die der gesunden Lehre der Schrift entsprechenden Wertevorstellungen kennenlernen und ihrem Alter entsprechend erfassen, bevor sie sich in der Schule mit der „Weisheit dieses Zeitlaufs“ beschäftigen müssen. Die Wichtigkeit biblischer Unterweisung zeigt z. B. 2. Timotheus 3,15: „… und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die imstande sind, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.“
Eltern, Großeltern und Sonntag-schullehrer haben also eine wichtige Aufgabe.
Wenn für die Kleinen der Schulbesuch beginnt, sollten die Eltern die Schulbücher durchsehen und mit ihren Kindern das erörtern, was von der biblischen Wahrheit abweicht. Sie dürfen die gute Lehre der Schrift bezeugen und den hohen Wert biblischer Grundsätze vorleben. Kinder können früh erfassen, dass damit großer Segen verbunden ist.
Öffentlichen Auseinandersetzungen mit Lehrkräften über Inhalte, die der Bibel klar widersprechen (Evolution, Gender, „Ehe für alle“, …) sind Kinder und Jugendliche meist nicht gewachsen. Alter, Position und Rhetorik lassen Lehrer und Lehrerinnen überlegen erscheinen. Eltern sollten ihren Kindern von solchen Diskussionen abraten, sie aber sehr wohl ermutigen, ihren Glauben zu bezeugen, wenn sie Kinder Gottes sind.
Darüber hinaus dürfen gläubige Eltern auch die Möglichkeiten der schulischen Mitwirkung nutzen. Sie können sich bei Elternabenden engagiert einbringen und dabei ihren Glauben bezeugen. Eltern, die Aufgaben und Verantwortung übernehmen, werden von Lehrerschaft und Schulleitung geschätzt. Dadurch ergeben sich oft Möglichkeiten, zum Wohl gläubiger Schüler zu wirken und manches Böse „zurückzuhalten“. In NRW müssen die Schulen, angelehnt an die Kernlehrpläne, verbindliche und detaillierte schulinterne Lehrpläne entwickeln. Diese Aufgaben übernehmen Fachkonferenzen, in denen Eltern beratend mitwirken sollen. Das könnte für Gläubige eine Aufgabe sein.

Weitere Problemfelder

Schulen zielen auf eine „ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung“ ab. Dabei wirken viele Einflüsse auf die jungen Menschen ein: Methoden und Leistungsansprüche, Schulklima und Sozialstruktur, Umgangs- und Bildungssprache, Medien, Gruppendynamik, Umgang mit Konflikten, mit Mobbing, mit Gewalt, Drogen …

Dazu zwei Beispiele:

Methoden und Leistungsansprüche

Unterricht ist heute meist schülerzentriert. Der Lehrer moderiert, macht Lernangebote und tritt eher in den Hintergrund. Schüler wählen aus, entscheiden mit und machen sogar „eigene Vorschläge für die Leistungskontrollen“.[4] Frontalunterricht ist weitgehend verpönt. Die Kinder sollen selbstbestimmt lernen und eigene Zielvorstellungen entwickeln. Das überfordert viele.
Unsere Kinder und Jugendlichen erleben etwas völlig anderes in den Zusammenkünften der Gläubigen. Die Wortverkündigung ist „Frontalunterricht“ und klar lehrerzentriert, denn so lehrte auch der Herr Jesus (s. Lk 5,3), „ein Lehrer von Gott gekommen“ (Joh 3,2).[5]

Ein Tipp für gläubige Eltern:
Praktiziert ergänzendes „Homeschooling“ und schafft für eure Kinder Gelegenheiten, bei denen sie laut vorlesen – z. B. den täglichen Kalenderzettel aus dem Kinderkalender oder Abschnitte aus dem Wort Gottes (etwa im Zusammenhang mit für Kinder geeigneten Bibelkursen). Denn lautes Lesen hilft zum einen, den Zusammenhang und damit die Aussage eines Satzes besser zu verstehen. Und zum anderen bietet eine solche Lernunterstützung die Gelegenheit, mit unseren Kindern ins Gespräch über das Gelesene zu kommen. Dabei merken wir, was unsere Kinder davon verstanden haben, und können durch altersgerechte Erklärungen das Leseverständnis weiter fördern.

Es wundert uns nicht, dass die Ergebnisse des in den Schulen praktizierten Unterrichts oft sehr bescheiden ausfallen. Viele Schüler können nach Abschluss der 10. Klasse komplexe Sätze (wie z. B. viele Texte der Bibel) nicht sinnerfassend lesen.

Schulklima und Sozialstruktur

Wenn unsere Kinder gläubige Schulkameraden haben, kann das für sie und ihre Eltern eine Hilfe und Ermutigung sein. Manche stehen aber allein in einem gottfeindlichen schulischen Umfeld.
Viele Haupt-, Sekundar- und Gesamtschulen werden, vor allem in Ballungsgebieten, mittlerweile mehrheitlich von muslimischen Schülern besucht. Das kann das Schulklima ganz erheblich beeinflussen. Oft wird auf gläubige Kinder Druck ausgeübt, sie können gemobbt oder gar bedroht werden. Wenn Lehrer und Schulleiter schwach und konfliktscheu sind, werden im Schulleben schleichend Einflüsse wirksam, die im Koran ihren Ursprung haben.
Gläubige Eltern sollten deshalb genau hinsehen und ein offenes Ohr für ihre Kinder haben. Manchmal kann es notwendig sein, ein Kind bei einer anderen Schule (vielleicht einer christlichen Bekenntnisschule) anzumelden.[6] Eltern haben glücklicherweise weitgehend freie Schulwahl (mit Unterschieden in einzelnen Bundesländern).

Die Ermunterung der Schriften

Wir leben in „schweren Zeiten“ (2. Tim 3,1) und „inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts“ (Phil 2,15). Deshalb ermuntert uns der Herr Jesus auf vielfältige Weise, treu zu sein und Ihm in allem zu vertrauen.
Das Wort Gottes zeigt junge Menschen, die nur kurze Zeit Eindrücke im Elternhaus empfingen, aber doch in ihrem späteren Leben durch Treue und Gottesfurcht gekennzeichnet waren:

  • Mose (s. Heb 11,23-28)
  • Ein junges weggeführtes Mädchen (s. 2. Kön 5,2-4)
  • Daniel und seine Freunde (s. Dan 1)

Gläubige Eltern werden durch diese Beispiele ermuntert, ihre Kinder früh zu unterweisen und ihnen den Heiland groß zu machen. Gott, der Schöpfer, hat uns so geschaffen, dass sich frühkindliche Eindrücke besonders tief einprägen.
„Mose wurde unterwiesen in aller Weisheit der Ägypter“ (Apg 7,22) und doch konnte dieser Einfluss nicht das verdrängen, was er im Elternhaus aufgenommen hatte.
Ebenso war es bei Daniel und seinen Freunden, die als junge Männer nach Babel gebracht wurden, „dass man sie die Schriften und die Sprache der Chaldäer lehre“ (Dan 1,4).
Wenn auch in den Schulen ein zunehmend antichristlicher Geist wirkt, bleibt doch wahr, was wir in 1. Johannes 4,4 lesen: „Ihr seid aus Gott, Kinder, und habt sie überwunden, weil der, der in euch ist, größer ist als der, der in der Welt ist.“
Wir alle wollen unsere Kinder auf ihrem Weg durch die Schule mit „ernstlichem“ Gebet begleiten.

Paul Gerhard Jung


Fußnoten:

  1. Kernlehrplan Deutsch für die Sekundarstufe 1 in NRW, S. 8.

  2. Kernlehrplan Biologie für die Sekundarstufe 1 in NRW, S. 9.

  3. Richtlinien für die Sexualerziehung in NRW, S. 6 u. 13.

  4. Hilbert Meyer: Was ist guter Unterricht, Berlin 2004.

  5. Dabei lehrte der Herr stets so, dass die Zuhörer das Gesagte gut verstanden. Auch darin ist Er uns Vorbild.

  6. In jedem Fall sollte ein solcher Schritt aber sorgfältig vor dem Herrn erwogen werden, denn er ist nicht automatisch die Lösung aller Probleme, da die Kinder an einer anderen Schule mit anderen, neuen Problemen konfrontiert werden können.

Tiere in Psalm 22 (Teil 1)

© Eric Isselée, stock.adobe.com
© kolesnikovserg, stock.adobe.com

Dieser Psalm zeigt uns prophetisch den Herrn in seinen vielfältigen Leiden. Zur Veranschaulichung werden sechs verschiedene Tiere erwähnt, die wir in einer kleinen Artikelreihe anschauen möchten. Dazu wenden wir uns in diesem Heft den beiden ersten Tieren zu, die in Psalm 22 erwähnt werden.

Die Hirschkuh

In der Überschrift des Psalms (nach „Ajjelet Haschachar“) wird die Hirschkuh erwähnt. Sie gilt als lieblich, schön, sanft und elegant (s. Spr 5,19). Sie ist ein Hinweis auf die Schönheit des Herrn Jesus für seinen Gott und Vater.
Vor seiner Menschwerdung war Er die Wonne seines Vaters und während seines Menschseins hier auf dieser Erde ruhte das ganze Wohlgefallen Gottes auf Ihm: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe!“ (Mt 3,17).
Er ist schöner als die Menschensöhne, ausgezeichnet vor Zehntausenden, alles an Ihm ist lieblich (s. Ps 45,3; Hld 5,10.16). Er tat allezeit das Gott Wohlgefällige. Er konnte von sich sagen: „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“ (Mt 11,29).
Was bedeutet der Herr Jesus für dich und für mich? Können wir wie David in Psalm 18,2 von Herzen sagen: „Ich liebe dich, Herr, meine Stärke!“? Beschäftigen wir uns viel mit Ihm, damit wir seine Lieblichkeiten entdecken und Ihn dafür anbeten?!

Ein Wurm

„Ich aber bin ein Wurm und kein Mann, der Menschen Hohn und der vom Volk verachtete.“
(Psalm 22,7)

Es berührt uns tief, wenn unser Herr sich hier mit einem Wurm vergleicht.
Ein Wurm ist nackt, schwach, klein und niedrig. Man kann ihn mit Füßen zertreten. So tief hat sich der Herr Jesus erniedrigt und von seinen Geschöpfen erniedrigen lassen. Welcher Mensch würde sich schon mit einem Wurm vergleichen?
„Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt; er war verachtet, und wir haben ihn für nichts geachtet“ (Jes 53,3). Den ganzen Hohn und Spott hat Er über sich ergehen lassen. Zum Spott zogen sie Ihm seine eigenen Kleider aus und bekleideten Ihn mit einem Purpurmantel, um Ihn als den „angeblichen König der Juden“ zu verhöhnen. Sie gaben Ihm Ohrfeigen und forderten Ihn auf, zu weissagen, wer Ihn geschlagen habe. „Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie reißen die Lippen auf, schütteln den Kopf: Vertraue auf den Herrn! − Der errette ihn, befreie ihn, weil er Gefallen an ihm hat!“ (V. 8.9).
Welch ein Kontrast zu der Beschreibung des Herrn in Verbindung mit der Hirschkuh, bei der wir Ihn aus der Perspektive Gottes sehen! Beides ist wahr! Gerade in den Leiden des Herrn offenbaren sich seine Herrlichkeiten, die wir als Gläubige anbetend bestaunen dürfen:

„Dank, dass Du, der Hohe, Freie,
Dich für uns zu nichts gemacht,
Gott gedient in steter Weihe
und sein großes Werk vollbracht!“
(Geistliche Lieder Nr. 200, Strophe 5)

Wenn jemand tatsächlich einem Wurm gleicht, dann wir verlorene Menschen, so wie wir im Buch Hiob in Kapitel 25,4-6 lesen: „Und wie könnte ein Mensch gerecht sein vor Gott, und wie könnte ein von einer Frau Geborener rein sein? Siehe, sogar der Mond scheint nicht hell, und die Sterne sind nicht rein in seinen Augen: wie viel weniger der Mensch, der Wurm, und das Menschenkind, die Made!“ Das war unser Zustand als geistlich Tote. Und über solche hat Gott sich erbarmt, indem Er seinen geliebten Sohn in Gericht und Tod gab, sodass wir uns nun nicht mehr fürchten brauchen: „Fürchte dich nicht, du Wurm Jakob, du Häuflein Israel; ich helfe dir, spricht der Herr, und dein Erlöser ist der Heilige Israels“ (Jes 41,14). Dadurch dass Er „zum Wurm geworden ist“, dass Er sich bis zum Tod am Kreuz erniedrigte, sind wir, ehemalige „Würmer“, in die Stellung von Priestern und Königen gebracht worden (s. Off 1,6). Anbetungswürdiger Herr!

Andreas Kringe

"Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele nach dir, o Gott! Tiefe ruft der Tiefe beim Brausen deiner Wassergüsse; alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen."
(Psalm 42,2.8)


Vor dem Hintergrund von Psalm 22 schreibt C. H. Spurgeon zu diesen Versen aus Psalm 42:

Ich kann mir nicht denken, dass die Geschichte oder auch die Ewigkeit einen Satz aufzuweisen hat, der mehr erfüllt wäre von Schmerz und Angst. Wehmut und Galle und alle Bitterkeiten sind nichts dagegen. Hier blickst du in einen unergründlichen Abgrund. Wie du auch deine Augen anstrengst, dass sie schier versagen – bis zum Grund dringst du nicht vor. Es ist nicht auszumessen. Die Angst des Heilands um unsretwillen ist ebensowenig zu messen und zu wägen wie die Sünde, die sie verursachte, oder die Liebe, die sie durchstand. Wir wollen anbeten, wo wir nicht mehr begreifen können.“
(Aus: „Gedanken über Psalm 22“, erschienen und erhältlich beim Herausgeber dieser Zeitschrift)
© 2022 Ernst-Paulus-Verlag
Ernst Paulus Verlag Logo