BleibtInMir

...denn außer mir könnt ihr nichts tun

Zeitschrift für die christliche Familie

Dies ist ein Test

Wie kann man den Willen Gottes erkennen?

© fotogestoeber, stock.adobe.com
© Ernst-Paulus-Verlag

Brisant und akut wird diese Frage immer dann, wenn eine große Entscheidung ansteht, sei es der Wohnort, der Beruf oder der Partner. Oft scheint es leider so zu sein, dass man die alltäglichen Dinge immer selbst entscheidet, während in den großen Fragen Gott etwas zeigen muss. Wer aber in den kleinen Dingen des Alltags nicht geübt ist, Gottes Willen zu erkennen, der wird es dann bei der Partnerwahl sicher schwer haben.
Vielmehr sollte das Leben eines Christen ständig vom Herrn geleitet sein: „Denn so viele durch den Geist Got­tes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes“ (Röm 8,14). Es ist also eine Normalität im Leben eines Christen – ein Kennzeichen seiner Gottessohnschaft –, vom Geist geleitet zu werden. Nicht nur dann, wenn es auf etwas Wichtiges ankommt, sondern in jeder Phase des Lebens. Keine Mystik oder besonders geistliche Erlebnisse, sondern eine nüchterne Realität im Alltag. Kein „Modus“ mit An-/Ausschalter, sondern eine Natürlichkeit des neuen Lebens.
Das bedeutet nicht, dass man vor jedem Einkauf beim Bäcker oder vor dem morgendlichen Gang an den Kleiderschrank lange beten muss, damit der Herr einem jetzt bitte seinen Willen kundtut. Es bedeutet vielmehr, dass man ein Leben führt, das sich vom Bösen fernhält (s. Spr 8,13), in dem der Herr ganz selbstverständlich das Sagen hat und das zu seiner Ehre ist (s. Kol 3,17; 1. Kor 10,31) – dann ist und wird man automatisch von Ihm geleitet.
Dann wird der Herr „das Wollen wirken“, wie Paulus schreibt (s. Phil 2,13). Das bedeutet: Gott wird in unserem Herzen die Überlegungen, Wünsche und Ziele bewirken, die nach seinen Gedanken sind. Von Jim Elliot stammen die wahren Worte: „Er wird mir seinen Willen offenbaren, nicht durch Feuer oder Erdbeben, sondern durch das ruhige Verweilen in seiner Gegenwart. Als Kind Gottes lernt man bald, seinen Willen daraus herauszulesen.“ Wenn wir in so enger Gemeinschaft mit Ihm leben, dann gibt Er uns auch in der Frage der Partnerwahl eine Tendenz ins Herz, der wir folgen können.
Es gilt: Wer Gottes Willen hören sowie tun (!) will und diesen aufrichtig sucht, der wird auch Antworten finden (vgl. Mt 7,7). Laut vielen Rückmeldungen von Jugendlichen erscheint das Erkennen des Willens Gottes oft so kompliziert, praktisch wie die Suche nach der berüchtigten Nadel im Heuhaufen. Doch Gott wird uns kaum auf Spurensuche ins Labyrinth schicken. Nein, Er möchte uns natürlich helfen, seinen Plan für unser Leben zu entdecken. Dabei offenbart Er uns seinen Willen oft viel „unspektakulärer“, als man es sich vorstellt (oder oft auch wünscht). So ähnlich war es bei Elia: Gott war nicht in dem Wind, dem Erdbeben, dem Feuer, sondern in dem leisen Säuseln (s. 1. Kön 19,11-13). Sein Wille ist nicht erst dann offenbart, wenn man zehnmal in einer Woche denselben Bibelvers erhalten hat oder wenn ein unwissender Bruder bei einer Predigt direkt in die jeweilige Situation hinein weissagt. Das können einzelne Puzzlestücke sein, wenn wir den Willen des Herrn herausfinden möchten, doch sie sind keinesfalls Bedingungen oder zwingend erforderlich. Noch einmal: Wenn ich in Gemeinschaft mit dem Herrn lebe, führt Er meine Gedanken, Wünsche und Erwägungen automatisch in die richtige Richtung.

Wichtig: Der Herr Jesus will jeden von uns individuell führen. Was für den einen richtig ist, kann für den an­deren falsch sein. Und Er führt Schritt für Schritt. Wenn unser ganzer Lebensweg wie auf einem Stadtplan vorgezeichnet wäre, wozu bräuchten wir dann noch einen Führer? Der Herr selbst will unser Führer sein, und das ist bei Weitem das Beste. Aber dann kommt es darauf an, diese Führung zu erfahren!

Auszug aus:

Mehr als Schmetterlinge
Was Gott dir über die zweit-wichtigste Entscheidung des Lebens sagt


Eine hilfreiche Orientierung für junge Christen mit Heiratswunsch und für Eltern, die ihre Kinder mit biblisch fundierten Ratschlägen auf diesem Weg begleiten möchten.

Autor: Alexander Schneider

Best.-Nr.: 50706
Preis: 5,90 €

Aktuelle Artikel

Krisenzeiten – wer hilft mir?

Krisenzeiten können zugleich Segenszeiten sein. Man lernt Gott auf eine Weise kennen, wie es in Tagen, in denen alles glatt verläuft, kaum möglich ist. In der Not rufen Menschen zum Herrn, wie es der Psalmdichter ausdrückt: „Du, Herr, halte deine Erbarmungen nicht von mir zurück; deine Güte und deine Wahrheit lass beständig mich behüten!“ (Ps 40,12). Sie erfahren, wie Er sich ihnen in seiner Gnade und Barmherzigkeit zuwendet und auf ihr Rufen hört – oft auf eine Weise, die anders ist, als sie es erwartet haben. Er stellt ihre Füße auf einen Felsen und befestigt ihre Schritte (s. Ps 40,3). Daher gilt: „Glückselig der Mann, der den Herrn zu seiner Zuversicht macht“ (Ps 40,5).
Mehr lesen

Transhumanismus im Licht der Bibel

Transhumanismus – auf den ersten Blick mag es sich harmlos und menschlich anhören. Auf den zweiten Blick erkennen wir einen der Pfeile, die der Teufel abschießt, um unseren Glauben an Gott und sein Wort zu erschüttern.
Mehr lesen

Abraham & Lot bekommen Besuch (Teil 3)

In 1. Mose 18 und 19 finden wir zwei Gläubige, zwei Besuche und zwei total verschiedene Resultate. Die Besuche zeigen für uns heute, wie unterschiedlich wir als Gläubige in der Welt leben können. Vierzehn Fragen helfen uns, für unser Leben zu lernen.
Mehr lesen

Wie erkenne ich den Willen Gottes in meinem Leben?

Im alltäglichen Leben sind viele Entscheidungen zu treffen. Oftmals sind es kleinere Dinge, manchmal aber auch wegweisende Überlegungen: Welche Ausbildung soll nach der Schulzeit begonnen werden? Welche Wohnung oder welches Haus ist wirklich für mich gedacht? Oder wie erkenne ich den von Gott vorgesehenen Ehepartner? Bei allen Erwägungen geht es auch immer um die grundlegende Frage: Wie erkenne ich darin den Willen Gottes in meinem Leben? Diese so wichtige Frage war auch Paulus für die Gläubigen damals in Kolossä ein großes Anliegen. Nicht umsonst betete er dafür, dass sie mit der Erkenntnis des Willens Gottes in aller Weisheit und geistlicher Einsicht erfüllt werden sollten (s. Kol 1,9). Dabei ging es ihm sicherlich nicht in erster Linie darum, wo der nächste Urlaub mit dem schönsten Strand wohl am besten zu verbringen wäre. Natürlich dürfen wir darum bitten, dass der Herr uns auch darin lei­tet. Aber es geht hier doch um mehr. Es geht um die grundsätzliche Erkenntnis des Willens Gottes in Bezug auf unseren persönlichen und gemeinsamen Glaubensweg. Dazu sind einige hilfreiche Aspekte zu nennen.
Mehr lesen

Gruppenzwang oder eigene Überzeugung?

Jeder Gläubige möchte grundsätzlich dem Herrn Jesus folgen. „Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt“ (Joh 14,21). Das ist eine normale Frucht des göttlichen Lebens in uns. Wir wissen, wie viel unser Heiland für uns getan und wie viel Er uns vergeben hat. Daher tun wir gerne, was Ihm gefällt und Ihn verherrlicht. Doch dies fällt uns nicht immer leicht, wofür es unterschiedliche Gründe geben kann. Einer dieser Gründe ist „die Kraft der Gegenströmung“, die wir zu spüren bekommen, wenn wir anders sind oder handeln als die Mehrheit um uns her. Diese Kraft verspüren besonders unsere Kinder und wir wollen darüber nachdenken, wie wir ihnen helfen und damit unseren Herrn ehren können.
Mehr lesen

Fragen des Herrn Jesus (Teil 4)

Auf seinem Weg über diese Erde bediente sich der Herr Jesus in Gesprächen häufig einer Frage – und verfolgte damit verschiedene Absichten. Wenn der Herr Jesus Fragen stellte, geschah das nie, weil Er etwas nicht wusste. Die Gedanken jedes Menschen sind „bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben“ (Heb 4,13). Er hatte es nicht nötig, Fragen zu stellen – umso bemerkenswerter ist es, dass Er es dennoch tat. Diese Tatsache macht es wertvoll, einmal darüber nachzudenken, welche Absichten jeweils hinter seinen Fragen standen – und welche Belehrungen wir daraus ziehen können.
Mehr lesen
1 2 3 … 90
© 2026 Ernst-Paulus-Verlag
Ernst Paulus Verlag Logo