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Zeitschrift für die christliche Familie

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Anbeter gesucht

© Meow Creations, stock.adobe.com

Anbetung ist die höchste Form von Gottesdienst – das Wertvollste von allem, was wir vor Gott ausdrücken können. Wenn es um Anbetung geht, sind wir als Priester im Heiligtum tätig, also in der direkten Gegenwart Gottes, um dort mit Ihm Gemeinschaft zu haben. Der Vater sucht solche als seine Anbeter, wahrhaftige Anbeter, die Ihn in Geist und Wahrheit anbeten (s. Joh 4,23). Sind wir solche, die sich hierzu finden lassen?

Persönlich im Verborgenen

Ganz persönlich dürfen und sollen wir Anbeter sein. In der Beschäftigung mit unserem Gott und dem Herrn Jesus dürfen wir Ihn immer besser kennenlernen und von Ihm ergriffen sein. Dann dürfen und sollen wir im persönlichen Gebet in der verbor­genen „Kammer“ (s. Mt 6,6) anbe­tende Gedanken unserem Vater und dem Herrn Jesus gegenüber vorbrin­gen, um Ihn dadurch zu verherrlichen und Ihn in unserem Herzen immer größer werden zu lassen. Wie gut, wenn dies ein fester Bestandteil un­seres persönlichen Bibellesens und Gebetslebens ist! Das betrifft uns alle, Brüder und Schwestern, Vä­ter und Mütter, Heranwachsende oder Erwachsene – jeder ist hier im per­sönlichen Gebet vor Gott in der Stille gemeint.
Wenn es aber um das öffentliche Gebet geht, sind ausschließlich nur die Männer angesprochen, denn „die Frauen sollen schweigen in den Versammlungen“ (1. Kor 14,34).

Öffentlich als Versammlung

Insbesondere dann, wenn wir den Tod des Herrn Jesus verkündigen und sonntags an seinem Tisch versammelt sind, erscheinen wir in der Gegenwart Gottes als Anbeter. Brüder, die sich durch den Geist Got­tes zum Gebet gebrauchen lassen (wollen), bringen dann als Priester geist­liche Schlachtopfer vor Gott dar (s. 1. Pet 2,5) und sprechen für alle Ver­sammelten, die zusammen das Ge­bet mit „Amen“ bestätigen.
Der laut betende Bruder hat also eine besondere Verantwortung gegenüber allen Anwesenden, seien es die versammelten Mitgeschwister auf der einen Seite, aber auch und insbesondere dem Herrn Jesus gegenüber, der ebenfalls höchstpersönlich in unserer Mitte ist, wenn wir so zu seinem Namen versammelt sind (s. Mt 18,20).

Praktische Gedanken …

Um dieser Verantwortung im öffent­lichen Gebet vor Gott und den Versammelten gerecht zu werden, sollte ein Anbeter einige Dinge berücksich­tigen – damit es ein Anbeter ist, den der Vater sucht.
Dafür gibt Gott uns in Verbindung mit der Darbringung des Brandopfers in 3. Mose 1 einige grundsätzliche Hinweise und Voraussetzungen, die es wert sind, in diesem Zusammenhang erwähnt zu werden.

… in Verbindung mit der Dar­bringung des Brandopfers

„Brandopfer“ bedeutet wörtlich „Aufsteigen“. Und so wie der Wohlgeruch des Opfers vom Brandopferaltar zu Gott von der Erde emporstieg, was in dem Opfer Christi als Brandopfer auf Golgatha vollkom­men erfüllt wurde, steigt heute in übertragener Weise unsere Anbe­tung als duftender Wohlgeruch zu Gott empor, wenn wir als Anbeter mit diesem Opfer beschäftigt sind und Ihn vor Gott bringen.
In 3. Mose 1 haben wir es mit bildhaften Darstellungen zu tun, die uns die Gedanken Gottes gut nachvollziehbar vorstellen und begreiflich machen. Wir haben einen gnädigen Gott, der uns keine komplizierten Abhandlungen, sondern einfache Bilder zur Verfügung stellt, die wir gut verstehen können.
Vier Punkte wollen wir aus den Anordnungen zum Brandopfer hervorheben.

Die Motivation zur Anbetung

Gleich zu Beginn in 3. Mose 1 wird gesagt, aus welchem Antrieb heraus der Opfernde tätig werden soll: „Wenn ein Mensch von euch dem Herrn eine Opfergabe darbringen will“ (3. Mo 1,2). In der Anwendung auf unser Thema wird deutlich, dass die Anbetung aus einem Herzen kommen soll, das freiwillig gibt, nicht aus Zwang oder Pflichterfüllung, son­dern aus liebevoller Hingabe zu Gott. Diese Herzenshaltung des Anbeters ist Gott wohlgefällig. Alles andere wäre wertloser Formalismus.

Der Inhalt der Anbetung

Damit verbunden kommt ein weite­rer Aspekt hinzu: „Wenn ein Mensch von euch dem Herrn eine Opfergabe darbringen will“ (3. Mo 1,2). Der Opfernde soll eine Opfergabe „dar­bringen“, er muss also etwas ha­ben, was er Gott geben kann. In Verbindung mit dem Brandopfer sind dies verschiedene Opfertiere (Rind, Kleinvieh, Geflügel), die einerseits unterschiedliche Seiten der Hinga­be Christi als das wahre Brandopfer zeigen, andererseits aber auch eine Abstufung nach Vermögen oder Wertschätzung des Opfernden im Hinblick auf das Opfer aufzeigen. Hieraus lässt sich entnehmen, dass Anbetung nicht einfach meint, „Dan­ke“ zu sagen. Das ist einfach zu wenig. Das ist auch keine Darbringung eines Opfers im Sinn von 3. Mose 1. Bedankt man sich nicht auch nur dann, wenn man etwas empfangen hat? Anbetung heißt aber, Gott etwas zu geben, Ihm etwas darzubringen. Der Anbeter ist kein Empfänger, sondern ein Geber. Dabei ist die Darbringung sicherlich mit der Dankbarkeit und Danksagung des Anbeters verbunden, aber der Inhalt der Anbetung geht über ein lapidares „Danke“-Sagen weit hinaus.

Die Ausrichtung der Anbetung

Das Brandopfer sollte zudem „vor dem Herrn“ geschlachtet werden (s. 3. Mo 1,5). Die praktische Anwen­dung für den Anbeter ist einfach und deutlich zugleich: Bei der Anbetung erscheinen wir nicht vor Menschen, sondern vor Gott allein! Diese Per­spektive ist sehr wichtig. Wie groß ist die Gefahr, so zu beten, dass es den Zu­hörern gefallen oder auf sie Eindruck machen könnte, ohne dabei im Blick zu behalten, dass die Anbetung allein „vor dem Herrn“ Anerkennung finden soll.

Die Gedanken Gottes zur Anbetung

Auch wenn das Brandopfer absolut freiwillig ist, so kann es doch nicht so gebracht werden, wie der Opfernde es für gut hält. Gott selbst beschreibt, wie alles geschehen soll (s. 3. Mo 1,2-9). Auch heute werden wir gerne fragen, wie geistliche Schlachtopfer zu Gottes Wohlgefallen gebracht wer­den. Menschliche Ideen und Mit­tel haben in der Anbetung Gottes in Geist und Wahrheit keinen Platz.

Geistliches Wachstum

Diese praktischen Anwendungen und Voraussetzungen machen auch deutlich, dass ein wiedergeborener Christ nicht automatisch und von vornherein auch ein einsichtsvoller Anbeter ist. Dazu ist geistliches Wachs­tum nötig. So ist ein wahrhaftiger Anbeter mit den Offenbarun­gen Gottes in seinem Wort (sein Ratschluss, seine Person, sein Werk u. a.) fleißig beschäftigt und zunehmend vertraut – das sorgfältige Zubereiten der Brandopfertiere in 3. Mose 1 weist auf die gründliche Auseinandersetzung mit den Anordnungen Gottes und seiner Gedanken hin. Dies führt zur Anbetung.
Wie schön ist es dann, wenn gerade jüngere Brüder, die in geistlicher Weise bereits herangewachsen sind, durch ein Gebet (und sei es nur ein kurzes) in der Stunde der Anbetung dem Herrn priesterlich dienen – zu seiner Verherrlichung und als „Mund“ der Versammelten. Lass dich als jun­ger Bruder dazu ermuntern!
Abschließend noch der fragende Appell an uns alle: Sind wir solche Anbeter, die der Vater sucht? Und sind wir solche, die sich hierzu finden lassen?

Wahrhaftige Anbetung erfordert Kenntnis und Wertschätzung der göttlichen Offenbarungen in seinem Wort, denn „Anbetung hat als Ausgangspunkt immer eine Offenbarung Gottes“
W. Kelly: „True Worshippers“, Bible Treasury, Bd. 9, S. 281)

Matthias Wölfinger

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