BleibtInMir

...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Das Schönste steht uns noch bevor


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Übersicht zukünftiger Ereignisse

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Die Entrückung

- alle Gläubigen aus der Zeit des AT und NT werden entrückt (1. Thes 4,16.17)
- wir werden allezeit bei dem Herrn sein (1. Thes 4,17)
- wir werden einen Herrlichkeitskörper bekommen (Phil 3,21)
- die Glaubenden der Gnadenzeit werden für immer ins Vaterhaus eingehen (Joh 14,3)

Ereignisse im Himmel

Das Offenbarwerden
vor dem
Richterstuhl des Christus.
Es gibt Lohn.
Die Glaubenden
umgeben den Thron Gottes und das Lamm.
Sie singen
das neue Lied.
Die Seelen der Märtyrer
aus der Drangsalszeit
rufen zu Gott.
Die Hochzeit des Lammes
im Him­mel wird gefeiert.
(Sie findet nach dem Gericht der abgefallenen
Christenheit statt.)
Die Erscheinung des Herrn Jesus
in Macht und Herrlichkeit.
Wir werden mit Ihm kommen.
Wir werden vom Himmel aus mit dem Herrn Jesus herrschen.Die letzte Szene
vor der Vernichtung
von Himmel und Erde
wird das Gericht der Toten
(der Ungläubigen
vor dem gro­ßen weißen Thron sein.
2. Kor 5,9.10;
Röm 14,10-12
Off 5 Off 6,9 Off 19,6-10 Off 19,11-16;
2. Thes 1,10
Off 20,4-6 Off 20,11-15


Ereignisse auf der Erde

Der Abfall
der Christen­heit
und das offen erkennbare Auftreten des Antichristen
Die Gerichte der
7-jährigen Drangsalszeit:

* 7 Siegelgerichte
(Off 6-8,5)
* 7 Posaunengerichte
(Off 8,6-11,19)
* 7 Zornesschalen
(Off 15; 16)
In der Mitte der Drangsalszeit
wird der Teufel
auf die Erde geworfen. Der Antichrist wird
ein Götzenbild für den römischen Herrscher
im Tempel aufstellen
und will bewirken,
dass alle dieses Gräuelbild anbeten.
Das Gericht
der abgefallenen Christenheit (Babylon)
Der Herr Jesus kommt sichtbar auf die Erde zum Gericht der Lebendigen.
* Die Vernichtung der Gegner
* Die Rettung des glaubenden Über­restes
* Die Sammlung Israels
* Der Sieg über alle Feinde
* Der Thron der Herrlichkeit
Die Segensherrschaft
des Herrn Jesus in Frieden und Gerechtigkeit.
(Das Tausend- jährige Reich)
Die Segensherrschaft
des Herrn Jesus in Frieden und Gerechtigkeit.
(Das Tausend- jährige Reich)
2. Thes 2,3 Off 6 ff Dan 12,11;
Off 13,14.15;
Off 12,9
Off 17; 18 Mt 25,31ff. Eph 1,10 Off 20,7-10
Himmel und Erde werden vergehen. 2. Pet 3,10-13; Heb 1,10.11
Ein neuer Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt, der ewige Zustand (Off 21,1-8)

Und was wird dann aus unserem Kind?

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„Wenn ich denke, unser Baby bliebe beim Kommen des Herrn für die Seinen alleine und unversorgt hier auf der Erde zurück, könnte ich mich gar nicht mehr auf die Entrückung freuen“, gesteht Carmen offen. „Am Schlimmsten ist für mich dabei aber der Gedanke, dass unser Kind keine Chance mehr hätte, den Herrn Jesus als seinen Heiland und Erretter zu finden und deshalb für ewig verloren wäre.“
Deshalb fragen sich Carmen und ihr Mann Guido, was Gottes Wort eigentlich darüber sagt.

Doch diese Frage ist nicht so ohne weiteres zu beantworten, da es kei­ne Stelle in Gottes Wort gibt, aus der wir buchstäblich entnehmen können, dass

  • ein gestorbener Säugling oder ein gestorbenes Kleinkind zu dem Herrn in die Herrlichkeit eingeht und
  • die kleinen Kinder mit entrückt werden, wenn der Herr kommt.

Aber auch wenn wir keine direkten Aussagen dazu in der Bibel finden, gibt es durchaus Bibelstellen, aus denen sich etwas darüber ableiten lässt, was mit Säuglingen und Klein­kindern geschieht, sei es, dass sie in einem Alter sterben, in dem sie sich noch nicht bekehren konnten, oder dass der Herr kommt, um die Gläubigen zu sich zu holen.

Kinder sind eine Gabe Gottes, die wir Ihm anbefehlen dürfen

Nach Psalm 127,3 sind Söhne ein Erbteil des Herrn. Luther übersetzt den Vers: „Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn“. Unsere Kinder sind von Gott geschaffen, sie sind sein Werk. Und dieses sein Werk dür­fen wir Ihm anbefehlen.
Dazu werden wir in Jesaja 45,11 aus­drücklich aufgefordert: „So spricht der Herr, der Heilige Israels und der es gebildet hat: Über das Zukünfti­ge fragt mich; meine Kinder und das Werk meiner Hände lasst mir anbefohlen sein!“
Auch wenn mit den Kindern in die­sem Vers zunächst diejenigen ge­meint sind, die im Glauben in ei­nem bewussten Abhängigkeitsver­hältnis zu Gott stehen, dürfen wir ihn für uns im Vertrauen auf die Güte Gottes auch auf unsere Kin­der anwenden. Und das um so mehr, wenn sie eine solche bewuss­te Entscheidung noch nicht selbst treffen können, weil sie dazu noch nicht fähig sind.

Der Maßstab: Unterscheidungsvermögen für Gut und Böse

Dem letzten Vers des Propheten Jona in Kapitel 4 ist zu entnehmen, dass solche, die nicht zwischen Links und Rechts zu unterscheiden wissen, vor Gott in einer anderen Verantwortung stehen als solche, die diese Unterscheidung treffen können.
Bei diesem Unterscheidungsvermö­gen geht es im übertragenen Sinn geistlicherweise um die Fähigkeit, das eigene Handeln bewusst als richtig oder falsch – und damit als Gott wohlannehmlich oder als Sün­de – einordnen zu können.
Ein Säugling bzw. bis zu einem bestimmten Augenblick auch ein kleines Kind kennt diesen Unter­schied noch nicht. In Jona 4,11 sagt Gott eindeutig, dass Er Erbarmen mit solchen hat. Weshalb sollten sie dann bei der Entrückung zurück­bleiben müssen?
Klar ist natürlich auch, dass kleine Kinder in unterschiedlichem Alter lernen, zwischen Links und Rechts zu unterscheiden. Wenn wir als El­tern merken, dass sie es können, wird es umso drängender unser Wunsch sein, ihnen den Herrn Je­sus groß zu machen und sie zu Ihm zu führen.

Der Wille des himmlischen Vaters

Eine für unsere Frage sehr auf­schlussreiche Aussage des Herrn finden wir in Matthäus 18,14: „Ebenso ist es nicht der Wille eures Vaters, der in den Himmeln ist, dass eins dieser Kleinen verlo­ren gehe.“
Auch um diesen Willen zu erfüllen, ist der Herr Jesus ja als Mensch auf die Erde gekommen. „Denn der Sohn des Menschen ist gekom­men, das Verlorene zu erretten“ (Mt 18,11), erklärt Er selbst den Jüngern.
Es fällt auf, dass der Herr in diesem Vers nicht davon spricht, dass Er gekommen sei, um „zu suchen und zu erretten, was verloren ist“ (Lk 19,10).
In Lukas 19 ist der Herr Jesus im Haus des Zöllners Zachäus und spricht zu erwachsenen Men­schen, die sich willentlich vom Herrn Je­sus abgewandt haben. Hier in Mat­thäus 18 spricht er zu seinen Jün­gern und hat dabei ein kleines Kind vor sich stehen (s. Mt 18,2).
Ein neugeborenes Kind kann sich noch nicht mit eigener Willensent­scheidung vom Herrn wegwenden. Doch auch wenn unsere Kinder in den ersten Lebensjahren noch nicht durch ein Leben in der Sünde ver­härtet sind, sind sie doch von Ge­burt an verlorene Sünder, die einen Heiland und Erretter benötigen.
In einem Bibelkommentar zu Mat­thäus 18 heißt es dazu: „Wenn da­her Kinder in einem Alter, in dem sie noch nicht für Sünde verant­wortlich sind, sterben, dann sind sie nicht verloren, sondern sind im Himmel und erfreuen sich der Ge­genwart Gottes. Und das ist nicht allein von Kindern gläubiger Eltern wahr, sondern von allen Kindern, die früh diese Erde verlassen“[1].

Ein bedeutsames Zitat des Herrn

Als der Herr Jesus einmal in den Tempel trat und die Wechsler und Taubenverkäufer hinaustrieb, weil sie das Haus seines Gottes zu einer Räuberhöhle gemacht hatten, wur­den die Hohenpriester unwillig über Ihn. Als die Hohenpriester Ihn des­halb zur Rede stellen, antwortet Er ihnen: „Habt ihr nie gelesen: «Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob berei­tet»?“ (Mt 21,16).
Wie sollte Gott aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge Lob be­reitet werden, wenn sie nicht in der Ewigkeit bei Ihm sind?

Die Schlussfolgerung des Glaubens

Wenn Gott den gestorbenen Säug­lingen und unmündigen Kleinkin­dern so in seiner Gnade begegnet, dann wird Er mit den beim Kom­men des Herrn noch lebenden Säuglingen und Kleinkindern nicht anders handeln!
Aus 1. Thessalonicher 4 wissen wir, dass die vor der Entrückung ge­storbenen Gläubigen (und dazu ge­hören nach dem, was wir in der Schrift gefunden haben, auch die gestorbenen Kleinkinder) beim Kom­men des Herrn für die Seinen den noch lebenden Gläubigen gegen­über keinen Nachteil haben werden.
Auch ein bei der Entrückung noch lebender Säugling wird keinen Nach­teil gegenüber einem bereits ge­storbenen Säugling haben!

Die Aufforderung des Herrn

„Lasst die Kinder und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen, denn solcher ist das Reich der Himmel“ (Mt 19,14).
Der Herr Jesus segnet mit diesen Worten nicht nur die Kinder, die von ihren Müttern zu Ihm gebracht wurden. Er tadelt damit zugleich auch die Jünger, die es den Müt­tern verwehren wollten. Sie hatten nicht erfasst, dass der Herr sich in seiner Gnade auch den in den Au­gen der Menschen Geringen und Kleinen zuwendet, wenn sie zu Ihm kommen. Doch dem Herrn ist jede einzelne Kinderseele für uns Men­schen unermesslich wertvoll.
Daran wollen wir festhalten, dar­auf dürfen wir vertrauen – auch wenn es darum geht, was mit un­seren Säuglingen und kleinen Kin­dern geschieht, wenn Er kommt, um uns zu sich zu holen.

Was geschieht mit denen, die zurückbleiben?

Aus den Fragen von Carmen und Guido bleibt noch ein Aspekt offen. Was passiert nun mit den Men­schen, die bei der Entrückung zu­rückbleiben? Gehen sie alle verlo­ren?
Aus 2. Thessalonicher 2,10-12 er­kennen wir, dass alle, die die Wahr­heit kannten, aber nicht angenom­men haben, keine Möglichkeit mehr haben, sich zu bekehren. Für sie ist es mit dem Kommen des Herrn Je­sus zur Entrückung zu spät. Sie haben die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen, sie haben der Wahr­heit nicht geglaubt, obwohl sie die­se kannten. Gott sendet ihnen eine wirksame Kraft des Irrwahns, so dass sie der Lüge glauben. Sie ha­ben keine Möglichkeit mehr, sich zu bekehren.
Diese Verse dürfen wir nicht ohne Weiteres auf alle Menschen über­tragen. Gott ist gerecht und es gibt viele Menschen auf der Erde, die das Evangelium nie gehört haben. Sie werden ihre Chance haben, so wie jeder Mensch seine Chance von Gott bekommt (s. dazu auch Röm 1,19.20; Hiob 33,29.30). Der Überrest Israels, der in der Drang­salszeit zum Glauben kommen wird, wird das Evangelium des Reiches verkünden und manche aus den Nationen werden es annehmen und mit dem Überrest in das Reich ein­gehen.
Doch diejenigen, die beim Kommen des Herrn Jesus zur Entrückung (noch) nicht unter Verantwortung gestanden haben, werden dabei sein, wenn die Glaubenden ent­rückt werden!

Stefan Busch


Fußnoten:

  1. aus: „Er lehrte sie vieles in Gleichnissen“, Band 1, CSV Hückeswagen, Seite 310

Praktisches Christenleben in der Erwartung des Herrn Jesus

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Das Kommen des Herrn Jesus zur Entrückung – das ist die großartige Erwartung der wiedergeborenen Christen.
Wenn es gut um uns steht, dann ist diese Erwartung frisch und lebendig. Dann wird sie das praktische Leben prägen!
Einige konkrete Aufforderungen für das tägliche Christenleben werden in der Bibel mit dem direkten Hinweis auf das Kommen des Herrn Jesus verbunden.
Zum neuen Nachdenken darüber soll dieser Artikel anregen.

Handelt bis ich komme

In Lukas 19 erzählt der Herr Jesus ein Gleichnis. Darin vergleicht Er sich selbst mit einem hochgebore­nen Mann. Er würde in den Him­mel gehen und ein Reich für sich empfangen. Doch Er würde wieder­kommen! Seinen Knechten gibt Er für die Zeit seiner Abwesenheit Pfunde. Damit verbindet Er den Auf­trag, mit dem, was Er ihnen anver­traut hat, zu handeln, bis Er wie­derkommt.
Diese Pfunde sprechen von dem, was der Herr Jesus uns anvertraut hat. Gott hat sich jedem von uns in dem Herrn Jesus, seinem Sohn, of­fenbart. Diese Offenbarung Got­tes und seiner Gnade, die wir in Gottes Wort finden, ist ein großes Ge­schenk, das uns anvertraut ist.[1] Da­mit sollen wir für Ihn handeln. Da­von sollen wir etwas durch un­ser Leben und unsere Worte weiterge­ben. Jeder steht in dieser Verant­wortung.
Einmal kommt der Herr wieder.
Wenn Er zur Entrückung kommt, dann ist die Möglichkeit vorüber, für Ihn zu handeln. Dann folgt das Offenbarwerden vor dem Richter­stuhl. Das ist mit Lohn verbunden für alles, was wir für den Herrn Je­sus getan haben.
Nutzen wir die Zeit seiner Abwe­senheit, um für Ihn zu handeln? Setzen wir unsere Zeit, unsere Fä­higkeiten und unsere Kraft richtig ein? Erkennen wir die Aufgaben, die Er uns gegeben hat und erfüllen wir sie in seinem Sinn? Dann lernen wir Ihn kennen als den guten Herrn, des­sen Zustimmung wir heute schon erleben dürfen. Und bald kommt Er mit Lob und Lohn! Was für ein Ansporn, zu handeln, bis Er kommt.

Achtet die Langmut des Herrn für Errettung

Petrus sichert uns in 2. Petrus 3 zu, dass der Herr Jesus seine Verhei­ßung auf jeden Fall wahrmachen wird. Es ist die Verheißung seines Kommens zur Entrückung! Auch wenn Spötter darüber lachen, wird der Herr sein Wort halten. Er kommt bald!
Und wenn Er noch wartet, dann ist der Grund dafür seine Langmut den Gläubigen gegenüber. Er will nicht, dass irgendjemand verloren geht. Und Er weiß, dass die Glau­benden das auch nicht möchten, vor allem nicht, wenn es um ihre Angehöri­gen geht. Wie viele Eltern beten für die Errettung ihrer Kin­der. Wie viele Angehörige für die Errettung derer, die sie lieb haben.
Und diesen Betern gegenüber ist der Herr langmütig. Er kommt, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Und während Er noch wartet, wollen wir mit neuem Eifer die gute Bot­schaft weitersagen und für die Er­rettung von Menschen beten, vor allem – aber nicht nur – für die Er­rettung von Angehörigen. Wie gut zu wis­sen, dass der Herr die Ge­danken der Seinen kennt und auch im Blick auf die Rettung der Ange­hörigen so lang­mütig gegen die Glauben­den ist!

Wacht, wartet und dient

Einmal spricht der Herr Jesus der kleinen Herde seiner Jünger Mut zu. Er macht ihnen deutlich, dass sie sich nicht fürchten müssen. Der Va­ter hat Gefallen daran, ihnen das Reich zu geben. Es ist derselbe Vater, der weiß, was sie an natürli­chen und alltäglichen Dingen nötig haben.
Aber dieser Vater will noch viel mehr und viel bessere Dinge ge­ben – Dinge, die nicht vergänglich sind; Dinge, die mit seinem Reich zu tun haben. In Verbindung damit spornt Er uns an, nicht Schätze auf der Erde zu sammeln, sondern im Him­mel. Die Schätze auf der Erde sind alle der Vergänglichkeit und dem Verderben unterworfen. Aber bei den Schätzen im Himmel ist das anders (s. Lk 12,32-34).
Nach dieser herausfordernden Er­mutigung, für die himmlischen Din­ge zu wirken, fordert der Herr sei­ne Jünger auf, mit brennenden Lam­pen (ein Symbol für Zeugniskraft) und umgürteten Lenden (ein Symbol für Dienstbereitschaft) auf Ihn zu warten, weil Er jederzeit kommen kann. Dieses Warten soll mit Wachsamkeit geschehen.
Wie wichtig ist das in unserer Zeit! Wachsamkeit ist in unserem per­sönlichen Leben gefragt. Welche Gedanken lasse ich in meinem Leben zu? Welche Dinge erlaube ich mir, was schaue ich mir an, wie verbringe ich meine Zeit?
Diese Wachsamkeit ist aber auch in unseren Familien und Häusern gefragt. Was findet in unseren Häu­sern statt? Womit beschäftigen sich unsere Kinder? Welche Gedanken bringen sie mit nach Hause, wenn sie von der Schule kommen? Wel­che Kontakte pflegen sie und wie werden sie dadurch beeinflusst?
Wie wichtig ist diese Wachsamkeit. Es ist eine Wachsamkeit in Liebe und in der Bereitschaft, Vertrauen zu geben. Bei dieser Wachsamkeit wird Gott uns jede nötige Weisheit und Kraft schenken.
So verbinden diese Verse in Lukas 12 das Dienen mit dem Warten und dem Wachen. Wenn der Herr Jesus uns bei seinem Kommen so an­trifft, dann sind wir glückselig! Er wird uns in die ewige Ruhe einfüh­ren und uns bedienen mit allen Schätzen des Himmels.
Was für eine Erwartung, was für eine Zukunft. Wie lohnt es sich, im Gedanken daran heute von Herzen bereit zu sein zum Dienen, zum Warten und zum Wachen!

Verkündet den Tod des Herrn, bis Er kommt

Es ist interessant, dass die Mittei­lungen des Apostels Paulus in 1. Ko­rinther 11 über das Mahl des Herrn mit dem Hinweis auf sein Kommen verbunden werden. Doch tatsäch­lich – diese Zeichen hat Er uns für diese Erde gegeben!
Wenn Er kommt, dann werden wir Ihn sehen wie Er ist. Dann brau­chen wir keine Zeichen mehr. Dann können wir auch nicht mehr hier auf der Erde seinen Tod verkündi­gen. Deshalb sind wir angespornt, seinen Wunsch wirklich zu erfül­len, so lange Er noch nicht gekom­men ist.
Jemand hat einmal gesagt, dass wir das Mahl des Herrn immer so es­sen sollten, als wäre es das erste Mal. Und dass wir es zugleich im­mer so essen sollten, als sei es das letzte Mal. Das erste Mal, um es immer in gleicher Frische und Freu­de zu tun. Und das letzte Mal, weil wir so sehr darauf warten, dass wir den Herrn Jesus sehen, wie Er ist.
Darf ich dich fragen, ob du diesen Wunsch des Herrn Jesus über­haupt schon erfüllst? Vielleicht bist du verlobt, vielleicht verheiratet, viel­leicht hast du sogar schon eine Fa­milie. Und immer noch nimmst du nicht teil an Brot und Kelch – ob­wohl du den Wunsch des Herrn Je­sus kennst!
Was sollen einmal deine Kinder sa­gen? Wie sollen sie den Wert des Opfers des Herrn Jesus verste­hen, wenn du an diesem Gedächtnis­mahl nicht teilnimmst? Wie sol­len sie lernen, den Willen des Herrn zu tun, wenn sie in deinem Leben ver­missen, dass du in diesem Punkt dem Willen des Herrn folgst?
Warte nicht länger. Wenn es etwas gibt, was vorher geordnet werden müsste, dann bringe es in Ord­nung. Und lass den Herrn Jesus nicht län­ger warten, der auch dir zuruft: „Dies tu zu meinem Gedächtnis!“

Haltet fest, was ihr habt, bis ich komme

In Offenbarung 2 und 3 finden sich sieben Botschaften an sieben Ver­sammlungen. Ab der vierten Bot­schaft, die sich an die Versamm­lung in Thyatira richtet, und in allen folgenden Botschaften findet sich ein Hinweis auf das Kommen des Herrn Jesus.
Das macht in der prophetischen Bedeutung dieser Kapitel deutlich, dass die Zustände, die in diesen letzten vier Botschaften beschrie­ben werden, bis zum Kommen des Herrn Jesus bestehen bleiben.
An diejenigen in Thyatira, die das Böse ablehnen und dem Herrn Je­sus treu sein möchten, wird die Aufforderung gerichtet: „Was ihr habt, haltet fest, bis ich komme“ (Off 2,25).
Was bedeutet diese Botschaft für uns heute? Der Herr Jesus hat uns etwas anvertraut. Sein Wort, die Wahrheiten über Ihn und über sei­ne Versammlung. Alles das sollen wir festhalten.
Dazu müssen wir es kennen und wertschätzen. Doch zum Festhal­ten gehört auch das praktische Ausle­ben dessen, was wir kennen.
Ist die Aufforderung in dieser Bot­schaft an Thyatira nicht sehr aktu­ell? Kennen wir die Wahrheiten des Wortes Gottes noch? Studieren wir noch die Bibel, um die Gedanken Gottes gut zu kennen? Sind sie uns etwas wert? Und sind wir in der Lage, davon etwas weiterzugeben an unsere Kinder und Enkelkinder, an eine nachkommende Generati­on? Das ist der Auftrag an uns heute!

Zusammenfassung

Wenn die Bibel uns bestimmte Auf­forderungen in Verbindung mit dem Hinweis auf das Kommen des Herrn Jesus vorstellt, dann ist das ein be­sonderer Ansporn für uns. Der Hin­weis auf das Kommen des Herrn Jesus ist dabei eine Ermutigung, die Zeit gut zu nutzen.
Es ist nicht mehr lange – vielleicht kommt Er heute noch. Die „letzten Schritte“ wollen wir wirklich so gehen, wie Er es wünscht und sei­nen Aufforderungen mit Freude und Energie nachkommen. Es lohnt sich und es wird nicht mehr lange dau­ern, denn Er hat gesagt: „Siehe, ich komme bald!“ (Off 22,12).

Christian Rosenthal


Fußnoten:

  1. In dem ähnlichen Gleichnis in Matthäus 25 spricht der Herr Jesus von anvertrauten Pfun­den. Es sind geistliche Gaben, die der Herr in seiner Weisheit und Souveränität jedem ent­sprechend seiner Befähi­gung gibt. Diese sind für jeden Einzelnen unter­schiedlich. Die Offen­barung Gottes und seiner Gna­de in dem Herrn Jesus ist dagegen für alle gleich, auch wenn das Maß der Erkenntnis unterschied­lich ist. Das be­tont den Aspekt der Verant­wortung, was da­durch unterstrichen wird, dass es zehn Pfunde sind.

Der Bräutigam holt seine Braut nach Hause

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Was wird das für ein Augenblick sein! Das erste Zusammentreffen mit unse­rem Herrn bei der Entrückung wird ja noch im Bereich dieser Schöpfung sein, in der Luft. Lange hat unser Herr auf diesen Moment gewartet, viel sehnli­cher noch als wir, die Glaubenden die­ser Gnadenzeit, die wir seine Ver­sammlung, seine Braut, bilden. Aber dann holt Er seine Braut nach Hause. Die Bibel sagt uns nichts weiter über dieses erste Zusammentreffen zwi­schen Braut und Bräutigam und wir wollen hier auch nicht spekulieren. Wir wissen aber, dass es vor dem sichtba­ren Erscheinen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit im Himmel eine Hoch­zeit geben wird, die Hochzeit des Lammes.

Lasst uns fröhlich sein und frohlocken

"Lasst uns fröhlich sein und frohlocken und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitet. Und es wurde ihr gegeben, dass sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend und rein."
(Offenbarung 19,7-9)


Diese himmlische Hochzeit weist viele Parallelen zu einer irdischen Hochzeit auf: Da ist von großer Freude die Rede, von einem Hoch­zeitsmahl, von schöner Kleidung, von geladenen Gästen und natür­lich von Braut und Bräutigam.
Aber einen gravierenden Unter­schied gibt es doch: Nicht die Braut ist hier der Mittelpunkt, sondern der Bräutigam. Es ist seine Hoch­zeit, die Hochzeit des Lammes. Da denken wir daran, dass Er, das Lamm Gottes, in den Tod gegangen ist, um sich seine Braut zu erwer­ben!
Wir lesen in Epheser 5,25: „Wie auch der Christus die Versamm­lung geliebt und sich selbst für sie hin­gegeben hat.“
Was für eine Freude nun für Ihn. Endlich kann Er sie „sich selbst ver­herrlicht darstellen, ohne Flecken oder Runzel oder etwas derglei­chen“. Heilig und untadelig, so steht sie nun in alle Ewigkeit vor Ihm (s. Eph 5,27).
Die Braut, die dann seine Frau ge­nannt wird, ist nun endlich für im­mer mit Ihm vereinigt. In vollkom­mener und ungetrübter Gemein­schaft, wovon das Hochzeits­mahl in Vers 9 ein Bild ist, wird sie ewig zur Freude des Bräutigams sein.
Ihr Kleid, das ihr gegeben wurde, besteht aus feiner Leinwand und ist glänzend und rein. Es zeugt da­von, was sie auf der Erde, in der Zeit der Abwesenheit des Bräuti­gams, durch seine Gnade schon für Ihn sein durfte. Jetzt glänzt es und hat eine gewisse Ausstrahlung, die auf Ihn, den Bräutigam, zurückfällt. Ewig wird die Braut zu seiner Ehre und Verherrlichung sein.
Nichts weiter wird dann hier über diesen Hochzeitstag gesagt. Der Moment gehört ganz allein dem Bräutigam und seiner Braut. Es ist wie bei Isaak und Rebekka: Er „führte sie in das Zelt seiner Mutter Sara, und er nahm Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er hatte sie lieb“ (1. Mo 24,67).

Mit „ewiger Liebe“ geliebt

Wird diese Liebe je erkalten? Wird es je einen Bruch in den Zuneigun­gen zwischen Braut und Bräutigam geben? Nein! Denn auch tausend Jahre nach der Hochzeit des Lam­mes sieht Johannes die Versamm­lung immer noch als „eine für ihren Mann geschmückte Braut“ (Off 21,2).
Der erste Himmel und die erste Erde sind dann vergangen, aber die Zuneigung zwischen dem Herrn und seiner Versammlung hat sich nicht verändert. Sie bleibt in Ewig­keit frisch und ungetrübt wie am Tag der Hochzeit.

Siehe, ich mache alles neu

Johannes gibt uns in Offenbarung 21,1-8 weitere Hinweise, wie es in alle Ewigkeit sein wird. Dann wird es nur noch Gott und erlöste Men­schen und die Hütte Gottes geben, durch die Er bei den Menschen auf der neuen Erde wohnen wird. Die Hütte Gottes – das ist die Versamm­lung, die Braut des Herrn Jesus!
Auf der neuen Erde und in dem neuen Himmel wird es keine Spur von Sünde mehr geben.
Er, der auf dem Thron sitzt, hat wahrhaftig alles neu gemacht. Nichts, aber auch gar nichts, wird dann mehr an den Zustand und die Verhältnisse auf der ersten Erde erinnern, sondern alles wird für immer mit den Gedanken und dem Wesen Gottes (Licht und Liebe) übereinstimmen.
Alles Böse – auch Satan und seine Engel – ist dann für immer einge­schlossen in dem See, der mit Feu­er und Schwefel brennt (s. V. 8). Alle Folgen der Sünde sind für immer weggetan.
Was für ein Triumph des Siegers von Golgatha, des Löwen aus dem Stamm Juda! Tod, Trauer, Geschrei und Schmerzen, alles das, was kenn­zeichnend ist für das Erste, werden wir dann nicht mehr kennen.
Wir werden auch keine Erinnerung mehr an Leiden oder Schmerzen haben, denn Gott selbst wird jede Träne von unseren Augen abwi­schen (s. V. 4).

Sein Angesicht sehen

In Offenbarung 21,9-22,5 kommt Johannes noch einmal auf die Se­genszeit des Tausendjährigen Rei­ches zurück. Er sieht die Versamm­lung während dieser Zeit im Bild einer heiligen Stadt, die die Herr­lichkeit Gottes hat. Auch in diesen Versen wird sie die Braut, die Frau des Lammes, genannt.
Alle, die geschrieben sind in dem Buch des Lebens des Lammes wer­den diese Stadt bewohnen. Nie­mals wird je etwas Gemeines oder etwas, das Gräuel oder Lüge tut, dort zu finden sein.
Zum Schluss stellt Johannes insge­samt acht Segnungen vor, die auch schon im Tausendjährigen Reich unser Teil sind, aber doch Ewig­keitscharakter haben (s. Off 22,3-5). Nichts davon werden wir jemals wieder verlieren:

  • Keinerlei Fluch wird mehr sein.
  • Der Thron Gottes und des Lam­mes wird in der Stadt sein.
  • Seine Knechte werden Ihm die­nen.
  • Sie werden sein Angesicht sehen.
  • Sein Name wird an ihren Stirnen sein.
  • Nacht wird nicht mehr sein.
  • Kein Bedürfnis nach einer Lampe und dem Licht der Sonne, denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten.
  • Sie werden herrschen von Ewig­keit zu Ewigkeit.

Sie werden sein Angesicht sehen (s. Off 22,4). Wir denken anhand der Worte auf dem letzten Blatt der Bibel noch einmal an dieses besondere Teil, das die Braut des Herrn Jesus für immer unendlich glücklich machen wird. Nichts wird dann mehr unsere Blicke von Ihm, der uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat, abziehen, nichts den Segen der Gemein­schaft mit Ihm stören. Für alle Ewigkeit sind wir sein unverlierba­res Eigentum, denn sein Name wird an unseren Stirnen sein.
Paulus, der viel über das alles nachgedacht hat, zieht für sich die­se Schlussfolgerung:

"Denn ich halte dafür, dass die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll."
(Römer 8,18)

Wolfgang Kleine

Für immer unendlich glücklich!

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Jeden Augenblick kann sich die zentrale Hoffnung aller Gläubigen erfüllen: Jesus Christus kommt wieder und nimmt die Seinen zu sich in das Haus seines Vaters. Das hat Er selbst gesagt: „Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet“ (Joh 14,3). Da, wo Er ist, im Haus seines Vaters, da ist auch unsere Heimat und dahin wird Er uns selbst bringen. Und sind wir erst einmal dorthin gelangt, dann werden wir für immer dort bleiben.

Ihn sehen, wie Er ist

Aber das ist noch nicht alles. Nicht nur werden wir da sein, wo Er ist, wir werden Ihn auch sehen, wie Er ist. Neben all den Segnungen, die dann in Ewigkeit unser Teil sein werden, ist diese gewiss die größte.
Johannes schreibt davon in seinem ersten Brief:

"Geliebte, jetzt sind wir Kinder Got­tes, und es ist noch nicht offenbar ge­worden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist."
(1. Johannes 3,2)


Jetzt schon sind wir Kinder Gottes. Welch wunderbare und ewige Be­ziehung, in die wir gebracht sind. Ist es da wichtig, dass die Welt uns nicht er­kennt (1. Joh 3,1)?
So wie sie Ihn, den Herrn Jesus, nicht erkannt hat, so weiß sie auch nichts von unserer Beziehung zu Gott. Sie versteht auch unsere völlig andere Gesinnung und die Art un­serer Lebensführung nicht.
Erst recht weiß kein „Kind dieser Welt“, was zukünftig noch mit den „Kindern Gottes“ geschehen wird. Es ist ja noch nicht offenbar ge­worden.
Erst wenn Christus mit uns in Herr­lichkeit auf der Erde erscheinen wird, wird die Welt sehen, was die Gnade Gottes aufgrund des Erlö­sungswerkes des Herrn Jesus aus uns gemacht hat.

Wir werden Ihm gleich sein

Aber wir wissen jetzt schon, was dann – in ganz naher Zukunft – mit uns geschehen wird. Wir wissen es fest und sicher durch das untrügli­che Wort Gottes. Keinen Zweifel lässt Johannes in diesen Versen an dieser Tatsache: Wir werden Ihm gleich sein.
Die Herrlichkeit, die der Herr Jesus sich als Mensch erworben hat, wird Er mit den Seinen teilen (s. Joh 17,21). Wer von uns kann diese Segnung erfassen, wer könnte be­schreiben, was das bedeutet und alles in sich schließt?
Aber Ihm gleich zu sein ist absolut notwendig, denn sonst könnten wir Ihn nicht sehen, wie Er ist. Nicht mit unseren jetzigen Augen, nicht mit diesem „Leib der Niedrigkeit“ (Phil 3,21).
Dieser Körper ist nicht passend für seine Gegenwart, denn er ist noch gekennzeichnet von den Folgen des Sündenfalls und besteht aus Fleisch und Blut. Deshalb muss un­ser Kör­per eine gewaltige, umfas­sende und bleibende Veränderung erfahren. Das wird bei der En­tückung in ei­nem Augenblick ge­schehen.

Wir erwarten Jesus Christus als Heiland unseres Leibes

Alle Kinder Gottes werden diese Verwandlung erfahren, ob sie zu diesem Zeitpunkt bereits entschla­fen sind, oder bei der Ankunft des Herrn noch leben.
Aber unsere Hoffnung ist nicht, durch den Tod zum Herrn zu ge­hen. Vielmehr spricht unser Glaube so:

"Wir, die Lebenden, (die übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn) werden zu­gleich mit ihnen (den Entschlafenen) entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft."
(1. Thessalonicher 4,17)


Was für eine Glaubenszuversicht spricht aus diesen Worten! Zum Zeit­punkt der Entrückung wird es Menschen geben, erlöste Kinder Gottes, die den Tod nicht sehen wer­den. Ohne durch dieses dunkle Tor gehen zu müssen, werden sie die wirksame Kraft des Herrn Jesus an ihren sterblichen Leibern erfah­ren. Paulus schreibt davon an die Philipper:

"Denn unser Bürgertum ist in den Him­meln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit um­gestal­ten wird zur Gleichförmigkeit mit sei­nem Leib der Herrlichkeit."
(Philipper 3,20.21)


Als Heiland oder Retter unseres Leibes erwarten wir den Herrn Jesus. Denn unser Leib hat ebenso Teil an unserer Erlösung oder Er­rettung, wie unsere Seele. Im ei­gentlichen Sinn ist unsere Erlösung sogar erst dann vollständig, erst dann richtig komplett, wenn auch unser Körper Anteil daran hat.
Das hat Gott schon immer so ge­wollt. Schon vor der Zeit hat Er in seinem Ratschluss festgelegt, dass wir einmal dem Bild seines Sohnes gleichförmig sein sollen (s.  Röm 8,29).
Ihm gleich zu sein, die Gestalt sei­nes Leibes der Herrlichkeit zu tei­len, wie man auch übersetzen könn­te, wie mag das wohl gehen, so könnte man fragen. Deshalb fügt der Apostel hinzu:

"nach der wirk­samen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu un­terwerfen."
(Philipper 3,21b)


Wenn wir es auch nicht verstehen und erklären können, so glauben wir doch fest daran, dass der Herr Jesus diese Macht hat. Mit göttli­cher Macht wird Er sich einmal alle Dinge unterwerfen und mit der gleichen Macht auch unseren Leib umgestalten.

Unser neuer Leib – ein Bau von Gott

Diese Tatsache hatte der Apostel Paulus auch vor Augen, als er den Geschwistern in Korinth schrieb:

"Denn wir wissen, dass, wenn unser irdisches Haus, die Hütte, zerstört wird, wir einen Bau von Gott haben, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, ein ewiges in den Himmeln. Denn in diesem freilich seufzen wir und seh­nen uns, mit unserer Behausung, die aus dem Himmel ist, überkleidet zu werden."
(2. Korinther 5,1)


Ja, auch Kinder Gottes seufzen in ihrem irdischen Haus, in dieser Hütte, wie unser Leib hier genannt wird. Paulus selbst kannte auch et­was davon und spricht uns allen Mut zu, indem er darauf hinweist, dass dieser Zustand nicht so blei­ben wird.
Heute leiden die Kinder Gottes oft noch unter Krankheiten und Schmer­zen, oder sie haben seelischen Kum­mer. Sie erfahren, wie der äußere Mensch buchstäblich mehr und mehr verfällt (oder aufgerieben, verzehrt wird) (s. 2. Kor 4,16). Dann aber haben wir einen „Bau von Gott“, der das alles nicht mehr kennen wird.
Es ist der Herrlichkeitsleib, der hier als ein ewiges Haus bezeichnet wird, den Gott selbst für uns berei­tet hat und mit dem wir passend für den Himmel sind. Es ist eine Behausung aus dem Himmel und deshalb passend für den Himmel. Mit diesem Körper können wir Ihn dann tatsächlich sehen, wie Er ist.
So werden wir für immer unend­lich glücklich sein!

Wolfgang Kleine

Das Haus des Vaters

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Das „Haus meines Vaters“ – Vierundzwanzigmal kommt dieser Ausdruck in der Bibel vor. Einundzwanzigmal im Alten Testament im profanen Sinn, das heißt in der Bedeutung der Familie des leiblichen Vaters. Einmal in Lukas 16,27 im gleichen Sinn. Zweimal spricht der Herr Jesus von dem Haus seines Vaters. In Johannes 2,16 meint Er damit den Tempel, in Johannes 14,2 dagegen die ewige Wohnstätte des dreieinen Gottes. Mit dem „Haus des Vaters“ in diesem Sinn wollen wir uns nun beschäftigen.

Die Abschiedsreden des Herrn

In Johannes 14-16 finden wir die Abschiedsworte des Herrn Jesus an die elf Jünger, mit denen Er noch zusammen war. Er würde zum Va­ter gehen, sie würden in der Welt bleiben. Dieser veränderten Situa­tion tragen die Abschiedsworte des Herrn Rechnung.
Er verbindet die Jünger mit dem Vater, Er kündigt das Kommen des Heiligen Geistes und dessen Dienst an, Er redet offen von der Feind­schaft der Welt und Er gebietet den Jüngern, Liebe untereinander zu ha­ben. Aber zuerst spricht Er von der neuartigen Beziehung der Jünger zu sich selbst und von der künfti­gen Wiedervereinigung mit seinen Jüngern.

Keine Bestürzung

Der Herr würde weggehen, Judas war bereits hinausgegangen, um den Herrn zu verraten und Petrus würde Ihn dreimal verleugnen. Das waren Mitteilungen und Ereignisse, die erschütterten. Bevor der Herr ir­gendeine weitere Mitteilung macht, möchte Er die Jünger beruhigen: „Euer Herz werde nicht bestürzt“ (Joh 14,1a). Das ruft Er auch uns zu, wenn wir beunruhigt sind.

Nicht sehen, sondern glauben

Etwa drei Jahre hatten die Jünger den Herrn gesehen, gehört, ja so­gar angefasst (s. 1. Joh 1,1). Aber nun fordert der Herr sie auf: „Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich“ (Joh 14,1b). Er würde zum Vater gehen und sie würden Ihn nicht mehr sehen. Sie mussten dann an Ihn glauben, wie sie an Gott glaubten, den sie auch nicht sahen.
Petrus beschreibt diese Beziehung der Gläubigen zu dem Herrn Jesus mit den Worten: „den ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt, liebt; an welchen glaubend, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht“ (1. Pet 1,8). Das gilt auch für uns.

„In dem Haus meines Vaters …“

So fährt der Herr Jesus fort. Er spricht als „Insider“, als einer, der dieses Haus kennt und der von Ewigkeit in diesem Haus bei und mit dem Vater gewohnt hat. Es ist ein „Ort“, an dem bis dahin der dreieine Gott alleine gewohnt hat. Engel sind im Thronsaal (s. Off 4-5), aber nicht in dem „Privathaus Gottes“, im „Haus des Vaters“.

„… sind viele Wohnungen, …“

In dem Haus seines Vaters sind vie­le Wohnungen. Sie waren schon immer da. Weil du vor Grundle­gung der Welt auserwählt bist (s. Eph 1,4), steht dein Namens­schild sozusagen schon seit Ewig­keiten an deiner Wohnungstür. Es ist nicht ein einzelner großer Ge­meinschaftsraum, sondern es sind viele Wohnungen.
Wir haben gemeinsame Segnun­gen aber auch persönliche Segnun­gen. Die Wohnung im Haus des Va­ters gehört zu den Letzteren. Das spricht auch von der Erhaltung un­serer Individualität in Ewigkeit. Aber bis jetzt sind die Wohnungen noch leer.

Ein ganz sicheres Teil!

Der Herr Jesus hatte wiederholt zu den Jüngern vom Vater gespro­chen. Er hatte ein Verlangen nach Ihm in ihre Herzen gepflanzt. Das hatte Er getan, weil Er wusste, dass sie einmal beim Vater, in seinem Haus, sein würden. „Wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt“, das heißt, wenn es dort keine Wohnungen gäbe, dann hät­te Er es ihnen schon früher mitge­teilt und nicht ein Verlangen in ihnen geweckt, das nie befriedigt werden würde.

„… denn ich gehe hin euch eine Stätte zu bereiten …“

Als der Herr Jesus dies zu seinen Jüngern sagte, war das Haus des Vaters noch keine Stätte für Men­schen. Bis dahin war das Haus sei­nes Vaters nur die Wohnstätte Gottes. Aber nun kehrte der Sohn, der Mensch geworden war, als Mensch zu seinem Vater zurück.
Seit seiner Rückkehr wohnt nun ein Mensch in diesem Haus. Er hat es damit zu einer Wohnstätte für Men­schen gemacht. Ein Bruder sagte einmal: Durch seinen Tod hat der Herr uns passend gemacht für das Haus des Vaters, durch sein Zu­rückkehren in das Haus des Vaters hat Er es passend für uns gemacht.

„… so komme ich wieder …“

Der Herr sagt nicht: „so komme ich nach 2000 Jahren wieder“. Er spricht so, dass die Jünger in der Erwartung seiner Wiederkehr le­ben sollen.
Leider ging über die Jahrhunderte diese Erwartungshaltung bei den Gläubigen durch Schläfrigkeit ver­loren. Erst durch den Ruf um Mit­ternacht: „Siehe der Bräuti­gam!“ sind die Gläubigen im 19. Jahrhun­dert wieder aufgewacht (s. Mt 25, 5.6). Schlafen wir noch einmal ein, oder leben wir in der Erwartung, dass der Herrn Jesus bald wieder­kommt?

„… und werde euch zu mir nehmen …“

Der Herr hat nicht gesagt: „und werde wieder bei euch sein.“ Nein, Er war einmal hier bei den Seinen auf der Erde gewesen, aber wenn Er wiederkommt, um uns zu sich zu holen, kommt Er nicht bis auf die Erde, sondern nur bis in die Wolken. Dorthin werden wir Ihm entgegengerückt, um dann von Ihm in das Haus seines Vaters gebracht zu werden.

„… damit wo ich bin auch ihr seiet.“

Die ersten Jünger des Herrn hatten Ihn gefragt: „Wo hältst du dich auf?“ (Joh 1,38). Seine Antwort war: „Kommt und seht“ (V. 39). Jetzt ist der Herr Jesus zu Hause; und dorthin, zu sich nach Hause, will Er uns bringen. Einst war Er auf der Erde bei seinen Jüngern. Jetzt ist Er bei uns im Geist (s. Mt 28,20). Doch dann werden wir für immer bei Ihm sein.

Zum ersten Mal

Wir kennen diesen Schriftabschnitt wohl sehr gut. Aber versetzen wir uns in die Lage der Jünger. Sie hör­ten dies zum ersten Mal. Zum ers­ten Mal überhaupt wurde Men­schen deutlich mitgeteilt – ich will es einmal ganz einfach sagen –, dass sie in den Himmel kommen.
Konnten die Jünger eigentlich fas­sen, was ihnen da gesagt wurde? Auch hier trifft zu, was Paulus in 1. Korinther 2,9 schreibt: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz aufgekommen ist, was Gott berei­tet hat denen, die ihn lieben“.

Was erwartet uns im Haus des Vaters?

Der Herr hatte klare Aussagen ge­macht: Ich gehe hin, um eine Stät­te zu bereiten, und Ich komme wieder, um euch zu holen. Aber in seinem Gebet zum Vater bittet Er: „Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herr­lichkeit schauen, die du mir gege­ben hast, denn du hast mich ge­liebt vor Grundlegung der Welt“ (Joh 17,24).
Zuerst verspricht der Herr Jesus es seinen Jüngern – und dann bittet Er den Vater darum? Nein, denn eigentlich ist es gar keine Bitte. Er, der Sohn Gottes, sagt: „Ich will!“ Das hatte Er gesagt, als Er den Aussätzigen reinigte (s. Mk 1,41) und das sagt Er hier wieder.
Hier erfahren wir auch, warum wir bei Ihm sein sollen. Wir sollen seine Herrlichkeit sehen! Nicht seine Herrlichkeit im Reich, die Er mit uns teilt, sondern die Ihm eigene Herrlichkeit, die Er bei dem Vater hatte, ehe die Welt war (s. Joh 17,5). Aufgrund dieser Herr­lichkeit hatte Ihn der Vater von jeher geliebt und ein Teil davon besteht gerade in der ewigen Liebe zwischen dem Vater und dem Sohn.
Diese Herrlichkeit, die bisher nur der Vater kennt, werden wir se­hen. Der Herr Jesus hat sie als Mensch empfangen (s. Joh 17,4), da­mit wir sie überhaupt sehen kön­nen. Diese Herrlichkeit des Herrn und die Liebe des Vaters zu Ihm – das macht das Vaterhaus aus.
Wir dürfen in weit höherem Sinn als die Söhne Korahs sagen: „Glück­selig, die in deinem Haus wohnen!“ (Ps 84,5). Bei dieser Erwartung stimmen wir ein in die Worte am Ende der Bibel: „Amen; komm, Herr Jesus!“ (Off 22,20).

Horst Zielfeld

Was bedeutet der Richterstuhl des Christus für die Gläubigen?

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Über den Richterstuhl des Christus bzw. Gottes wird uns in 2. Korinther 5,9.10 und Römer 14,10 in knappen Worten berichtet. Manche Gläubige beunruhigt der Gedanke an den Richterstuhl. Doch das ist nicht nötig. Im Gegenteil, wir dürfen gespannt darauf warten!
Es ist wahr, dass alle Menschen dort erscheinen werden. Aber es werden nicht alle zum gleichen Zeitpunkt dort sein und der Gegenstand der „Verhandlung“ wird auch nicht für alle gleich sein.
Wir kennen das von irdischen Gerichten. Ein bestimmter Fall wird in einer Sitzung behandelt und an einem anderen Termin geht es um einen anderen Fall mit anderen Beteiligten. Da es in 2. Korinther 5,9.10 um alle Menschen, also Gläubige und Ungläubige, geht, ist dort auch nicht von „richten“ die Rede, sondern davon, dass alle „offenbar werden“. Was bedeutet das nun für uns als Gläubige?

Was ist das Ziel des christlichen Lebens?

Die Bibel vergleicht das christliche Leben an einigen Stellen mit einem Wettlauf oder Wettkampf (s. 1. Kor 9,24; 2. Tim 4,7; Heb 12,1). Es gilt, nach festgelegten Regeln zu laufen und zu kämpfen. Da ist Disziplin und Einsatz gefordert, wenn wir den Preis gewinnen wollen.
Das Ziel des christlichen Lebens ist, Ihm wohlgefällig zu sein (s. 2. Kor 5,9). Wir sollen so leben, dass wir zur Freude und Verherrlichung des Herrn Jesus sind. Dafür wird es am Rich­ter­stuhl des Christus Lohn geben!

Worum geht es für uns am Richterstuhl nicht?

Es wird für uns keine Gerichtssit­zung im eigentlichen Sinn sein! Die Bibel lehrt klar, dass der Gläubige nicht ins Gericht kommt (s. Joh 5,24)! Wir sind aus dem Tod ins Leben übergegangen, wir haben ewiges Leben. Die Frage unserer Sünden und der Sünde ist am Kreuz ein für allemal geklärt worden.
Nicht, dass wir ohne Sünde wären (s. 1. Joh 1,8). Auch nach unserer Be­kehrung haben wir leider noch oft gesündigt. Aber der Herr Jesus ist für uns ins Gericht gegangen.
Gott ist gerecht, er bestraft die Sünde nur einmal. Weil Christus sie für uns auf sich genommen hat, wird es für uns keine Anklage mehr ge­ben. Wir sind gerechtfertigt aus Glauben (s. Röm 5,1). Das ewige Heil steht nicht zur Debatte!

Was wird am Richterstuhl geschehen?

Am Richterstuhl des Christus wird unser ganzes Leben im Licht Got­tes gesehen. Der Herr Jesus selbst wird beurteilen, wie wir den Wett­kampf unseres Lebens gekämpft haben.
Wie nach einem Sportwettkampf allein der Preisrichter über die Be­wertung entscheidet, so wird es auch der Herr Jesus am Richter­stuhl tun. Er wird nur das anerken­nen, was Ihm wohlgefällig war.
Das, was nicht nach seinen Gedan­ken war, kann Er nicht anerkennen. Es wird keinen Lohn dafür geben. Unsere Person wird nicht infrage stehen, wohl aber unsere Werke (s. 1. Kor 3,10-15)

Wir müssen offenbar werden

Alles aus unserem Leben wird of­fenbar werden. Wir werden unsere schlechten Taten, Worte und Gedanken, unser Versagen, unsere ver­passten Gelegenheiten, Gutes zu tun, sehen.
Das wird uns nicht mehr mit Scham erfüllen und doch werden wir er­kennen, wo wir den Herrn betrübt haben.
Wir werden auch dankbar sehen, was seine Gnade in uns und durch uns wirken konnte. Es wird Aner­kennung für alles Gute geben, das Gott in unserem Leben gewirkt und gesehen hat. Das Ziel ist, dass wir alles so beurteilen, wie der Herr es schon immer beurteilt hat.
Heute ist das sicher nicht immer so. Aber dann wird es vollkommen der Fall sein. Keine Frage wird of­fen blei­ben und über allem wird die große Gnade Gottes deutlich wer­den, die uns an jedem Tag beglei­tet hat.
Es ist eine Rückschau auf unser Leben aus der Perspektive Gottes. Wir werden mit Ihm völlig überein­stimmen und seine Liebe mehr verstehen. Wir werden den groß­artigen Plan erkennen, den Er für uns hatte.

Wir werden für uns selbst Gott Rechenschaft geben

Vor dem Richterstuhl werden wir nicht nur passiv als Zuhörer oder Zuschauer stehen. Wir werden Gott Rechenschaft geben im Blick auf unser Leben, nicht im Blick auf das der Anderen.
Hier auf der Erde machen wir es oft anders. Wir sind leider häufig bestrebt, uns in ein gutes Licht zu stellen und kritisieren andere. Das kommt aus unserer alten Natur, die wir jetzt noch in uns haben.
Vor dem Richterstuhl werden wir sie nicht mehr haben und damit auch keinen Hang, uns besser dar­zustellen, als wir sind.

Es gibt Lohn

Unsere Werke werden dem prü­fenden Auge des Herrn ausgesetzt sein. Jeder Einsatz für Ihn, jeder Verzicht um seines Namens willen, wird belohnt. Der Herr übersieht auch nicht den kleinsten Dienst. „Dann wird einem jeden sein Lob werden von Gott“ (1. Kor 4,5).
Wir werden belohnt für etwas, das nicht unser Verdienst ist, denn der Geist Gottes hat die Werke in uns gewirkt „die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen“ (Eph 2,10).
Kronen (gemeint ist der Lorbeer­kranz für siegreiche Athleten) wer­den mehrfach erwähnt, um den Lohn anzudeuten, der für ein treu­es Leben für den Herrn gegeben wird (s. 1. Kor 9,25; 1. Thes 2,19; 1. Pet 5,4; Jak 1,12; Off 2,10; 2. Tim 4,8). Auch am Hochzeitskleid der Braut des Lammes (s. Off 19,8) und bei un­serem Erscheinen mit Ihm (s. 2. Thes 1,10) wird etwas davon gesehen werden.
Vergessen wir aber auch nicht, dass alle Werke, die in sich nicht gut wa­ren oder aus falschen Motiven ge­schahen, wertlos für Gott sind (1. Kor 3,12-14). Sie werden ver­brennen. Auch für Dienste, die wir nicht ge­tan haben, kann Er uns nicht be­loh­nen. Das bedeutet Ver­lust für uns.

Wann stehen wir vor dem Richterstuhl?

Dieses Ereignis findet zwischen der Entrückung und der Hochzeit des Lammes (s. Off 19,6-10) statt[1]. Wir werden also mit verherrlichten Lei­bern vor Ihm stehen, dem Richter, der aber zugleich unser Heiland ist, der uns so geliebt hat, dass Er sich selbst für uns hingege­ben hat. Wir sind Ihm bereits dann gleich (s. 1. Joh. 3,2; Phil 3,21).
Das macht klar, dass wir vor die­sem Augenblick keinerlei Angst ha­ben müssen. Aber wir können als Braut Christi die Gemeinschaft mit Christus als Bräutigam erst voll­ständig genießen, wenn wir ganz in Übereinstimmung mit seinen Ge­danken gebracht worden sind.
Da die Kronen ein Aspekt des Loh­nes sind, scheint es so zu sein, dass das Ereignis bald nach der Ent­rückung stattfinden wird, denn be­reits in Offenbarung 4 werden uns die entrückten Heiligen im Himmel mit goldenen Kronen gezeigt, die sie dann in Anbetung vor dem Thron niederwerfen.

Ein dreifacher Ansporn

Wenn wir an den Richterstuhl den­ken, brauchen wir uns also nicht zu fürchten, aber wir werden doch in unserer Verantwortung angespro­chen! Was sind nun die prakti­schen Konsequenzen für unser Leben?

  1. Der Gedanke an den Richter­stuhl spornt uns an zu einem treuen Le­ben für den Herrn, um Ihm zu ge­fallen (s. 2. Kor 5,9). Wir ent­fer­nen alles aus unserem Leben, was Ihn verunehrt. Es ist unser Le­bens­ziel, den Herrn Jesus und den Va­ter zu verherrlichen (s. Mt 5,16).
  2. Wir sind auch angespornt, mit Eifer das Evangelium weiterzuge­ben. Der Richterstuhl bedeutet für den Sünder ein Strafgericht, an dem als einziger „Lohn“ der Tod vergeben wird. Wir kennen den Schrecken des Herrn. Das drängt uns, die Menschen im Blick auf ihr Heil zu überreden und zu bitten: „Lasst euch ver­söhnen mit Gott“ (2. Kor 5,11.20).
  3. Auch der verheißene Lohn darf uns anspornen. Damit ehren wir den Geber des Lohns. Wenn schon Athleten für eine vergäng­liche Krone vollen Einsatz zeigen, dann wir für eine unvergängliche umso mehr (s. 1. Kor 9,25). Be­sonders dann, wenn der Weg der Nachfolge schwierig und der Dienst für den Herrn anstren­gend ist, ermutigt der Gedanke an Lohn zum Ausharren.

Dirk Mütze


Fußnoten:

  1. Die Ungläubigen (die Toten) werden nach dem Tausendjährigen Reich vor dem Richterstuhl Christi stehen. Dieses Ereignis berichtet Offenbarung 20. Der Richterstuhl wird dort als großer weißer Thron gezeigt. Das unterstreicht die Tatsache, dass der Richter der höchsten Instanz (großer Thron) von diesem Thron aus ein vollkommen gerechtes Ge­richtsurteil (weißer Thron) sprechen wird.

Die Erscheinung Jesu Christi

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Israel hat eine Zukunft

Ist Ist Gott mit der Entrückung der Gläubigen mit dieser Erde und den Menschen fertig? Oh, nein! Manche denken, dass die Versammlung[1] die Stellung Israels eingenommen hat und es damit für dieses Volk keine Zukunft mehr gibt. Aber Römer 9-11 zeigt uns ganz klar, dass diese Ansicht falsch ist. Gott hat sein Volk nicht verstoßen und ganz Israel[2] wird errettet werden (s. Röm 11,2.26). Dies wird in Verbindung mit der Erscheinung des Herrn Jesus geschehen.

Eine schwierige Ausgangssi­tuation

Wie sieht es kurz vor der Erschei­nung des Herrn für Israel aus?
Die Masse des jüdischen Volkes hat den als König angenommen, der in seinem eigenen Namen ge­kommen ist (s. Joh 5,43). Dieser Mann wird sich über Gott erheben (s. Dan 11,36) – es ist der Anti­christ (s. 1. Joh 2,22).
Mit ihm wird der Fürst des wieder­erstandenen römischen Reiches (s. Off 17,8) einen Bund für sieben Jahre eingehen. Zur Hälfte der Bünd­niszeit wird er den jüdischen Got­tesdienst aufhören lassen (s. Dan 9,27). Der verbündete Antichrist wird ein Bildnis des Hauptes des Römischen Reiches im Tempel auf­stellen und verlangen, dass dieses angebetet wird (s. Off 13,14.15).
Wenn dies geschieht, sollen die Ju­den, die den Antichristen nicht ak­zeptieren und auf den wahren Mes­sias warten, aus dem Land Israel fliehen (s. Dan 9,27; Mt 24,15-21). Nicht allen wird die Flucht gelin­gen. Zu diesem Zeitpunkt müssen wir im Volk Israel vier Gruppen unterscheiden:

  • Die Vielen im Land, die dem An­tichristen huldigen.
  • Die ganz wenigen Treuen im Land, denen die Flucht nicht gelang.
  • Die Treuen, die in die umliegen­den Länder geflohen sind.
  • Alle, die noch zerstreut unter den anderen Völkern leben (vor allem aus den 10 Stämmen).

Wegen der Aufstellung des Göt­zenbildes wird Gott einen Verwüs­ter in das Land schicken (s.  Dan 9,27), den König des Nordens (ein Herr­scher aus dem Gebiet des heuti­gen Syrien, Iran und Irak) (s. Dan 11,40.41), den Assyrer. Er wird Je­rusalem erobern (s. Sach 14,1.2) und dann auch Ägypten (den König des Südens) unterwerfen (s. Dan 11,42.43). Dies wird er nicht aus eigener Kraft vermögen, sondern mit der Unterstützung des Fürsten des äußersten Nordens (Russland) (s. Dan 8,24).
Der Bündnispartner des Antichris­ten, der Fürst des zukünftigen Rö­mischen Reiches, eilt diesem zu Hilfe und kommt mit einem großen Heer nach Jerusalem.
Was für eine verworrene Situation. Heute ist die Situation des Volkes Israels weit weniger kompliziert und doch scheitern die Großmäch­te seit Jahrzehnten an diesem Nah­ostkonflikt. Aber dann wird der Herr eingreifen und alles zum Guten für den glaubenden Überrest seines Volkes führen.

Das Ende des römischen Fürsten und des Antichristen

In Offenbarung 19,11-21 wird dies beschrieben. In Harmagedon (s. Off 16,16) ist das riesige Heer des rö­mischen Fürsten und seiner Ver­bündeten versammelt. Dann kommt der Herr Jesus vom Himmel. Wir begleiten Ihn, aber Er allein wird kämpfen. Das Tier (der römische Fürst) und der Prophet (der Anti­christ) werden lebendig in den Feuersee geworfen und alle Solda­ten des Heeres werden durch das Schwert aus dem Mund des Herrn, durch sein Wort, getötet. Ich den­ke, dass der Herr dies aus der Luft tun wird, ohne direkt auf die Erde zu kommen.

Die Rückkehr des geflüchteten Überrestes

Die Juden, denen bei der Aufrich­tung des Gräuelbildes die Flucht ge­lang, werden nun auf Befehl Got­tes ins Land zurückkehren (s. Sach 9,12) und sie werden gegen die vom König des Nordens in Israel zurückgelassene Besatzungsmacht kämpfen und sie in ihr Land zu­rücktreiben (s. Mich 5,5.6).

Der Herr kommt auf den Ölberg

Diese Nachrichten erreichen das Ohr des Assyrers in Ägypten und in großem Grimm wendet er sich nach Norden, um Jerusalem ein zweites Mal einzunehmen (s. Dan 11,44.55). Mit ihm verbunden sind die Nach­barstaaten Israels. In dieser höchs­ten Not kommt der Herr mit den Engeln und den himmlischen Heili­gen auf die Erde, auf den Ölberg (s. Sach 14,3; Apg 1,10-12), und wird sein Volk befreien. Assyrien wird gerichtet werden (s. Jes 14,25; Jes 30,30-33), und auch die Nachbar­völker Israels (s. Sach 12,6).

Der Herr ist König in Zion

Dann wird der Herr Jesus als König in Jerusalem einziehen, wie wir das in Psalm 24 lesen. Der Überrest wird Ihn sehen. „Sie werden den an­schauen, den sie durchstochen haben“ (Joh 19,37) und Buße tun und ihnen wird vergeben werden (s. Sach 13,6; 12,10-13,1).

Es fehlen noch welche

Sowohl in der ersten Hälfte als auch in der zweiten Hälfte der letzten Danielswoche sind viele Gläubige umgekommen (s. Off 6,9-11; 13,15). Sie werden nun als die letzten, die zur ersten Auferstehung gehören, auferweckt, um mit dem Herrn tau­send Jahre zu herrschen (s. Off 20,4). Sie gehören zu den himmlischen Gläubigen.
Aber es fehlen auch noch die Israe­liten (vorwiegend aus den 10 Stäm­men), die noch zerstreut unter den Nationen leben. Der Herr sammelt sie aus allen Völkern (s. Mt 24,31) und wird unter ihnen eine Schei­dung machen. Die Ungläubigen kommen nicht ins Land, die Gläu­bigen wohl (s. Hes 20,33-38). Sie werden lebend eingehen in das Reich des Herrn Jesus auf der Erde.
Nun regiert der Herr über sein ganzes Volk: Es wohnt in Frieden im Land in offenen Städten, weil der Herr sein Schutz ist.

Der letzte Feind

Ein Feind hat bisher nicht direkt in das Geschehen um Jerusalem ein­gegriffen. Jetzt aber, nachdem das starke Römische Reich (Westeuropa) ausgeschaltet ist, erscheint er, von Gott gezogen, auf dem Plan: Der König des äußersten Nordens, der Fürst von Rosch (Russland), Me­sech (Moskau) und Tubal (Tobolsk). Viele Völker werden mit ihm kom­men und ihre Heere werden das Land Israel bedecken (s. Hes 38,1-9). Aber auf den Bergen Israels wer­den sie fallen (s. Hes 39,4) und der Herr wird seinen heiligen Namen kundtun inmitten seines Volkes Is­rael. Die Nationen werden wissen, dass Er der Herr ist, der Heilige in Israel (s. Hes 39,7).
Damit sind alle Kriegsgerichte, die die feindlichen Könige und ihre Heere betrafen, vorüber. Es ver­bleibt das Urteil über die restli­chen Menschen aus den Nationen.

Schafe und Böcke

Diese werden vor dem Thron der Herrlichkeit, auf dem der Herr Je­sus auf der Erde sitzen wird, er­scheinen. Sie werden danach beur­teilt, wie sie sich gegenüber den Treuen des Volkes Israel (den Brü­dern des Königs), die als Boten des Evangeliums in der Zeit der Drang­sal zu ihnen gekommen waren, verhalten haben. Ihr Verhalten die­sen Boten gegenüber ist das sicht­bare Kennzeichen dafür, ob sie die Boten und ihre Botschaft ange­nommen oder abgelehnt haben. Wenn sie ihnen geholfen haben, werden sie als Schafe zur Rechten gestellt, wenn sie das nicht getan haben, so werden sie als Böcke zur Linken gestellt. Die einen nennt der Herr „Gesegnete seines Vaters“ und sie gehen in das Reich ein. Sie haben den Boten geglaubt und sind gerettet. Die andern werden „Ver­fluchte“ genannt, die in die ewige Pein gehen werden, weil sie die Boten nicht angenommen haben (s. Mt 25,31-46).

Das Friedensreich

Jetzt sind alle Gerichte[3] beendet. Nur wiedergeborene Menschen ge­hen in das Friedensreich ein (s. Joh 3,5). Satan ist gebunden worden, damit er die Menschen nicht mehr verführen kann (s. Off 20,1-3). Ge­rechtigkeit herrscht und die längs­te Friedenszeit auf der Erde bricht an. Die ganze Erde wird voll des Lo­bes des Herrn sein (s. Ps 148,11-14).
Wie gesegnet sind die Auswirkun­gen des sichtbaren Erscheinens des Herrn Jesus in Macht und Herrlich­keit auf der Erde! Endlich erreicht Gott sein Ziel mit der Erde und mit seinem irdischen Volk. Der Herr Jesus wird als König und Priester über die Erde herrschen. Das gan­ze Universum wird Ihm unterwor­fen sein. Er ist der Sohn des Men­schen, dem diese Ehre zusteht. Und wir dürfen seine Herrlichkeit teilen.

Horst Zielfeld


Fußnoten:

  1. oder: Kirche, Gemeinde – gemeint ist die Gesamtheit der Gläubigen der jetzigen Zeit der Gnade.

  2. Ganz Israel wird errettet (s. Röm 11,25). Das bedeutet jedoch nicht, dass alle, die zu diesem Volk gehören, automatisch gerettet werden. Der Glaube an den Herrn Jesus ist nötig und nur ein Überrest wird den Messias, den Retter, im Glauben annehmen (s. Röm 9,27). Doch in diesem Überrest wird Gott sein ganzes zwölfstäm­miges Volk besitzen.

  3. Die Gerichte, die zum Gericht der Lebendigen ge­hören, sind beendet – sowohl die Kriegsgerichte als auch das Sitzungsgericht. Das Gericht der Toten steht noch aus, es wird nach dem Tausendjährigen Reich vor dem großen weißen Thron stattfinden.

Worauf warten wir noch?

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Das Kommen des Herrn Jesus – für die Thessalonicher war diese Erwartung so lebendig, dass sie fest davon überzeugt waren, es würde unmittelbar bevorstehen. Ihre Erwartung war absolut frisch und lebendig, auch wenn ihnen noch einige Belehrungen dazu fehlten.
Seinen ersten Brief an die Thessalonicher schrieb der Apostel Paulus um das Jahr 52 n.Chr. Fast 2000 Jahre sind seitdem vergangen. Wie sieht es bei uns heute mit der Erwartung des Kommens des Herrn Jesus zur Entrückung der Gläubigen aus? Was könnte oder müsste der Apostel Paulus uns heute schreiben?
Bisweilen drängt sich der Eindruck auf, dass es vielen, vielleicht sogar den meisten Christen heute noch so geht, dass sie wenig über das Kommen des Herrn Jesus wissen. Obwohl wir, im Gegensatz zu den Briefempfängern damals, das ganze Wort Gottes in Händen halten dürfen und es gute Bibelauslegungen gibt, die uns helfen können, Gottes Gedanken besser zu verstehen, findet sich auch heute noch manche Unwissenheit und Unsicherheit über das Kommen des Herrn unter den Christen.
Vor allem stehen wir in Gefahr, dass unsere Erwartung bisweilen von viel Wohlstand, Arbeit und sonstigen Aktivitäten überlagert wird, sodass wir immer mal wieder daran erinnert werden müssen, dass die Entrückung unmittelbar bevorsteht, dass der Herr jederzeit kommen kann.

Die Entrückung – …

… was ist damit eigentlich gemeint?

Als Entrückung wird das Kommen des Herrn Jesus bezeichnet, um alle, die durch Ihn und sein Werk am Kreuz von Golgatha gerettet sind, zu sich zu holen, bevor er sichtbar in Macht und Herrlichkeit auf die­se Erde kommt.

… wann wird sie geschehen?

„Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seine eigene Gewalt gesetzt hat“ (Apg 1,7). Dieses Wort des Herrn Jesus an seine Jünger bezieht sich zwar auf die Frage nach dem Zeit­punkt der Wiederherstellung Israels. Auf die Frage nach dem Zeitpunkt der Entrückung trifft diese Antwort des Herrn im übertragenen Sinn aber genauso zu.
Im Lauf der Jahrhunderte gab es viele Versuche, das genaue Datum der Entrückung zu berechnen. Doch alle Berechnungen hatten einen entscheidenden Rechenfehler: Es ist dem Menschen nicht gegeben, die­sen Zeitpunkt zu kennen.
Für die Ungläubigen wird der Tag des Herrn völlig überraschend kom­men, wie „ein Dieb in der Nacht“ (s. 1. Thes 5,2; 2. Pet 3,10). Im Ge­gensatz dazu werden wir, die Glau­benden, durch sein Kommen zur Entrückung nicht überrascht, weil wir Ihn erwarten!
Wenn wir die von Gott festgesetz­te Zeit auch nicht kennen, so dür­fen wir aber doch aus Gottes Wort wissen, dass nichts mehr geschehen muss, bevor diese Verheißung Got­tes Wirklichkeit werden kann. Der Herr Jesus kann jeden Moment kommen!

… der Herr wird sich nicht verspäten

„Der Herr zögert die Verheißung nicht hinaus, wie es einige für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verlo­ren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen“ (2. Pet 3,9).
Viele Menschen, die den Herrn Je­sus nicht kennen, meinen, sich dar­über lustig machen zu können, dass die Entrückung noch nicht stattge­funden hat (s. 2. Pet 3,3.4). Sie er­kennen dabei jedoch nicht, dass das ausschließlich seiner Langmut ge­schuldet ist. Der Herr ist langmütig gegenüber den Glaubenden, die noch für ihre Angehörigen beten, die sich noch nicht bekehrt haben. Auch Er will ja, dass alle gerettet werden. Aber es ist ein fürchterli­cher Irrtum, um die Entrückung zu wissen und dennoch zu denken, sie werde nicht geschehen! Denn der Herr Jesus selbst sagt doch: „Ja, ich komme bald“ (Off 22,20).

… wer wird dabei sein?

Die Thessalonicher waren in Unruhe darüber, wer alles bei der Ent­rückung dabei sein würde. Für die lebenden Gläubigen war ihnen das klar und eindeutig. Aber was war mit denen, die vorher verstorben waren (s. 1. Thes 4,13)?
An der Entrückung werden alle teilhaben, die an den Herrn Jesus glauben, unabhängig davon, ob sie in diesem Augenblick noch auf der Erde leben oder bereits in Jesus entschlafen sind. „Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird auch Gott die durch Jesus Entschlafenen mit ihm bringen“ sagt Gottes Wort (1. Thes 4,14).
Auch die Gläubigen aus der Zeit des Alten Testaments werden entrückt werden! Sie gehören ebenso zu den Toten in Christus (s. 1. Thes 4,16), denn wenn sie auch nichts von dem Erlösungswerk des Herrn Jesus am Kreuz wussten, so konnte Gott ih­nen doch nur im Vorausblick auf dieses Werk vergeben. Sie haben an Gott geglaubt entsprechend dem, was sie von ihm wissen konnten. Und Gott hat ihnen vergeben auf­grund des Werkes des Herrn Jesus, das Er vollbringen würde (s. Röm 3,25).
So sind auch sie aufgrund seines Werkes gerettet, auch sie sind „in Christus“, auch wenn sie nicht in der bevorzugten Stellung sind wie die Glaubenden der Gnadenzeit. Aber auch sie sind himmlische Hei­lige. Sie werden bei der Ent­rückung dabei sein! Gottes Wort sagt von ihnen, dass sie nicht ohne uns voll­kommen gemacht werden, daraus dürfen wir schließen, dass sie es mit uns werden (s. Heb 11,39-40).

… was geschieht dann genau?

  • Wenn der Augenblick der Ent­rückung gekommen sein wird, kommt der Herr selbst vom Him­mel herab, um uns zu sich zu ho­len. Er sendet dazu keinen Boten oder Mittelsmann, nein, Er kommt selbst.
  • Der Herr tut dies „mit gebieten­dem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes“ (1. Thes 4,16). Das wird kein ohrenbetäubendes Spektakel für die Welt sein. Aber so wie La­zarus einst aus dem Grab kam, als der Herr ihn rief (s. Joh 11,43.44), werden wir diesen Ruf deutlich wahrnehmen und ihm Folge leis­ten. Wir brauchen keine Sorge haben, diesen wunderbaren Mo­ment durch unsere Unaufmerk­samkeit verpassen zu können.
  • Wenn der Ruf des Herrn er­schallt, werden zunächst „die To­ten in Christus“ auferstehen. Sie werden auferweckt werden in Un­verweslichkeit und den Herrlich­keitskörper haben – aber auch nur „die Toten in Christus“! So wie damals nur Lazarus aus dem Grab kam, als der Herr ihn rief, werden auf den Ruf des Herrn hin nur die auferstehen, die zu Ihm gehören, weil sie durch sein Erlö­sungswerk gerettet sind (s. 1. Thes 4,16).[1]
  • „Danach werden wir, die Leben­den, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden“ (1. Thes 4,17a). Danach, das heißt, nachdem „die Toten in Christus“ auferweckt worden sind. Wir wer­den verwandelt werden und eben­so einen Herrlichkeitskörper er­halten, um zugleich mit ihnen entrückt zu werden. Danach und zugleich, für unseren menschli­chen Verstand mag das schwer (wenn überhaupt) verständlich sein, aber für den Herrn ist das kein Problem. Es wird ja alles „in einem Nu, in einem Augenblick“ geschehen (1. Kor 15,52).
  • Wir werden „in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft“ ent­rückt werden (1. Thes 4,17b) und dort mit Ihm zusammentreffen. Dann werden wir Ihn zum ersten Mal mit unseren Augen sehen. Was für ein gewaltiges Ereignis!

… wo geht es dann hin?

„Und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein“ (1. Thes 4,17c).
Nach der Entrückung werden wir dort sein, wo der Herr Jesus jetzt schon ist. So sieht Johannes in der Offenbarung die 24 Ältesten[2]in un­mittelbarer Nähe des Thrones, in dessen Mitte der Herr Jesus selbst ist, als das Lamm wie ge­schlachtet. Dort werden wir Ihn umgeben und Ihm ein neues Lied singen.
Für uns, die Glaubenden dieser Gnadenzeit, erfüllt sich noch ein weiteres Wort des Herrn Jesus. Er hat gesagt, dass Er in das Haus sei­nes himmlischen Vaters gehen wür­de. Dort sind viele Wohnungen und Er ist hingegangen, um uns dort eine Stätte zu bereiten. Wenn es nicht so wäre, hätte Er es seinen Jüngern und damit auch uns ge­sagt (s. Joh 14,2).
„Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir neh­men, damit, wo ich bin, auch ihr seiet“ (Joh 14,3). Wenn der Herr selbst es sagt, brauchen wir keinen Zweifel mehr daran zu ha­ben, wo wir die Ewigkeit verbrin­gen werden. Wir werden für immer bei Ihm im Haus des Vaters sein! Und dort in der ewigen Herr­lichkeit des Vater­hauses werden wir „ihn sehen, wie er ist“ (1. Joh 3,2b).

… eine Ermunterung für unsere Herzen!

„So ermuntert nun einander mit diesen Worten“ (1. Thes 4,18).
Noch sind wir hier auf der Erde. Noch gibt es auf dem Weg des Glaubens neben sonnigen Abschnit­ten voller Freude auch Trübsal und Leiden wie Krankheit, zu viel Arbeit oder Arbeitslosigkeit, Widerstand und Hass von Seiten der Ungläubi­gen oder was auch immer.
Vielleicht muss der eine oder an­dere Gläubige auch noch das Tal des Todesschattens durchschreiten. Wir wissen es nicht.
Aber was und wie es auch sein mag, als Gläubige dürfen wir wissen, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis der Herr kommt um uns zu sich zu holen. Eine größere, schönere, wunderbarere Ermunte­rung auf dem Glaubensweg kann es kaum geben.
Deshalb wollen wir nicht nachlas­sen, uns gegenseitig daran zu erin­nern: „Maranatha – der Herr kommt!“ (1. Kor 16,22).

Stefan Busch


Fußnoten:

  1. Auch für die Menschen, die während ihres Lebens auf der Erde nicht an den Herrn Jesus glauben wollten, wird es einmal eine Auferstehung geben. Es ist die Auferstehung zum Gericht am großen weißen Thron. Sie geschieht am Ende des Tau­sendjährigen Reiches und wird uns in Offenbarung 20,11-15 geschildert. Der ewige Aufenthaltsort dieser Menschen wird der zweite Tod sein. Alle, die nicht im Buch des Lebens eingeschrieben sind, werden dann in den Feuersee geworfen. Welch furchtbares Gericht, welch furchtbare Ewigkeit!

  2. Die 24 Ältesten stellen in einer symbolischen Zahl die Glaubenden vor, die bei der Entrückung in den Himmel aufgenommen werden. Dabei geht es um zwei Gruppen von Glaubenden: 12 Älteste stehen für die Glaubenden aus der Zeit des Alten Testa­ments und 12 Älteste für die Glaubenden aus der Gnaden­zeit. Nachdem die Unterscheidung dieser bei­den Gruppen in Verbindung mit der Hochzeit des Lam­mes (s. Off 19) vorgestellt wird, kommt der Be­griff der 24 Ältesten nicht mehr in der Offenba­rung vor.

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