

Brisant und akut wird diese Frage immer dann, wenn eine große Entscheidung ansteht, sei es der Wohnort, der Beruf oder der Partner. Oft scheint es leider so zu sein, dass man die alltäglichen Dinge immer selbst entscheidet, während in den großen Fragen Gott etwas zeigen muss. Wer aber in den kleinen Dingen des Alltags nicht geübt ist, Gottes Willen zu erkennen, der wird es dann bei der Partnerwahl sicher schwer haben.
Vielmehr sollte das Leben eines Christen ständig vom Herrn geleitet sein: „Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes“ (Röm 8,14). Es ist also eine Normalität im Leben eines Christen – ein Kennzeichen seiner Gottessohnschaft –, vom Geist geleitet zu werden. Nicht nur dann, wenn es auf etwas Wichtiges ankommt, sondern in jeder Phase des Lebens. Keine Mystik oder besonders geistliche Erlebnisse, sondern eine nüchterne Realität im Alltag. Kein „Modus“ mit An-/Ausschalter, sondern eine Natürlichkeit des neuen Lebens.
Das bedeutet nicht, dass man vor jedem Einkauf beim Bäcker oder vor dem morgendlichen Gang an den Kleiderschrank lange beten muss, damit der Herr einem jetzt bitte seinen Willen kundtut. Es bedeutet vielmehr, dass man ein Leben führt, das sich vom Bösen fernhält (s. Spr 8,13), in dem der Herr ganz selbstverständlich das Sagen hat und das zu seiner Ehre ist (s. Kol 3,17; 1. Kor 10,31) – dann ist und wird man automatisch von Ihm geleitet.
Dann wird der Herr „das Wollen wirken“, wie Paulus schreibt (s. Phil 2,13). Das bedeutet: Gott wird in unserem Herzen die Überlegungen, Wünsche und Ziele bewirken, die nach seinen Gedanken sind. Von Jim Elliot stammen die wahren Worte: „Er wird mir seinen Willen offenbaren, nicht durch Feuer oder Erdbeben, sondern durch das ruhige Verweilen in seiner Gegenwart. Als Kind Gottes lernt man bald, seinen Willen daraus herauszulesen.“ Wenn wir in so enger Gemeinschaft mit Ihm leben, dann gibt Er uns auch in der Frage der Partnerwahl eine Tendenz ins Herz, der wir folgen können.
Es gilt: Wer Gottes Willen hören sowie tun (!) will und diesen aufrichtig sucht, der wird auch Antworten finden (vgl. Mt 7,7). Laut vielen Rückmeldungen von Jugendlichen erscheint das Erkennen des Willens Gottes oft so kompliziert, praktisch wie die Suche nach der berüchtigten Nadel im Heuhaufen. Doch Gott wird uns kaum auf Spurensuche ins Labyrinth schicken. Nein, Er möchte uns natürlich helfen, seinen Plan für unser Leben zu entdecken. Dabei offenbart Er uns seinen Willen oft viel „unspektakulärer“, als man es sich vorstellt (oder oft auch wünscht). So ähnlich war es bei Elia: Gott war nicht in dem Wind, dem Erdbeben, dem Feuer, sondern in dem leisen Säuseln (s. 1. Kön 19,11-13). Sein Wille ist nicht erst dann offenbart, wenn man zehnmal in einer Woche denselben Bibelvers erhalten hat oder wenn ein unwissender Bruder bei einer Predigt direkt in die jeweilige Situation hinein weissagt. Das können einzelne Puzzlestücke sein, wenn wir den Willen des Herrn herausfinden möchten, doch sie sind keinesfalls Bedingungen oder zwingend erforderlich. Noch einmal: Wenn ich in Gemeinschaft mit dem Herrn lebe, führt Er meine Gedanken, Wünsche und Erwägungen automatisch in die richtige Richtung.
Wichtig: Der Herr Jesus will jeden von uns individuell führen. Was für den einen richtig ist, kann für den anderen falsch sein. Und Er führt Schritt für Schritt. Wenn unser ganzer Lebensweg wie auf einem Stadtplan vorgezeichnet wäre, wozu bräuchten wir dann noch einen Führer? Der Herr selbst will unser Führer sein, und das ist bei Weitem das Beste. Aber dann kommt es darauf an, diese Führung zu erfahren!
Auszug aus:
Mehr als Schmetterlinge
Was Gott dir über die zweit-wichtigste Entscheidung des Lebens sagt
Eine hilfreiche Orientierung für junge Christen mit Heiratswunsch und für Eltern, die ihre Kinder mit biblisch fundierten Ratschlägen auf diesem Weg begleiten möchten.
Autor: Alexander Schneider
Best.-Nr.: 50706
Preis: 5,90 €