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Zeitschrift für die christliche Familie

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Die Hugenotten-Familie Durand
– ein Beispiel für Treue und Ausharren

© B. Hof
„Andere aber wurden gefoltert, da sie die Befreiung nicht annahmen, damit sie eine bessere Auferstehung erlangten. Andere aber wurden durch Verhöhnung und Geißelung versucht und dazu durch Fesseln und Gefängnis. Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, starben durch den Tod des Schwertes, gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, hatten Mangel, Drangsal, Ungemach; sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und den Klüften der Erde.“
Heb 11,35-38

Wenn es in Hebräer 11 auch um die Glaubenshelden des Alten Testaments geht, so traf und trifft diese Bibelstelle doch auch auf manche Christen zu, die Ähnliches durchgemacht haben um ihres Glaubens willen und die darin standhaft geblieben sind. Gerade dazu soll Hebräer 11 ja ein Ansporn sein.
Ein beeindruckendes Beispiel dafür sehen wir in der Hugenotten-Familie Durand, die trotz großer Widerstände fest bei ihrem Herzensentschluss geblieben ist.

Geschichtlicher Hintergrund

Frankreich im 18. Jahrhundert: Es herrscht der Sonnenkönig Ludwig XIV., der heute noch durch das prunkvolle Schloss von Versailles bekannt ist. Unter seiner Regentschaft wurde die Religionsfreiheit aufgehoben und es begann eine erneute Verfolgung der Hugenotten. Die Hugenotten wa­ren französische Protestanten, die sich der Reformation angeschlossen hatten. Sie wurden gezwungen, zum Katholizismus überzutreten oder zu fliehen.

Die Familie Durand

Le Bouchet-de-Pranles, ein kleines Bauerndorf in den südfranzösischen Bergen: Hier leben der gläubige Etienne Durand und seine Frau Clau­dine Durand, geborene Gamonet. Auch sie sind Hugenotten. Sie haben zwei Kinder: Pierre Durand (1700) und Marie Durand (1711). Die El­tern wagen es, ihre neugeborenen Kin­der der Taufe durch einen katho­lischen Priester zu entziehen. Deshalb findet man auch keinen Eintrag über sie im Kirchenregister.
Versammlungen von Gläubigen kön­nen nur in geheimen Verstecken durch­­geführt werden. Auch im Haus der Familie Durand finden in dieser Zeit immer wieder heimlich Gottesdiens­te statt. Pierre in­teressiert sich schon sehr früh für das Wort Gottes und übergibt sein Leben dem Herrn. Be­reits mit 19 Jahren beginnt er, in der „Untergrundkirche“ zu predigen. Bei einer dieser Versammlungen ist al­lerdings ein Verräter anwesend, der den Behörden den Ort anzeigt. Pierre Durand und sein Freund Pierre Rou­vier können gerade noch entkommen und in die Schweiz flüchten. Dort haben sie die Zeit und die Freiheit, das Wort Gottes intensiver zu erforschen. Wäh­­renddessen kommt es in Frankreich zu immer mehr Festnahmen. Bei einer der heimlichen Versammlungen wird die Mutter, Claudine Durand, verhaftet; sie stirbt im Jahr 1719 in der Festung in Montpellier. Das ihr gehörende Haus wird zerstört.

Pierre und Marie

Pierre hält es unterdessen nicht länger in der Schweiz. Er hat Heimweh nach seiner Familie, seinem Heimatdorf und den Glaubensgeschwistern. Daher kehrt er in seine Heimat zurück, darf seine Familie und die Mitgeschwister aber nicht durch sein Erscheinen gefährden und muss sich deshalb versteckt halten. Trotz aller Gefahren versammeln sich die Gläubigen weiterhin und erle­ben so­gar eine Erweckung. Pierre ist ein unermüdlicher Kämpfer für die Wahrheit mit einer großen Liebe zu Gott und den Seinen. 1724 verlobt er sich mit Anne Rouvier, der Schwester sei­nes auf die Galeeren (Ruderschiffe) verbannten Freundes Pierre. 1727 werden die beiden getraut.
Marie ist in diesen bewegten Zeiten inzwischen älter geworden. Im Herbst 1728 marschieren erneut Soldaten heran. Der Vater Etienne flüchtet in ein in der Nähe gelegenes Schloss. Seine Tochter, die nun 17 Jahre alt ist, vertraut er der Fürsorge von Nach­barn an. Die Soldaten nehmen die Bibel, christliche Schriften und das Tagebuch des Vaters mit. Einige Wo­chen später wird Etienne entdeckt und in das Gefängnis in Valence einge­liefert, wo er mehr als 14 Jahre verbringen wird.
Anne, Pierres Frau, wohnt zunächst bei ihrer Mutter. Sie fühlt sich dort jedoch nicht mehr sicher und gibt ihre Heimat auf, um von nun an in Einöden und Schluchten, in nächtlichen Verstecken und auf einsamen Wegen ein Leben in der „Wüste“ zu führen. Ihr erstes Kind wird geboren, die kleine Jeanne überlebt jedoch die Strapazen der ständigen Flucht nicht und stirbt.

Treu in der Gefangenschaft

Im Juli 1730 wird Marie in ihrem Haus verhaftet und nach Aigues-Mor­tes/Camargue in den berüchtigten „Turm der Standhaftigkeit“ (Tour de Constance) gebracht. Mindestens 28 Frauen bevölkern das dunkle, feuchte Gefängnis, durch dessen Öffnungen Nebel, Kälte, Wind und Sonnenglut eindringen und die Gefangenen quälen. Trotz der extremen Bedingungen und des Drucks, ihrem Glauben abzu­schwören, bleibt sie standhaft. Ihre Entschlossenheit wird symbolisiert durch das Wort „Résistez!“ („Widersteht!“), das sie angeblich in den Stein des Gefängnisses eingraviert haben soll. Während ihrer Haftzeit ermutigt sie andere inhaftierte Frauen, ihren Glauben nicht zu verleugnen. Ihre Korrespondenz mit der Außenwelt und ihre Rolle als moralische Führerin machen sie zu einer Figur des Widerstands der Gläubigen und des Ausharrens. Der Turm der Constance in Aigues-Mortes ist heute ein Ort des Gedenkens an ihre Leiden und die vieler anderer Hugenotten.
Wie leicht hätte sie die Freiheit erwirken können! Sie hätte „nur“ abschwören und in den Schoß der katho­lischen Kirche zurückkehren müssen. Doch das wollte sie nicht – nein, um keinen Preis wollte sie die Wahrheit verleugnen.

Treu bis in den Tod

Pierre ist in den Augen der staatlichen und kirchlichen Behörden ein gefährlicher Aufwiegler, auf dessen Ergreifung eine hohe Geldsumme ausgesetzt ist. In einer kalten Februarnacht des Jahres 1732 fällt er seinen Feinden durch Verrat in die Hände. Er muss sich verschiedenen Verhören unterziehen und bekennt sich dabei als Gläubiger, der Gott mehr gehorchen muss als Menschen. In einem Abschiedsbrief an seine Freunde heißt es: „Mein Lauf wird bald beendet sein. Wenn Gott mir beisteht, werde ich in aller Kürze das Evangelium besiegeln, das ich gepredigt habe. Ich bitte Euch, den Herrn für mich zu bitten, dass Er mich in allen meinen Prüfungen stärkt!“
In der Stadt Montpellier, die nicht weit von dem Turm der Constance entfernt liegt, verbringt Pierre seine letzten Tage in einem unterirdischen Gefängnis. In seiner einsamen und finsteren Zelle bleibt er nicht von Versuchung und Schwäche verschont. Bald ist er jedoch wieder fest und ungebeugt und bleibt es bis zuletzt. Pierre wird schließlich zum Tod am Galgen verurteilt. Als ihm das Todesurteil überbracht wird, hebt er seine Augen zum Himmel auf und ruft mit gefalteten Händen: „Gelobt sei Gott! Dies ist der Tag, der allen meinen Leiden ein Ende bereitet, der Tag, an dem mich der große Gott mit seinen köstlichsten Gnaden überschütten und mir das ewige Glück geben wird.“
In der Stunde der Hinrichtung drängt sich eine große Menge auf dem Marktplatz. In lautem Trommelwirbel sollen die letzten Worte von Pierre Durand untergehen. Aber das Zeugnis des Sterbenden kann nicht verhindert werden. Er singt den Psalm vom guten Hirten und erfleht Gottes Barmherzigkeit für sich. Unerschrocken besteigt er dann die Leiter zum Galgen und gibt dem Henker selbst das Zeichen.
Der Tod des Märtyrers entflammt vie­le zu neuem Eifer, den Herrn zu bekennen. Junge Männer treten in seine Fußstapfen und sind bereit, ihr Leben zu opfern. Pierre hat durch das kraftvolle Zeugnis seines Märtyrertodes seinen Herrn verherrlicht. Seiner Schwester Marie war das andere Los auferlegt, ihr Glaube musste sich in langer, beschwerlicher Gefangenschaft bewähren. Pierres Frau flieht nach dem Tod ihres Mannes mit den Kindern in die Schweiz, wo nur eine Tochter überlebt.

Treue im Ausharren

„RESISTEZ!“ Immer wieder ruft Marie Durand dies sich selbst und den an­deren Frauen zu! Und sie widersteht, wenn Versuchungen und Anfech­tungen kommen, wenn Krankheiten und Seuchen den Gefangenen zu schaffen machen und manche dahinraffen, wenn die Luft in dem engen Verlies unerträglich wird, wenn sich die Hoffnung auf eine baldige Begna­digung wieder einmal zerschlägt.
Bis zu 38 Frauen sitzen zeitweise in diesem Turmgefängnis ein, die meis­ten, weil sie Christen sind. Dort müssen sie auf den Tag warten, an dem sie sterben – oder sich von ihrem Glauben lossagen. Als 19-Jährige kommt Marie Durand dort an, und nach einigen Jahren versteht sie, dass ihre Mission darin besteht, den Frauen zu helfen, die dort in diesem Gefängnis sind. So kümmert sie sich Jahr für Jahr um die Frauen, die oft an Rheuma leiden und verzweifelt und schwach sind. Marie widmet sich ganz dieser Arbeit und harrt 38 Jahre in diesem Turm aus. Sie und die anderen eingesperrten Frauen ertragen die härtesten und unhygienischsten Bedingungen, die man sich vorstellen kann. Marie überlebt fast alle Frauen dort.
Sie lässt sich nicht von den Umständen brechen. Sie ist es, die in Gebet und Gesang die anderen anführt. Das Mit­tel, mit dem sie diese Aufgabe bewältigt, ist ihr unerschütterlicher und unnachgiebiger Glaube an Gott. Es ist gleichzeitig auch das einzige wirksame Werkzeug, das ihr zur Verfügung steht. Das gleiche Mittel steht uns zur Verfügung. Mögen wir uns nicht scheuen und uns nicht schämen, es zu benutzen.
Es gibt eine Gefangenenakte von Marie Durand. Darin steht eine kurze Bemerkung: „Glaubensstand unverän­dert!“ Was für ein Zeugnis ihrer Treue und Standhaftigkeit!

Gottes Hilfe in und aus den Umständen

Trotz des Märtyrertodes von Pierre Durand bleiben die Familienange­hö­rigen für viele weitere Jahre in Haft. Der Vater Etienne wird vierzehn Jahre später im Alter von 86 Jahren freigelassen. Die Schwiegermutter von Pierre Durand stirbt nach vierundzwanzig Jahren Haft im Gefängnis. Ne­ben der Sorge um das Wohlergehen ihrer Mitgefangenen kümmert sich Marie Durand vom Gefängnis aus stets auch intensiv um die Tochter ihres hingerichteten Bruders. Diese lebt seit der Flucht mit ihrer Mutter in der Schweiz, ist jedoch nach deren Tod und dem Tod ihrer Geschwister ganz ohne familiäre Bezugspersonen.
Marie wird erst 1768 im Alter von 56 Jahren als körperlich gebrochene Frau wieder freigelassen. Sie kehrt nach Le Bouchet-de-Pranles zurück. Eine frühere Mitgefangene gesellt sich zu ihr. Es ist ein einfaches, fast erbärmliches Leben, das die beiden führen. Sie versorgen ein paar Ziegen, bebauen einen kleinen Garten und bereiten karge Mahlzeiten zu. Die Kraft des Gebets durchstrahlt ihren schlichten Alltag. Acht Jahre lebt Marie noch in der wiedergeschenkten Freiheit. Im Juli 1776 ruft der Herr sie heim. Der Tod öffnet ihr das Tor in jenes Land, in dem nie mehr menschliche Ungerechtigkeit und Grausamkeit, nie mehr Leiden und Schrecken sein werden. Ihre letzten Worte sollen gewesen sein: „Die Krone des Lebens.“ Ja, diese Krone wird sie empfangen, denn sie bewährte sich in der Prüfung und war auch bereit, für ihren Herrn zu sterben (vgl. Jak 1,12; Off 2,10).

recherchiert und zusammengestellt von
Andreas Kringe

Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn ihr habt Ausharren nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontragt. Denn noch eine ganz kleine Zeit, und „der Kommende wird kommen und nicht ausbleiben“.
Hebräer 10,35-37

Quellen:
Pagel, Arno: Marie Durand. Brunnen Verlag, Gießen. 1987.
Ronner, Emil Ernst : Marie Durand. Brockhaus Verlag, Wuppertal. 1976.
Fabre, André: Pierre Durand, pasteur du désert, martyr (1700-1732), Neuilly, éditions La Cause. 1930.

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Gott ist für uns (Teil 2)

© motortion, stock.adobe.com

In der zweiten Hälfte von Römer 8 zeigt Gott beeindruckende Hilfsmittel angesichts der Leiden der Jetztzeit. In dem ersten Teil hat uns bereits ein „kaufmännischer“ Vergleich zwischen diesen Leiden und der zukünftigen Herrlichkeit, sowie das sehnliche Harren der Schöpfung beschäftigt. Die Schöpfung hat eine Hoffnung – aber was ist mit uns?

Drei wichtige Gedanken (V. 23)

In Vers 23 finden sich drei wichtige Gedanken: Der erste ist der Gedanke des Seufzens. Die Schöpfung seufzt wegen der Folgen des Sündenfalls und auch wir, die Glaubenden, seufzen. Aber warum seufzen auch wir, obwohl wir doch von der Knechtschaft der Sünde befreit sind (s. Röm 6,7)? Weil unser Körper noch zur alten Schöpfung gehört, und vergänglich, sterblich und durch Schwachheit gekennzeichnet ist (s. 2. Kor 5,2.4).
Aber dann kommt der zweite Gedanke: Mitten in dieses zweifache „auch wir selbst“, schiebt Paulus etwas Großartiges ein: Die Erstlingsfrucht des Geistes. Gemeint ist der Heilige Geist, der als Unterpfand in uns wohnt (s. 2. Kor 1,22; Eph 1,14). Dadurch garantiert Gott uns, dass wir den vollen Genuss der Segnungen einmal erreichen werden. Das ist großartig! Ja, wir seufzen heute, aber Gott selbst wohnt in uns, damit wir ganz sicher sein können, dass wir das Ziel erreichen.
Dieses Ziel ist der dritte große Gedanke: Mit unserer Sohnschaft ist eine Erwartung verbunden. Gemeint ist die Entrückung, bei der unser Herr Jesus Christus als Heiland kommen wird und „unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit“ (Phil 3,20). Der Herr wird selbst kommen (s. 1. Thes 4,16). Er hört unser Seufzen und fühlt bei jedem Leid mit. Auch deswegen wird Er so schnell wie möglich kommen, um uns aus den Leiden in die Herrlichkeit zu holen. Er sagt: „Ich komme bald (o. eilends)“ (Offb 3,11).

Drei verschiedene Blickrichtungen (V. 24.25)

In den Versen 24 und 25 finden sich dann drei Blickrichtungen: Wir schauen zurück auf unsere Errettung, wir betrachten die Gegenwart, in der Ausharren nötig ist, und wir blicken nach vorne auf das hin, was wir hoffen.
Der erste Blick geht zurück auf unsere Errettung. Gemeint ist die Errettung der Seele (s. 1. Pet 1,9). Das hat mit unserer Bekehrung zu tun, mit dem Moment, in dem wir Buße getan und Christus im Glauben angenommen haben. Jedem, der das tut, schenkt Gott die Errettung der Seele. Für diese Errettung war ein Erretter nötig. Das ist Jesus Christus. Aus Liebe hat Er sich selbst für jeden von uns hingegeben (s. Gal 2,20; Eph 5,2).
Paulus schreibt hier allerdings, dass wir in Hoffnung errettet wurden. Das ist der Blick nach vorne. Wir wurden nach unserer Bekehrung noch nicht direkt in den Himmel aufgenommen, sondern sind auf der Erde gelassen, und zwar mit der Hoffnung, bald bei unserem Heiland zu sein. Christliche Hoffnung ist eine feste Überzeugung von zukünftigen Dingen, die eintreffen werden und von denen wir nur noch nicht wissen, wann sie sich erfüllen.
In Vers 25 kommt Paulus dann auf den Blick ins Heute. Wir hoffen auf die Herrlichkeit bei Christus, sehen aber heute Leiden und Not. Das bedeutet, dass diese Hoffnung kein bloßes Warten ist. Es gilt, unter diesen Umständen zu bleiben und darin auszuharren.
Dabei ist unser Herr das vollkommene Vorbild. Er erduldete die schwierigsten Umstände. Das Kreuz mit allem, was damit in Verbindung stand: Die körperlichen Schmerzen, die Einsamkeit, das vergebliche Warten auf Mitleid und einen Tröster, der Hohn von den Menschen, der sein Herz gebrochen hat, die hasserfüllten Blicke. Er erduldete diese Umstände, Er blieb „darunter“ wegen der vor ihm liegenden Freude (s. Heb 12,2).
Wir sind errettet, und zwar in Hoffnung. Es muss furchtbar sein für die Ungläubigen, die nicht gerettet sind und deswegen auch keine Hoffnung haben (s. 1. Thes 4,13). Wie wichtig ist Hoffnung gerade angesichts der Leiden. Sie ist ein sicherer und fester Anker der Seele, der uns mit Christus im Himmel verbindet (s. Heb 6,19).

Der Geist selbst (V. 26.27)

Nun folgt die zweite große Hilfe, welche niemand Geringeres ist als „der Geist selbst“.
Wie wichtig Gott, der Heilige Geist, für unsere christliche Stellung und Praxis ist, wird in diesem Kapitel deutlich. In Bezug auf die Leiden hatten wir anhand der „Erstlinge des Geistes“ bereits gesehen, dass der Heilige Geist das Unterpfand ist (s. V. 23). Weil Er in uns wohnt, dürfen wir uns heute ganz sicher sein, dass wir nach den Leiden die Herrlichkeit erreichen werden. Aber der Heilige Geist will noch mehr für uns sein. Er verwendet sich auf dem ganzen Weg durch die Leiden bis zur Herrlichkeit für uns.
Wenn Paulus an dieser Stelle von Schwachheit schreibt, dann meint er damit einerseits die mit dem Menschsein verbundenen Beschränkungen, die wir in Mühen und Schwierigkeiten besonders spüren. Dieser Beschränkungen nimmt sich der Geist an, indem er uns Kraft gibt, zum Beispiel durch einen Bibelvers, den Er uns gut verstehen lässt, der uns aufrichtet und durch den Er uns tröstet.
Aber Er denkt auch daran, dass wir in den Schwierigkeiten oft nicht wissen, „was wir bitten sollen“. In Vers 27 heißt es, dass sich der Geist „für die Heiligen“ und „Gott gemäß“ verwendet. Der erste Ausdruck bedeutet, dass es zum Vorteil und zum Besten für die Heiligen ist. Der zweite Ausdruck meint, dass es in Übereinstimmung mit Gottes Gedanken ist. Die Schwachheit ist, dass wir oft beides nicht wissen.
Da mag es Krankheiten geben im eigenen Leben oder im Leben solcher, die uns nahestehen. Vielleicht sind es (bisher?) nicht erfüllte Wünsche, die unser Herz krank machen (s. Spr 13,12). Es gibt Vieles, an das wir denken können. Mancher empfindet in solchen Situationen tiefes Leid. Meistens wissen wir nicht, was wirklich das Beste für uns ist und was Gottes Gedanken entspricht.
Doch in unserer Schwachheit lässt Gott uns nicht allein! „Der Geist selbst“ verwendet sich für uns. Gerade dann, wenn es Seufzer gibt, die das tief empfundene Leid zum Ausdruck bringen, ohne dass wir es beschreiben könnten. Niemand kennt die Gedanken Gottes besser als Er, denn Er ist selbst Gott. Außerdem wohnt Er in uns und weiß bestens, was wirklich in der jeweiligen Situation zu unserem Vorteil ist. In dieser Einsicht legt Er Fürsprache für uns bei Gott ein.
Durch diese Verse dürfen wir wieder neu fest ins Herz fassen: Es gibt keine Not und kein Leid, mit dem wir nicht zu Gott kommen könnten. Vielleicht wissen wir nicht, was wir erbitten sollen, vielleicht fehlen uns die Worte. Wenn wir aber „zum Himmel aufblickend“ seufzen, wie unser Herr Jesus es tat (Mk 7,34), wird „der Geist selbst“ sich darum kümmern. Dabei darf es uns trösten, dass unser Gott und Vater, der „die Herzen erforscht“ unsere Not und unser Leid kennt und uns darin begegnen will.

"Es gibt keine Not und kein Leid, mit dem wir nicht zu Gott kommen könnten."

Mario Wolff

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