BleibtInMir

...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Dies ist ein Test

Das Passah - als gemeinsames Fest der Erinnerung

© Iaroslav, stock.adobe.com
Großes Entsetzen bei den Ägyptern: Die Erstgeburt in ihren Häusern ist diese Nacht getötet worden, sowohl die Erstgeburt der Menschen als auch des Viehs.
s. 2. Mo 12,12

Erinnerung an die Verschonung vom Gericht

Im Gegensatz dazu herrscht in den Häusern der Israeliten eine freudige Aufbruchstimmung. Sie alle haben ein Lamm geschlachtet, das Blut an die Türpfosten und den Türsturz gestrichen und essen gemeinsam das gebratene Lamm mit ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern. Mose hat ihnen diese Anordnung Gottes weitergegeben. In den Häusern der Israeliten gibt es Sicherheit. So wird ein Festmahl der Befreiung einge­nommen – der unmittelbar bevorste­henden Befreiung aus der Sklaverei Ägyptens (vgl. 2. Mo 12,51).
Gott gibt in diesem Zusammenhang eine wichtige Anordnung: Die­ser Tag soll regelmäßig (jährlich) als Gedächtnisfest gefeiert werden (s. 2. Mo 12,14; 3. Mo 23,5). Die Be­freiung aus Ägypten ist also von solcher Bedeutung, dass die Is­rae­liten sich regelmäßig an dieses Ereig­nis erinnern sollen. Das Passah soll außerdem nicht nur während der Wüstenreise, sondern auch später im Land Kanaan gefeiert werden. Beson­deren Wert legt Gott darauf, dass auch die Begründung für die Ursache dieses Festes an nachfolgende Gene­rationen weitergegeben wird, nämlich die Errettung von dem Gericht, das an den Ägyptern ausgeübt wurde (s. 2. Mo 12,24-27). Allerdings ist bei allen weiteren Passahfeiern das Bestreichen des äußeren Türrahmens mit Blut nicht mehr erforderlich. Die Verschonung vom Gericht war einma­lig – aber die Erinnerung daran ist dauerhaft.

Das erste „Erinnerungs-Passah“

Das Volk erlebt in den Tagen und Wochen nach dem ersten Passah mehrfach die wunderbare Leitung und Fürsorge ihres Gottes: z. B. den Durchzug durch das Rote Meer auf dem Trockenen, die Versorgung mit Wasser und dem Man in der Wüste sowie den Sieg über Feinde (Amalekiter). Außerdem erhalten sie das Gesetz, die Anordnungen für den Bau des Zeltes der Zusammenkunft und die verschiedenen Opferdienste.
Schließlich ist ein Jahr vergangen und Gott spricht zu Mose, dass das Pas­sah gefeiert werden soll (s. 4. Mo 9,1-5). Dabei hat der Israelit darauf zu achten, dass er nicht verunreinigt ist (s. 4. Mo 9,6-8). Wir können sicher annehmen, dass dies eine freudige Feier voller Dankbarkeit gegenüber Gott war, der sie auf so wunderbare Weise aus Ägypten erlöst und bis hierher durch die Wüste geführt hatte. Alle, die dieses Passah feierten, hatten es ja bereits vor einem Jahr in Ägypten getan und die damit verbun­denen Wun­der noch lebhaft in Erinnerung.

Der von Gott bestimmte Ort zur Feier

Später weist Gott sein Volk darauf hin, wo das Passah im Land Kanaan zu feiern sei (s. 5. Mo 16,2.6.7.16): Gott würde sich einen Ort erwählen, an dem das Passah jährlich als erstes Fest im Jahr gefeiert werden soll. Alle männlichen Israeliten sollen dann an diesen Ort ziehen, um das Passah zu feiern.
Von weiteren Passahfesten in der Wüste berichtet Gottes Wort nichts. Erst als das Volk den Jordan durchquert hat und im Begriff steht, das Land Kanaan in Besitz zu nehmen, feiern sie das Passah in Gilgal (s. Jos 5,10-12).

Der Herr Jesus und das Passah

Der Herr Jesus hat während seiner Zeit auf der Erde mehrfach das Pas­sah gefeiert. So geht Er im Alter von 12 Jahren mit seinen Eltern nach Je­rusalem zum jährlichen Passahfest (s. Lk 2,41.42). Und auch später, im Laufe seines öffentlichen Dienstes, geht der Herr nach Jerusalem, um das Passah zu feiern (s. z. B. Joh 2,13).
Dann kommt ein besonders beeindruckendes Passahfest: Der Herr Jesus feiert es mit seinen Jüngern in dem Obersaal in Jerusalem und Er hat sich mit Sehnsucht danach gesehnt, es zu tun (s. Lk 22,7-20).
Neben der Erinnerung an die geschehene Erlösung aus Ägypten hat das Passah auch eine prophetische, vorausschauende Bedeutung: Diese Bedeutung findet wenige Stunden nach diesem letz­ten Passah des Herrn ihre Erfüllung, indem Jesus das Passahlamm wird, welches am Kreuz auf Golgatha Lei­den (bittere Kräuter) und Tod (geschlachtetes Lamm) erdulden wird. Damit ist die Bedeutung des Pas­sahs erfüllt. Paulus bestätigt diesen prophetischen Aspekt: „Denn auch unser Passah, Christus, ist geschlachtet worden“ (1. Kor 5,7).

Das Gedächtnismahl an den Tod des Erlösers

Es ist bemerkenswert, dass der Herr nach dieser Passahfeier etwas Neues einführt. Die Beziehung mit dem Volk Israel kommt zu einem (vorläufigen) Ende und Er führt seine Jünger in eine neue Beziehung zu Gott ein. Er gibt ihnen Brot und anschließend ei­nen mit Wein gefüllten Kelch.
Das Brot ist ein Bild von seinem Leib, den Er für sie hingeben würde, der Wein ist ein Bild seines Blutes, das am Kreuz vergossen werden würde. Er steht im Begriff, für seine Jünger zu sterben, damit sie ewiges Leben bekommen. Der Herr sagt dabei ausdrücklich, dass seine Jünger dieses Mahl weiterhin zu seinem Gedächtnis halten sollen (s. Lk 22,19.20). Dass dieses Mahl ein Gedächtnismahl[1] an den Tod des Herrn Jesus ist, wird im ersten Korintherbrief bestätigt (s. 1. Kor 11,26). So wird ein Erin­nerungsmahl (das Passah als Erin­nerung an das vorübergegangene Gericht Gottes und die Erlösung aus der Sklaverei Ägyptens) durch ein neues Erinnerungsmahl (das Mahl des Herrn als Erinnerung an sein stellvertretendes Erlösungswerk am Kreuz auf Golgatha) ersetzt, wobei der göttliche Grundsatz unverändert bestehen bleibt: „Und sehe ich das Blut, so werde ich an euch vorübergehen“ (2. Mo 12,13). Das Blut des vorbildlichen Passahlammes ist also ein direkter Hinweis auf das „kostbare Blut Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken“ (s. 1. Pet 1,19).
Paulus fügt dann noch eine wichtige Ergänzung hinzu: Es ist die Verkün­digung des Todes des Herrn – bis Er kommt. Wir dürfen uns also immer wieder an den Tod des Herrn Jesus erinnern und durch die Handlung des Essens und des Trinkens seinen Tod verkündigen, bis Er kommt, um uns zu sich in die Herrlichkeit des Himmels zu holen. Wir sollen niemals vergessen und dürfen immer dafür dankbar sein, was der Herr für uns am Kreuz auf Golgatha getan hat. Genauso wie das Volk Israel sich immer wieder da­ran erinnern sollte, dass Gott sie mit starker Hand und ausgestrecktem Arm aus der Macht Ägyptens befreit hatte (s. z. B. 5. Mo 26,8).

Nie sei, Lamm Gottes,
Dein Opfer vergessen,
dass Du Dich legtest
auf Gottes Altar,
wenn wir die Tiefen
auch niemals ermessen,
was Dir das Kreuz,
was Dir Golgatha war!
„Geistliche Lieder“ Nr. 237,3

Ein gemeinschaftliches Mahl, geprägt von Dankbarkeit

Schließlich werden sowohl das Pas­sahfest als auch das Gedächtnismahl in Gemeinschaft mit dem Herrn und anderen Erlösten gefeiert. Ein Fest ist ein freudiges Ereignis, das man gerne mit vielen Gleichgesinnten gemeinsam feiert. Es gibt einen Anlass, der die Feiernden verbindet. Beim Passah war es die Freude über die Erlösung aus der Sklaverei in Ägypten, beim Gedächtnismahl ist es die Dankbarkeit erlöster Sünder über die Befreiung aus der Macht Satans und das erhaltene Heil in ihrem Retter Jesus Christus.
Gleichzeitig bewundern die Erlösten gemeinsam verschiedene Herrlichkeiten ihres Heilandes durch Lieder, Gebete und Schriftlesungen.[2] Es gipfelt im Gedenken an seine Hingabe bis in den Tod, wenn das Gedächtnismahl genommen wird.[3] Das tun die versammelten Erlösten gemeinsam, indem sie den Sohn Gottes, ihren Erlöser Jesus Christus, loben, ehren, Ihm danken und Ihn anbeten – bis Er kommt.
Wie damals im Volk Israel gibt es auch heute den von Gott bestimm­ten „Ort“, an dem das Mahl des Herrn eingenommen wird. Es ist der „Tisch des Herrn“ (s. 1. Kor 10,21), ein geistlicher Ort der Gemeinschaft (Tisch) mit dem Herrn Jesus und un­tereinander, an dem Er selbst alle Rech­te hat, weil es sein Tisch ist. Und wie damals nur diejenigen das Passah feiern konnten, die nicht unrein waren, so gilt auch heute, dass man nur mit reinem Herzen und Leben an dem Gedächtnismahl des Herrn teilhaben kann.
Wenn Er sie zu sich in die Herrlichkeit geholt hat, ist diese Erinnerung nicht mehr nötig, dann werden alle Erlösten zu dem Herrn Jesus entrückt sein und ihren Erretter „von Angesicht zu Angesicht“ (1. Kor 13,12) sehen, so „wie er ist“ (1. Joh 3,2).

Marco Steih


Fußnoten:

  1. „Gedächtnis“ ist ein weiter gehender Begriff als nur „Erinnern“. Es schließt das Gedenken an die moralischen Herrlichkeiten des Erlösers Jesus Christus mit ein.

  2. Im Rahmen des Zusammenkommens zum Brotbrechen ist auch Dank und Anbetung an Gott, den Vater, angebracht, der seinen Sohn zur Errettung verlorener Sünder gegeben hat.

  3. Das Einnehmen des Gedächtnismahles ist der eigentliche Zweck dieses Zusammenkommens. Ob es mehr am Anfang, in der Mitte oder mehr am Ende des Zusammenkommens eingenommen wird, bleibt dabei der Leitung durch den Heiligen Geist überlassen.

Aktuelle Artikel

Anbeter gesucht

Anbetung ist die höchste Form von Gottesdienst – das Wertvollste von allem, was wir vor Gott ausdrücken können. Wenn es um Anbetung geht, sind wir als Priester im Heiligtum tätig, also in der direkten Gegenwart Gottes, um dort mit Ihm Gemeinschaft zu haben. Der Vater sucht solche als seine Anbeter, wahrhaftige Anbeter, die Ihn in Geist und Wahrheit anbeten (s. Joh 4,23). Sind wir solche, die sich hierzu finden lassen?
Mehr lesen

Abraham & Lot bekommen Besuch (Teil 2)

In 1. Mose 18 und 19 finden wir zwei Gläubige, zwei Besuche und zwei total verschiedene Resultate. Die Besuche zeigen für uns heute, wie unterschiedlich wir als Gläubige in der Welt leben können. Vierzehn Fragen geben uns wichtige Impulse für unser Leben.
Mehr lesen

Zwei „aber“ im Leben Josephs

Im Leben Josephs in Ägypten gibt es zu Beginn (s. 1. Mo 39,1-18) und am Ende (s. 1. Mo 50,15-21) zwei wichtige Aussagen, die charakteristisch sind für seine Treue zu Gott und sein Vertrauen auf Ihn. Kaum ist Joseph von seinen Brüdern an die Midianiter verkauft, wird er als Sklave in Ägypten an den wohlhabenden Hofbeamten des Pharaos, Potiphar, weiterverkauft. Dort gelingt ihm alles, weil der Herr mit ihm ist, so dass Potiphar Joseph über sein gan­zes Haus bestellt. Somit ist Joseph schon als junger Mann der oberste Die­ner im Haus dieses bedeutenden Ägypters.
Mehr lesen

Fragen des Herrn Jesus (Teil 3)

Auf seinem Weg über diese Erde bediente sich der Herr Jesus in Gesprächen häufig einer Frage – und verfolgte damit verschiedene Absichten. Wenn der Herr Jesus Fragen stellte, geschah das nie, weil Er etwas nicht wusste. Die Gedanken jedes Menschen sind „bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben“ (Heb 4,13). Er hatte es nicht nötig, Fragen zu stellen – umso bemerkenswerter ist es, dass Er es dennoch tat. Diese Tatsache macht es wertvoll, einmal darüber nachzudenken, welche Absichten jeweils hinter seinen Fragen standen – und welche Belehrungen wir daraus ziehen können.
Mehr lesen

Der Mensch – von Gott als Mann & Frau geschaffen

Das menschliche Leben ist für Gott kostbar und einzigartig. Obwohl Gott nicht nur die Menschen, sondern auch alle anderen Lebewesen geschaffen hat, unterscheidet sich das Leben des Menschen grundlegend vom dem der Tiere. In der Bibel wird dieser Unterschied deutlich betont. Nur uns Menschen hat Gott als eine Einheit von Geist, Seele und Körper geschaffen (s. 1. Thes 5,23). Diese „Dreiheit“ unterscheidet uns von den Tieren. Tiere haben zwar eine Seele, aber sie ist nicht unsterblich. Die Seele der Menschen doch. Mit dem Tod endet unser Dasein nicht. Darüber hinaus haben nur Menschen einen „Geist“. Wir sind fähig zu denken, zu reflektieren, zu kommunizieren, zu lieben und Kontakt mit Gott zu pflegen. Letzteres können Tiere jedoch nicht.
Mehr lesen

Wachstum im Leben des Herrn Jesus

Das Lukasevangelium stellt den Herrn Jesus als den wahren und vollkommenen Menschen vor. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade Lukas in seinem Evangelium mehr über die ersten Jahrzehnte im Leben des Herrn Jesus berichtet als die anderen Evangelisten zusammen. Auch wenn es insgesamt nicht viel ist, was Lukas uns über diese eher für uns verborgenen Jahre des Herrn Jesus wissen lässt, erkennen wir darin doch manche Schönheiten seiner Person.
Mehr lesen
1 2 3 88
© 2026 Ernst-Paulus-Verlag
Ernst Paulus Verlag Logo