
Bedrückende Lasten, depressive Erkrankungen und Angststörungen, ein erhöhter subjektiver Stresslevel, angespannte oder gedrückte Stimmung – gegen alles das sind auch Christen nicht immun. Das hat die Zeit der Corona-Pandemie vielen noch einmal schmerzhaft vor Augen geführt. Manch einer leidet noch heute unter den Langzeitfolgen einer Infektion.
Die meisten können sich wohl noch an die 3-G-Regel während der Corona-Zeit erinnern, die über viele Wochen den Alltag bestimmte. Diese Regel erinnerte mich an ein Lied von Margret Birkenfeld, das die Überschrift „Die 5 ‚G‘“ trägt. In diesem Lied weist sie uns auf fünf wichtige G-Regeln hin, die uns als Christen in Tagen von Kummer und Sorgen froh machen können.
„Kennst du schon, kennst du schon die fünf „G“
auf dem neuen Weg mit Jesus? Hör und versteh:
Das erste „G“ heißt „Glauben“, das zweite „Gottes Wort“,
das dritte heißt „Gehorsam“. Wer setzt die Reihe fort?
Das vierte „G“, ich weiß es schon, ist das „Gebet“,
als fünftes noch „Gemeinschaft“ kommt, damit man feste steht, weil das allein nicht geht.
Nun kennst du, nun kennst du die fünf „G“
auf dem neuen Weg mit Jesus. Brauch sie und besteh!“
Ja – wir wandeln im Glauben und noch nicht durch Schauen. Doch Glaubende werden glückselig gepriesen, denn „glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben!“ (Joh 20,29). Nachdem wir den errettenden Glauben als Geschenk Gottes bei unserer Bekehrung empfangen haben, darf sich nun unser Glaubensblick Tag für Tag auf den auferstandenen und verherrlichten Herrn richten, den „Anfänger und Vollender des Glaubens“ zur Rechten Gottes (Heb 12,2).
Würden wir doch nur mehr auf Ihn blicken statt auf die Umstände. Die Folge wäre: „Gekräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit“ (Kol 1,11)!
„Brauch dieses ‚G‘ und besteh“!
Welch ein Reichtum, Gottes Wort, die Heilige Schrift, in Händen zu haben! Lesen wir fleißig darin, vertiefen wir uns in sein gutes Wort und sinnen über das Gelesene nach! (s. Ps 1,2; 119,97.148).
Wir empfangen Stärkung im Glauben und Wegweisung in allen Lebensfragen. Es ist das „Wasser, was uns reinigt“ und enthält eine Fülle von Verheißungen, auf die wir uns ganz fest stützen dürfen (s. Jos 21,45).
„Brauch dieses ‚G‘ und besteh“!
Wenn wir Gottes Wort lesen, dann mit dem Wunsch: Ich möchte Gott durch Gehorsam ehren – nicht nur ein „Hörer“ sein, sondern auch „Täter“. Die Folge: Wir werden „glückselig“ sein in unserem Tun (s. Jak 1,25). Die Liebe zu dem Herrn Jesus, unserem Heiland, der für unsere Sünden litt und starb, soll uns ein Ansporn sein, sein Wort in unserem Leben zu befolgen. Gottes Wort wird sodann „unsere Weisheit und unser Verstand“ sein (s. 5. Mo 4,6).
„Brauch dieses ‚G‘ und besteh“!
Jemand hat das Gebet „das Atmen der Seele“ genannt. Ohne Sauerstoff können wir nicht leben. Und ohne Gebet durch den Tag zu gehen, bedeutet, den wesentlichen Teil unserer „Waffenrüstung“ gegen die Listen des Teufels zu vernachlässigen: „Zu aller Zeit betend mit allem Gebet und Flehen in dem Geist, und hierzu wachend in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen“ (Eph 6,18).
Wie oft hat sich unser Herr Jesus zum Gebet zurückgezogen, Er, der stets im Gebet war (s. Lk 5,16; Ps 109,4).
„Brauch dieses ‚G‘ und besteh“!
Ohne Gemeinschaft mit anderen gläubigen Menschen können wir nicht bestehen.
Nimm eine der glühenden Kohlen aus dem Ofen und lege sie für sich allein hin – wie schnell kühlt sie ab. Der Feind unserer Seelen liebt Zeiten von „sozialer Distanz“.
Auch die ersten Christen verharrten unter anderem in der „Gemeinschaft“ (s. Apg 2,42).
Suchen wir die Gemeinschaft mit Kindern Gottes im Hören auf Gottes Botschaft und schätzen wir das gemeinsame Gebet als ein Vorrecht!
Vertraue IHM und: „Brauch dieses ‚G‘ und besteh“!
Der Gott der Hoffnung will dich segnen und bewahren!
Er erfülle dich mit aller Freude und allem Frieden im Glauben – bis Er kommt!
Friedhelm Müller

„Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.“
Die Situation im Haus der Martha wiederholt sich auch heute noch in den Häusern so mancher Kinder Gottes. Da ist jemand krank, ernstlich krank … Verschiedene Ärzte sind konsultiert worden, aber die Behandlungen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Im Gegenteil, oftmals ist eine Operation unumgänglich. Neben manchen Schmerzen empfindet der Betroffene seine Not auch als eine schwere seelische Belastung.
Und die ihm Nahestehenden leiden mit. Wie gern würden sie die Verhältnisse ändern, aber da ist vielfach nur noch das Empfinden tiefer Hilflosigkeit …
Wie gut ist es, dass Christen einen Ort kennen, wo sie die Last abladen können: beim Herrn!
Wirf Sorgen und Schmerz
ins liebende Herz
des mächtig dir helfenden Jesu.
Genau das haben auch die Schwestern des erkrankten Lazarus getan.
Sie kannten den Herrn. Sie wussten um seine Allmacht. Wie oft war der Herr Jesus in ihr Haus eingekehrt – Er war ein gern gesehener Gast. Maria hatte so vieles zu seinen Füßen sitzend gelernt. Ihr Herz gehörte ihrem Herrn.
Und jetzt senden Martha und Maria einen Boten zum Herrn Jesus mit dem Hinweis: „Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank“ (V. 3).
Sie wussten sich mit einer vollkommenen Liebe geliebt. Das erübrigte auch jede weitere konkrete Bitte. Sie waren sich sicher: Er, der so vielen Kranken die Gesundheit wieder geschenkt hatte, würde sie nicht im Stich lassen, denn „Jesus liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus“ (V. 5).
Aber seltsam: Der Herr Jesus macht sich nicht sofort auf den Weg. Er bleibt noch zwei Tage an dem Ort, wo Er war (s. V. 6).
Und genau das erleben wir auch heute noch! Wir haben unsere Bitten voll Vertrauen IHM vorgelegt. Wir haben aufrichtig gerungen und uns an Gottes Verheißungen geklammert. Und doch war zunächst keine Änderung unsere Lage erkennbar.
Dann dürfen wir uns aber daran erinnern lassen: Hilft Er nicht zu jeder Frist, hilft Er doch, wenn’s nötig ist! Deshalb wollen wir daran festhalten: Der Herr Jesus verspätet sich nie!
Wie viele der Glaubensgeschwister könnten berichten, wie der Herr durch diese oder jene Not hindurchgetragen hat. Und wie seine Hilfe zwar nicht unbedingt „frühzeitig“, aber doch immer „rechtzeitig“ war (s. Heb 4,16). Denn wenn seine Hilfe nicht sogleich eintrifft, so hat Er sicher seine weisen Absichten damit.
Zugleich zeigt der Herr Jesus wahres Mitgefühl, als Er tief im Geist seufzt und sich erschüttert (s. V. 33) und auf dem Weg zum Grab des Verstorbenen Tränen vergießt (s. V. 34).
Er ist dort in Bethanien am Grab seines Freundes Lazarus der „Gott allen Trostes“ (2. Kor 1,3).
Hast du nicht auch schon in schweren Augenblicken erleben dürfen, dass der Herr „voll innigen Mitgefühls und barmherzig“ ist? (Jak 5,11). Er vermag dir auch heute als der vollkommen mitleidsvolle Hohepriester bei Gott das Bewusstsein seines Naheseins zu schenken und dich „zu trösten wie einen seine Mutter tröstet“ (Jes 66,13; s. auch Heb 4,15; Mt 28,20).
Denke daran: Alles muss zu deinem Nutzen gereichen – zum Guten mitwirken (s. Heb 12,10; Röm 8,28)! Und du darfst bei allen Schwierigkeiten Erfahrungen mit deinem Herrn machen. Erlebnisse, die du niemals gehabt hättest, wäre in deinem Leben immer alles „glatt“ verlaufen.
„Du darfst bei allen Schwierigkeiten Erfahrungen mit deinem Herrn machen – Erlebnisse, die du niemals gehabt hättest, wäre in deinem Leben immer alles „glatt“ verlaufen.“
Was hatte der Herr den Schwestern ausrichten lassen? „Diese Krankheit ist nicht zum Tod, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde“ (V. 4). Ja, alles muss doch letztlich zur Verherrlichung Gottes ausschlagen. Gott möchte sich hier und heute auch in deinen Umständen verherrlichen!
Und wie ist doch in der Geschichte des Lazarus alles zur Ehre des Herrn Jesus ausgeschlagen! Denn schlussendlich war die Krankheit doch nicht zum Tod: Jesus, der Fürst des Lebens, zeigte sich als der, der „die Auferstehung und das Leben“ ist (V. 25): Er rief mit lauter Stimme über die Grabstätten von Bethanien: „Lazarus, komm heraus!“ Und – der Verstorbene kam heraus … (V. 43.44).
Und viele von den anwesenden Juden, die das sahen, „glaubten an Ihn“ (V. 45).
Wenn wir auch die „glückselige Hoffnung“, die Wiederkunft des Herrn Jesus, in unseren Herzen festhalten dürfen, so muss vielleicht doch der eine oder andere noch durch den Tod gehen. Aber welch eine kostbare Zusage finden wir in unserem Kapitel!
Der Herr Jesus versichert, „wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt … Glaubst du dies?“ (V. 25. 26).
Jeder, der glaubt: „Herr Jesus, du bist auch für meine Sünden am Kreuz von Golgatha gestorben“, darf dieses Wissen haben: „Weil ER lebt, werde auch ich leben!“ (s. Joh 14,19).
Unsere Begebenheit zeigt in beeindruckender Weise, dass der gebietende Ruf des Herrn „Lazarus, komm heraus“ genügt – und der, dessen Körper schon in Verwesung übergegangen war, verlässt die Grabstätte (V. 44).
Wenn der Herr Jesus heute wiederkommt, werden ebenso alle Gläubigen, die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören und zwar zur Auferstehung des Lebens (s. Joh 5,28.29).
Einige Zeit später bezeugt Maria ihre tiefe Dankbarkeit dem Herrn gegenüber, indem sie mit „einem Pfund von echter, sehr kostbarer Narde“ die Füße des Herrn Jesus salbt (Joh 12,3). Damit bezeugt sie gleichsam: „Herr Jesus, das bist Du mir wert.“
Das ist auch Gottes Ziel mit dir: Du wirst aufgrund der Erfahrungen mit Ihm Ihn mehr lieben und Ihm – nicht zuletzt bei Ihm in der Herrlichkeit – ganz bestimmt die Anbetung deines Herzens dafür bringen, dass Er auch in deinem Leben keinen Fehler gemacht hat.
Friedhelm Müller
Der Herr ist mein Helfer, und ich will mich nicht fürchten…