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Zeitschrift für die christliche Familie

Dies ist ein Test

Wachstum im Leben des Herrn Jesus

© Piemon, stock.adobe.com

Das Lukasevangelium stellt den Herrn Jesus als den wahren und vollkommenen Menschen vor. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade Lukas in seinem Evangelium mehr über die ersten Jahrzehnte im Leben des Herrn Jesus berichtet als die anderen Evangelisten zusammen. Auch wenn es insgesamt nicht viel ist, was Lukas uns über diese eher für uns verborgenen Jahre des Herrn Jesus wissen lässt, erkennen wir darin doch manche Schönheiten seiner Person.

Lukas berichtet, wie das Kind Jesus wuchs und erstarkte. Schon in jun­gen Jahren war Er erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf Ihm (s. Lk 2,40). Und in dem Maß, wie Jesus als Kind äußerlich wuchs, nahm Er auch „an Weisheit und an Größe und an Gunst bei Gott und Menschen“ zu (Lk 2,52).
Doch neben diesem äußerlichen und innerlichen Wachstum, das wir im Lukasevangelium finden, zeigt uns derselbe Schreiber auch, dass Er in dem Dienst, den Gott Ihm gab, gleichermaßen zunahm und wuchs. Dazu einige Gedanken:

Er hörte zu und stellte Fragen

„Und es geschah nach drei Tagen, dass sie ihn im Tempel fanden, wie er inmitten der Lehrer saß und ihnen zuhörte und sie befragte“.
Lk 2,46

In ganz Jerusalem hatten seine Eltern Ihn gesucht, aber vergebens. Schließlich schauten sie im Tempel nach, und siehe da: Jesus saß inmitten der Lehrer, hörte ihnen zu und befragte sie. Wie es dazu kam, dass der zwölfjährige Jesus inmitten der Lehrer saß, wird uns nicht mitgeteilt. Jedenfalls gerieten alle, die Ihn hörten, außer sich über sein Verständnis und seine Antworten (s. V. 47).
Was den Herrn an dieser Stelle so bewundernswert macht, ist, dass Er als junger Mensch zuhörte und Fragen stellte (obwohl Er als Gott natürlich alles wusste). Wenn Er, der alles wusste, bereit war, zuzuhö­ren und Fragen zu stellen, wie viel mehr sollte diese Haltung dann uns kennzeichnen – uns alle, aber besonders unsere jungen Leute! Geistliches Wachstum, dass zum Dienst befähigt, fängt auch damit an, dass zugehört wird und Fragen gestellt werden.

Er stand auf, um vorzulesen

„Und er kam nach Nazareth, wo er auferzogen worden war; und er ging nach seiner Gewohnheit am Tag des Sabbats in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen“.
Lk 4,16

Der Herr Jesus begann seinen öf­fentlichen Dienst mit ungefähr 30 Jahren (s. Lk 3,23). Als Er nach Na­zareth kam, wo Er aufgewachsen und erzogen worden war, ging Er seiner Gewohnheit nach am Sabbat in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen. Daraufhin wurde Ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht.
Der Herr Jesus war bereit, in der Sy­nagoge aufzustehen und aus den Schrif­ten vorzulesen. Es wäre vermutlich nicht angemessen gewesen, wenn Er das als Zwölfjähriger getan hätte. Aber nun war der richtige Zeit­punkt dafür gekommen. Wir erkennen daraus, dass sich mit zunehmendem Alter auch die Aufgaben ver­ändern. Das öffentliche Vorlesen kann auch eine Aufgabe für jüngere Brüder sein.

Er lehrte

„Und er lehrte in ihren Synagogen, geehrt von allen“.
„Und er kam nach Kapernaum hinab, einer Stadt in Galiläa, und lehrte sie an den Sabbaten“.
Lk 4,15 + 31

Nachdem der Herr Jesus seinen öf­fentlichen Dienst begonnen hatte, le­sen wir immer wieder von Ihm, dass Er lehrte. Doch im Gegensatz zu den Schriftgelehrten, die oft nur eigene Lehrmeinungen und Überlieferungen der Menschen wiederga­ben und dabei häufig über das Gesetz hinausgingen (s. Mk 7,8.9), lehrte der Herr mit Vollmacht (s. Lk 4,32; Mk 1,22). Diese Vollmacht bestand darin, dass Er tatsächlich das sagte, was Gott Ihm zu sagen gab und dass sein Leben völlig zu seinen Worten passte.
Ein wichtiger Bestandteil des öffent­lichen Dienstes des Herrn war die Belehrung. Die Lehre des Wortes Gottes sollte auch in unserem Dienst einen hohen Stellenwert haben. Dabei wol­len wir stets vor Augen haben, dass eine gesunde Lehre nebst der Gottesfurcht die Voraussetzung für eine gesunde Praxis ist. Und so berichtet gerade Lukas von dieser so wich­tigen Reihenfolge (zuerst Praxis, dann Lehre) auch im Leben des Herrn Jesus, der „anfing, sowohl zu tun als auch zu lehren“ (Apg 1,1). Eine falsche Belehrung führt zu einer falschen Praxis. Darum ist es so wichtig, dass wir uns persönlich und gemeinsam viel mit der Lehre des Wortes Gottes beschäftigen – wenn möglich schon in jungen Jahren. Nur wer die Lehre des Wortes Gottes kennt und selbst auslebt, kann auch andere belehren – im persönlichen Gespräch, in der Familie, in der Versammlung.

Er predigte

„Und er predigte in den Synagogen von Galiläa“.
Lk 4,44

Der Herr Jesus predigte auch. Er legte die Schriften aus, seine Worte enthielten wichtige Botschaften für die Menschen und Er begegnete ihren geistlichen Bedürfnissen durch seine Predigt. In dem vorliegenden Vers wird uns nicht mitgeteilt, was Er pre­digte, aber wir lesen an anderer Stel­le, dass Er das Evangelium des Reiches Gottes predigte (s. Mk 1,14; Lk 8,1).
Auch das Predigen war offensichtlich ein wichtiger Bestandteil des Diens­tes des Herrn. Das Buch der Apostelgeschichte zeigt uns, dass auch die ersten Christen eifrige Prediger des Evangeliums waren. Und auch wir werden aufgefordert, das Wort zu predigen: nicht unsere Erfahrungen und Ansichten, auch nicht schwierige Fragen oder Spekulationen, sondern das Wort und das Wort allein (s. 2. Tim 4,2). Ob in der Familie, in der Versammlung oder in der Öffentlichkeit – überall gilt: Predige das Wort!

Daniel Melui

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