BleibtInMir

...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Die Hugenotten-Familie Durand
– ein Beispiel für Treue und Ausharren

© B. Hof
„Andere aber wurden gefoltert, da sie die Befreiung nicht annahmen, damit sie eine bessere Auferstehung erlangten. Andere aber wurden durch Verhöhnung und Geißelung versucht und dazu durch Fesseln und Gefängnis. Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, starben durch den Tod des Schwertes, gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, hatten Mangel, Drangsal, Ungemach; sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und den Klüften der Erde.“
Heb 11,35-38

Wenn es in Hebräer 11 auch um die Glaubenshelden des Alten Testaments geht, so traf und trifft diese Bibelstelle doch auch auf manche Christen zu, die Ähnliches durchgemacht haben um ihres Glaubens willen und die darin standhaft geblieben sind. Gerade dazu soll Hebräer 11 ja ein Ansporn sein.
Ein beeindruckendes Beispiel dafür sehen wir in der Hugenotten-Familie Durand, die trotz großer Widerstände fest bei ihrem Herzensentschluss geblieben ist.

Geschichtlicher Hintergrund

Frankreich im 18. Jahrhundert: Es herrscht der Sonnenkönig Ludwig XIV., der heute noch durch das prunkvolle Schloss von Versailles bekannt ist. Unter seiner Regentschaft wurde die Religionsfreiheit aufgehoben und es begann eine erneute Verfolgung der Hugenotten. Die Hugenotten wa­ren französische Protestanten, die sich der Reformation angeschlossen hatten. Sie wurden gezwungen, zum Katholizismus überzutreten oder zu fliehen.

Die Familie Durand

Le Bouchet-de-Pranles, ein kleines Bauerndorf in den südfranzösischen Bergen: Hier leben der gläubige Etienne Durand und seine Frau Clau­dine Durand, geborene Gamonet. Auch sie sind Hugenotten. Sie haben zwei Kinder: Pierre Durand (1700) und Marie Durand (1711). Die El­tern wagen es, ihre neugeborenen Kin­der der Taufe durch einen katho­lischen Priester zu entziehen. Deshalb findet man auch keinen Eintrag über sie im Kirchenregister.
Versammlungen von Gläubigen kön­nen nur in geheimen Verstecken durch­­geführt werden. Auch im Haus der Familie Durand finden in dieser Zeit immer wieder heimlich Gottesdiens­te statt. Pierre in­teressiert sich schon sehr früh für das Wort Gottes und übergibt sein Leben dem Herrn. Be­reits mit 19 Jahren beginnt er, in der „Untergrundkirche“ zu predigen. Bei einer dieser Versammlungen ist al­lerdings ein Verräter anwesend, der den Behörden den Ort anzeigt. Pierre Durand und sein Freund Pierre Rou­vier können gerade noch entkommen und in die Schweiz flüchten. Dort haben sie die Zeit und die Freiheit, das Wort Gottes intensiver zu erforschen. Wäh­­renddessen kommt es in Frankreich zu immer mehr Festnahmen. Bei einer der heimlichen Versammlungen wird die Mutter, Claudine Durand, verhaftet; sie stirbt im Jahr 1719 in der Festung in Montpellier. Das ihr gehörende Haus wird zerstört.

Pierre und Marie

Pierre hält es unterdessen nicht länger in der Schweiz. Er hat Heimweh nach seiner Familie, seinem Heimatdorf und den Glaubensgeschwistern. Daher kehrt er in seine Heimat zurück, darf seine Familie und die Mitgeschwister aber nicht durch sein Erscheinen gefährden und muss sich deshalb versteckt halten. Trotz aller Gefahren versammeln sich die Gläubigen weiterhin und erle­ben so­gar eine Erweckung. Pierre ist ein unermüdlicher Kämpfer für die Wahrheit mit einer großen Liebe zu Gott und den Seinen. 1724 verlobt er sich mit Anne Rouvier, der Schwester sei­nes auf die Galeeren (Ruderschiffe) verbannten Freundes Pierre. 1727 werden die beiden getraut.
Marie ist in diesen bewegten Zeiten inzwischen älter geworden. Im Herbst 1728 marschieren erneut Soldaten heran. Der Vater Etienne flüchtet in ein in der Nähe gelegenes Schloss. Seine Tochter, die nun 17 Jahre alt ist, vertraut er der Fürsorge von Nach­barn an. Die Soldaten nehmen die Bibel, christliche Schriften und das Tagebuch des Vaters mit. Einige Wo­chen später wird Etienne entdeckt und in das Gefängnis in Valence einge­liefert, wo er mehr als 14 Jahre verbringen wird.
Anne, Pierres Frau, wohnt zunächst bei ihrer Mutter. Sie fühlt sich dort jedoch nicht mehr sicher und gibt ihre Heimat auf, um von nun an in Einöden und Schluchten, in nächtlichen Verstecken und auf einsamen Wegen ein Leben in der „Wüste“ zu führen. Ihr erstes Kind wird geboren, die kleine Jeanne überlebt jedoch die Strapazen der ständigen Flucht nicht und stirbt.

Treu in der Gefangenschaft

Im Juli 1730 wird Marie in ihrem Haus verhaftet und nach Aigues-Mor­tes/Camargue in den berüchtigten „Turm der Standhaftigkeit“ (Tour de Constance) gebracht. Mindestens 28 Frauen bevölkern das dunkle, feuchte Gefängnis, durch dessen Öffnungen Nebel, Kälte, Wind und Sonnenglut eindringen und die Gefangenen quälen. Trotz der extremen Bedingungen und des Drucks, ihrem Glauben abzu­schwören, bleibt sie standhaft. Ihre Entschlossenheit wird symbolisiert durch das Wort „Résistez!“ („Widersteht!“), das sie angeblich in den Stein des Gefängnisses eingraviert haben soll. Während ihrer Haftzeit ermutigt sie andere inhaftierte Frauen, ihren Glauben nicht zu verleugnen. Ihre Korrespondenz mit der Außenwelt und ihre Rolle als moralische Führerin machen sie zu einer Figur des Widerstands der Gläubigen und des Ausharrens. Der Turm der Constance in Aigues-Mortes ist heute ein Ort des Gedenkens an ihre Leiden und die vieler anderer Hugenotten.
Wie leicht hätte sie die Freiheit erwirken können! Sie hätte „nur“ abschwören und in den Schoß der katho­lischen Kirche zurückkehren müssen. Doch das wollte sie nicht – nein, um keinen Preis wollte sie die Wahrheit verleugnen.

Treu bis in den Tod

Pierre ist in den Augen der staatlichen und kirchlichen Behörden ein gefährlicher Aufwiegler, auf dessen Ergreifung eine hohe Geldsumme ausgesetzt ist. In einer kalten Februarnacht des Jahres 1732 fällt er seinen Feinden durch Verrat in die Hände. Er muss sich verschiedenen Verhören unterziehen und bekennt sich dabei als Gläubiger, der Gott mehr gehorchen muss als Menschen. In einem Abschiedsbrief an seine Freunde heißt es: „Mein Lauf wird bald beendet sein. Wenn Gott mir beisteht, werde ich in aller Kürze das Evangelium besiegeln, das ich gepredigt habe. Ich bitte Euch, den Herrn für mich zu bitten, dass Er mich in allen meinen Prüfungen stärkt!“
In der Stadt Montpellier, die nicht weit von dem Turm der Constance entfernt liegt, verbringt Pierre seine letzten Tage in einem unterirdischen Gefängnis. In seiner einsamen und finsteren Zelle bleibt er nicht von Versuchung und Schwäche verschont. Bald ist er jedoch wieder fest und ungebeugt und bleibt es bis zuletzt. Pierre wird schließlich zum Tod am Galgen verurteilt. Als ihm das Todesurteil überbracht wird, hebt er seine Augen zum Himmel auf und ruft mit gefalteten Händen: „Gelobt sei Gott! Dies ist der Tag, der allen meinen Leiden ein Ende bereitet, der Tag, an dem mich der große Gott mit seinen köstlichsten Gnaden überschütten und mir das ewige Glück geben wird.“
In der Stunde der Hinrichtung drängt sich eine große Menge auf dem Marktplatz. In lautem Trommelwirbel sollen die letzten Worte von Pierre Durand untergehen. Aber das Zeugnis des Sterbenden kann nicht verhindert werden. Er singt den Psalm vom guten Hirten und erfleht Gottes Barmherzigkeit für sich. Unerschrocken besteigt er dann die Leiter zum Galgen und gibt dem Henker selbst das Zeichen.
Der Tod des Märtyrers entflammt vie­le zu neuem Eifer, den Herrn zu bekennen. Junge Männer treten in seine Fußstapfen und sind bereit, ihr Leben zu opfern. Pierre hat durch das kraftvolle Zeugnis seines Märtyrertodes seinen Herrn verherrlicht. Seiner Schwester Marie war das andere Los auferlegt, ihr Glaube musste sich in langer, beschwerlicher Gefangenschaft bewähren. Pierres Frau flieht nach dem Tod ihres Mannes mit den Kindern in die Schweiz, wo nur eine Tochter überlebt.

Treue im Ausharren

„RESISTEZ!“ Immer wieder ruft Marie Durand dies sich selbst und den an­deren Frauen zu! Und sie widersteht, wenn Versuchungen und Anfech­tungen kommen, wenn Krankheiten und Seuchen den Gefangenen zu schaffen machen und manche dahinraffen, wenn die Luft in dem engen Verlies unerträglich wird, wenn sich die Hoffnung auf eine baldige Begna­digung wieder einmal zerschlägt.
Bis zu 38 Frauen sitzen zeitweise in diesem Turmgefängnis ein, die meis­ten, weil sie Christen sind. Dort müssen sie auf den Tag warten, an dem sie sterben – oder sich von ihrem Glauben lossagen. Als 19-Jährige kommt Marie Durand dort an, und nach einigen Jahren versteht sie, dass ihre Mission darin besteht, den Frauen zu helfen, die dort in diesem Gefängnis sind. So kümmert sie sich Jahr für Jahr um die Frauen, die oft an Rheuma leiden und verzweifelt und schwach sind. Marie widmet sich ganz dieser Arbeit und harrt 38 Jahre in diesem Turm aus. Sie und die anderen eingesperrten Frauen ertragen die härtesten und unhygienischsten Bedingungen, die man sich vorstellen kann. Marie überlebt fast alle Frauen dort.
Sie lässt sich nicht von den Umständen brechen. Sie ist es, die in Gebet und Gesang die anderen anführt. Das Mit­tel, mit dem sie diese Aufgabe bewältigt, ist ihr unerschütterlicher und unnachgiebiger Glaube an Gott. Es ist gleichzeitig auch das einzige wirksame Werkzeug, das ihr zur Verfügung steht. Das gleiche Mittel steht uns zur Verfügung. Mögen wir uns nicht scheuen und uns nicht schämen, es zu benutzen.
Es gibt eine Gefangenenakte von Marie Durand. Darin steht eine kurze Bemerkung: „Glaubensstand unverän­dert!“ Was für ein Zeugnis ihrer Treue und Standhaftigkeit!

Gottes Hilfe in und aus den Umständen

Trotz des Märtyrertodes von Pierre Durand bleiben die Familienange­hö­rigen für viele weitere Jahre in Haft. Der Vater Etienne wird vierzehn Jahre später im Alter von 86 Jahren freigelassen. Die Schwiegermutter von Pierre Durand stirbt nach vierundzwanzig Jahren Haft im Gefängnis. Ne­ben der Sorge um das Wohlergehen ihrer Mitgefangenen kümmert sich Marie Durand vom Gefängnis aus stets auch intensiv um die Tochter ihres hingerichteten Bruders. Diese lebt seit der Flucht mit ihrer Mutter in der Schweiz, ist jedoch nach deren Tod und dem Tod ihrer Geschwister ganz ohne familiäre Bezugspersonen.
Marie wird erst 1768 im Alter von 56 Jahren als körperlich gebrochene Frau wieder freigelassen. Sie kehrt nach Le Bouchet-de-Pranles zurück. Eine frühere Mitgefangene gesellt sich zu ihr. Es ist ein einfaches, fast erbärmliches Leben, das die beiden führen. Sie versorgen ein paar Ziegen, bebauen einen kleinen Garten und bereiten karge Mahlzeiten zu. Die Kraft des Gebets durchstrahlt ihren schlichten Alltag. Acht Jahre lebt Marie noch in der wiedergeschenkten Freiheit. Im Juli 1776 ruft der Herr sie heim. Der Tod öffnet ihr das Tor in jenes Land, in dem nie mehr menschliche Ungerechtigkeit und Grausamkeit, nie mehr Leiden und Schrecken sein werden. Ihre letzten Worte sollen gewesen sein: „Die Krone des Lebens.“ Ja, diese Krone wird sie empfangen, denn sie bewährte sich in der Prüfung und war auch bereit, für ihren Herrn zu sterben (vgl. Jak 1,12; Off 2,10).

recherchiert und zusammengestellt von
Andreas Kringe

Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn ihr habt Ausharren nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontragt. Denn noch eine ganz kleine Zeit, und „der Kommende wird kommen und nicht ausbleiben“.
Hebräer 10,35-37

Quellen:
Pagel, Arno: Marie Durand. Brunnen Verlag, Gießen. 1987.
Ronner, Emil Ernst : Marie Durand. Brockhaus Verlag, Wuppertal. 1976.
Fabre, André: Pierre Durand, pasteur du désert, martyr (1700-1732), Neuilly, éditions La Cause. 1930.

Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Sie wollen den ganzen Artikel lesen? Dann bestellen Sie ein Online-Abo, indem Sie auf den Button klicken.

Zur Abo-Bestellung
Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Sie wollen den ganzen Artikel lesen? Dann bestellen Sie ein Online-Abo, indem Sie auf den Button klicken.

Zur Abo-Bestellung
Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Sie wollen den ganzen Artikel lesen? Dann bestellen Sie ein Online-Abo, indem Sie auf den Button klicken.

Zur Abo-Bestellung
Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Sie wollen den ganzen Artikel lesen? Dann bestellen Sie ein Online-Abo, indem Sie auf den Button klicken.

Zur Abo-Bestellung
Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Herzensentschluss – ganz persönlich

© Suresh Heyt/peopleimages.com, stock.adobe.com

Es ist wichtig, einen Herzensentschluss im Bereich der Familie und im Blick auf das Zusammenkommen als Versammlung zu haben. Doch die Voraussetzung ist ein Herzensentschluss im persönlichen Leben. Das zeigen uns die vier Personen in diesem Artikel, die jeweils einen persönlichen Herzensentschluss gefasst ha­ben. Ihr Beispiel ist lehrreich für unser Leben.

Micha und Habakuk

Der Prophet Micha lebte in schwie­rigen Zeiten. Der Großteil des Volkes hatte sich von Gott und seinen Gedanken abgewandt. Doch Micha hatte einen persönlichen Herzensent­schluss gefasst: „Ich aber will ausschauen nach dem Herrn, will harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören“ (Mich 7,7). Er ließ sich von den katastrophalen Zuständen nicht entmutigen, sondern vertraute auf Gott. Ähnlich war es bei Habakuk. Trotz der Gewalt und Mühsal, die er um sich her entdeckte, sagte er: „Ich aber, ich will in dem Herrn frohlocken, will jubeln in dem Gott meines Heils“ (Hab 3,18).
Eltern reagieren aufgrund ihrer Erfahrungen mit den Kindern oft aller­gisch auf die Worte „ich“, „aber“ und „will“. Für einen persönlichen Her­zensentschluss in bösen Zeiten sind sie jedoch – in ihrer positiven Bedeu­tung – unerlässlich.
Bei beiden Propheten gab es min­destens zwei große Gefahren:

  • Einerseits hätten sie durch die Umstände mutlos werden und verzweifeln können. So war es Habakuk zu Beginn seines Buches ergangen. Und das hat auch Asaph erlebt, als er nur noch auf die Umstände sah (s. Ps 73,1-15). Die­se Gefahr gibt es auch bei uns heute. Wenn wir uns in der Gesellschaft, der nur äußerlich bekennenden Christenheit und auch im Volk Gottes umsehen, könnten wir mutlos werden und den Herrn aus dem Auge verlieren. Wenn wir in persönlichen schwierigen Umständen sind, Probleme in der Familie haben oder Not in der örtlichen Versammlung, ist die Gefahr groß, dass wir uns gedanklich nur noch mit den Schwierigkeiten und nicht mehr mit dem Herrn selbst beschäftigen.
  • Andererseits bestand damals wie heute die Gefahr, dem „Mainstream“ nachzulaufen. So war es Demas ergangen (s. 2. Tim 4,10). Er hatte den „jetzigen Zeitlauf“ lieb ge­wonnen und wurde so auch von einem Glaubensleben mit und für den Herrn abgelenkt. Wir alle un­terliegen der Gefahr, von dem Zeitgeist dieser Welt beeinflusst und von Christus abgezogen zu werden.

Aber Micha und Habakuk hatten sich fest entschlossen, Gott zu vertrauen und sich an Ihm zu freuen.

Wir sehen: Es ist zu jeder Zeit möglich, mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren. Es mag böse und schwierige Zeiten geben, die mit besonderen Gefahren verbunden sind. Wenn wir aber auf Christus ausge­richtet sind, können wir bei Ihm verharren.

Paulus

Auch im Neuen Testament finden wir dazu ein vorbildliches Beispiel: Der Apostel Paulus lässt uns an manchen Stellen einen Blick in sein Herz und auf seine Herzensentschlüsse werfen. In Galater 2,20 schreibt er: „Was ich aber jetzt lebe im Fleisch, lebe ich durch Glauben, durch den an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ Drei Punkte wollen wir auf unser Thema anwenden:

  • Er hatte einen tiefen Eindruck von der Liebe des Herrn, der sich selbst für ihn hingegeben hatte. Das führte in seinem Herzen zu einer tiefen Zuneigung zu dem Sohn Gottes. So ist es auch bei uns, wenn wir mit dem Herrn Jesus, seinem Werk am Kreuz und der Liebe beschäftigt sind, die dort sichtbar wird. Und das ist auch wichtig: Schließlich geht es nicht um einen Entschluss in unserem Kopf, sondern in unserem Herzen. Und das schließt unbedingt auch Zuneigungen mit ein.
  • Aufgrund dieser Zuneigung fasste Paulus den Entschluss, in einer le­bendigen Glaubensbeziehung zu dem Sohn Gottes zu leben. Das wollen auch wir tun. Dazu gehört, dass wir uns mit dem Herrn beschäftigen, dass wir das suchen, was droben ist (wo der Christus ist) und darauf sinnen (s. Kol 3,1.2). Das ist gerade für solche, die mit Familie, Arbeit, Haushalt und Versammlung mitten im Leben stehen, schon mit dem Anspruch verbunden, die Zeit suchen und nehmen zu wollen, um sich mit Ihm zu beschäftigen. Und nicht nur das: Dazu gehört auch, dass wir unseren Herrn und Heiland ganz bewusst in die Entscheidungen und in die Herausforderungen unseres Lebens einbeziehen (s. Eph 5,10.17) und Ihm in allen Umständen vertrauen wollen (s. Röm 8,35).
  • Und das war bei Paulus keine „Eintagsfliege“. Er war fest entschlossen, so lange in dieser Glau­bensbeziehung zu leben, wie er noch „im Fleisch“ war. Das meint nichts anderes, als sein ganzes Leben auf der Erde darin zu verharren. Wenn wir sein Leben weiter verfolgen, stellen wir fest, dass er das auch getan hat. Und wir? Wir könnten darüber nachdenken, wie wir wohl in fünf oder zehn Jahren im Glauben leben. Doch darum geht es gar nicht. Wenn wir diesen Entschluss gefasst haben, gilt es, ihn jeden Tag in unserem Leben zu verwirklichen: Heute will ich mit und für den Sohn Gottes leben, der sich selbst aus Liebe zu mir hingegeben hat (s. Gal 2,20). Die beiden großen Hindernisse, mangelnde Zeit und leider oft fehlende Motivation, kön­nen wir mit der Hilfe des Herrn überwinden, wenn wir Ihn darum bitten. Wie schön ist der Start in den Tag mit der Bitte, dass der Herr uns heute hilft, Zeit und Motivation zu finden, um tatsächlich bei Ihm zu verharren.

Wir sehen: Ein persönlicher Herzensentschluss ist eine Antwort auf das Werk Christi von Golgatha. Dabei geht es zunächst um die grundlegenden Dinge in unserem Glaubensleben: durch Gebet und Lesen des Wortes Gottes den Herrn Jesus besser kennenzulernen. Und dann bewusst mit Ihm zu leben – an jedem Tag neu.

Jesus Christus

Das letzte Beispiel, das wir uns ansehen möchten, ist zugleich das größte und vollkommene Vorbild. Die ersten Worte, die wir von dem Herrn Jesus nach seiner Geburt lesen, zei­gen den Herzensentschluss, den Er hatte: „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?“ (Lk 2,49). Die oberste Priorität im Herzen des Herrn Jesus war seine Beziehung zu seinem Vater. Und diese Beziehung lebte Er vollkommen aus. Sein Entschluss war für Ihn nicht ein „Kann“ oder „Sollte“, sondern ein absolutes „Muss“. „Mein Vater“ – das ist ein Teil der ersten und der letzten Worte, die wir von dem Herrn Jesus im Lukasevangelium lesen (s. Lk 2,49; 24,49). Er hat tatsächlich bei seinem Vater verharrt.
Gerade am Beispiel des Herrn Jesus wird auch deutlich, wie glücklich und segensreich ein Leben ist, bei dem ein persönlicher Herzensentschluss Tag für Tag verwirklicht wird.

  • Micha und Habakuk werden sich oft einsam gefühlt haben. Auch Paulus kannte das (s. 2. Tim 1,15; 4,16). Aber niemand war so einsam wie der Herr Jesus. Weder seine Eltern (s. Lk 2,48) und Brüder (s. Joh 7,3-5) noch seine Jünger verstanden Ihn. Doch weil Er mit Herzensentschluss bei seinem Va­ter verharrte, war Er nie allein – „ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir“ (Joh 16,32).
  • Der Herr Jesus hat Leid gekannt wie kein anderer. Er war der „Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut“ (Jes 53,3). Und dennoch lesen wir wiederholt von seiner Freude, die Er in der Gemeinschaft mit seinem Vater genossen hat (s. Joh 15,11; 17,13; Ps 16,9a). Auf der Erde sah Er Leid, aber bei seinem Vater fand Er Freude.
  • Und selbst in den schwersten Stun­den seines Lebens verharrte Er bei seinem Vater. Sei es im Garten Gethsemane oder am Kreuz – Er nahm alles aus seiner Hand an, wandte sich im Vertrauen an Ihn und fand darin Kraft und Hilfe (s. Lk 22,42; 23,34.46; vgl. Ps 16,8).

Der Herr Jesus ist tatsächlich das vollkommene Vorbild und zugleich die größte Hilfe, um Ihm auch in diesem Punkt nachzufolgen.

Wir sehen: Im persönlichen Leben mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren, ist eine große Verant­wortung. Aber es führt auch zu einem glücklichen, kraftvollen und segensreichen Leben.

Und das wünschen wir uns doch al­le! Gerade die Beschäftigung mit dem Herrn Jesus wird uns helfen, mit Her­zensentschluss bei Ihm zu verharren.

Mario Wolff

Ich aber will ausschauen nach dem Herrn, will harren auf den Gott meines Heils.
Micha 7,7

Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Sie wollen den ganzen Artikel lesen? Dann bestellen Sie ein Online-Abo, indem Sie auf den Button klicken.

Zur Abo-Bestellung
Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Sie wollen den ganzen Artikel lesen? Dann bestellen Sie ein Online-Abo, indem Sie auf den Button klicken.

Zur Abo-Bestellung
Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Sie wollen den ganzen Artikel lesen? Dann bestellen Sie ein Online-Abo, indem Sie auf den Button klicken.

Zur Abo-Bestellung
Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Herzensentschlüsse

© manusha, stock.adobe.com

In diesem Sonderheft geht es um das Thema: Herzensentschlüsse

Der weise König Salomo macht in Sprüche 4,23 klar, dass unser Herz der Ausgangspunkt aller Lebensäußerungen ist:

Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.

Dabei geht es nicht um das Organ des Menschen, sondern um das Herz als Entscheidungszentrale.

Natürlich liegen unseren Entscheidungen in der Regel auch gedankliche Abwägungen und Überlegungen zugrunde. Unser Herz mit unseren Zuneigungen, Vorlieben und Wünschen hat aber maßgeblichen Einfluss darauf, wie wir letztendlich entscheiden. Und genau deswegen ist es so wichtig, dass „der Christus in unseren Herzen wohnt“ (s. Eph 3,17), damit Entscheidungen in Übereinstimmung mit seinen Absichten getroffen werden.

Was ist ein Herzensentschluss?

Das zusammengesetzte Wort „Her­zensentschluss“ macht bereits deutlich, dass es um Entschlüsse für un­ser Leben geht, an denen das Herz be­teiligt ist oder die im Herzen gefasst werden. Barnabas kam zu den Gläu­bigen in Antiochien, die das Evange­lium angenommen hatten. Und er ermahnte sie, „mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren“ (Apg 11,23).
Das für „Entschlüsse“ im griechischen Text verwendete Wort bedeutet so viel wie: festes Vornehmen oder Vorhaben, Absicht, Entschluss, Streben. So lesen wir von Daniel, dass er sich in seinem Herzen vornahm, sich nicht mit der Tafelkost des Königs zu verunreinigen (s. Dan 1,8).
Im Neuen Testament wird es sowohl für den Vorsatz oder Ratschluss Got­tes verwendet (s. Röm 8,28; Eph 1,11; 3,11; 2. Tim 1,9) als auch für die Pläne und Absichten von Menschen (s. Apg 27,13; 2. Tim 3,10).
Ein Herzensentschluss ist also, wie bei Daniel, eine ganz persönliche Sache. Eltern können keine Herzensentschlüs­se für ihre Kinder fassen – das müssen diese schon selbst tun.
Im Rahmen dieses Sonderheftes wer­den noch weitere Personen aus der Bibel vorgestellt werden, die Her­zens­entschlüsse in ihrem Leben gefasst haben und damit ein gutes Beispiel für Kinder Gottes in der heutigen Zeit sind. Dabei werden wir sehen, wie die richtigen Herzensentschlüsse das praktische Glaubensleben zum Guten beeinflussen.

Ein ganz wichtiger Unterschied

Doch einen wichtigen Unterschied überdenken wir vorab. Viele Menschen nehmen besondere Tage im Jahr oder besondere Erlebnisse zum Anlass, sogenannte „gute Vorsätze“ zu fassen. Der eine möchte abnehmen und nimmt sich deshalb vor, weniger zu essen. Ein anderer möchte etwas für seine Gesundheit tun und nimmt sich vor, jeden Tag Sport zu treiben. Wieder ein anderer hat einen Unfall verursacht und nimmt sich vor, zukünftig noch besser aufzupassen. Und so könnte man die Liste der guten Vorsätze weiterführen.
Einen Vorsatz zu fassen, ist grundsätzlich etwas sehr Gutes. Auch Daniel hat das getan. Aber – woher kommt die Kraft, den Vorsatz auch konsequent umzusetzen? Warum scheitern so viele Menschen in der Umsetzung des­sen, was sie sich vorgenommen haben?
Für Kinder Gottes sind bei dem Fassen eines Herzensentschlusses folgende Punkte von besonderer Bedeutung:

  • Ein Herzensentschluss im Sinn der Bibel sollte unter Gebet und in Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus gefasst werden. Das unterscheidet den Herzensentschluss eines Kindes Gottes von einem „guten Vorsatz“ der Menschen um uns her.
  • Wir brauchen das Bewusstsein, dass wir in eigener Kraft das kon­sequente Umsetzen eines Herzensentschlusses nie schaffen werden. Das macht der lange Bibelabschnitt in Römer 7 unter anderem sehr deutlich. Erst dann, wenn der Blick auf den Herrn Jesus gerichtet ist und alle Hilfe und Energie für das konsequente Umsetzen des Herzensentschlusses von Ihm erbeten wird, erst dann kann es gelingen!

Wir halten fest

  1. Ein mit dem Herrn Jesus gefasster Herzensentschluss ist etwas sehr Positives.
  2. Für die konsequente Umsetzung des Herzensentschlusses brauche ich die permanente Hilfe des Herrn Jesus, um die ich Ihn täglich und immer wieder bitten darf.

In diesem Sinn wollen wir „mit Her­zensentschluss bei dem Herrn verharren“ – zu seiner Freude und zu unserem Segen.

Friedhelm Runkel

Er freute sich und ermahnte alle, mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren.
s. Apg 11,23
© 2026 Ernst-Paulus-Verlag
Ernst Paulus Verlag Logo