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...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Dies ist ein Test
Dies ist ein Test

Wer Ordnung hält …

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… ist nur zu faul zum Suchen!“ Das ist ein seit Generationen beliebter Satz, der auf scheinbar humorvolle Art die herrschende Unordnung – nicht nur im Zimmer von Kindern und Jugendlichen – entschuldigen soll. Doch manches Mal verbirgt sich dahinter mehr als nur eine Entschuldigung für Bequemlichkeit oder gar Faulheit. Wahrscheinlich sind sich die meisten Kinder dessen gar nicht bewusst, aber hinter der fehlenden Bereitschaft, den Eltern zu gehorchen und das Zimmer aufzuräumen und auch sonst ordentlich zu sein, kann die Auflehnung gegen jede Form von Ordnung und die elterliche Autorität stecken.

Ein göttliches Prinzip

Gott ist nicht ein Gott der Unord­nung, sondern des Friedens, wie inallen Versammlungen der Heiligen.“
(1. Korinther 14,33)


Natürlich trifft der Apostel Paulus diese Aussage, inspiriert durch den Heiligen Geist, an dieser Stelle im Zusammenhang mit der Ordnung in den Zusammenkünften der Gläubi­gen, wenn sie sich zum Namen des Herrn Jesus hin versammeln. Doch wir müssen diese Worte nicht nur auf die Versammlungsstunden be­schränken, denn sie beinhalten einen allgemein gültigen Grundsatz in Got­tes Wort. Zusammenfassend heißt es dann auch am Ende des Kapitels: „Alles aber geschehe an­ständig und in Ordnung“ (V. 40).

Ordnung nach den Gedanken Gottes

Der biblische Bericht über die Er­schaffung von Himmel und Erde, Sonne, Mond und Sternen zeigt von Anfang bis Ende, dass Gott die Din­ge nicht „planlos“ oder in einer zu­fälligen Reihenfolge schuf. Vielmehr folgte alles einer weisen Ordnung – seiner Ordnung. Jeremia 31,35 be­stätigt uns das: „So spricht der Herr, der die Sonne gesetzt hat zum Licht bei Tag, die Ordnungen des Mondes und der Sterne zum Licht bei Nacht.“
Zu dieser Schöpfungsordnung gehört auch, dass „der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, das Haupt des Christus aber Gott“ (1. Kor 11,3). Wenn es hier heißt, dass Gott das Haupt des Christus ist, bezieht sich das auf den Sohn Gottes als Mensch. In sei­ner Gottheit gibt es keinen Unter­schied zwischen Ihm und Gott, dem Vater, genauso wenig wie der Heilige Geist „nur“ die dritte Person der Gott­heit ist – der Heilige Geist ist Gott.
Die Schöpfungsordnung für Mann und Frau erstreckt sich auf alle Menschen, egal, ob sie an Gott glau­ben oder nicht. Der Zusammen­hang der Verse 1-16 in 1. Korinther 11 zeigt klar, dass es dort nicht nur um die Stellung von Mann und Frau in der Versammlung oder der Ehe geht.
Natürlich darf diese Schöpfungsord­nung gerade in den Ehen der Gläu­bigen sichtbar werden. Dieser Aspekt findet sich im Brief des Apostels Pau­lus an die Epheser. Dort schreibt er, dass der Mann das Haupt der Frau ist, „wie auch der Christus das Haupt der Versammlung ist; er ist des Leibes Heiland“ (Eph 5,23).

Ein wichtiger Einschub: Keine Frage des Wertes

Diese Ordnung nach den Gedanken Gottes hat nichts mit der Wertigkeit von Mann und Frau zu tun. Auch da ist das Wort Gottes unmissverständ­lich: „Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus“ (Gal 3, 28).
Der Wert des Menschen bemisst sich nicht nach seinem Geschlecht oder seiner sozialen Stellung, sondern aus­schließlich nach dem Preis, den der Herr Jesus Christus am Kreuz von Golgatha im Gericht Gottes ge­zahlt hat. Und dieser Preis ist für jeden derselbe. Er hat mit nichts weniger als mit seinem eigenen Le­ben be­zahlt (s. Mt 13,45.46). Mehr konnte Er nicht geben!

Eine Grundlage für Frieden

Das Gegenteil von Ordnung ist Un­ordnung. In 1. Korinther 14,33 fällt bei genauem Lesen auf, dass dort die Unordnung jedoch nicht der Ordnung gegenübergestellt wird, son­dern dem Frieden. Dadurch werden Ordnung und Frieden unmittelbar miteinander verknüpft.
Würde Gott zum Beispiel seine ord­nende Hand in der Schöpfung zu­rückziehen, geriete das ganze Uni­versum aus den Fugen. Naturkata­strophen vermitteln uns eine Ahnung davon, welche zerstörerischen Aus­wirkungen die Folge wären.
Die Verse 1 bis 7 in Römer 13 erin­nern uns daran, wie dankbar wir dafür sein dürfen, in einem Land zu leben, in dem es eine Rechtsord­nung für das gesellschaftliche Miteinander gibt und in dem die Regierung dafür Sorge trägt, dass diese Rechtsord­nung auch eingehalten wird.
„Ein König gibt durch Recht dem Land Bestand“ (Spr 29,4). Die Nachrichten berichten nahezu täglich von den schrecklichen Zu­ständen in Ländern, in denen es keine Regierung mehr gibt, die für Recht und Ordnung ein­tritt.

Ordnungskreise in Ehe und Familie

Das zeigt sich nicht zuletzt auch in unseren Ehen und Familien. Es ehrt Gott, wenn seine Gedanken über das Miteinander als Eheleute (s. Eph 5,22-33) und das Verhältnis von El­tern und Kindern eingehalten wer­den (s. Eph 6,1-4; Kol 3,18-21).
Das gilt für die Verwirklichung der Stellung von Mann und Frau, von Eltern und Kindern und der Einhal­tung der damit verbundenen Schöp­fungsordnung. Aber auch unser äu­ßeres Erscheinungsbild und das un­serer Wohnungen oder Häuser blei­ben da­von nicht unberührt.
Natürlich stellen wir diese verschie­denen Ordnungsbereiche nicht auf die gleiche Ebene, denn auch darin gibt es wieder eine gewisse ordnen­de Gewichtung. Auch geht es nicht darum, in den Fragen der äußeren Ordnung einen einheitlichen Maß­stab zu definieren. Es ist völlig klar, dass das, was für den einen ordent­lich ist, für den anderen bereits steril er­scheint. Und dass dann, wenn ich es „unordentlich“ finde, für einen an­deren erst der Wohlfühlbe­reich be­ginnt.
Dennoch stehen die verschiedenen Ordnungsbereiche in unserem Leben in einer wechselseitigen Beziehung zueinander. So wird zum Beispiel die geistliche Ordnung nicht ohne Aus­wirkung auf die äußere Ordnung blei­ben. Umgekehrt kann eine Wohnung noch so aufgeräumt sein, der ordent­liche Eindruck wird nur dann glaub­haft sein, wenn die innere, geistliche Ord­nung intakt ist. Ist das nicht der Fall, werden Außenstehende über kurz oder lang merken, dass etwas nicht stimmt, denn es breitet sich dann oft eine sterile und kalte At­mosphäre aus.

Eine gemeinsame Verantwortung

Herrscht in einem Haus augen­scheinlich Unordnung, besteht oft die Neigung, die Ehefrau und Mut­ter al­leine dafür verantwortlich zu machen. Denn zeigt nicht gerade die Be­schreibung der Frau in Sprü­che 31, dass der Frau eine be­sondere Ver­antwortung für die Ordnung im Haus (oder der Woh­nung) zukommt?[1]
Aus der Ordnung für Mann und Frau nach den Gedanken Gottes ergibt sich, dass in Ehe und Familie der Mann dafür verantwortlich ist, dass seine Frau ihren Aufgaben auch wirk­lich verantwortungsvoll nach­kommen kann. Als Haupt der Frau ist er es, der ihr den Rahmen dafür bieten muss.
Versagen wir als Männer darin, ist das natürlich keine Rechtfertigung für unsere Frauen, ihrer Verantwor­tung ebenfalls nicht nachzukommen. Aber es wird für sie dadurch ungleich schwerer, ihre Aufgaben in Gott ge­mäßer Weise zu erfüllen.
Nicht dem Wort Gottes entspre­chende Gedanken über die Zustän­digkeit und Verantwortlichkeit für die Ordnung im Haushalt haben leider schon mancher Schwester Lasten auf­erlegt, die sie nicht zu tragen in der Lage war. Mutlosigkeit und Erschöp­fung sind nur zwei der mög­lichen Folgen, unter denen sie dann leidet.
In wie viele Ehen und Familien da­durch Unfrieden und Entzwei­ung ge­tragen wurden, lässt sich nicht zählen.

„Kurz gesagt: Wo Ordnung herrscht, kann Frieden sein.“


Eine wundervolle Triebfeder

Es ist deshalb gut und wichtig, wenn wir uns als Männer immer wieder in Erinnerung rufen, dass Gott uns mit der Heirat keine kostenlose Haus­haltshilfe zur Verfügung gestellt hat. Er schenkte uns eine Partnerin, mit der wir gemeinsam durch Freud und Leid gehen dürfen und die wir so lieben dürfen und sollen, wie Chris­tus die Versammlung liebt (s. Eph 5,25).
Dieses Bewusstsein wird den Mann dazu antreiben, seine Frau dabei zu unterstützen, Ordnung im Haushalt zu schaffen und zu erhalten.
J. G. Bellet schrieb dazu schon vor über 100 Jahren: „Die Liebe freut sich, wenn sie in Anspruch genom­men wird. Sie ermüdet, wenn man zu viel Umstände macht; das wäre gewissermaßen eine Beeinträchti­gung ihrer wahren Natur und der ihr ei­gentümlichen Handlungsweise. Die Zuneigung zwischen Familienmitglie­dern z. B. beseitigt alles umständli­che Wesen. Im Familienkreis herrscht Vertraulichkeit, nicht Form. Die Lie­be bewirkt in dem einen wie in dem anderen, dass er mit Be­reitwilligkeit seine häuslichen Ar­beiten verrichtet, und das gegensei­tige Vertrauen aller erlaubt, dass es im Geist der Liebe geschieht.“[2]

Gesegnete Auswirkungen im Alltag

Die Unterstützung der Frau besteht also nicht darin, sie darauf hinzuwei­sen, dass mal wieder aufgeräumt wer­den müsste. Es geht vielmehr darum, selbst aktiv zu werden. Wenn mich die Liebe zu meiner Ehefrau antreibt, wird mir das normalerweise nicht schwerfallen.
Um unsere Sinne zu schärfen, möch­ten die folgenden Beispiele deshalb zum eigenen Nachdenken anregen, wo und wie wir als Mann unserer Frau praktisch zu Hilfe kommen kön­nen:
Was mache ich mit den gebrauch­ten Socken nach dem Umziehen? Sie direkt in den Korb mit der schmut­zigen Wäsche zu räumen und sie nicht einfach im Schlafzimmer auf dem Boden liegen zu lassen, erfor­dert nicht viel Energie.
Gibt es gut zugänglichen und geeig­neten Stauraum in der Woh­nung bzw. im Haus? Ist das nicht der Fall, ist es meiner Frau auch bei der größten Bereitwilligkeit nicht möglich, Ordnung zu halten.
Worauf achte ich, wenn zum Bei­spiel ein neuer Staubsauger benötigt wird? Natürlich kann der Preis nicht außer Acht gelassen werden. Min­destens genauso wichtig ist, ob das Gerät handlich ist und meine Frau es gut bedienen kann. Auch die Qualität und die mögliche Nutzungsdauer sind bei solchen Anschaffungen zu be­denken.
Wie reagiere ich, wenn meine Frau mich darauf hinweist, dass etwas im Haushalt kaputt gegangen ist, zum Beispiel die Lampe im Backofen? Nicht jeder Mann ist in der Lage, alle notwendigen Reparaturen im Haus­halt selbst zu erledigen. Unabhängig davon, ob ich es selbst reparieren kann oder einen Handwerker beauf­tragen muss, ist es aber wichtig, sol­che Reparaturen nicht auf die lange Bank zu schieben.
Für sich gesehen sind es meist nur Kleinigkeiten, aber in der Summe haben sie eine große Wirkung, so­wohl auf das Miteinander in der Fa­milie als auch im Freundes­kreis und im Kreis der Glaubensge­schwister.
Und wir können sicher sein, dass jeder noch so kleine Handgriff des Mannes gleichzeitig auch eine Er­munterung für seine Frau ist, der ihr zeigt, dass er sie wirklich liebt. „Kin­der, lasst uns nicht lieben mit Wor­ten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“ Diese Worte aus 1. Johannes 3,18 passen in der An­wendung auch hier.
Unser Vorbild wird auch nicht ohne Auswirkung auf unsere Kinder blei­ben und sie dazu anleiten, auch ih­ren Beitrag daran zu erkennen und zu leisten, dass es im Haus ordent­lich ist. Dazu gehört natürlich auch, als Vater die Kinder dazu anzuhalten, ihre Zimmer in Ordnung zu halten und darauf zu achten, dass sie auch sonst Pflichten im Haus übernehmen. Es ist wichtig für unsere Kinder, das nicht immer nur von der Mutter zu hören. Und es ermutigt unsere Frau­en, wenn sie merken, dass wir sie auch darin unterstützen.
Gleichzeitig verdeutlicht der zuletzt genannte Aspekt noch einmal, dass die verschiedenen Ordnungsberei­che in Ehe und Familie nicht von­einander getrennt werden kön­nen, sondern ineinander greifen.

Beachtenswerte Konsequenzen

Was wir als Männer außerdem auch nie vergessen sollten: Unseren Bei­trag zur Ordnung im Haushalt nicht zu leisten, wäre gleichbedeutend damit, unserer uns von Gott in der Schöpfungsordnung gegebenen Ver­antwortung nicht nachzukommen.
Nicht zuletzt sind uns unsere Ehe­frauen von Gott geschenkt. Unseren Beitrag zur Ordnung im Haushalt nicht zu leisten, hieße, dieses Ge­schenk Gottes gering zu achten.

Stefan Busch

"Gott ist nicht ein Gott der Unordnung sondern des Friedens, wie in allen Versammlungen der Heiligen."
(1. Korinther 14,33)

Fußnoten:

  1. Die vielfältigen Aufgaben, die Gott der Frau anver­traut hat und zu denen auch die Ordnung in ihrem Haus gehört, wurden ausführlich in der Artikelserie „Eine tüchtige Frau – wertvoller als Korallen“ von Ernst-August Bremicker behandelt, die in den Hef­ten 2/2018 bis 2/2019 von „Bleibt in mir“ erschie­nen ist.

  2. J. G. Bellet: „Die Welt vor der Flut und die Patriar­chen“, S. 89, Nachdruck 1979 erschienen im Ernst-Paulus-Verlag.

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