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Zeitschrift für die christliche Familie

Dies ist ein Test

Die Hochzeit in Kana

© Nure, stock.adobe.com
Und am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war dort. Es war aber auch Jesus mit seinen Jüngern zu der Hochzeit geladen. Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein. Und Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was irgend er euch sagen mag, tut! Es waren aber sechs steinerne Wasserkrüge dort aufgestellt, nach der Reinigungssitte der Juden, wovon jeder zwei oder drei Maß fasste. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister! Sie aber brachten es. Als aber der Speisemeister das Wasser gekostet hatte, das Wein geworden war (und er wusste nicht, woher er war, die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es), ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie betrunken geworden sind, den geringeren; du hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn“.
Joh 2,1-11


Einleitende Gedanken

Das Wunder, das der Herr Jesus auf der Hochzeit in Kana vollbrachte – die Verwandlung von Wasser in Wein –, ist das erste von insgesamt acht Zeichen des Herrn im Johannesevangelium (s. V. 11). Es stellt uns besonders die Gnade des Herrn vor, der gekommen war, um sein Volk zu segnen. Wenn wir dieses erste Zeichen des Herrn mit dem ersten Wunder Moses vergleichen (s. 2. Mo 7,15-21), stellen wir große Unterschiede fest: Das erste Wunder Moses war ein Zeichen des Gerichts (Wasser wurde in Blut verwandelt), das erste Zeichen des Herrn hingegen war ein Zeichen der Gnade (Wasser wurde in Wein verwandelt). „Das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden“ (Joh 1,17).
Im Neuen Testament finden wir drei verschiedene Bezeichnungen für die Wunderwerke des Herrn: „Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, den Nazaräer, einen Mann, von Gott vor euch bestätigt durch mächtige Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat, wie ihr selbst wisst“ (Apg 2,22). Jeder Ausdruck hat einen eigenen inhaltlichen Schwerpunkt. Im Johannesevangelium wird dafür allerdings fast ausschließlich der Ausdruck „Zei­chen“ verwendet.

  • „Mächtige Taten“: Die vollbrachten Taten stehen im Vordergrund.
  • „Wunder“: Das übernatürliche Wir­ken Gottes wird hervorgehoben.
  • „Zeichen“: Die vollbrachten Wun­der haben eine – vor allem prophetische – Bedeutung.

Prophetische Sichtweise

Die Hochzeit in Kana fand am „dritten Tag“ statt (V. 1). Wenn wir von die­sem (dritten) Tag ausgehend die Ta­ge zurückzählen, kommen wir auf fol­gende Einteilung:

  • Den ersten Tag finden wir in Kapitel 1,35-42: Dieser Tag stellt die christliche Zeitepoche der Gnade vor, in der die Person des Herrn Jesus im Vordergrund steht.
  • Den zweiten Tag haben wir in Ka­pitel 1,43-51: Hier finden wir den zukünftigen gläubigen Überrest aus Israel vorgeschattet, der den Herrn Jesus als Messias annehmen wird.
  • Der dritte Tag wird uns in Kapitel 2,1-11 vorgestellt: Dieser Abschnitt spricht von dem Segen und der Freude des Tausendjährigen Rei­ches.

Einige praktische Anwendungen

  • Die erste Person, die bei der Schilderung der Hochzeit in Kana erwähnt wird, ist Maria, die Mutter Jesu (s. V. 1). Offensichtlich spielte sie auf der Hochzeit eine wichtige Rolle. Vielleicht war sie mit dem Brautpaar verwandt oder mit der Organisation betraut. Auch der Herr Jesus war mit seinen Jüngern zur Hochzeit eingeladen. Es ist im­mer gut, wenn der Herr Jesus mit dabei ist. Allerdings war Er offenbar nur einer von vielen Gästen („auch geladen“). Das erinnert uns daran, dass der Herr tatsächlich nie mit dem zweiten Platz zufrieden ist. Er möchte immer den ers­ten Platz in unserem Leben ha­ben. Das ist für uns alle, aber auch und gerade für Ehepaare wichtig, besonders zu Beginn ihres gemeinsamen Lebensweges.
  • Inmitten der Hochzeitsfeierlichkeiten ging der Wein plötzlich aus – eine peinliche Situation (s. V. 3). Maria bemerkte dies und wandte sich mit diesem Problem an den Herrn, denn sie wusste, dass für Ihn kein Problem unlösbar ist. Das gilt auch für uns: Unsere Verlegenheiten sind seine Gelegenheiten. Wenn wir in einer Situation nicht mehr weiterwissen – Er ist da, um uns zu helfen. Aber manchmal muss Er warten, bis wir „mit un­serem Latein am Ende sind“, weil wir erst dann so weit sind, alles von Ihm zu erwarten.
  • Außerdem ist bemerkenswert, dass Maria dieses Problem einfach dem Herrn vorlegte – ohne Ihm irgendwelche Vorschläge oder gut gemeinten Ratschläge zu ge­ben (s. V. 3). Sie vertraute völlig darauf, dass Er in dieser Situation über alles Bescheid wusste und da­her das Richtige tun würde. Auch wir dürfen Ihm im Gebet alles vorlegen, was uns bedrückt, und darauf vertrauen, dass Er das Richtige tun wird.
  • Der Wein spricht von Freude (s. Ri 9,13; Ps 104,15). So wie der Wein während der Feierlichkeiten plötzlich ausging, ist auch jede irdische Freude schon bald zu Ende. Doch der Herr möchte uns eine bessere und bleibende Freude schenken (der „gute Wein“). Irdische Freu­den sind abhängig von Umstän­den, aber die Freude, die der Herr uns schenken möchte, ist nicht von Umständen abhängig, sondern liegt allein in Ihm selbst begründet: „Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!“ (Phil 4,4).
  • Die Art und Weise, wie der Herr auf Marias Worte reagiert, erscheint uns vielleicht auf den ersten Blick abweisend und schroff (s. V. 4). Doch Er möchte seiner Mutter klarmachen, dass der Zeitpunkt seines Handelns nicht von menschlichen Bedürfnissen abhängig ist, sondern allein von den Weisungen seines himmlischen Vaters. Seine Stunde, um in dieser Angelegenheit aktiv zu werden, war noch nicht gekommen.
  • Die Anweisung, die Maria daraufhin den Dienern gibt, ist auch für uns überaus wichtig: „Was irgend er euch sagen mag, tut!“ – Wenn wir geistliche Freude und den Segen des Herrn erleben wollen, dann müssen wir das tun, was der Herr uns (in seinem Wort) sagt (s. V. 5). Gehorsam ist immer der Weg zum Segen. Das hat sich bis heute nicht geändert.
  • Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, die zusammen min­destens 600 Liter Wasser fassten (s. V. 6). Der Herr gab den Dienern daraufhin die Anweisung, die Krü­ge mit Wasser zu füllen. Das war sicherlich mit mühevoller Arbeit verbunden, die aber nicht umsonst war, denn genau dieses Wasser wollte der Herr in Wein verwan­deln und sich dadurch verherrlichen (s. V. 11). Auch unser Dienst wird letztendlich Freude hervorrufen und zur Verherrlichung des Herrn gereichen – auch wenn er uns manchmal mühsam oder eintönig erscheinen mag.
  • An einigen Stellen in der Schrift wird unser Körper mit einem Gefäß verglichen und Wasser ist oft ein Hinweis auf das Wort Gottes (s. 2. Kor 4,7; Eph 5,26). Vielleicht dürfen wir in Verbindung damit folgende Anwendung machen: So wie die Krüge mit Wasser gefüllt werden sollten, so sollen auch wir das „Wort des Christus“ reichlich in uns wohnen lassen (s. Kol 3,16). Dazu müssen wir uns allerdings viel mit Gottes Wort beschäftigen.
  • Die Diener füllten die Krüge bis obenan (s. V. 7). Sie legten keinen halbherzigen Gehorsam an den Tag, sondern handelten genau nach der Anweisung des Herrn. Das Ergebnis war eine Fülle von Freude und Segen. Auch bei uns wird Freude und Segen das Ergebnis sein (wenn vielleicht auch nicht direkt sichtbar), wenn wir aus Liebe zu Ihm genau das tun, was der Herr uns in seinem Wort sagt.
  • Danach sollten die Diener von dem Wasser, das zwischenzeitlich Wein geworden war, schöpfen und es dem Speisemeister bringen. Als dieser davon gekostet hatte, drückte er sein Erstaunen darüber aus, dass der Bräutigam den guten Wein bis zuletzt aufbewahrt hatte (s. V. 8-10). Während der Speisemeister nicht wusste, woher der gute Wein war, wussten die Diener jedoch genau, was geschehen war. Sie wussten, dass der Herr dieses Wunder bewirkt hatte und hinter dem Segen stand. Auch wir dürfen daran festhalten, dass jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk von oben herabkommt, von dem Vater der Lichter (s. Jak 1,17).
  • Der gute Wein wurde erst später serviert (s. V. 10). Der Gläubige weiß: Das Beste kommt noch. Wenn unsere Zeit auf der Erde einmal zu Ende ist, dann werden wir für immer bei unserem Herrn in der Herrlichkeit sein, wo unsere Freude vollkommen und durch nichts mehr getrübt werden wird. So wird auch das Tausendjährige Reich auf der Erde einmal vollendet sein, doch unsere ungetrübte Freude im Herrn wird ewig Bestand haben. Auf diesen Augenblick dürfen wir uns jeden Tag freuen.

Daniel Melui

Wir brauchen keinen großen Glauben,
sondern Glauben an einen großen Gott.
Hudson Taylor, 1832-1905

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