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Zeitschrift für die christliche Familie

Dies ist ein Test

Erste Bilder für den Tod des Herrn Jesus im Alten Testament

© Shakipp, stock.adobe.com

Was uns Menschen wichtig ist, das bestimmt unser Reden (s. Lk 6,45) – und so ist es auch bei Gott. Gleich auf den ersten Blättern der Bibel wird uns in Bildern und Ankündigungen etwas über den Tod des Herrn Jesus mitgeteilt, wodurch wir in das Herz Gottes schauen und Ihn anbeten können. Welch ein Vorrecht ist es, diese Botschaften zu erkennen und zu bewundern! Ungläubige erfassen ihren Wert nicht. Lasst uns daher für diese Illustrationen dankbar sein – und lassen wir sie (neu) zu uns sprechen.

Der „entschlafene“ Adam

Noch vor dem Sündenfall „beeilt“ Gott sich, uns sein Herz und seinen Ratschluss zu zeigen sowie ein Bild von Christus, seinem Werk und den Ergebnissen seines Werkes zu geben. Er erschuf als Erstes Adam und ließ ihn zunächst allein sein (vgl. 1. Mo 2,18). Umgeben von einer riesigen Menge von Tieren, denen Adam ihre Namen gab, fand Gott keine Hilfe, die ihm entsprach. Erst nach diesem „vergeblichen Suchen“ wurde Eva erschaffen.
War es bei Christus nicht ähnlich? Als ewiger Sohn Gottes umgaben Ihn Myriaden von Engeln, sie waren je­doch nicht in seinem Bild erschaffen worden (s. 1. Mo 1,27) und konnten seine Liebe nicht erwidern. Nachdem Er Mensch geworden war, sprach Er davon, als das Weizenkorn allein zu sein. Erst durch seinen Tod konnte Er viel Frucht (s. Joh 12,24) und viele Söhne zur Herrlichkeit bringen (s. Heb 2,10.16.17). Nur so konnte Er die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammeln (s. Joh 11,52). Gott wollte für Christus ein „Gegenüber“, das Ihm entsprach und seine Liebe erwiderte.
Was musste jetzt im Fall Adams geschehen? Konnte Gott denn nicht noch einmal aus Staub einen Menschen bilden und den Odem des Lebens in ihn hauchen, nur dieses Mal eben als Frau? Nein, Gott ging einen anderen Weg, um uns Anschauungsunterricht zu geben. Adam fiel in einen tiefen Schlaf, er entschlief. Dies war jedoch kein Tod, da dieser die Folge der Sünde ist und Sünde zu dieser Zeit noch nicht vom Menschen begangen worden war (vgl. Röm 5,12). Dennoch ist dieser tiefe Schlaf zweifellos ein Bild des Todes (vgl. Ps 13,4, wo das Wort „entschlafen“ auch vorkommt), womit er uns zugleich an die Erniedrigung und die Leiden des Herrn Jesus erinnert, die für Ihn – anders als bei Adam – mit dem Tod in Verbindung standen (s. Heb 2,9).
Damit Eva gebaut werden konnte, musste Adam mit einer Rippe „bezah­len“, doch der Preis für den wah­­ren Adam war unvergleichlich höher: „Du bist geschlachtet worden“ (Off 5,9). Er hat alle Leiden bewusst durchlebt, Er hat sich selbst geopfert (s. Heb 7,27; 9,14) und Er wurde von Gott im Gericht verlassen, um am Ende seine Braut zu bekommen.
Es ist ferner interessant, dass Gott zum Bauen von Eva eine Rippe, also einen Knochen aus der Nähe des Herzens Adams, nahm. Das ist erstens schon ein Hinweis auf die Liebe des Christus, die seinem Herzen entsprang. Dabei übertraf die spätere Wirklichkeit das uns vorgestellte Bild bei Weitem! Christus wurde nicht etwas genommen, sondern Er hat „die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben“ (Eph 5,25). Er tat es freiwillig und Er gab sich vollständig aus Liebe.
Zweitens war Eva dann so sehr we­sensgleich mit Adam, dass er sie voller Bewunderung „Männin“ nannte, ihr anhing und ein Fleisch mit ihr wurde. Als Ergebnis des Werkes Christi sind wir Gläubigen ebenfalls so sehr mit Christus verbunden, dass die Versammlung als Leib in Verbindung mit dem Haupt „der Christus“ genannt wird (s. 1. Kor 12,12). Ja, die Versammlung ist „sein Leib, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt“ (s. Eph 1,23). Welche Innigkeit und welche Höhe der Stellung kommt ­da­r­in zum Ausdruck – was für ein Vorrecht, was für eine Gnade!
Und drittens sehen wir schon hier im Vorbild, dass diese wesensgleiche Innigkeit und Höhe der Stellung darin begründet ist, dass wir als Leib Christi das gleiche Leben haben wie Christus selbst. Wir leben, weil Er lebt. Und sein Leben ist unser Leben. Deshalb finden wir hier im Vorbild bei Eva auch nicht mehr, dass Gott ihr noch wie bei Adam den Odem des Lebens in die Nase hauchte – Evas Leben entsprach dem Leben Adams. Wie genau und tiefgehend sind schon die ersten Vorbilder im Alten Testament!

Die zermalmte Ferse

Es verging nicht viel Zeit und die ersten Menschen fielen in Sünde, indem sie sich zu ihrem eigenen Scha­den auf die Lügen Satans einließen. Als Gott sie zur Rede stellte, schob Adam die Schuld auf Eva und Eva auf die Schlange, „die der Teufel und der Satan ist“ (Off 20,2; s. a. Off 12,9). Das war eine sehr traurige und ernste Situation und Gott handelte dazu passend, gemäß seiner Heiligkeit. Er sprach Gericht aus, zunächst der Schlange, dann der Frau und schließlich dem Mann gegenüber. Doch wie wunderbar: Schon im ersten Gerichtsurteil zeigt sich Gottes Herz voller Gnade, Liebe und Weisheit, indem sein Fluch über die Schlange gleichzeitig eine Verheißung enthielt.
Als Folge des Sündenfalls sollte es zwischen dem Teufel und seinem Samen (s. Joh 8,44) sowie Eva und ihrem Samen Feindschaft geben. Dabei ging es um die Menschheit im Allgemeinen, besonders aber um den einen Nachkommen, wie es Gott später zu Abraham sagte (s. 1. Mo 22,18; Gal 3,16; Mt 1,1). Das schloss in sich ein, dass der Sohn Gottes Mensch werden würde (um sterben zu können). Welch eine Botschaft wird uns hierdurch mitgeteilt!
Als Mensch sollte Er der Sieger über den Teufel werden, denn das Zermal­men des Kopfes deutet den vollstän­digen Sieg an, der am Kreuz errungen wurde. Der Teufel ist ein besiegter, aber noch nicht beseitigter Feind. Seine Niederlage ist am Kreuz unumkehrbar besiegelt worden, wenn­gleich das Gericht an ihm noch nicht vollständig vollzogen worden ist.
Dieser Sieg ging für den Herrn Jesus jedoch mit bitteren Leiden des Todes einher („Ferse zermalmen“). Ja, „durch den Tod“ wollte Er „den zunichtemachen, der die Macht des To­des hat“ (Heb 2,14.15); und indem Er „zur Sünde gemacht“ wurde (2. Kor 5,21), konnte die Sünde durch sein Opfer abgeschafft werden (s. Heb 9,26). Das ist wohl der Grund dafür, dass hier zweimal das Wort „zermalmen“ (im Hebräischen dasselbe Wort) benutzt wird. So wie David Goliath mit dessen eigener Waffe tötete (vgl. 1. Sam 17,51), so sollte das Handeln der Schlange zwar furchtbar wehtun, aber es würde die Niederlage des Teufels mittels seiner eigenen Waffe bedeuten. Der Tod ist nämlich ein Feind Gottes (vgl. 1. Kor 15,25-27), mit dem der Teufel die Menschen in Schrecken versetzt und die Sünde ist „der Stachel des Todes“ (V. 56). Jetzt aber sagt der Sohn Gottes zu uns: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades“ (Off 1,17.18). Und Paulus schreibt, dass Gott in Christus die Sünde im Fleisch verur­teilte, d. h., das Urteil darüber vollzog (s. Röm 8,3). Der Tod ist besiegt und die Sünden sind gesühnt, beides hat Christus ein für alle Mal am Kreuz bewirkt.
Dabei war es sein eigenes irdisches Volk, das Ihn nicht angenommen (s. Joh 1,11), sondern verwor­fen und durch die Hand von Gesetzlosen umgebracht hat (s. Apg 2,23). Somit kann man sagen, dass der Teufel für das Stechen/Zermalmen der Ferse Christi Gottes Volk benutzte. Das wird auch deutlich in 1. Mose 49,7, obwohl die eigentliche Bedeutung dieser Stelle sich noch auf die Zukunft bezieht. Wie bitter war trotz des Sieges für unseren Herrn das damalige Handeln seines irdischen Volkes!

Fazit

Zusammenfassend können wir festhalten, dass Gott uns von Anfang an, noch vor dem Sündenfall und sogar bei der ersten Gerichtsankündigung, sein Herz voller Liebe zeigt, indem Er uns so viele Einzelheiten seines Ratschlusses und seiner Gedanken über Christus und seinen Tod mitteilt, dass wir nur staunen können. Welch eine Herablassung, für die wir Ihn anbeten wollen!

Damian Korcz

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