BleibtInMir

...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Herzensentschlüsse

© manusha, stock.adobe.com

In diesem Sonderheft geht es um das Thema: Herzensentschlüsse

Der weise König Salomo macht in Sprüche 4,23 klar, dass unser Herz der Ausgangspunkt aller Lebensäußerungen ist:

Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.

Dabei geht es nicht um das Organ des Menschen, sondern um das Herz als Entscheidungszentrale.

Natürlich liegen unseren Entscheidungen in der Regel auch gedankliche Abwägungen und Überlegungen zugrunde. Unser Herz mit unseren Zuneigungen, Vorlieben und Wünschen hat aber maßgeblichen Einfluss darauf, wie wir letztendlich entscheiden. Und genau deswegen ist es so wichtig, dass „der Christus in unseren Herzen wohnt“ (s. Eph 3,17), damit Entscheidungen in Übereinstimmung mit seinen Absichten getroffen werden.

Was ist ein Herzensentschluss?

Das zusammengesetzte Wort „Her­zensentschluss“ macht bereits deutlich, dass es um Entschlüsse für un­ser Leben geht, an denen das Herz be­teiligt ist oder die im Herzen gefasst werden. Barnabas kam zu den Gläu­bigen in Antiochien, die das Evange­lium angenommen hatten. Und er ermahnte sie, „mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren“ (Apg 11,23).
Das für „Entschlüsse“ im griechischen Text verwendete Wort bedeutet so viel wie: festes Vornehmen oder Vorhaben, Absicht, Entschluss, Streben. So lesen wir von Daniel, dass er sich in seinem Herzen vornahm, sich nicht mit der Tafelkost des Königs zu verunreinigen (s. Dan 1,8).
Im Neuen Testament wird es sowohl für den Vorsatz oder Ratschluss Got­tes verwendet (s. Röm 8,28; Eph 1,11; 3,11; 2. Tim 1,9) als auch für die Pläne und Absichten von Menschen (s. Apg 27,13; 2. Tim 3,10).
Ein Herzensentschluss ist also, wie bei Daniel, eine ganz persönliche Sache. Eltern können keine Herzensentschlüs­se für ihre Kinder fassen – das müssen diese schon selbst tun.
Im Rahmen dieses Sonderheftes wer­den noch weitere Personen aus der Bibel vorgestellt werden, die Her­zens­entschlüsse in ihrem Leben gefasst haben und damit ein gutes Beispiel für Kinder Gottes in der heutigen Zeit sind. Dabei werden wir sehen, wie die richtigen Herzensentschlüsse das praktische Glaubensleben zum Guten beeinflussen.

Ein ganz wichtiger Unterschied

Doch einen wichtigen Unterschied überdenken wir vorab. Viele Menschen nehmen besondere Tage im Jahr oder besondere Erlebnisse zum Anlass, sogenannte „gute Vorsätze“ zu fassen. Der eine möchte abnehmen und nimmt sich deshalb vor, weniger zu essen. Ein anderer möchte etwas für seine Gesundheit tun und nimmt sich vor, jeden Tag Sport zu treiben. Wieder ein anderer hat einen Unfall verursacht und nimmt sich vor, zukünftig noch besser aufzupassen. Und so könnte man die Liste der guten Vorsätze weiterführen.
Einen Vorsatz zu fassen, ist grundsätzlich etwas sehr Gutes. Auch Daniel hat das getan. Aber – woher kommt die Kraft, den Vorsatz auch konsequent umzusetzen? Warum scheitern so viele Menschen in der Umsetzung des­sen, was sie sich vorgenommen haben?
Für Kinder Gottes sind bei dem Fassen eines Herzensentschlusses folgende Punkte von besonderer Bedeutung:

  • Ein Herzensentschluss im Sinn der Bibel sollte unter Gebet und in Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus gefasst werden. Das unterscheidet den Herzensentschluss eines Kindes Gottes von einem „guten Vorsatz“ der Menschen um uns her.
  • Wir brauchen das Bewusstsein, dass wir in eigener Kraft das kon­sequente Umsetzen eines Herzensentschlusses nie schaffen werden. Das macht der lange Bibelabschnitt in Römer 7 unter anderem sehr deutlich. Erst dann, wenn der Blick auf den Herrn Jesus gerichtet ist und alle Hilfe und Energie für das konsequente Umsetzen des Herzensentschlusses von Ihm erbeten wird, erst dann kann es gelingen!

Wir halten fest

  1. Ein mit dem Herrn Jesus gefasster Herzensentschluss ist etwas sehr Positives.
  2. Für die konsequente Umsetzung des Herzensentschlusses brauche ich die permanente Hilfe des Herrn Jesus, um die ich Ihn täglich und immer wieder bitten darf.

In diesem Sinn wollen wir „mit Her­zensentschluss bei dem Herrn verharren“ – zu seiner Freude und zu unserem Segen.

Friedhelm Runkel

Er freute sich und ermahnte alle, mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren.
s. Apg 11,23
Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Salomo und das ungeteilte Herz

© Lubo Ivanko, stock.adobe.com

Vierzehnmal finden wir das „ungeteilte Herz“ in den Büchern der Könige und Chronika erwähnt. Sonst lesen wir davon nur noch in Jesaja 38,3, wo der todkranke Hiskia Gott sagt, dass er in Wahrheit und mit ungeteiltem Herzen vor seinem Angesicht gewandelt ist. Diese Aussage finden wir auch in 2. Könige 20,3. Bei drei Königen, Nachkommen Davids, spricht Gott von einem ungeteilten Herzen oder dem Gegenteil davon, bei Abijam (s. 1. Kön 15,3), Asa (s. 1. Kön 15,4; 2. Chr 15,17) und Amazja (s. 2. Chr 25,2). Und dreimal ist von einem ungeteilten Herzen oder dem Gegenteil davon in Zusammenhang mit Salomo die Rede (s. 1. Kön 11,4; 1. Chr 28,9; 29,19). Mit den letztgenannten Stel­len wollen wir uns beschäf­tigen, zuvor aber noch einen bekannten Vers zitieren, der eine Ermutigung für uns alle sein soll:
„Denn die Augen des Herrn durchlaufen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist“ (2. Chr 16,9a).

Davids Aufforderung an Salomo

In den beiden letzten Kapiteln des 1. Buches Chronika finden wir die öf­fentliche Vorstellung Salomos und Da­vids letztes Dankgebet. In Gegenwart aller geladenen Obersten und weiterer Würdenträger sagt David, der Mann nach dem Herzen Gottes (s. Ps 89,21; 1. Sam 13,14), zu seinem Sohn: „Und du, mein Sohn Salomo, erkenne den Gott deines Vaters und diene ihm mit ungeteiltem Herzen und mit williger Seele!“ (1. Chr 28,9). Gott war sein Gott gewesen. Etwa dreißigmal nennt er Ihn in den Psalmen so. Jetzt fordert David seinen Sohn Salomo auf, Gott mit ungeteiltem Herzen zu dienen.
Haben wir unsere Kinder, die sich bekehrt haben, auch schon dazu aufgefordert? Natürlich können wir das nur tun, wenn wir selbst, wie David, ein ungeteiltes Herz haben.

Davids Gebet für Salomo

„Und meinem Sohn Salomo gib ein un­geteiltes Herz, deine Gebote, deine Zeug­nisse und deine Satzungen zu hal­ten und alles zu tun und den Palast zu bauen, den ich vorbereitet habe“ (1. Chr 29,19). Dies ist der Schluss des letz­ten berichteten Gebets Davids. Er bittet für seinen Sohn um ein ungeteiltes Herz, damit er die Gebote Gottes hält und das Haus des Herrn, das mit dem Palast gemeint ist, zu bauen.
Wir sollen sicher nicht nur unsere Kinder auffordern, dem Herrn mit ungeteiltem Herzen zu dienen, son­dern Ihn auch inständig darum bit­ten, solches an unseren Kindern zu be­wir­ken, damit sie Ihm gehorchen und im Sinn von 1. Korinther 3,10-15 am Haus Gottes bauen.

Salomo im Alter

Sicher hatte Salomo eine lange Zeit ein ungeteiltes Herz. Er gehorchte Gott und baute das Haus Gottes. In Sprüche 23 (geschrieben von Salomo) redet Gott den Leser dreimal mit den Worten „mein Sohn“ bezüglich seines Herzens an (s. V. 15.19.26). Aber als Salomo alt war, „da neigten seine Frauen sein Herz anderen Göttern nach; und sein Herz war nicht ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott, wie das Herz seines Vaters David“ (1. Kön 11,4).
Bei Salomo waren es seine Frauen. Auch wir sind nicht gefeit vor sol­chen Entwicklungen. Was neigt un­ser Herz? Das Geld, die modernen Medien, …?
Darum gilt es, die Ermahnung in den Sprüchen Salomos sehr ernst zu neh­men: „Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens“ (Spr 4,23).

Horst Zielfeld

© 2026 Ernst-Paulus-Verlag
Ernst Paulus Verlag Logo